Industriepark in Nordkorea: Ein bisschen Frieden, ein bisschen Business

DPATäglich pendeln Hunderte Südkoreaner in die Handelszone von Kaesong. Doch die liegt im verfeindeten Nordkorea. Trotz allen Kriegsgebrülls laufen dort die Geschäfte friedlich weiter - weil beide Seiten profitieren. Das Wettrüsten der Nachbarn nehmen die Arbeiter mit Humor.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-888352.html
  1. #1

    Intershops

    Das ist genau das gleiche wie die Intershops, mit den die Kommunisten im Osten Deutschlands den bösen Kapitalisten die bösen Westdevisen, wie die Deutsche Mark, abluchsen wollten. In den Intershopskonnte man all das kaufen was sonst in der DDR nicht zu kriegen war, aber nur gegen harte Währung. An die kam der Normalbürger aber nicht ran. Es sei denn durch Verwandte oder Bekannte aus dem Westen. Damit wurden die allerdings auch gleich wieder verdächtig.
  2. #2

    Kommt einem irgendwie bekannt vor

    Zu Hochzeiten des "Kalten Krieges" war die DDR ja auch die verlängerte Werkbank der BRD-Industrie. Möbel, Waschmaschinen, Frnseher, Camping-Artikel, ... alles wurde in der DDR billig gefertigt. Da haben sich einige eine "goldene Nase" verdient.
  3. #3

    Zitat von brordi Beitrag anzeigen
    Das ist genau das gleiche wie die Intershops, mit den die Kommunisten im Osten Deutschlands den bösen Kapitalisten die bösen Westdevisen, wie die Deutsche Mark, abluchsen wollten. In den Intershopskonnte man all das kaufen was sonst in der DDR nicht zu kriegen war, aber nur gegen harte Währung. An die kam der Normalbürger aber nicht ran. Es sei denn durch Verwandte oder Bekannte aus dem Westen. Damit wurden die allerdings auch gleich wieder verdächtig.
    Na, das hinkt aber alles etwas. Kaesong ist Produktion und nicht das Gegenstück Konsum, wie es die Intershops waren. Auch werden die nordkoreanischen Arbeiter wohl kaum in Devisen bezahlt. Was sollten sie damit auch anfangen?
    WENN schon Vergleich, dann eher mit den über die ganze DDR verteilten Betrieben, die (auch) für den Westen produzierten. Von der Währung, in der Quelle und Co bezahlten, hatten die Arbeiter auch nichts bekommen.
    Und zu den Intershops: "Verdächtig" waren Westgeld-mitbringende Verwandte keineswegs. Wozu auch und wessen verdächtig? Es war ja gewollt. Die konnten praktisch gar nicht genug Westgeld dalassen.
    Die einzige "Schleife", die DDR-Bürger in den letzten Jahren drehen mussten, war die Vorschrift, ihr Westgeld VOR der Ausgabe in den Intershops bei der Staatsbank in sogenannte "Forum-Schecks" umzutauschen. Denn verständlicherweise wollte die DDR-Führung das Westgeld gleich haben und nicht, dass es monatelang in Schubladen schlummerte, bevor man sich, es dreimal umdrehend, schweren Herzens davon im Intershop trennte.
    Allerdings wurde man selten nach Hause geschickt, wenn man den Umtausch vergessen hatte und im Intershop gleich mit "echtem" Geld bezahlte. Es war wohl doch auf Dauer etwas peinlich, von den Kunden erst mal den Ausweis zu verlangen, um danach festzustellen, mit welchem Papiergeld gezahlt werden durfte.
  4. #4

    128 US Dollar pro Monat für einen Arbeiter?! Welch traumhafte Bedingungen für Unternehmer! Vielleicht sollten wir in Deutschland auch die Stalinisten ran lassen. In diesem Sinne, lebt eigentlich noch ein Sohn oder Enkel vom ollen Ulbricht?
    So eine kleine Region dort und welch eine Produktion! Respekt an Kim und seine kommunistischen Freunde. Ihr habt es echt drauf!
    Mit sozialistischen Grüßen an die Rotfront!
  5. #5

    Stimmt...

