Zypern-Krise: Im Land der toten Banken

REUTERSDie Geldhäuser auf Zypern haben den fünften Tag in Folge geschlossen. Die Inselrepublik ist derzeit ein Finanzzentrum ohne Finanzinstitute. Wie gehen die Bürger mit der Banken-Blockade um? Wie die Geschäftsleute? Eindrücke aus der Hauptstadt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/zyp...-a-889995.html
  1. #1

    Spiegel immer auf Seiten der Pleitestaaten. Warum nur?

    Schon Ihr Überblick: "Umstritten an dem Hilfspaket ist die von den Euro-Staaten geforderte Beteiligung der Bankkunden auf Zypern.
    Diese Teilenteignung hat das zyprische Parlament abgelehnt. Nun droht dem Land der Staatsbankrott" verdreht doch ziemlich die Wirklichkeit. Nach Art. 125 Maastricht-Vertrag, wonach kein Euro-Staat für die Schulden eines anderen in Anspruch genommen werden kann, sollte die drohende Pleite Zyperns den Rest der EU gar nichts angehen. Die EU bietet (rechtswidrig) mal wieder Hilfe mit Steuergeldern Unbeteiligter an. Von einer "Forderung" der Helfer kann man doch dann eigentlich nicht sprechen, oder? Von einer Enteignung der Zyprioten zu sprechen, finde ich auch inkonsequent. Wenn Billionen-Rettungsschirme gespannt werden, für die vor allen Dingen die Deutschen Bürger (ob nun durch Steuern, Beschneidung der Renten, Reduzierung des Bildungsetats etc.) aufkommen werden, haben Sie noch nie von einer Enteignung der Geberbürger gesprochen. Und wenn sich an dieser bevorstehenden Enteignung der deutschen Bevölkerung zaghafter Widerstand in Form der Alternative für Deutschland regt, spricht der Spiegel von rechtsradikalem Populismus. Warum stellt sich der Spiegel immer gegen die Deutschen, seine eigenen Leser? Denn die sollen doch Ihre Hefte kaufen, oder? Oder sind Ihnen die Zahlungen der deutschen Exportunternehmen, die sich sicher für Ihre versuchte Beeinflussung des Lesers in Richtung Eurorettung erkenntlich zeigt, doch um einiges wichtiger?
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zypern steht vor dem Staatsbankrott, schuld sind vor allem die Banken. Jahrelang profitierte das Land von seinem überdimensionierten Finanzsektor, nun müssten die beiden größten Institute dringend abgewickelt werden.
    Sind tatsächlich nur die Banken Schuld?

    Wer wählte denn in Zypern die verantwortlichen Politiker, die den Bankensektor unkontrolliert aufblähen ließen, Dumping-Steuergesetze erließen, Briefkastenfirmen förderten und auch gegen angelegtes Schwarzgeld und kriminell erlangtes Vermögen nicht vorgingen?
  3. #3

    Zitat von pauschaltourist Beitrag anzeigen
    Sind tatsächlich nur die Banken Schuld?

    Wer wählte denn in Zypern die verantwortlichen Politiker, die den Bankensektor unkontrolliert aufblähen ließen, Dumping-Steuergesetze erließen, Briefkastenfirmen förderten und auch gegen angelegtes Schwarzgeld und kriminell erlangtes Vermögen nicht vorgingen?
    Ihre Kritik ist völlig richtig. Aber wenn man wirklich selbstkritisch ist, dann erkennt man, dass es hier in Deutschland nicht wirklich anders ist.
    Auch bei uns wurde eine Regierung gewählt und ist augenblicklich im Amt, die den heute unkontrollierbaren Bankensektor auch in unserem Land mit von der Kette ließen. Allen voran die FDP fordert sogar heute noch, die Leine noch lockerer zu lassen. Auf die Dumping-Steuersätze trifft das natürlich ganz genauso zu. CDU und FDP würden doch die Unternehmenssteuern am liebsten gleich komplett abschaffen. Auf europäischer Ebene tun Union und FDP alles, um zu verhindern, dass Steuerschlupflöcher von Konzernen, die ihre Gewinne und Verluste kreativ von einem Land ins andere verschieben, wirksam geschlossen werden. Eine Finanztransaktionssteuer ist für die gleichzeitig Teufelszeug. Die würde die FDP selbst dann erst einführen, wenn auch Mars und Venus dabei mitmachen, weil ja sonst unsere komplette Wirtschaft auf die Venus abwandert, wenn die dort nicht auch die Finanztransaktionssteuer einführen.
    Und Vorgehen gegen Steuerhinterziehung, Schwarzgeld und kriminell erlangte Vermögen? Da muss man bei Union und FDP wohl nicht viel zu sagen, wenn man sich deren Positionen mal genauer anschaut. Die tun alles, um Aufklärung in dieser Hinsicht zu verhindern, so zum Beispiel als die FDP durch eine Gesetzesänderung gesetzlich festlegen wollte, dass der heute legale Ankauf von Steuerdaten-CDs künftig illegal wird. Für Steuerhinterzieher wollten die sogar eine Generalamnestie durchsetzen, die deren Schwarzgeld auch noch offiziell legalisiert hätte.

