Studie zu Geräte-Verschleiß: Der kaputte Konsum

Getty ImagesKaufen wir regelmäßig Produkte, die planmäßig kaputt gehen? Was Otto Normalverbraucher schon lange vermutet, soll ein Gutachten im Auftrag der Grünen belegen. Es enthält eindrucksvolle Beispiele für die Wegwerfgesellschaft - aber keine Beweise für eine große Verschwörung.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-890039.html
  1. #1

    Nur ein Beispiel

    Früher gab es Wegwerf-Feuerzeuge. Heute gibt es Feuerzeuge, die man nachfüllen kann - allerdings gehen die kaputt, bevor die erste Füllung verbraucht ist. Schlau gemacht!
  2. #2

    optional

    Da braucht es doch keine Absprache zwischen den Herstellern: Der Drang nach "Wachstum" und die Verehrung von Absatzzahlen gepaart mit der Geizmentalität der Konsumenten zwingt ihnen ja förmlich auf, nicht auf Haltbarkeit zu setzen. Warum gibt es denn mittlerweile z. B. mehr Handies als Menschen in Deutschland?
  3. #3

    Der Verbraucher ist selber schuld an dieser Entwicklung.

    Ich habe selber in der Konsumer Elektronik Branche in dne 90ern gearbeitet. Jedes Jahr musste das gleiche Produkt 3% billiger werden. Das geht irgendwann halt nur noch mit Qualitaetseinbussen. "Geiz ist geil" war doch das Motto eines Elektronik Kette.

    Richtige Ein/Aus Schalter an Fernsehern wurden weggelassen weil es halt 50 Pfennige billiger war. Das dafuer ein Atomkraftwerk allein in Deutschland arbeiten musste interessierte natuerlich niemanden.
  4. #4

    Wer billig kauft, kauft zweimal!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... weit simplere Erklärung: Durch den enormen Wettbewerbsdruck stünden "praktisch alle Neuentwicklungen unter sehr starkem Kostendruck". Und das billigere Teil ist nun einmal selten das langlebigere.
    Wahrlich keine neue Erkenntnis, für die man ein teures Gutachten bräuchte - das wussten schon unsere Großeltern.

    Und ja, es gibt allen Unkenrufen zum Trotz immer noch jede Menge Qualitätsprodukte zu kaufen: Die sind nicht wirklich schwerer zu finden als die billigsten - wollen muss man's halt.
  5. #5

    Ziemlich unglaubwürdig.

    Mein Mercedes ist 22 Jahre alt und fährt noch wie neu, mein BMW-Motorrad ist von 1988 und mein Handy von 2007. Auch meine Waschmaschine wäscht – trotz Plastikbottich – seit 15 Jahren unverdrossen, nur einen Hifi-Verstärker musste ich vorzeitig nach 18 Jahren ersetzen. Zeitgleich übrigens mit einem Fernseher, der es auch nur auf 22 Jahre Lebensdauer brachte.
    Damit bin ich sicher kein Motor der deutschen Wirtschaft – und erst recht nicht relevant für diese Studie der Grünen. Die sollten sich an einen schwäbischen Grundsatz erinnern: Was nichts koscht, taugt auch nix. So ist es mit allen von ihnen angeführten Beispielen. Hinzu kommt noch die heutige Wegwerfmentalität der Leute: Wenn ich sehe, wie meine Nachbarn ihre Autos behandeln – die bekämen auch meinen Mercedes kaputt.
  6. #6

    Hinterfutzig

    Hatte mal eine Wäschespinne vom Marktführer - alles schön wetterfest aus Alu u.s.w. Nur die Spannraste war aus mehreren Lagen normalem Eisenblech, also keinem Metallblock. Nach drei oder vier Jahr hatte die Witterung ganze Arbeit geleistet.
  7. #7

    Der Laden muss laufen

    Die Obsoleszenz, sei sie nun geplant oder (durch Kostendruck) notwendig ist doch das Beste was man sich vorstellen kann. Ohne zyklischen Konsum fällt der (Welt-)Laden in nullkommanix in sich zusammen. also: Ball flach halten wenn man dieses Verhalten kritisiert. Schön aber auch, dass hier wieder "der Verbraucher" den schwarzen Peter zugeschoben bekommt. Denn "durch Werbung und Statusängste lass ich mich nicht beeinflussen" gehört sicherlich bei weiten Kreisen der Bevölkerung zum gedanklichen Standardrepertoire; insofern KANN hier nur der mündige Konsument "schuld" sein. In diesem Sinne - fröhliches Einkaufen allerseits!
  8. #8

    Klar. CD/DVD-Writer sind absolut in der Kategorie. Hielt ein 1998er Modell (damals noch 2x CD-R) noch 4 Jahre bevor er in Power Calibration Errors versiegte, war beim im Haushalt danach befindlichem 16x CD-R nach 2.5 Jahren schon Schluß. Der darauffolgende 4x DVD-R-fähige hat dann nichtmal seine 2 Jahre geschafft, aber wegen der bis dahin gesunkenen Gerätepreise lohnte sich eine Garantieaktion nicht mehr.
    Vielleicht liegt's in diesem Fall ja wirklich an einer ausgebrannten Laser-LED - höhere Schreibgeschwindigkeit => weniger Zeit zum Erhitzen => mehr punktuelle Power notwendig => schnellerer Tod der LED oder Aperture/Linsen - obwohl mir das nicht erklären würde, warum der auf diese Weise "gestorbene" Rekorder weiterhin Medien aller Art lesen kann.
  9. #9

    jaja

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kaufen wir regelmäßig Produkte, die planmäßig kaputt gehen? Was Otto Normalverbraucher schon lange vermutet, soll ein Gutachten im Auftrag der Grünen belegen. Es enthält eindrucksvolle Beispiele für die Wegwerfgesellschaft - aber keine Beweise für eine große Verschwörung.

    Geplanter Verschleiß von Elektro-Geräten: Grüne legen Studie vor - SPIEGEL ONLINE
    .........

    Früher waren Montags-Geräte jene, die Defekte haben, weil die produzierenden Mitarbeiter noch vom Wochenende geschafft waren, heute sind Montags-Geräte solche, die länger funktionieren, weil die Mitarbeiter noch zu verschlafen sind, daran zu denken, gewollte defekte Teile einzubauen....
    rabenkrähe