    Zitat von brordi Beitrag anzeigen
    In den Intershopskonnte man all das kaufen was sonst in der DDR nicht zu kriegen war, aber nur gegen harte Währung. An die kam der Normalbürger aber nicht ran. Es sei denn durch Verwandte oder Bekannte aus dem Westen. Damit wurden die allerdings auch gleich wieder verdächtig.
    Weiß noch, wie ich jahrelang auf einen Taschenrechner gespart hatte, bis ich die 36DM zusammen hatte. Den hab ich heut noch...

    Allerdings mußte man dazu nicht unbedingt Verwandtschaft im Westen haben, eine Oma im Osten reichte auch. Als Rentner durfte man streßfrei in den Westen. Einmal Begrüßungsgeld kassieren und zurück.
  6. #6

    Herr Garfield

    wo habe Sie denn den Kenntnisstand über die Intershops erworben? Komisch, dass uns die Wessis immer noch den Osten erklären müssen... ärgerlich!
  7. #7

    Seifenoper

    Das ist nunmal die Geschichte dieses Landes. Wer die südkoreanischen Seifenopern verfolgt, wird schnell feststellen, dass in all diesen Serien ein ständiger Konkurrenzkampf zwischen den Noblemen (Adel) und dem König stattfindet. Letzter ist mehr oder weniger eine Marionette des Adels und efüllt nur einen symbolischen Zweck.

    Ähnlich verhält es sich mit Nordkorea. Kim Jong Un hat keinerlei wirkliche Macht. Es ist eher die aufsteigende Elite des Landes welche den Ton angibt. Kim Jong Un ist nur dafür da um das Land zu unterhalten und alte Strukturen zu festigen.

    In Wirklichkeit tanzt er nach der Pfeife der reichen nordkoreanischen Geschäftsleute. Das sind die, die den Handel mit China im Griff haben und dafür sorgen, dass die Nordkoreaner mit DVD- Playern auf den "ilegalen" Märkten versorgt werden.
    Daher wird Kaesong immer boomen. Egal was die Politiker für Drohgebärdern aufbauen. Ohne Kaesong würden die neuen "Noblemen" ganz schnell Kim Jong Un absägen.
  8. #8

    Zitat von garfield Beitrag anzeigen
    Na, das hinkt aber alles etwas. Kaesong ist Produktion und nicht das Gegenstück Konsum, wie es die Intershops waren. Auch werden die nordkoreanischen Arbeiter wohl kaum in Devisen bezahlt. Was sollten sie damit auch anfangen?
    Einkaufen. In Nordkorea sind sehr wohl westliche Importprodukte (gößtenteils Schmuggelware) erhältlich, vor allem deutscher Herkunft, etwa in allen Hotel- und Touristen-Geschäften. Sowas ist zumindest in Pjöngjang kein außergewöhnlicher Anblick: Nordkorea öffnet sich dem Tourismus - SPIEGEL ONLINE - Politik
    Bezahlt werden diese in Devisen, sehr gerne in Euro -sogar Cent-Münzen werden akzeptiert, aber US-$ und chinesische Yüan werden überall akzeptiert.

    Es gibt sogar in einem Hotel (dem Koryo, glaube ich) einen richtigen "Intershop", genannt "Der deutsche Laden". Hier gibt es hauptsächlich Elektrogeräte, Kleidung und Körperpflegeprodukte, alles Importware.
    Die Gruppe der Devisenbesitzer ist gar nicht mal so klein, und der Zugang dieser Gruppe zu den Importwaren-Geschäften auch nicht offensichtlich reglementiert.
    Wer in Nordkorea Westgeld hat, kann dort gut leben.
  9. #9

    Alt bekannt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Täglich pendeln Hunderte Südkoreaner in die Handelszone von Kaesong. Doch die liegt im verfeindeten Nordkorea. Trotz allen Kriegsgebrülls laufen dort die Geschäfte friedlich weiter - weil beide Seiten profitieren. Das Wettrüsten der Nachbarn nehmen die Arbeiter mit Humor.

    Industriepark Kaesong in Nordkorea: Der Süden macht weiter Geschäfte - SPIEGEL ONLINE
    Schalck Golokowki lässt grüßen, dieses System hatte auch die DDR mitgemacht.