Heimarbeit bei Yahoo: Rückrufaktion für lockere Mitarbeiter

REUTERSRückschritt ins 19. Jahrhundert - oder eine dringende Maßnahme zur Wiederbelebung von Yahoo? Marissa Mayer, die neue Chefin des Internetkonzerns, holt alle Mitarbeiter vom Home Office zurück in die Firmenzentrale. Die Debatte über den Schritt wird erbittert geführt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-885970.html
  1. #10

    Normalerweise

    sollten solchen Aktionen eine genau Analyse vorausgehen und nicht einfach "ins Blaue geschossen" werden. Gibt es ein Kommunikation/Motivationsproblem mag das vielleicht eine (unter vielen anderen) Maßnahmen sein... Liegt es an etwas anderem, so verliert sie u. U. die wichtigsten Mitarbeiter.. Nun ja, die Zeit wird es zeigen obs klappt oder nur eine "Profilierungsneurose" ist...
  2. #11

    Besser zusammenarbeiten

    Also, ich arbeite auch in einem Großkonzern, in dem Home-Office durchgängig betrieben wird.

    Darunter leidet die Kommunikation, weil man nicht "mal eben" etwas fragen kann, wenn man zu Hause ist, denn dafür muss der Kollege frei und verfügbar sein - was man aber zu Hause nicht prüfen kann.

    Außerdem ist die Netzanbindung von zu Hause aus (meist DSL) verglichen mit der 1GB-Anbindung im Büro vergleichsweise langsam und ungünstig, wenn man große Dateien transportieren will.

    Außerdem ist man in einer Konferenz als Home-Officeler immer der Depp, den alle anderen, die sich im Büro gegenübersitzen, als Störfaktor betrachten, weil er sich nicht an der nonverbalen Kommunikation beteiligen kann.

    Also zieht sich alles unnötig in die Länge und wird uneffizient.

    Völlig abgesehen davon erreiche ich die Home-Officeler am Telefon meist komischerweise irgendwo an einer Kasse stehend, weil sie "gerade kurz" Pause machen...

    Ich habe meinem Kunden gesagt, dass ich selbst nur arbeiten werde, wenn mir ein fester Platz im Büro bereitgestellt wird. Für mich persönlich ist Home-Office ein Grauen.
  3. #12

    Voll die CO2-Schleuder!

    Das ist ja ein super Management, wenn wieder dafür gesorgt wird, dass die Mitarbeiter wieder in ihrer Freizeit Blechlawinen auf der Straße bilden. Staus und Unfälle sind ja wirklich ein Dauerbrenner beim Smalltalk in der Kaffeeecke. Demnächst erhalten die Mitarbeiter bestimmt Yahoo-Aufkleber fürs Auto zur Werbung im Stau. Das ist alles Kommunikation!
  4. #13

    ...

    Unabhängig wie man dazu steht, aber Yahoo ist ein sterbender Gigant. Yahoo braucht drastische Maßnahmen und Veränderungen, ergo ist so ein Schritt durchaus verständlich.
  5. #14

    richtig

    Erst gestern habe ich 2 mal mit yahoo/bing/Microsoft search alliance (oder wie es sich auch immer heute nennt) telefonieren müssen. Google muss sich in keinster weise fürchten. Mit diesen Mitarbeitern geht's auch zukünftig bergab. Vielleicht hat marissa ja einfach nur vor, den yahoo leuten ihre Arbeit zu erklären und evtl. auch mal dringend notwendige Schulungen durchzuführen. Ich habe vollstes Verständnis.
  6. #15

    Home Office vs in the office

    @My2Cents: ich bin auch schon seit ein paar Jahren Home-Officler, wobei sich meine Zentrale im Ausland befindet. An der Benachteiligung in Meetings ist schon was dran, und mal eben beim Kollegen vorbeischauen ist auch nicht ganz so einfach.
    Nun sind die meisten Meetings leider nicht sehr produktiv bis überflüssig. Auf der anderen Seite fehlt aber manchmal natürlich die persönliche Interaktion.

    Meine Erfahrung ist, dass ich bei Besuchen in der Zentrale mehr Zeit für persönliche Meetings und tendenziell transaktionale Arbeit verwende, während ich im Home Office mich mehr um konzeptionelle Themen kümmere oder mich um Sachen kümmere, die ein tieferes Hineindenken ins Thema erfordern.

