Milliarden-Mehrkosten: Bahn gibt katastrophale Fehleinschätzung bei Stuttgart 21 zu

DPADie Deutsche Bahn will das umstrittene Projekt Stuttgart 21 nur deshalb weiterbauen, weil ein Ausstieg zu teuer wäre. Interne Dokumente zeigen: Der Vorstand hätte das Projekt gar nicht erst begonnen, wenn er schon vorher gewusst hätte, auf was er sich einlässt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-885975.html
  1. #10

    Zitat von APPEASEMENT Beitrag anzeigen
    Das scheint Methode zu sein. Man wacht weiter auf den Trümmern der alten Entscheidungsträger die es vermasselt haben.

    Gilt auch für deutsche Politik: Elbphilharmonie, S21, Kindermangel, Integrationsprobleme, Rentenproblematik, Demographie, usw...

    Scheint alles schief zu gehen.
    Warum schief gehen? Die Frage ist doch eher wer profitiert von derartiger Inkompetenz?
  2. #11

    Der richtige Acker

    Wir regen uns über ein paar unbedeutende Äußerungen
    von einem Politiker über Clows auf. Hier werden mit
    politischem Dilettantismus Steuergelder versenkt, genauso
    wir beim BER. Hier müßte es doch einem vom Flachbildschirm reissen. Oder reichen doch ein paar gut
    formulierte und inhaltlich kompetende Kritiken.
    Ich hoffe, daß es doch einigen so geht wie mir.
    Mit ist zum kotzen !
  3. #12

    Knapp 0,4 Mrd. Euro

    Zitat von Growling Mad Scientist Beitrag anzeigen
    Wie genau entstehen denn die Kosten bei einem Ausstieg? Bis jetzt werden nur Mrd. Summen durch polemisch den Raum geschmissen, aber eine ordentliche Kalkulation hab ich bis jetzt noch nicht gesehen.

    Hier finden Sie eine Kalkulation, die so ordentlich gemacht wurde, wie es von "außerhalb der Bahn" möglich ist:

    http://zwuckelmann.files.wordpress.c...neu-120213.pdf

    Diese Kalkulation "landet" bei knapp 0,4 Mrd. Euro Ausstiegskosten.
  4. #13

    scheibchenweise

    Bei einer Bauzeit bis 2020 ist es natürlich ausgeschlossen, dass weitere Zusatzkosten entstehen. Daran hat man komplett schon gedacht und bereits berechnet. Und nach weiteren zwei Legislaturperioden ist ohnehin keiner der Entscheider mehr da. Die Bahn stellt jetzt schon dieFlughafenanbindung infrage wenn BW nicht zahlt. In sptestens 4 Jahren, wenn die Kosten dann au 10Mrd. gestiegen sind, wird sie das mit den Gleisen am neuen Bahnhof tun.
  5. #14

    Ich...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Deutsche Bahn will das umstrittene Projekt Stuttgart 21 nur deshalb weiterbauen, weil ein Ausstieg zu teuer wäre. Interne Dokumente zeigen: Der Vorstand hätte das Projekt gar nicht erst begonnen, wenn er schon vorher gewusst hätte, auf was er sich einlässt.

    Stuttgart 21: Bahn will weiterbauen wegen Kosten bei Ausstieg - SPIEGEL ONLINE
    ...habe begeistert(?) seinerzeit diese Moderation auf Phoenix mitverfolgt.
    Tenor seitens der Bahn: alles im grünen Bereich usw.
    Wahrscheinlicher ist wohl. dass ich damals sturztrunken war und nichts mitbekommen habe...
    Kann mich mal jemand kneifen?
  6. #15

    Wirtschaftlichkeit ???

    bis vor kurzem war die absolute Obergrenze diese ominösen 4 500 000 000 €. Wenn nun der Eigenanteil der Bahn von 1,7Mrd. auf 3,7Mrd - das sind sage und schreibe 120 !!! % steigt, wie soll das noch wirtschaftlich sein???
    Verarschen kann ich mich selbst.
  7. #16

    Vorher gewusst???!!!

    Wer sich auch nur ein bisschen mit Stuttgart 21 auseinandergesetzt hat, weiß doch schon seit Jahren über den Planungspfusch bescheid! Jetzt wird so getan als ob man es nicht wusste, aber all die Gegner, die schon seit Jahren mit harten Fakten gegen den Bau und die explosionsartigen Kosten protestiert haben, wurden und werden immernoch als Vollidioten und Gegner des Fortschritts bezeichnet.
  8. #17

    Nun ja, letztlich wird man wohl "alternativlos" weiterbauen. Und es wird noch teurer als die 6,5 Mrd. werden, soviel ist fast sicher. Aber vielleicht lernt man doch daraus, für zukünftige Großprojekte.
    (Ich weiß, ein frommer Wunsch, aber ich habe die Hoffnung auf Wunder noch nicht aufgegeben.)
  9. #18

    uuunglaublich!

