Reformbaustelle Schule: Unsere Lehrer müssen besser werden

ddp imagesSchulreform ja, aber richtig: Finnland lässt nur die junge Elite auf die Kinder los, in Deutschland dagegen werden zu viele aus den falschen Gründen Lehrer. Ein Plädoyer für Pädagogen als begeisterte Dienstleister.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/r...-a-887750.html
  1. #1

    Oh Captain, mein Captain

    Das föderale Bildungssystem hat genauso versagt wie all die Landesämter für Verfassungsschutz und ihre Armeen von V-Männern und Frauen. Panikreaktionen wie die Profiloberstufe zeigen die Notwendigkeit bundeseinheitlicher Regelungen und langfristiger Planung mit dem Interesse der Kinder im Blick. Zuviele Leute ohne Plan studieren "erstmal auf Lehramt."
  2. #2

    Finnland

    Finnland: Der Ausländeranteil ist mit rund 4 % im Vergleich zu den Nachbarländern Norwegen und Schweden gering, hat sich aber seit dem Ende des Kalten Krieges vervielfacht. Der Grund für diese niedrige Ziffer ist zum einen die bis heute recht restriktive Einwanderungspolitik des finnischen Staates, zum anderen war Finnland zur Zeit der großen Arbeitsmigration in den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit insbesondere im Vergleich zu Schweden wirtschaftlich schwach und selbst eher Auswandererland denn Einwanderungsziel.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schulreform ja, aber richtig: Finnland lässt nur die junge Elite auf die Kinder los, in Deutschland dagegen werden zu viele aus den falschen Gründen Lehrer. Ein Plädoyer für Pädagogen als begeisterte Dienstleister.

    Reform der Schule: Lehrer müssen Dienstleister werden - SPIEGEL ONLINE
    Ein Lehrer ist KEIN Dienstleister. Seine Arbeit kann nicht "abgerechnet und optimiert" werden. Das Problem sind nicht die ehrer, sindern ebne besagte eltern, die auf Teufel komm raus ihre Brut zum Abi prügeln. Wir können nicht alle Akademiker werden, gebt den Lehrern endlich wieder die Hoheit über ihre Klassen. Mit Rauswurf und scharfem Wort, Nachsitzen, Strafarbeiten, kurz: Sanktionsoptionen. Je niedriger das Bildungsniveau, desto höher die Optioen. Totales Handyverbot im Unterricht, keine Wasserflaschen und ähnlicher Stuhlkreisunsinn. Rückkehr zur Benotung vn anfang an, Kopfnoten dazu und verdammt nochmal, Frontalunterricht. Schule für Leben und nicht DIenstleistung.
    Was soll der Mist?
  4. #4

    Hervorragend auf den Punkt gebracht

    Und wie kommen wir dahin, im Dschungel von Föderalismus, Parteiidelogie und Spardruck?
  5. #5

    Na...

    endlich mal ein vernünftiger Artikel zu diesem Thema! Und jetzt, liebe Lehrer, frohes Jammern.
  6. #6

    Richtig

    "nicht mit dem gleichen Satz kopierter Zettel wie im letzten, vorletzten und vorvorletzten Jahr."
    Kann ich aus Erfahrung bestätigen.
    Habe die 10. Klasse nach langem Krankenhausaufenthalt wiederholen müssen.
    In manchen Fächern waren sogar die Leistungstests die gleichen wie im Jahr zuvor.

    Als meine Schwester 12 Jahre nach mir an der gleichen Schule das Abi gemacht hat, hatte ich ihr meine Hefter zu Vorbereitung gegeben.
    Sie hatte 2009 4 Lehrer, die ich schon 1997 im Abi gehabt hatte.
    Darunter in Mathe und Bio, Englisch und Sozialkunde.
    Gerade in Bio und Sozialkunde war der Unterrichtsinhalt 1:1, gleiche Kopien, gleiche Aufsatz- bzw. Klausurthemen - totale Einöde war vorprogrammiert.
    Auch in Englisch wurden die gleichen Texte gelesen und analysiert - als wenn es nur 5 englischsprachige Bücher/Geschichten gibt.
    Animals Farm mag ja ein Klassiker sein und auch nicht schlecht - aber die Aufgaben dazu könnten wenigstens variieren.
    Sicher stecken die Lehrpläne einen gewissen Rahmen, aber so begrenzt ist kein Lehrplan, dass ein Lehrer den Unterricht nicht interessant gestalten kann.
  7. #7

    Heureka

    Mensch, natürlich! Das ist es! Das Problem ist gefunden! Jetzt wird alles gut! Und wieder ein Beweis dafür, dass man bei SPON keine Ahnung hat, aber zu allem eine Meinung hat.
  8. #8

    Top Ten der Bildungselite...

    ....was für ein lustiger Artikel... und so entlarvenden monoakademisch.... daneben noch altersdiskriminierend und leider in der Quintessenz ziemlich dumm.

    Es geht in diesem Land nicht nur um die heiligen Abiturienten und all die kleinen fleissigen Akademiker die sich daraus dann züchten lassen... es geht in diesem Land eben auch und das noch immer in der Mehrzahl um die Haupt- und Realschüler (oder eben Gesamtschüler)...

    Die ewige Leier von den dollen Skaninaviern kann auch schon keiner mehr lesen, geschweige denn hören... aber man neigt in diesem Land ja gerne dazu sich schnell noch etwas schlechter reden oder schreiben zu lassen, als man tatsächlich ist. Die Lösung ist das Arbeitsteilungsmodell: Kann doch mal der schlauer SPON-Redakteur 2 Jahre an eine Mittelschule nach Sachsen wechseln und im Gegenzug kommt der ach so unmotivierte Lehrkörper in die Redaktion. Das bringt Synergien auf beiden Seiten und vielleicht auch etwas Erkenntnis...
  9. #9

    Genial. Die Lehrer sind die Profis. Aber alle quatschen mit. Egal ob bildungsferne Bildungspolitiker, Eltern oder eben auch Autoren. Schule als Dienstleister. Alles klar. Wie weit darf der Dienst denn gehen? Bei uns werden die Kinder vom Frühstückstisch abgeholt, am Nachmittag betreut und am Abend heimgefahren. Eltern streichen Kindergeld ein und der Staat bietet also das Rundum-Sorglos-Paket an? Erzogen wird in der Schule, daheim wird das Kind vor der Glotze geparkt?! Dass ein Kind dann nicht in ganzen Sätzen spricht (ausser es schaut Spiegel-TV - wovon ja nicht auszugehen ist) ist selbstverständlich - kein Problem: Das All-Inclusive-Unternehmen Schule meistert das mit Logopädie ... Kurzum: Es ist immer recht und billig nach einfachen Lösungen zu suchen oder einen "Schuldigen" auszumachen - jetzt sind es halt mal die Lehrer. Aber das bildet die Wirklichkeit nicht ab. Man muss alle ins Boot holen. Und wenn sie wüssten, wie viel Energie an Verwaltung und Schriftwesen an einer Schule drauf geht - eine Arbeit die vom Lehrer geleistet wird, allerdings nicht am Kind - dann würden sie den Begriff "Schuldienst" eher verstehen ....