"Unsere Mütter, unsere Väter": Polnischer Fernsehchef empört über ZDF-Kriegsepos

DPAIn Polen mehren sich die Proteste gegen den ZDF-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter": Nun kritisiert der Chef des Senders TVP das in dem Kriegsepos gezeichnete Bild der Kämpfer der polnischen Heimatarmee. Deren Darstellung als Antisemiten entspreche nicht der historischen Wahrheit.

Unsere Mütter, unsere Väter: Polnischer TV-Chef kritisiert Dreiteiler - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Leider

    ist die Dastellung in dem Film nich wirklich falsch. Auch wenn ich Polen liebe, so ist der Antisemetismus in Polen (immer noch) weit verbreitet.
  2. #2

    getroffene Hunde bellen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deren Darstellung als Antisemiten entspreche nicht der historischen Wahrheit.
    Na ja, leider doch. Judenhass war damals durchaus salonfähig, nicht nur in Deutschland. Anscheinend haben die Polen ihre Vergangenheit aber noch nicht in dem Maße verarbeitet, wie die Deutschen und reagieren entsprechend empfindlich.
  3. #3

    ...

    Die gesamte Darstellung der Beteiligten ist nicht übermäßig gelungen:
    Die größten Antisemiten des Films: Die Polen.
    Die einzigen Vergewaltiger des Krieges: Die Russen.

    Nur die Deutschen, nie so ganz böse sondern nur vom Krieg und den Greueln in ihrer normalerweise gefestigten Moral leicht angeschlagen, versuchen aus den Umständen das Beste zu machen? Hm.
  4. #4

    Auch Polen machten Fehler

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Polen mehren sich die Proteste gegen den ZDF-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter": Nun kritisiert der Chef des Senders TVP das in dem Kriegsepos gezeichnete Bild der Kämpfer der polnischen Heimatarmee. Deren Darstellung als Antisemiten entspreche nicht der historischen Wahrheit.

    Unsere Mütter, unsere Väter: Polnischer TV-Chef kritisiert Dreiteiler - SPIEGEL ONLINE
    Es wäre an der Zeit , daß sich alle Kriegsteilnehmer mal mit Ihrer
    " Heimat " und mit den von Ihnen begangenen Fehlern beschäftigen sollten, nicht nur wir Deutsche, denn auch bei denen gäbe es vieles aufzuarbeiten...

    Aber egal was wir Deutsche machen , es wird immer falsch sein, die " Anderen " haben immer Recht, schließlich haben wir den Krieg verloren, lediglich unser Geld ist noch erwünscht, aber auch das wird mittlerweile nicht nur gewünscht sondern gefordert....

    So nicht liebe europäische Nachbarn, wenn Ihr schon an unserem " Finaztropf " hängt, dann solltet ihr wenn schon nicht dankbar, dann aber wenigstens fair mit uns sein.
  5. #5

    Bei "Sindbad" waren die Iraker auch nicht sauer

    Die Aufregung ist unverständlich. Jedes Kind weiss doch, daß bei fiktiven Fantasy-Serien alles erfunden und erdacht ist.

    Aber dir Iraner haben sich ja auch über die Darstellung der Perser in dem Film "400" aufgeregt.
  6. #6

    Historische

    Nach allem was mir meine polnischstämmigen (darunter auch jüdische) Freunde in den USA erzählten, kann die Schilderung des polnischen Antisemitismus nicht so ganz falsch sein.
  7. #7

    Wer erklärt den Polen:

    das Unterhaltung und Geschichtsunterricht nicht das gleiche ist ?
  8. #8

    Judenhass in UMUV

    Interessant finde ich vor allem: Es braucht also erst die polnischen Medien um auf den wirklich großen Fehler in diesem Film hinzuweise.
    Die deutschen Medien haben UMUV ja fast außnahmslos als TV-Ereignis des Jahres gefeiert. Vor allem wurde immer wieder betont, die Zeit der Verengung auf die deutschen Opfer im Krieg sei nun nach gut zehn bis fünfzehn Jharen vorbei und nun biete sich endliche die Chance an ganz individuellen Fällen die persönliche - wie kollektive - Ambivalenz von Schuld und Opfer in den Blick zu bekommen. Sowiet so gut.

    Doch in UMUV ist das gesamte Thema Judenhass auf die polnischen Menschen übertragen worden. Der deutsche Soldat erschießt in der entscheidenden Szene eben nicht den Juden, sondern seinen Vorgesetzten. Bis auf zwei "Vollblutnazis" waren alle im Film vorkommenden Deutsche in ihrem HErzen eben keine Antisemiten. Satt dessen hatten wir mit der armen deutschen Krankenschwester zu leiden, nachdem sie eine Jüdin hat verraten müssen und nun ganz dolle Seelqualen zu ertragen hat.

    Die polnischen Milizen dagegen sind in dem Film zerfressen von ihrem Judenhass. Selbst wenn es in Polen ohen Frage ein Problem mit Antisemitismus gibt, ist es im Kontext dieses Filmes extrem relativierend, das Thema Judenhass, Judenverfolgung und am Ende (wenn auch im Film kaum behandelt) Schoah am Beispiel der Polen auzuzeigen. Erinnert an die merkwürdige Debatte um es sich bei Auschwitz nicht eigentlich um ein polnisches Vernichtungslager handele.
    Der ganze Film war sicher ein Schritt Richtung ehrlicher Aufarbeitung. Hat die Kollektivschuld (der 60er und 70er Jahre) ebenso hinter sich gelassen, wie die Opferdebatte (der 90er und 00er Jahre). Doch es bleibt ein fader Beigeschmack, wenn am Ende ausgerechnet der Jude überlebt, der letztlich im gesamten Film in keiner Weise das Leid hat erleben müssen, wie seine armenen deutsche Freunde an der Ostfront. Wenn eben der Antisemistimus am Beispiel der Polen dargestellt wird.
  9. #9

    Zitat von mls Beitrag anzeigen
    Die gesamte Darstellung der Beteiligten ist nicht übermäßig gelungen:
    Die größten Antisemiten des Films: Die Polen.
    Die einzigen Vergewaltiger des Krieges: Die Russen.

    Nur die Deutschen, nie so ganz böse sondern nur vom Krieg und den Greueln in ihrer normalerweise gefestigten Moral leicht angeschlagen, versuchen aus den Umständen das Beste zu machen? Hm.
    Naja, mit was für einer Kälte die Figur des Friedhelm im dritten Teil auf Partisanenjagd gegangen ist und sie auf dem Dorfplatz gehängt hat, war auch nicht ohne.