Kunduz-Prozess: Was darf ein Offizier im Krieg?

DPAZwei Bomben, Dutzende Tote und eine Frage: Wer trägt die Schuld? Nach dem Luftangriff im afghanischen Kunduz hat nun in Bonn ein Schadensersatzprozess begonnen. Die Opfer wollen Geld - und Gerechtigkeit.

Bundeswehr in Afghanistan: Prozess zu Luftangriff von Kunduz beginnt - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Und abgesehen davon, dass die "Opfer" Geld wollen...
    In dem angestrebten Verfahren werden sie nicht die erhoffte Gerechtigkeit erhalten, da es kein(!) Strafprozess ist. Hier geht es nur um Geld, welches sie ja schon bekommen haben.
  2. #2

    Absurdistan...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zwei Bomben, Dutzende Tote und eine Frage: Wer trägt die Schuld? Nach dem Luftangriff im afghanischen Kunduz hat nun in Bonn ein Schadensersatzprozess begonnen. Die Opfer wollen Geld - und Gerechtigkeit.

    Bundeswehr in Afghanistan: Prozess zu Luftangriff von Kunduz beginnt - SPIEGEL ONLINE
    Ich denke immer noch und wiederholt bei diesem Justizsystem einer Bananenrepublik in diesen Landen an diesen Fall. Ein Oberst lässt in geradezu abstruser Verkennung der Faktenlage Tanklastzüge bombardieren wobei dabei über 100 tote Zivilisten darunter zahlreichste Kinder zu Tode kommen. Das ist unverzeihlich und hätte selbst in der ansonsten vollständig schmerzfreien amerikanischen Armee zu einer entsprechenden Anklage wegen zigfachen Todschlages geführt. Was passiert dagegen in diesen Landen? - Der Oberst wird als Belohnung auch noch zum General befördert. Noch viel unsäglicher kann sich die derzeitige Situation, sei es in der Politik, die den Mantel des Schweigens über diese groteske Situation ausbreitet, der Bundeswehr und ihrer Führung sowie auch des Justizsystems, wohl kaum noch darstellen!

    Nach jeglichstem, auch nur einigermaßen "normalen" Rechtsempfinden würde einer wie Oberst Klein längstens für Jahrzehnte in einem Knast einsitzen und könnte sich ganz sicherlich nicht auch noch über eine Beförderung freuen, wie könnte man die Opfer eigentlich noch mehr verhöhnen?
  3. #3

    Wer trägt die Schuld?

    Die Schuld trägt der Afgahnistankrieg - ich hoffe das unser Rechtsstaat eine vernünftige Erklärung am Ende finden wird.
    Mag diese auch jetzt zu beiden Seiten offen sein.
  4. #4

    Viele Menschen starben, darunter zahlreiche Zivilisten

    das heisst soviel wie: es wurden viele Taliban getötet. Es ist zwar schrecklich, doch ich weiss immer noch nicht, was Familien dazu bewogen hat zu einem Tanklaster zu laufen, der von Taliban bewacht wurde. Mir tun die Opfer leid, aber es herrscht KRIEG.
  5. #5

    ...........

    Inzwischen ermitelt der Staatsanwalt gegen den Offizier.
    Er hat schwere Fehler gemacht.
    Das ist richtig.
    Aber richtig ist auch, dass der eigentliche Fehler der war, dass die Regierung Soldaten in einen Krieg schickt, in dem diese nichts zu suchen haben.
    Das Prinzip der Regierung
    'Wasch mir den Pelz, aber mach' micht nicht naß'
    ist hinterhältig und feige.
  6. #6

    Ich hab es schon einmal ...

    ... geschrieben und wiederhole es gerne: Meiner Meinung nach, hat die Führung der Bundeswehr und die Politik, erst die Soldaten in diese Lage gebracht. Jetzt, lassen sie die Soldaten nicht nur im Regen stehen, sondern liefern den Oberst, quasi noch dem Feind aus!!! Wieso, hat in diesm besch... Land, jeder Kinderschänder Personlichkeitsrechte, nur dieser Soldat, der seine Pflicht für sein Land tat, nicht??? Wieso sollen ZIVILGERICHTE, ZIVILGESETZE anwenden durfen, wenn die Armee dort in einem ausgewachsenen Krig ist??? Sorry, dieser Staat und seine Protagonisten, ekeln mich an. Ich empfehle jedem Berufssoldaten der BW, zu kündigen. MfG
  7. #7

    Fall erledigt

    Der Oberst wurde Freigesprochen, die BW hat dennoch freiwillig(!) eine halbe Million bezahlt. Und wenn die von Taliban gesteuerten Tanklaster in einem deutschen Feldlager explodiert wären, gäbe es dann bei SPON auch einen Aufschrei? Würden dann auch scheinheilig gefragt, "was ein Menschenleben wert ist"? Aber ist ja hier oft so, ein deutscher Soldat ist per se ein 'Täter' und alle anderen 'Opfer'
  8. #8

    Vergleich???

    Wo sind wir denn hingekommen? Ein Richter schachert um ein paar Millionen, wobei es doch um eine Entscheidung erheblicher Tragweite geht, nämlich ob bei derartigen Kriegshandlungen überhaupt zivilrechtlicher Schadensersatz erfolgt! Hier herrscht ja offenbar völlige Rechtsunsicherheit für die Bundeswehr. Hier hat m.E. die Bundesregierung bisher völlig versagt und verschließt sich diesem Thema weiterhin. Es kann doch nicht ernsthaft in einer - wenn auch subjektiven - Bedrohungslage erwartet werden, die Angemessenheit der zu ergreifenden Maßnahmen individuell abzuwägen. Der entführte Tanklastzug stellte eine mindestens indirekte Bedrohung dar und wurde folglich unschädlich gemacht. Jedem halbwegs bei Verstand befindlichen Afghanen mußte doch klar sein, daß die Lage gefährlich war!
  9. #9

    Einfach nur lächerlich....

    .... daß ein Gericht überhaupt sich mit so einer Klage beschäftigt. Es ist Krieg. Und wer Sprit klaut wird eben bombardiert.Das klingt hart und zynisch? Das ist hart und mehr als zynisch. Aber ich hätte auch nicht einen einzigen deutschen Soldaten nach Afghanistan geschickt.
    Nicht einen Einzigen!!! Wenn wir aber schon dort sind, dann bitte keine solchen scheinheiligen Prozesse. Wer unsere truppe angreift, wer Sprit klaut muss die Konsequenzen tragen.