Strahlendes Material: EnBW erwog Atommüll-Export nach Russland

DPADeutsche Kernkraftmanager dachten darüber nach, Atommüll nach Russland zu schicken. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" waren die Überlegungen bei EnBW durchaus fortgeschritten. Das Unternehmen sagt nun: Die Planungen sind längst beerdigt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-885847.html
  1. #1

    Von St. Petersburg aus...

    ...wäre dann der radioaktive Müll in die Ostsee gesickert und hätte dort für größere Fische, mediterrane Temperaturen und angenehmes nächtliches Meeresleuchten gesorgt. So hätten alle profitiert! Schade...
  2. #2

    Why not??

    Frage: was wäre denn wirklich so verwerflich daran? Ein eigenes Endlager für hochradioaktiven Abfall wird es in diesem Land NIE geben, machen wir uns alle nichts vor. Ein hin und her schieben von einem "Zwischenlager" ins nächste, eine endlose Suche nach möglichen Endlagern, wo jahrzehnte dann Gutachten und Gegengutachten jeden Fortschritt blockieren und eh nichts passiert, weil letztlich keiner das Zeug in seiner Nähe will. Ist es also ein echtes oder vielmehr ein moralisches Problem zu sagen, wir bezahlen gutes Geld wenn ein anderer der bessere Möglichkeiten zur Lagerung hat? Weil es "die Russen" sind und wir gleich wieder argwöhnen wollen (!), das diese das Zeug gleich nach Empfang ins Meer kippen? Dann fragen wir bei unseren amerikanischen Freunden nach; vielleicht sind die ja bereit nicht nur deutsches Gold in den Tresoren zu deponieren, sondern auch deutschen Reaktormüll auf Halde zu legen. Mal ehrlich, bei den Unmassen die aus dem gesamten amerikanische Atomprogramm seit 1945 liegen fällt der winzige Klacks aus BRD nicht mal ins Gewicht ... Kosten dafür? Lächerlich im Vergleich was hier seit jahrzehnten dafür aufwendet wird (wobei ich mich immer wieder frage warum. Ehrlich: ich hätte damit nicht das geringste Problem. EnBW, Vattenfall, EON ... legt los!
  3. #3

    Endlagerung in Tschernobyl?

    Im Hinblick auf die unglaublich lange Abklingzeit radioaktiven Muells und die vielen nationalen Fehlplanungen ist es wohl an der Zeit Endlagerung von radioaktivem Muell als internationale Aufgabe zu sehen. Wenn man dann noch die Situation in den den Laendern beruecksichtigt, in denen marode Atomkraftwerke laufen bzw. sogar wieder angeschmissen werden um den Atomausstieg anderer Laender zu ermoeglichen, sowie Laender, die sich mit den Folgekosten von Atomunfaellen rumschlagen ist klar, dass eine Ausweitung der Atomkraft und eine weitere Verbreitung von Endlagern unbedingt zu stoppen ist.
    800.000 Hektar Land und 700.000 Hektar Wald um Tschernobyl herum sind bereits verseucht und koennen in absehbarer nicht mehr genutzt werden. Die laufenden Kosten der Anlagen sind immens und in spaetestens 10-20 Jahren muss der bestehende Sarkophag erneuert werden. Diese Kosten wird die Ukraine ohne internationale Hilfe sowieso nicht leisten koennen und die angrenzenden Staten um Hilfe bitten muessen.
    Deswegen folgender Vorschlag:
    Das bestehende, radioaktiv verseuchte , Gebiet um Tschernobyl wird unter internationale Aufsicht durch die IAEA gestellt und fuer exterritorial erklaert. Die Sicherheit wird durch die staendige Praesenz einer internationalen Militaereinheit gewaehrleistet. Jeder beitragszahlende Atom-Staat kann dort seinen radioaktiven Muell einlagern. Die Ukraine wird damit von der alleinigen Verantwortung fuer Tschernobyl entbunden und die anderen Laender haetten ein zentrales Endlager. Die Kosten wuerden von vielen geschultert. Der Transport des Atommuells per Bahn koennte durch einen speziellen Korridor ueber das bestehende Schienensystem erfolgen.
    Im uebrigen ist eine Endlagerung unter Tage wahrscheinlich eher ein Problem denn eine Loesung, da die Einbringung und Lagerung viel leichter kontrollierbar und transparent ist, wenn das Endlager leichter zugaenglich bleibt. Falls es irgendwann technische Moeglichkeiten der Entsorgung bzw. Wiederverwertung diese Muells geben sollte, waere eine solche oberirdische Lagerung ebenfalls von Vorteil.
  4. #4

    .

