"Unsere Mütter, unsere Väter": Das TV-Ereignis des Jahres im Schnellcheck

ZDFDer Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter", der am Sonntag im ZDF startet, zeigt den Zweiten Weltkrieg so unmittelbar wie kein TV-Film zuvor. Im Schnellcheck die wichtigsten Fakten zu dem Epos - das bei vielen Zuschauer schmerzhafte Fragen zur eigenen Familiengeschichte hervorrufen wird.

"Unsere Mütter, unsere Väter" im Schnellcheck - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Titel?

    Mein Mutter und mein Vater sind beide nach dem Krieg geboren, und ich könnte rein altersmäßig schon Bundespräsident sein. Mir scheint dem ZDF ist nicht so richtig grundsätzliche klar welches Jahr wir haben...
  2. #2

    Ich, der Bastard

    Mein Opa war Soldat und Nationalsozialist mit Leib und Seele und mit als einer der ersten wieder in der neuen Bundeswehr.
    meine Oma war im BDM und überzeugte Nationalsozialistin.
    In der Nachkriegsnot lies sie sich auf eine Affaire mit einem GI ein, aus der dann meine Mutter entstand.
    Nach der Heirat meiner Großeltern war meine Mutter eher ein ungewünschtes Mitbringsel und ihre beiden gemeinsamen Sohne wurden immer vorgezogen.
    Für meinen Opa war ich als auch noch unehelich geborenes Kind immer ein "Bastard", als den er mich auch öffentlich betitelte.

    Beide Großeltern haben immer die Nähe zum Nationalsozialismus gesucht. "Der Führer" im Hausflur, Deutschlandkarte von 1938 im Wohnzimmer und ein als "Gröfaz Verhrungsraum" hergerichteter Partykeller waren Dinge, an die ich mich besonders erinnerte.
    Nach dem Tod des Großvaters machte meine Großmutter auch noch Karriere bei "Pro Köln".

    So weit so kurz - mir stellte sich nie die Frage, warum sie so geworden sind, sondern warum sie auch noch 50 Jahre später weiterhin so eisern an ihrer Gesinnung festgehalten haben.
  3. #3

    Wird ja auch mal langsam Zeit sich _wirklich_ mit der Zeit zu beschäftigen

    Bisher war es in Deutschland so, daß man um die Verstrickungen der *eigenen* Familie immer gerne einen großen Bogen gemacht. Nach dem 08. Mai 1945 bestand ganz Deutschland plötzlich aus Widerstandskämpfern (so, wie jeder Niederländer eine Anne Frank auf dem Dachboden hatte...). In Deutschland wurde der Nationalsozialismus nie wirklich aufgearbeitet. Deutschland ist auch heute noch ein braunes Nest. Nur möchten das die Meißten nicht sehen, weil es einfach zu beschämend ist.
  4. #4

    Mein Vater einer von vielen Wehrmachtssoldaten.

    Mein Vater war ganz normaler Wehrmachtssoldat, eingezogen und an die Ostfront geschickt. Er, Jahrgang 1913, hatte einfach "Schwein" . als gelernter Schlosser gehörte er einer Panzerinstandsetzungseinheit an. Odessa, Dnjepopetovsk, Zakopane, Völklabruck sind die Stationen die mir bekannt sind. In den Sechziger Jahren hörte ich mir die Erlebnisgeschichten an, die er mit anderen ehem. Wehrmachtsoldaten austauschte.
    Mein Vater starb 1982. Ich werde nun auch schon 65 und kann meinen Kindern nur von ihrem Großvater erzählen. Das Vergehen der Vergangenheit.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter", der am Sonntag im ZDF startet, zeigt den Zweiten Weltkrieg so unmittelbar wie kein TV-Film zuvor. Im Schnellcheck die wichtigsten Fakten zu dem Epos - das bei vielen Zuschauer schmerzhafte Fragen zur eigenen Familiengeschichte hervorrufen wird.

    "Unsere Mütter, unsere Väter" im Schnellcheck - SPIEGEL ONLINE

    Im März weiß man also schon was das "TV Ereignis des Jahres" ist?

    Und ..och nee..bitte nicht schon wieder ne staatliche Produktion zum Thema zweiter Weltkrieg. Wann gibts mal TV Produktionen die sich mit der Politik von heute und der wirklich unmittelbar zurückliegenden Vergangenheit befassen?
  6. #6

    Zitat von zufriedener_single Beitrag anzeigen
    Bisher war es in Deutschland so, daß man um die Verstrickungen der *eigenen* Familie immer gerne einen großen Bogen gemacht. Nach dem 08. Mai 1945 bestand ganz Deutschland plötzlich aus Widerstandskämpfern (so, wie jeder Niederländer eine Anne Frank auf dem Dachboden hatte...). In Deutschland wurde der Nationalsozialismus nie wirklich aufgearbeitet. Deutschland ist auch heute noch ein braunes Nest. Nur möchten das die Meißten nicht sehen, weil es einfach zu beschämend ist.
    Als jemand der 1980 geboren wurde und nun fast 33 Jahre in Deutschland lebt habe ich in diesen ganzen Jahren lediglich vor ca 12 Jahren ein einziges Mal Neonazis gesehen und erlebt.

    Weder durch Freunde, Bekannte, Lehrer, Mitschüler oder Verwandte bekam ich den Eindruck das es sich bei Deutschland um ein "Braunes Nest" handelt. Es mag wohl wirklich einige "Braune Nester" in manchen Ortschaften in Ostdeutschland geben...leider. Aber Deutschland insgesamt als braun bezeichnen? Wie genau kommen sie dazu das zu glauben?
  7. #7

    Nachtrag

    Ich empfehle "in jenen Tagen" aus dem Jahre 1947, Ganz grosses Kino, absolut authentisch, Und kein Rosamunde Pilcher Epos mit Nazis und Geballer.....
  8. #8

    Brauchen wir das?

    Also ein weiterer Streifen der, mehr oder weniger, frei erfunden ist. Biografische Aufarbeitungen sind nach meiner Meinung sinnvoller. Denn dort geht es um wirkliche Zeitzeugen und deren Geschichte. Das ist dann sicher auch für junge Menschen glaubwürdiger. Noch dazu gibt es in Deutschland erstklassige Kunstwerke zu diesem Thema. Noch dazu sind sie kaum zu toppen. Bitte mal den Blick gen Osten richten. "Die Abenteuer des Werner Holt", "Nackt unter Wölfen" und mehr.
  9. #9

    von Bild.de abgeschrieben

    Diese Überschrift stand so ziemlich genau gleich auf Bild.de ... "TV-Ereignis des Jahres"... ich finds immer lustig wie man sowas schon schreiben kann bevor es überhaupt ausgestrahlt wird. Nix gegen den Film, der is wahrscheinlich einer der besseren deutschen Filme, trotzdem dumm...