Zypern-Rettung: "Europas Bürger müssen um ihr Geld fürchten"

AP/dpaErstmals müssen Bankkunden für die Rettung eines Euro-Landes bluten - doch der Wirtschaftsweise Bofinger hält den Zypern-Plan für brandgefährlich. Im Interview warnt er vor Anlegerpanik in der Währungsunion. Sein Vorschlag: Nicht-Europäer sollten eine höhere Zwangsabgabe zahlen als EU-Bürger.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-889448.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sein Vorschlag: Nicht-Europäer sollten eine höhere Zwangsabgabe zahlen als EU-Bürger.
    Ich hab noch einen viel besseren Vorschlag: Niemand zahlt mehr irgendwas für irgendwen, sondern jeder behält einfach sein Geld!
  2. #2

    Da blickt doch kein....

    ...Schwein mehr durch. Von uns Kleinbürgern gar niemand und von den sogenannten Experten auch kaum einer. Die einzigen, die wissen was läuft, das sind die Zocker. Daher können die auch alle und jeden an der Nase herumführen, zu ihrem, ausschließlich ihrem eigenen Vorteil. Die Politik ist längst machtlos, unterwandert von Lobbyisten. Unklar ist, ob Rösler, Westerwelle, Brüderle & Co schon Lobbyisten sind oder noch dümmste Politiker....
  3. #3

    Selbstbeteiligung Zyperns -- oder die Rettung nach der Rettung ist vorprogrammiert

    Die ausgehandelten bzw. angeforderten Rettungskredite in Höhe von 10 Mrd. bzw. 17,5 Mrd. Euro stehen in keinem Verhältnis zur Wirtschaftsleistung der politisch geteilten Mini-Insel.
    Übertragen auf deutsche Wirtschaftsdaten, wäre es so, wie wenn Deutschland einen Rettungs-Finanzbedarf von 1500 Mrd. bzw. 2600 Mrd. Euro (2,6 Billionen Euro) hätte. Die Schuldenlast Zyperns aus der explodierenden Staatsverschuldung würde damit auf ca. 128 % bzw. 170 % des BIP katapultiert – zumal der Südteil schon jetzt mit über 70 % BIP verschuldet ist.

    Die Republik Zypern (Südteil) hat gerade mal 860.000 Einwohner und eine Größe von knapp 1/6 des Landes Baden-Württemberg.

    Welche Beweggründe hatte die Politik, diese Steueroase und ein Paradies für Schwarzgeld und Geldwäsche in die Eurowährung aufzunehmen – zudem eine geteilte Insel, in deren Nordteil die türkische Lira Landeswährung ist. Aus meiner Sicht eindeutiges Indiz für politischen Größenwahn und kurzsichtigen Aktionismus bei den Verantwortlichen auf allen EU-Ebenen,
    Einerseits wird erfolgreich versucht, die Schweiz als bisherige Steueroase trockenzulegen – anderseits hat die EU mit Zypern als Euroland ein Scheunentor für Fluchtgelder und Steuervermeidung geöffnet. Wo bleibt da der gesunde Menschenverstand ??

    Im Falle der Kreditgewährung im gewünschten Umfange wäre es nur eine Frage der Zeit, bis die Republik Zypern Kandidat für einen Schuldenerlass a la Griechenland werden würde. Dies würde allerdings dann auch die Kredite aus dem Rettungsfond betreffen und abwerten.
    Zudem erschweren die Rettungskredite die Wiedervereinigung mit dem türkischen Norden der Insel, da die dort wohnenden 270.000 Einwohner wohl kaum für die Schulden des Südteils aus dem Banken-Roulett gerade stehen wollen.

    Sodann wäre es logisch am sinnvollsten, zuerst die Mitspieler, welche den zypriotischen Banken durch Einbringung von Kapital das Drehen eines großen Rades ermöglichten, an den Verlusten massiv zu beteiligen – und in 2. Linie mit Geldern aus dem Rettungsfond den Absturz der Wirtschaft durch gezielte Förderung werthaltiger Projekte zu vermeiden.

    Die bisherigen Rettungskandidaten Irland und Portugal und, außer Konkurrenz auch Island, konnte man durchaus noch als seriöse Antragsteller mit wirtschaftlichem Fundament und Perspektive betrachten. Die aktuell geplante Zypern Rettung sprengt aber jeglichen Rahmen einer gebotenen, angemessenen Verhältnismäßigkeit.

    Quellen für die Zahlen und Statistiken: Eurostat
    Offizielle Zahlen für 2012 sind noch nicht veröffentlicht

    BIP 2011: Zypern 17,979 Mrd Deutschland 2592,600 Mrd.
    Staatsverschuldung 2011: Zypern 12,777 Mrd Deutschland 2097,998 Mrd
    “ in % des BIP 2011: Zypern 71,1 % Deutschland 80,5 %
  4. #4

    Der Euro bringt Wohlstand und Frieden(??)

