Wiedergutmachung für Israel: Was Adenauer verschwieg

AP1952 unterzeichnete Kanzler Adenauer ein milliardenschweres Entschädigungsabkommen mit Israel - aus einer "zwingenden moralischen Verpflichtung" heraus, wie er erklärte. Doch lange zurückgehaltene Kabinettsprotokolle belegen, dass er auch andere Motive hatte.

Adenauers Wiedergutmachung für Israel: - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Wie gehabt

    Nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach erachteten 44 Prozent der Bundesbürger Wiedergutmachungszahlungen an Israel für gänzlich "überflüssig"."

    Auf den deutschen Michel ist immer noch Verlass.
  2. #2

    Das wird meinen Politiklehrer beruhigen :o)

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1952 unterzeichnete Kanzler Adenauer ein milliardenschweres Entschädigungsabkommen mit Israel - aus einer "zwingenden moralischen Verpflichtung" heraus, wie er erklärte. Doch lange zurückgehaltene Kabinettsprotokolle belegen, dass er auch andere Motive hatte.

    Adenauers Wiedergutmachung für Israel: - SPIEGEL ONLINE
    Der hatte damals schon gemutmaßt dass Adenauers zugehen auf Israel recht pragmatische Gründe hatte. Er fand diesen Pragmatismus sogar gut, konnte als Alt-68er jedoch niemals verstehen dass er Adenauer und die CDU loben musste.

    Nun hat er die Antwort.

    Und an alle von der "ist doch schon so lange her" - Fraktion: Jetzt beginnt wirklich langsam die Aufarbeitung....
  3. #3

    Ich verstehe nicht, warum diese vermeintliche Sensationsmeldung eine neue Diskussion vom Zaun brechen sollte. Ist doch völlig normal, dass Beweggründe verschwiegen werden, die dann bei einer diplomatisch formulierten öffentlichen Erklärung "verschwiegen" werden. Die Meldung ist so unbedeutend, dass der Spiegel sie nicht hätte bringen bruachen. Der Spiegel könnte aber mal wieder ein neues Kapitel in der Vergangenheitsbewältigung seiner eigenen ex-NS-Mitarbeiter-Geschichte aufmachen. Wäre interessanter als als eine derart unbedeutende Adenauer-Akte.
  4. #4

    Ein Schnäppchen

    Wenn man sich die wirtschaftliche Entwicklung der BRD nach 45 anschaut waren 1,5 Milliarden Euro auf lange Sicht ein echter Schnapper - 1,5 Milliarden €, damit lässt sich Heute ja nicht mal ne Sparkasse retten :-)
  5. #5

    Ich glaube, das ist nur die halbe..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1952 unterzeichnete Kanzler Adenauer ein milliardenschweres Entschädigungsabkommen mit Israel - aus einer "zwingenden moralischen Verpflichtung" heraus, wie er erklärte. Doch lange zurückgehaltene Kabinettsprotokolle belegen, dass er auch andere Motive hatte.

    Adenauers Wiedergutmachung für Israel: - SPIEGEL ONLINE
    ... Wahrheit. Deutschland lieferte Geld und Waffen und im Gegenzug verzichteteten die Israeli darauf, spektakuläre Jagden wie die auf Eichmann zu starten. Deutsche Nazis konnten darauf hin ziemlich unbehelligt in D und in Südamerika leben. In D gehörten Sie zu den wesentlichen Apparatschiks im BND und anderen Behörden, mit Adenauers Billigung.
    Ein Eichmann-Prozess fand dann in dieser Form nicht mehr statt.
    Den Israelis war's auch recht, brauchten sie doch Geld und Waffen, um Krieg gegen die Araber zu führen und Palästina zu unterdrücken. Zwar hat Simon Wiesenthal weiter Nazi-Verbrecher gejagt, aber ich kann mich nicht entsinnen, daß welche in Israel hängen mußten. In D passierte ihnen erst recht nichts.
  6. #6

    Ich frage mich ...

    Zitat von mr_supersonic Beitrag anzeigen
    Und an alle von der "ist doch schon so lange her" - Fraktion: Jetzt beginnt wirklich langsam die Aufarbeitung....
    ... warum wäre eine frühere Aufarbeitung so problematisch gewesen?

    Gegenüber einem angezettelten Weltkrieg und den Grausamkeiten gegen die Juden sind doch diese "Geldfragen" nebensächlich. Mit Geld sind derartige Vergehen ohnehin nicht gutzumachen. Wenn man den Status Deutschlands nach dem ersten Weltkrieg mit der Situation nach dem zweiten vergleicht, darf man eigentlich nur dankbar sein.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1952 unterzeichnete Kanzler Adenauer ein milliardenschweres Entschädigungsabkommen mit Israel - aus einer "zwingenden moralischen Verpflichtung" heraus, wie er erklärte. Doch lange zurückgehaltene Kabinettsprotokolle belegen, dass er auch andere Motive hatte.

    Adenauers Wiedergutmachung für Israel: - SPIEGEL ONLINE
    Alles bekannt. Die Alliierten bestanden auf Wiedergutmachung; drohten, den Export deutscher Waren erst nach Zustimmung zu erlauben. Boten gleichzeitig Verzicht von Kriegsschulden/Reparationen nach Versailler Muster ab. Deutschland sollte starker Partner im Kalten Krieg sein.
    anti Stimmung der Bevölkerung: "Wir erhalten auch kein Geld für zerbombte Häuser, warum also Juden?"
  8. #8

    Sensationalisierung

    Die Meldung ist mitnichten sensationell. Einmal hat Adenauer in seinem Fernsehinterview mit Günther Gaus selbst zugegeben, dass er auch taktische Motive hatte (bei Youtube zu sehen); zum anderen vernachlässigt der Autor die Grundkenntnisse jedes Historikers: Quellenkritik.
    Adenauer hatte damals bei seinen eigenen Leuten größte Probleme, das Abkommen durchzusetzen (Ben Gurion bei sich übrigens auch). In solchen Fällen nutze Adenauer stets die Amerikaner, um zu "überzeugen". Seine Biographie ist hinsichtlich seiner NS- und Rassismusgegnerschaft "astrein".
  9. #9

    Interessant wäre

    zu wissen, was bisher alles an Wiedergutmachung incl. aller Vorteile für Israel bzw. Zentralrat und claims conference bezahlt wurde und wann ein Ende abzusehen ist.