Lebensretter - warum schauen in der Not viele weg?

In prekären Situationen, bei Unfällen oder wenn Hilfe nötig ist, kommt es oft auf Sekunden an. Bei Herzinfarkten kann schnelles Handeln Leben retten. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass in alltäglichen Situationen die so nötige Hilfe unterbleibt, obwohl Menschen in unmittelbarer Nähe sind und mit Mobilphone oder ähnlichen Mitteln aktiv werden könnten. Warum schauen in der Not so viele weg?
  1. #1

    Hilfe muss man Lernen!

    In einer Gesellschaft in der soziale Spaltung betrieben wird, darf man sich über derartiges Verhalten nicht wundern. Sich beim Nachbarn einmischen? Bei unserer Rechtssprechung, nee bringt Ärger. Jemanden Helfen und selber geschädigt werden können? Warum sich in Gefahr begeben? Das hört man oft.

    Unwissenheit, wie verhalte ich mich richtig, ist ein weiterer Aspekt.

    Was aber viel schlimmer ist wenn man genau dort schlechte Erfahrungen macht, wo man genau das Gegenteil erwartet.

    Ich habe es selbst 2x erlebt.
    Beim melden eines Brandes, wo zum Schluß die Erkenntnis stand, dass eine heiße "Sanierung" gewünscht war.

    Das andere war eine Situation wo es mir urplötzlich nicht gut ging.
    Obwohl ich im Haltverbot stand, mich am Fahrzeug festhielt und versuchte ein Fahrzeug zum halten zu bewegen, schockte es mich als selbst ein Streifenwagen ohne zu bremsen vorbeifuhr. Warum soll dann ein "normaler Auto oder Radfahrer halten.
    Von einem Radfahrer hörte ich nur, Sorry habs eilig.

    Wenn man sich dann mit Anderen unterhält, haben diese Personen oft ähnliches erlebt.

    Wir leben in einer Gesellschaft der Einzelkämpfer, wo jeden Tag mantraartig die Eigenverantwortung nach dem Motto:" Jeder ist sich selbst der Nächste" verbreitet wird.
    Das spiegelt sich in den in jüngster Zeit bekommenen Kommentaren zu solchen Themen wieder.
    Man könnte einem Helfen der es nicht verdient hat.
    Man versteht Symptome falsch z.B. schwanken in Folge von Kreislaufproblemen wird als Alkoholmissbrauch gedeutet.

    Aufklärung bereits im Kindesalter tut Not.
    Helfen kann jeder und wenn es nur ist, das man Hilfe ruft oder holt, dass können bereits Kinder.

    Leider hat man auch via Medien mit Sensationsberichterstattungen viel Schaden angerichtet und gegen das Grundanliegen einer Solidargemeinschaft gearbeitet.

    Sarkasmus an // Wir haben keine Armen, wir haben keine Arbeitsmarktprobleme, wir haben keine Europrobleme - Warum sollten wir dann ein Problem mit der Hilfe haben? // Sarkasmus aus.
    #Nachgedacht
  2. #2

    In Stuttgart ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In prekären Situationen, bei Unfällen oder wenn Hilfe nötig ist, kommt es oft auf Sekunden an. Bei Herzinfarkten kann schnelles Handeln Leben retten. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass in alltäglichen Situationen die so nötige Hilfe unterbleibt, obwohl Menschen in unmittelbarer Nähe sind und mit Mobilphone oder ähnlichen Mitteln aktiv werden könnten. Warum schauen in der Not so viele weg?
    haben die "Pöbelsender "RTL..." einen Versuch durchgeführt: Eine hilflose Person hat sich aus der Straße herumgewälzt, nachdem einen geholfen/nicht geholfen hat: Ätsch-Bätsch-Candid-Camera.
    Die betr. Personen haben darauf hin deutlich gesagt: Veräppeln lassen wir uns nicht mehr. Nachdem das im TV (Pöbelsender s.o.) gezigt wurde - hier wird wohl keiner mehr helfen.
    DAS IST UNSERE DEUTSCHE TV-GESELLSCHAFT.
  3. #3