    Zitat von reever_de Beitrag anzeigen
    Frage: was wäre denn wirklich so verwerflich daran? Ein eigenes Endlager für hochradioaktiven Abfall wird es in diesem Land NIE geben, machen wir uns alle nichts vor. Ein hin und her schieben von einem "Zwischenlager" ins nächste, eine endlose Suche nach möglichen Endlagern, wo jahrzehnte dann Gutachten und Gegengutachten jeden Fortschritt blockieren und eh nichts .....
    Ihr Denkansatz ist leider komplett falsch! Es gibt leider weder in Russland noch in den USA noch sonst irgendwo auf diesem Planeten bisher erkundete Endlager. DARUM darf nach Russland nichts exportiert werden, weil sich die Unternehmen dort (siehe Tschernobyl) einen Dreck darum kümmern, was mit der Umwelt oder den dort lebenden Menschen passiert.
    Googeln Sie doch einfach mal "Majak"!
  5. #5

    @ tysi2007

    das wäre eine gute Idee, allerdings würde ich dann doch direkt nach Majk (http://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Majak) gehen, ist noch weiter weg, es wohnen noch weniger Leute dort und es ist schon viel verseuchter. Bedingung wäre aber schon dass es nicht neuen Nachschub durch neue Werke gibt.
  6. #6

    Warum der Streß ?

    Zitat von tysi2007 Beitrag anzeigen
    Im Hinblick auf die unglaublich lange Abklingzeit radioaktiven Muells und die vielen nationalen Fehlplanungen ist es wohl an der Zeit Endlagerung von radioaktivem Muell als internationale Aufgabe zu sehen. Wenn man dann noch die Situation in den den Laendern beruecksichtigt, in denen marode Atomkraftwerke laufen bzw. sogar wieder angeschmissen werden um den.....
    Eine Lagerung in Tschernobyl wäre ggf. nicht die dümmste Variante, solange man nachweisen kann, daß sich die aktuelle Situation dadurch nicht verschlechtert. Wieso Sie aber dafür internationale Truppen etc. brauchen, erschließt sich mir nicht. Zum einen ist die Ukraine ein Land, was freiwillig auf schon vorhandene Atomwaffen verzichtet hat, d.h. es ist wesentlich vertrauenswürdiger als die meisten anderen, zum anderen hätte die Ukraine ggf. immer die Möglichkeit, an Atommüll (und vermutlich auch angereichertes Material) zu kommen. Also könnte man das als normales Projekt durchziehen, wenn die Ukraine das wollte. Nur wird das der dortigen Bevölkerung vermutlich auch dann nicht gefallen, wenn es wissenschaftlich gesehen total logisch wäre.

    Aber Rußland hätte sich Gebiete, die sich als Lagerort besser eignen, als alles, was in DE so machbar wäre. Sie könnten das Zeugs auch gut schützen, etc. Also warum nicht dahin exportieren ?
  7. #7

    @tysi

    Meiner Meinung nach ein sehr guter Vorschlag!
  8. #8

    finnischer Atommüll

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Kernkraftmanager dachten darüber nach, Atommüll nach Russland zu schicken. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" waren die Überlegungen bei EnBW durchaus fortgeschritten. Das Unternehmen sagt nun: Die Planungen sind längst beerdigt.

    EnBW erwog Atommüll-Export nach Russland - SPIEGEL ONLINE
    In den 70er Jahren baute Finnland Atomkraftwerke mit sowjetischer Hilfe. Diskussionen à la Gorleben wurden nie abgehalten, weil die Sowjetunion den Atomabfall entgegennahm und eine sichere End-Lagerung garantiert wurde.
    Um so grösser war 1990 das Erstaunen der Finnen, als sie ihren Atomabfall originalverpackt und unter freiem Himmel gelagert, in Estland vorfanden, 60km von der finnischen Hauptstadt Helsinki entfernt.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Zeitung beruft sich auf EnBW-Unterlagen aus dem Jahr 2006. Demnach sondierte das Management der Firma die Behandlung und Lagerung atomarer Betriebs- und Stilllegungsabfälle in Russland - inklusive der Option auf eine Endlagerung von hochradioaktivem Müll.

    Offenbar wusste auch die Bundesregierung über die Pläne zur Zusammenarbeit beim AKW-Rückbau Bescheid. Das geht aus einer Anfrage der atompolitischen Sprecherin der Grünen im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, hervor.
    EnBW erwog Atommüll-Export nach Russland - SPIEGEL ONLINE
    Na da wird der damalige Umweltminister und heutige SPD-Vorsitzende Siggi-Pop aber einiges zu erklären haben.