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erstmals müssen Bankkunden für die Rettung eines Euro-Landes bluten - doch der Wirtschaftsweise Bofinger hält den Zypern-Plan für brandgefährlich. Im Interview warnt er vor Anlegerpanik in der Währungsunion. Sein Vorschlag: Nicht-Europäer sollten eine höhere Zwangsabgabe zahlen als EU-Bürger.

    Peter Bofinger zur Krise in Zypern - SPIEGEL ONLINE
    Wann erkennen die dümmsten denn endlich dass dies eine Totgeburt war und ist, und kehren diesem Wahnsinn endlich den Rücken? Europa ja, aber nicht mit allen Mitteln, dann lieber wieder alles zurück. Wenn man im Falle Zypern schon soweit denkt, dann sind auch bei uns die Konten nicht mehr sicher vor dem Zugriff...!
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erstmals müssen Bankkunden für die Rettung eines Euro-Landes bluten - doch der Wirtschaftsweise Bofinger hält den Zypern-Plan für brandgefährlich. Im Interview warnt er vor Anlegerpanik in der Währungsunion. Sein Vorschlag: Nicht-Europäer sollten eine höhere Zwangsabgabe zahlen als EU-Bürger.

    Peter Bofinger zur Krise in Zypern - SPIEGEL ONLINE
    Also wenn es Herrn Bofingers Absicht war irgendwie beruhigend zu wirken, dann muss ich sagen: Das ging nach hinten los.
  6. #6

    Denken Sie, Sie bekommen Ihr Brot beim Bäcker umsonst!?

    Zitat von sfb Beitrag anzeigen
    Ich hab noch einen viel besseren Vorschlag: Niemand zahlt mehr irgendwas für irgendwen, sondern jeder behält einfach sein Geld!
    Denken Sie, Sie bekommen Ihr Brot beim Bäcker umsonst!?
  7. #7

    Man sollte einmal genau hinsehen, wie die Situation in Zypern aussieht

    und wie es zu der dortigen Krise kommen konnte, dann erledigen sich doch alle Befürchtungen, "Europas Bürger müssten um ihr Geld fürchten" schnell von allein. Für diejenigen, die diese Zusammenhänge nicht verstehen, wäre vielleicht ein wenig Aufklärung seitens der Bundesregierung nötig, vielleicht mit ganzseitigen Anzeigen in der BILD-Zeitung oder per Spot in den Privatsendern - wie will man diese Leute anders erreichen?
  8. #8

    Flächenbrand

    es ist unerheblich, wie die Verhältnisse tatsächlich sind - das Wort "Enteignung" wurde ausgesprochen und wird seine Wirkung entfalten...
    Vielleicht kommen die europäischen Politiker nun endlich mal zur Vernunft und begreifen, daß man einen Staat auch nicht anders bewirtschaften kann als ein Unternehmen. Bei einer GmbH ist Überschuldung zwangsweise Konkursgrund, und wären die griechischen Politiker der letzten Jahrzehnte Unternehmensführer in einem zivilisierten Land, säßen sie längst wegen Konkursverschleppung und Veruntreuung hinter Gittern.

    Und die Privatwirtschaft? Es ist ja ach so reizvoll, in dem Glauben zu leben, mit Handel von Wertpapieren usw. könne man Geld verdienen. Das klappt aber nur so lange, wie irgendwelche Dummies tatsächlich arbeiten - denn Zinsen kann man nicht essen, und wenn alle von ihren Zinsen leben wollten - wer erntet dann die Felder ab und backt das Brot?
  9. #9

    Und sowas nennt sich "Wirtschafsweiser!

    Europas Bürger müssen nun um ihr Geld fürchten.
    Lieber Herr Bofinger, erzählen Sie uns mal was neues. Wer dies bisher nicht gefürchtet hatte, leidet an Realitätsverlust.
    Und wieder der selbe Spruch: Deutschland würde beim Euro-Zusammenbruch am meisten leiden. Die Schweiz macht vor, wie es geht. Die leiden nicht wirklich da, denn sie drucken einfach neue Franken. Der Aussage fehlt jede Grundlage, sie wird durch mehrfaches Wiederholen nicht richtiger.

    Auch das Rechtsstaatsverständnis des Herrn Bofinger ist ein ganz verkümmertes: Wir sollen also die "bösen Jungs" betrafen, und nicht die kleinen Sparer. Also alle "reichen Säcke aus dem EU-Ausland", gell? Na toll.
    Staatliche Willkür soll's also richten. Wir definieren uns unsere Opfer politisch opportun zusammen und enteignen die, die wir für geeignet halten.

    Falsch! Was man machen müsste: Eine Einlagengarantie für Kleinsparer und kleine Unternehmen sowie Härtefallregelungen - abgedeckt durch den ESM. Die Banken anschließend pleite gehen lassen. Verstaatlichung des Zahlungsverkehrs bis zur Gesundung des Systems.