    Insgesamt ist die Produktivität im Home Office aus meiner Sicht deutlich höher, es besteht aber auch die Gefahr, dass Arbeit und Privatleben sich nicht mehr so richtig sauber trennen lassen.
  7. #16

    Ohweh...

    Das hier ....
    Zitat von .sagittarius. Beitrag anzeigen
    Mitarbeiter schikanieren? Was ist daran Schikane, wenn man kein Homeoffice machen darf? Ich darf jeden Tag 100 km fahren, habe kein Homeoffice, darf 200 (unbezahlte) Überstunden pro Jahr leisten und bekomme dafür wahrscheinlich weniger Gehalt bezahlt als die Putzfrau bei VW! Das ist Schikane, wenn man bedenkt, dass ich auf das MINT-Geschwätz hereingefallen bin...
    klingt nach einer Menge Frust über die eigene Situation. Das ist natürlich bitter.
    Allerdings muss ich zugeben, der Gehaltsvergleich mit einer Putzfrau kommt mir etwas überspitzt vor.
    Und "auf das MINT-Geschwätz hereingefallen": heisst das, sie haben den Weg nicht aus Interesse eingeschlagen, sondern weil es gerade angesagt war? (Keine Unterstellung, einfach eine Frage.)

    Man sollte einen dieser verwöhnten Yahoo-"Experten" einmal hart arbeiten lassen.
    Aber bestimmt werden mich die SPON-Leistungsträger sogleich wieder als Minderleister abkanzeln. Ich kann jedoch versichern, dass es an meinen bisherigen Leistungen wohl nicht liegt.
    Was bei SPON auf alle Fälle gerne getan wird, ist, immer wenn sich für Leute eine Verschlechterung ihrer Situation ergibt, ihnen das Recht das "doof" zu finden abzusprechen. Zumindest, solange die Betroffenen es gefühlt besser haben.
    Aber halt, mir fehlt das Vitamin B, das wird es sein; denn um diese Lorbeeren habe ich mich zu wenig bemüht.
    Mmmh, es darf natürlich nicht übersehen werden, dass es auch immer auf soziale Kompetenz ankommt. Oder meinen Sie Vitamin B im Sinne von "X ist dumm aber der Freund des Sohns vom Chef deswegen hat er die bessere Stelle"?
    Das ist in der Tat ärgerlich.
    Deswegen werde ich auch bis ins Grab alles geben müssen und den Leistungsträgern beim Golfen zusehen.
    Mag sein, dass andere Schuld sind. Und diese werden sicher nix ändern. Gäbe also nur Hoffnung, wenn Sie selber eine Änderung versuchen. Gibt Coaches und Bücher, die hier Hilfestellung versuchen.
  8. #17

    Für bestimmte Jobs und Charaktere…

    …ist das Home Office gut. Für die informelle Kommunikation allerdings ist das Home Office einfach Gift. Wenn man zum Beispiel Marketing von Entwicklung physisch trennt, wird es kaum Ansätze für neue Produkte geben. Das ist meine Erfahrung als Marketing Manager eines Unternehmens für Unterhaltungselektronik. Die interessantesten Gespräche gab es in der gläsernen Raucherbox, in die sich sogar die Nichtraucher verirrten, um an der Konzeption von Neuem teilnehmen zu können.

    Richard Branson liegt mit seiner Aussage grundsätzlich richtig. Ich bin mir aber sicher, dass er gewisse Mitarbeiter physisch an einer Stelle haben wird, weil eine spontane Interaktion einfach notwendig ist. Keinem vernünftigen Arbeitgeber geht es in einem solchem Fall um Kontroller der Mitarbeiter, sondern wie man zum besten Ergebnis kommt.
  9. #18

    Die hoch bezahlte Frau Mayer hat Probleme den in sie gesetzten Erwartungen zu entsprechen.
    Und was macht man in einer solchen Situation?
    Genau: Aktionismus mit der Chance, dass schon noch irgend etwas Sinnvolles daraus erwächst.
    Die Frau ist einfach goldwert.
  10. #19

    Meine Erfahrungen mit Home Office:

    Es ist zwar nett, wenn mal Besuch von einem Handwerker hat, aber der bessere Arbeitsplatz ist das Büro. Dort gibt es weniger Ablenkung und wenn ich Feierabend habe, habe ich wirklich Feierabend, während bei Home Office der Firmenlaptop weiterhin in Reichweite ist.

    Wenn die Angestellten dauerhaft Home Office machen, dann sollte die Firmenleitung hellhörig werden