Kostenlose Rechtsberatung: Die drei §§§

Eine schlechte Note, eine Studienplatz-Absage: Klagen kann man gegen so ziemlich alles, nur leider kostet beim Anwalt schon fragen etwas. Drei Kölner Jura-Studenten bieten Rechtsberatung gratis an. Weil die Nachfrage gewaltig ist, mussten sie ihr Netzwerk schon um 90 Nachwuchskollegen erweitern.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-888975.html
  1. #1

    Tolle Leistung

    Weiter so. Die Kollegen im Amt sehen das bestimmt nicht gerne.
  2. #2

    Rechtsberatungsgesetz

    Mal sehen, was das Rechtsberatungsgesetz und die Anwaltskammer dazu sagt. Demnächst werden Medizinstudenten Billigoperationen unter 1000 Euro machen.
  3. #3

    Nicht wirklich was Neues,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine schlechte Note, eine Studienplatz-Absage: Klagen kann man gegen so ziemlich alles, nur leider kostet beim Anwalt schon fragen etwas. Drei Kölner Jura-Studenten bieten Rechtsberatung gratis an. Weil die Nachfrage gewaltig ist, mussten sie ihr Netzwerk schon um 90 Nachwuchskollegen erweitern.

    Kostenloser Anwalt: Studenten haben Rechtsberatung aufgebaut - SPIEGEL ONLINE
    In den Anglo Amerikanischen Rechtsordnungen schon lange usus, dass innerhalb einer Universität die Studenten für besonderst hoffnungslose Fälle Rechtsgutachten erstellen.

    Anbei der wohl maßgebliche Paragraf

    Rechtsdienstleistungsgesetz
    § 6 Unentgeltliche Rechtsdienstleistungen
    (1) Erlaubt sind Rechtsdienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit einer entgeltlichen Tätigkeit stehen
    (unentgeltliche Rechtsdienstleistungen).
    (2) Wer unentgeltliche Rechtsdienstleistungen außerhalb familiärer, nachbarschaftlicher oder ähnlich enger
    persönlicher Beziehungen erbringt, muss sicherstellen, dass die Rechtsdienstleistung durch eine Person, der
    die entgeltliche Erbringung dieser Rechtsdienstleistung erlaubt ist, durch eine Person mit Befähigung zum
    Richteramt oder unter Anleitung einer solchen Person erfolgt. Anleitung erfordert eine an Umfang und Inhalt der
    zu erbringenden Rechtsdienstleistungen ausgerichtete Einweisung und Fortbildung sowie eine Mitwirkung bei der
    Erbringung der Rechtsdienstleistung, soweit dies im Einzelfall erforderlich ist.

    Also ohne Anleitung eines Professors, der im Artikel wohl hoffentlich unterschlagen wurde, wird das ein sehr kurzer Spass mit der Rechtsberatung werden. ;)
    Ob das gerecht ist lasse mich mal offen.
  4. #4

    Die Kammern lauern schon

    Mal sehen, wie lange das gut geht. Ich tippe auf 6 bis 12 Monate, dann wird dem Spuk durch die Rechtsanwaltskammern ein Ende bereitet. Könnte ja jeder kommen ...
  5. #5

    optional

    Ähem..... dürfen Jurastudenten überhaupt mal eben nebenher rechtsberaten? Das unterliegt doch recht strengen gesetzlichen Regelungen, wer das darf, oder nicht?

    Und wie sieht es mit der Haftung bei Falschberatung aus?
  6. #6

    optional

    Cleveres Eigenmarketing. Die drei auf dem Foto sehen nicht so aus, als wäre ihr soziales Gewissen ihr Hauptantrieb. Bei Bewerbungen nach dem Examen können sie dann etwas von vorhandener Berufserfahrung in ihren Lebenslauf schreiben. Und die Kunden müssen bestimmt unterschreiben, dass sie im Gegenzug zu der kostenlosen Beratung auf Schadenersatzansprüche bei Falschberatung verzichten.
  7. #7

    Vorsicht ist angebracht

    Leider hatte ich in meinem Leben mehrfach einen Rechtsanwalt nötig.Meine Erfahrungen sind denkbar schlecht.Was Rechtsanwälte mit bravour können ist heiße Luft produzieren und saftige Kostennoten schreiben. Einen einzigen Rechtsanwalt würde ich auch noch zu einem weiteren Fall hinzuziehen.Die anderen kann man getrost und besser vergessen.
    Schon mein verstorbener Vater hat mich immer eindringlich vor Rechtsanwälten gewarnt,vor allem vor jungen.Recht hatte er !
  8. #8

    optional

    -_- Ich denke, dass die Studenten die einfach gelagerten Fälle an die begleitenden Anwälte weitergeben oder uU die Anwälte auf jedes Ding draufgucken.

    Vom Aussehen der Leute auf ihre Motivation zu schließen ist etwas, was ich eigentlich nur von den Jurastudenten kenne - die damit wohl nur einen respektablen Ausschnitt aus der Gesamtbevölkerung abbilden.

    Und gegen Anwälte zu hetzen, wenn man - trotz eingehender Beratung, welches Risiko ein Prozess mit sich bringt - nicht gewinnt, ist auch deutsche Tradition, habe ich den Eindruck...

    Im Ergebnis habe auch ich Bedenken bezüglich des Rechtedienstleistungsgesetzes. Bin gespannt, was dabei herauskommt, denn auch hier gibt es Studenten, die kostenlose Rechtsberatung für "Arme" machen - und die tun das, weil sie etwas verändern wollen.
  9. #9

    Das dauert keine 6 Monate

    Die kostenlose Rechtsberatung gibt es schon lange. Sie nennt sich Beratungshilfe und fordert dem Rechtssuchenden das Ausfüllen eines Formulars ab. Das ist natürlich zu viel verlangt, also geht man zum Studenten.

    Die Studenten haben sich nur nicht mit dem Gesetz über Rechtsdienstleistungen und dem UWG befaßt, sonst wäre ihnen vielleicht klar, daß die Sache unangenehm für sie werden kann.