    Schon Notwehr ist praktisch verboten

    Das ist eines dieser typischen Themen, bei denen in Deutschland gelogen wird ohne Ende. Jeder weiß, dass selbst Notwehr in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern praktisch verboten ist. Wenn zum Beispiel ein 1,60 kleiner Mann sieht, wie ein 1,90 großer Mann eine Frau in der U-Bahn angreift, dann darf er ihn höchstens festhalten. Aber selbst dann riskiert er schon, dass ihn ein deutscher Richter wegen Freiheitsberaubung verurteilt. So ist eben das Notwehrgesetz. Wohl jeder träumt davon, wie er einen Angreifer mit ein paar Karate-Schlägen zu Boden gehen lässt. Ja, hin und wieder versucht das einer vom Land, wenn er z.B. aus Niederbayern nach München kommt. Und dann liegt er eben als Held zwei Meter unter der Erde. Jede Art von Zivilcourage wird von der Obrigkeit im Keim erstickt. Schon in der Schule lernen Kinder, dass die staatlichen Lehrer immer am längeren Hebel sitzen. Wenn sich da also ein Schüler für einen schwächeren Schüler einsetzt, dann bekommt er fast immer selbst Probleme. Selbst 12-jährige Straftäter kennen das deutsche Strafrecht meist viel besser als deutsche Politiker oder Normalbürger. Sie wissen, dass sich die Justiz sich fast immer auf die Seite der Täter stellt. Ich hätte zum Beispiel immer gedacht, ich würde mindestens wegen Totschlags für ein paar Jahre im Gefängnis sitzen, wenn ich einem jungen Mann, der am Boden liegt, mehrmals gegen den Kopf trete und der dann tot ist. Und ich bin sicher, dass das auch fast jeder deutsche Politiker behaupten würde. Aber wir sehen gerade, dass das nicht so ist. In Berlin haben junge Männer einen 20-jährigen totgeschlagen und totgetreten. Für die Justiz ist das aber kein Totschlag, sondern nur Körperverletzung. Und drei der wahrscheinlichen Täter laufen noch immer frei rum und sonnen sich am Mittelmeer. Gewalttäter wissen, dass eine harte Verurteilung sehr unwahrscheinlich ist. Und deshalb sind sie in einer Gesellschaft gefährlich, die sich nicht wehren darf. Von Heldentum im Zusammenhang mit körperlichen Angriffen zu sprechen, ist deshalb auch Unsinn. In fast allen Angriffsfällen ist es besser, „feige” aber intelligent wegzulaufen. Oft werden vom Fernsehen Angriffszenen in der Münchner Fußgängerzone gestellt. Ich habe dort mal eine echte Szene miterlebt. Ein Mann prügelte auf eine Frau ein. Ich ging hin und bat die Frau: „Drehen Sie sich bitte um und laufen Sie weg.” Wochen vorher war ich selbst an fast gleicher Stelle angegriffen worden und bin „feige” weggelaufen... wäre ich ein „Held” gewesen, dann wäre wahrscheinlich ich danach im Gefängnis gesessen und nicht mein Angreifer... Wegschauen, davonlaufen – was sollen wir bei dieser Justiz und restlichen Obrigkeit anderes tun? Das Gewaltrecht liegt beim Staat. Und der entscheidet, wer gewalttätig sein darf und wer nicht.
  4. #4

    Titelbild

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In prekären Situationen, bei Unfällen oder wenn Hilfe nötig ist, kommt es oft auf Sekunden an. Bei Herzinfarkten kann schnelles Handeln Leben retten. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass in alltäglichen Situationen die so nötige Hilfe unterbleibt, obwohl Menschen in unmittelbarer Nähe sind und mit Mobilphone oder ähnlichen Mitteln aktiv werden könnten. Warum schauen in der Not so viele weg?
    Auffällig am Titelbild ist, dass die "Mutigen" offenen, freundliche Gesichter haben. Ein Gesichtssausdruck, den man in Menschenmassen in Deutschland kaum noch sieht.
  5. #5

    Lebensretter - warum schauen in der Not viele weg

    Zitat von #Nachgedacht Beitrag anzeigen
    In einer Gesellschaft in der soziale Spaltung betrieben wird, darf man sich über derartiges Verhalten nicht wundern. Sich beim Nachbarn einmischen? Bei unserer Rechtssprechung, nee bringt Ärger. Jemanden Helfen und selber geschädigt werden können? Warum sich in Gefahr begeben? Das hört man oft.

    Unwissenheit, wie verhalte ich mich richtig, ist ein weiterer Aspekt.

    Was aber viel schlimmer ist wenn man genau dort schlechte Erfahrungen macht, wo man genau das Gegenteil erwartet.

    Ich habe es selbst 2x erlebt.
    Beim melden eines Brandes, wo zum Schluß die Erkenntnis stand, dass eine heiße "Sanierung" gewünscht war.