    Zum Glück konnte das meiste davon durch eine Blockade der entsprechenden Gesetze im Bundesrat verhindert werden.
    Aber wie gesagt: Wenn wir ganz ehrlich sind, muss man zugeben, dass bei uns in Deutschland genau die gleichen verantwortungslosen Leute mit genau der gleichen geistigen Ideologie in der Regierung sitzen wie in Zypern auch. Der einzige Unterschied ist, dass Deutschland das Glück hat, ein relativ großes Land mitten in der Mitte Europas zu sein mit einer immer noch halbwegs funktionierenden Realwirtschaft. Und wenn wir weiterhin ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass es der deutschen Wirtschaft nur so gut geht, weil bei uns 40% der Arbeitnehmer Niedriglöhner, Leiharbeiter, Zeitarbeiter und andere Sklavenlöhner sind, die zwar von ihrem Geld gerade so ÜBERLEBEN, aber nicht wirklich leben können.
  4. #4

    Zyperer reicher als Deutsche?

    70Miliarden in den Banken.
    25Milliarden aus dem Ausland,
    macht also 45Milliarden die von den Zyperern selbst kommen.
    Bei 1Mil Einwohnern hat der durchschnittliche Zyperer also 45000 Euro auf dem Konto.
    Im reichen Deutschland haben wir hingenen im Schnit 18000 Euro.
    Wie kommt es das dieses kleine arme Land eigentlich so reich ist?

    Taeuschen die ihre Traenen nur vor um nicht mit ihren Reichtuemern fuer ihre Fehler einstehen zu muessen, oder sind die offiziellen Zahlen einfach nur BS?
  5. #5

    ich hätte da eine einfache Lösung....

    auch für die ganze EU. Die Einlagensicherung bis 100.000€ für alle Kleinanlager bei der jeweiligen Nationalbank hinterlegen, hierzu einfach die Gelder bei den Superreichen, die bisher ja von der Krise profitiert haben abbuchen und mit Gold, Aktien und Immobilen aus Staatsbesitz absichern. Dann kann man den Rest den ach so tollen Kräften des Marktes überlassen, wenn dann die Commerzbank oder irgendwelche Banken in Zypern, zusammenbrechen wird wenigsten der normale Sparer nicht geschädigt. Das Geld ist ja in der Krise nicht verschwunden, einzig skrupellose Banken und Superreiche haben von der Krise profitiert, warum sollte man deren Banken noch stützen ? .... oder hat Ihre Hausbank vielleicht die Zinsen gesenkt, seit es billiges Geld von der EZB gibt ?
  6. #6

    Die Banken sind pleite - noch nicht Zypern

    Vor einigen Jahren hätten Journalisten aufgeschrien wenn Banken nah Pleite sind aber ein Staat sich zu deren Rettung absurd verschulden will. Zypern wird in den nächsten Jahren eh Geld benötigen um nach dem Bankencrash sich neu zu erfinden. Zypern schließt Banken bis min. Dienstag - Leute die Banken sind also längst pleite ! Jetzt kein Geld mehr nachwerfen sondern das Zeug ordentlich abwickeln. Banken haben weltweit nur noch Wachstum per absurden Finanzgeschäften. Geld kommt doch eh nur noch von den Zentralbanken an uns.
  7. #7

    Wichtigen Hintergrund beachten!

    Es geht um zyprische Rechte an riesigen Gasvorkommen, die sich die USA gern unter den Augen Putins wegschnappen wollen - mit Hilfe der EU. Aber der russische Bär läßt sich nicht ohne weiteres beklauen - die Orthodoxe Kirche Zyperns holt sich -mrd.-Kohle aus Moskau zur Entschuldung des Staates. Moskau braucht auch im Fall des Falles Syrien einen neuen Mittelmeer-Militärhafen!
  8. #8

    Banken? Von gestern ...

    Wäre ich jetzt Grieche, Spanier, Portugiese oder Franzose, würde ich alles Geld von der Bank abheben, einen Safe kaufen und es zu Hause einschließen.
  9. #9

    Zitat von pauschaltourist Beitrag anzeigen
    Wer wählte denn in Zypern die verantwortlichen Politiker
    Dem Pauschaltouristen mal Demokratie verklickern: wer waehlt hat nichts zu entscheiden, nur wer die Namen auf die Stimmzettel setzt. Kapiert? ;)

    (Ist uebrigens in Deutschland auch nicht anders)