Reaktionen auf den Bahnstreik: "Ihr seid Geiselnehmer"

DPAZüge fielen ganz oder teilweise aus, Zehntausende Pendler kamen zu spät zur Arbeit: Der Warnstreik bei der Bahn hat Reisende in ganz Deutschland verärgert. Am Frankfurter Hauptbahnhof reagierten manche Passagiere wütend - andere zeigten Verständnis für die Angestellten.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...-a-889533.html
  1. #1

    Immer dasselbe

    Motzen tun immer nur die, die zu blöd waren sich auf einen angekündigten Warnstreik einzustellen.
  2. #2

    Warten und Warten ist nicht das gleiche

    Bei Minusgraden oder überhaupt bei unter 20 Grad Außentemperatur zu streiken und Fahrgäste in dieser Kälte stundenlang zu halten ist nicht mit der Forderung nach 2 oder 6,5% mehr Lohn zu rechtfertigen. Es ist eine Charakterschweinerei.
    Ansonsten können die Gewerkschaften in der entsprechenden Jahreszeit solange und -oft streiken wie sie wollen. Sie sollen es nur mindestens 10 Tage vorher so ankündigen, dass es auch jeder mitkriegt. Damit jeder eine Alternative hat.
    So wie heute ist es in der Tat eine Geiselnahme.
  3. #3

    Hat die DB

    nicht vor kurzem noch Rekordergebnisse gemeldet? Ich finde die Lohnforderung vor diesem Hintergrund gerecht.
  4. #4

    Solange es nicht um den eigenen Job geht haben die Leute nie Verständnis...
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einige Passagiere murren über die Verspätungen. "Streikt, wann ihr wollt, aber nicht auf meine Kosten. Ihr seid Geiselnehmer", schreit ein aufgebrachter Mann.
    Brilliant, wirklich. Vielleicht ist dem Mann das noch nicht aufgegangen, aber irgendwer WIRD für das Geld zahlen müssen, das die Leute mehr haben wollen. Das kann man entweder von den Gewinnen nehmen (will der Vorstand nicht), an Qualität in den Zügen sparen (wollen die Bahnfahrer nicht) oder sich von den Kunden zurückholen (wollen die Bahnfahrer auch nicht).

    Ich hatte auch schon ziemliche Unannehmlichkeiten wegen Bahnstreiks, aber - realistisch betrachtet - wie viele andere Optionen haben sie denn, um ihre Forderungen durchzusetzen?
  6. #6

    Wofür denn mehr Geld?

    Der Zugchef warb heute Morgen im ICE von Frankfurt nach Berlin mit dem Argument für Verständnis, dass sich das Betriebsergebnis des Konzerns signifikant erhöht habe. Dies sei Leistung der Mitarbeiter, daher müssten sie mit einer Lohnerhöhung von 6,5% p.a. am Erfolg beteiligt werden. Das Raunen im Grossraumwagen zeugte allerdings eher von Amusement denn von Verständnis. Ich fahre seit mittlerweile 3 Jahren täglich zweimal pro Tag je 200 km mit der Bahn, bemerkbar für mich war in dieser Zeit nur eine Veränderung der Preisgestaltung ( 7,6% der Bahncard100 in dieser Zeit), nicht jedoch der Leistung. Wenn das bessere Betriebsergebnis im wesentlichen auf einer Erhöhung der Fahrpreise beruht, weiss ich nicht, wofür man dann Lohnerhöhungen fordert. Von mir aus gerne, dann soll sich aber auch was an der Leistung tun (Pünktlichkeit, Platzangebot, Freundlichkeit). Wie wäre es zum Beispiel mal damit, zu Messezeiten auf der betroffenen Route einfach mal einen weiteren Wagen anzukoppeln? Haben Sie schon mal versucht, zur CeBit oder Hannover Messe spontan einen Sitzplatz zu ergattern? Ich mein ja nur. Man kann natürlich den Standpunkt vertreten, an jeder Ergebnisveränderung beteiligt werden zu wollen. Aber akzeptiert man dann auch Lohnkürzungen, wenn´s mal nicht so läuft?
  7. #7

    Dreist

    Für einen gute Arbeit hat jeder einen guten Lohn verdient, aber ich finde seit gut einem Jahr die Forderungen fast aller Gewerkschaften dreist, dass ist nur populistischer Kampf um möglichst hohe Zahlen. Die Arbeitgeber gehen schon mit über 2% in die Verhandlungsrunden und trotzdem wird ständig mal fröhlich gewarnstreikt, weil sich immer mal ein anderer Gewerkschaftsfunktiönar profilieren muss. Das führt einfach dazu, dass weniger Leute einen Job bekommen, eben weil der Personaletat nicht überzogen werden kann. Das ist aber vielen Gewerkschaftsvertretern egal, Hauptsache eine möglichst hohe Zahl herausgekämpft und dann selbst aufsteigen.
  8. #8

    Bahnstreik

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Züge fielen ganz oder teilweise aus, Zehntausende Pendler kamen zu spät zur Arbeit: Der Warnstreik bei der Bahn hat Reisende in ganz Deutschland verärgert. Am Frankfurter Hauptbahnhof reagierten manche Passagiere wütend - andere zeigten Verständnis für die Angestellten.

    Reaktionen auf den bundesweiten Warnstreik von Bahn-Mitarbeitern - SPIEGEL ONLINE
    Streik ist immer noch ein legales Mittel um die Interessen der GEwerkschafts-Mitglieder durch zu setzen.
    Das die Streikenden auf vielfältige Weise madig gemacht werden, der Betroffenen Zorn ganz geschickt auf die Streikenden gelenkt wird gehört zu medialen Aufgaben in der BRD.
    WEnn die Sicherheitskräfte in Düsseldorf auf dem Flughafen streiken, heißt es demagogisch, die wollen 30 % mehr Lohn in der Stunde, das dies aber nur 2,50 bis 3 € sind wird verschwiegen, die Streikenden werden dadurch in die Ecke der Gesellschaft gestellt.
    Dabei zeigen anerkannte Studien, dass der Reallohn seit 2000 in der BRD um 0,3% gesunken ist, davon aber bloß keine wort!
  9. #9

    Lohnerhöhung ohne Rückfahrkarte ?

    Was bleibt den Beschäftigten, wenn alle Berufsgruppen - auch der steuerfinanzierte öffentliche Dienst 6,5% mehr Lohn erhält ? - Nichts ! Aber die Gewerkschaften klopfen sich auf die Schultern. Wer senkt denn die Löhne, wenn es den Unternehmen schlechter geht ? Das sollen dann die Unternehmer bzw. die Aktionäre und die Beschäftigten ausbaden. Den Gewerkschaften geht das dann nichts mehr an - auch die wegfallenden Arbeitsplätze nicht. Ist schon sehr einseitig was hier getrieben wird. Sollen sich doch Betriebsrat und Unternehmensleitung verständigen ! Die wissen dann schon wovon sie reden - auch ohne Trillerpfeifen.