    Das andere war eine Situation wo es mir urplötzlich nicht gut ging.
    Obwohl ich im Haltverbot stand, mich am Fahrzeug festhielt und versuchte ein Fahrzeug zum halten zu bewegen, schockte es mich als selbst ein Streifenwagen ohne zu bremsen vorbeifuhr. Warum soll dann ein "normaler Auto oder Radfahrer halten.
    Von einem Radfahrer hörte ich nur, Sorry habs eilig.

    Wenn man sich dann mit Anderen unterhält, haben diese Personen oft ähnliches erlebt.

    Wir leben in einer Gesellschaft der Einzelkämpfer, wo jeden Tag mantraartig die Eigenverantwortung nach dem Motto:" Jeder ist sich selbst der Nächste" verbreitet wird.
    Das spiegelt sich in den in jüngster Zeit bekommenen Kommentaren zu solchen Themen wieder.
    Man könnte einem Helfen der es nicht verdient hat.
    Man versteht Symptome falsch z.B. schwanken in Folge von Kreislaufproblemen wird als Alkoholmissbrauch gedeutet.

    Aufklärung bereits im Kindesalter tut Not.
    Helfen kann jeder und wenn es nur ist, das man Hilfe ruft oder holt, dass können bereits Kinder.

    Leider hat man auch via Medien mit Sensationsberichterstattungen viel Schaden angerichtet und gegen das Grundanliegen einer Solidargemeinschaft gearbeitet.

    Sarkasmus an // Wir haben keine Armen, wir haben keine Arbeitsmarktprobleme, wir haben keine Europrobleme - Warum sollten wir dann ein Problem mit der Hilfe haben? // Sarkasmus aus.
    #Nachgedacht
    Leider haben Sie Recht!
  6. #6

    Weil feige und unehrlich!

    1. Weil es zu spät war, als man vorbei raste.
    2. Weil man glaubt, daß andere anhalten oder die Polizei rufen werden.
    3. Weil man sich mit den Problemen Anderer nicht belasten will.
    4. Weil man sich nicht vorstellen will, selbst bald Hilfe zu brauchen.
    5. Weil man seine Erziehung und seine Werte verleugnet.
    6. Weil man keine Zeit für den Nächsten haben will.
    7. Weil man gehört hat, dass andere auch schon reingelegt wurden.
    8. Weil die bequeme Ausrede immer auch ein Ruhekissen ist.
    9. Weil man feige ist.
  7. #7

    Tarnkappe

    Die Vorposter haben es bereits genannt: Hilfeleistung ist in Deutschland ein Problem, weil hierzulande der Hilfeleistende stets mit einem Bein im Gefängnis steht. Dagegen gehen selbst schwere Straftäter in aller Regel ungestarft nach Hause und das selbst bei Mord und Totschlag.

    Im Falle hilfloser Personen sieht es etwas besser aus. Aber auch hier überwiegt die Angst, etwas falsch zu machen und dafür belangt zu werden.

    Im Grunde hofft jeder, dass er niemals in eine derartige Situation kommt.
  8. #8

    Alles mutige Lebensretter ?

    Kann mir mal jemand erklären was an Frau Anke Heilbronner mutig ist ?
    Sie hat telefoniert und einen Radfahrer angehalten. Hui! Was hätte die Dame gemacht wenn der Radfahrer nicht vorbeigekommen wäre oder wenn es keinen Handyempfang gegeben hätte ? Flennend und betroffen vor der Tür gestanden? Wäre sie wirklich mutig gewesen wäre sie ohne sich selbst so wichtig zu nehmen in die Hütte gestürmt und hätte dem Mädchen geholfen. So hat sie alles dem Zufall überlassen. Wirklich sehr heldenhaft.
  9. #9

    Zitat von Micael54 Beitrag anzeigen
    ....Wenn zum Beispiel ein 1,60 kleiner Mann sieht, wie ein 1,90 großer Mann eine Frau in der U-Bahn angreift, dann darf er ihn höchstens festhalten. Aber selbst dann riskiert er schon, dass ihn ein deutscher Richter wegen Freiheitsberaubung verurteilt. So ist eben das Notwehrgesetz. ...
    Sie dürfen dasjenige Mittel anwenden, das geeignet ist, den Angriff abzuwenden.
    Kein Richter verurteilt jemanden in einem solchen Fall wegen Freiheitsberaubung, höchstens wegen Notwehrüberschreitung. (StGB - Einzelnorm)

    Oder dachten Sie daran, den Angreifer gleich in Ihr privates Gefängnis einzusperren?