    Zur Erinnerung:
    Das ist kein Programm zur Besiedelung des Mondes oder ein Mars-Projekt. Es geht um einen Bahnhof in Stuttgart (613T Einwohner) - wie kann man da um mehrere Milliarden daneben liegen?
    Das darf gar keine Milliarden kosten!
  10. #19

    Huch

    Die normale Überschrift des letzten Artikels war wohl nicht reißerisch genug. Nun mußte man das Wort "katastrophal" noch hinein weben. Der Berliner Flughafen wirft wohl nicht genug Schlagzeilen mehr ab. Da muß man dann eine neue Sau finden. Aber hier mal ein paar Fakten:

    1) S21 dient der Allgemeinheit. Es muß nicht kapitalistisch durchgeplant sein. Je günstiger umso besser. Aber wenns nur nach dem Gewinn ginge, müsste man Krankenhäuser und auch viele Landstraßen glatt abreißen.

    2) Das andere große Projekt in Baden-Württemberg die Rheintalbahn21 hat bereits seine Rentablitätsgrenze weit überschritten. Mit aktuell 6,7 Mrd ist es 2,2 Mrd teurer als vor 4 Jahren und über 5 Mrd teurer als beim Kick-Off. Die Grünen protegieren den Bau dieser unrentablen Strecke. Die Presse weiß davon nichts. Wahrscheinlich weil über 40% der Journalisten ihr Herz bei den Grünen gelassen haben.

    3) Die Tatsache, dass die Grünen ein teures Schienenprojekt wie S21 bekämpfen und das extrem teure Schienenprojekt in Baden protegieren, sagt doch viel aus über die Grünen. Es geht hier um Ideologie und um politische Winkelzüge.

    4) Die Grünen und ihre Anhänger haben das Thema S21 wieder hervor geholt, um gegen Merkel ein Thema zu haben. Aber ich denke dazu brauchts mehr als einen Bahnhofsneubau.

    5) Bei der Volksabstimmung haben die Baden-Württemberger sehr klar für S21 gestimmt. Bei dieser VA gings zu keiner Zeit um Obergrenzen. Es ging nur darum, ob Baden-Württemberg nichts zahlt oder doch zahlt. So oder so, ein einseitige Ba-Wü Ausstieg wäre damals vertragswidrig gewesen und wäre es heute auch noch. So lange abstimmen zu lassen bis das Ergebnis kommt das man braucht halte ich nicht für Demokratie.

    6) Alternativlos darf man ja nicht mehr sagen (auch wenns manchmal wahr ist). Aber die Alternativen zu S21 sind nicht gerade berauschend. Kopfbahnhöfe sind nunmal Zeitfresser. Vor allem ist dieses Phantom K21 weder geplant, noch fiananziert noch genehmigt. Sein Bau könnte frühestens wenn überhaupt in 5, eher 10 Jahren beginnen. In 5 Jahren allerdings wäre S21 schon bereits über die Hälfte fertig.

    7) Die Neubaustrecke aus Ulm, die 30 Minuten Fahrzeitersparnis von Stuttgart nach Ulm bringt, wäre ohne S21 nahezu sinnlos. Das zweite Milliardenprojekt macht ohne das erste Milliardenprojekt wenig Sinn. Man würde also nicht nur die Ausstiegskosten für S21 zahlen, sondern quasi auch eine Schnellstrecke nach Ulm bauen, deren Zeitvorteil an den Toren des Kopfbahnhofes aufgefressen wird. (wer schon mal in einen Kopfbahnhof hineinkrochen ist weiß, dass man da mehr als 5 Minuten verliert, manchmal muß man sogar stehen, weil da vieles nicht kreuzungsfrei geht). Das bedeutet im Prinzip nichts anderes als ca. 2 Mrd Ausstiegskosten für S21 und den Bau einer 3 Mrd Neubaustrecke, die fast gar nichts bringt. Also 5 Mrd in den Sand gesetzt wegen ein paar linksökologischen Schreihälsen.

    8) Stuttgart21 befreit als einzige Variante die Innenstadt von Stuttgart komplett von totem Gleisbett. Vor 100 Jahren wurde Stuttgart hässlich entstellt und zubetoniert, nun wird Stuttgart wieder begrünt und die Fußgänger können endlich von A nach B laufen.