Valium und Co.: Verdacht auf erhöhtes Demenzrisiko durch Beruhigungspillen

CorbisMehr als zwei Millionen Deutsche nehmen regelmäßig Schlaf- und Beruhigungsmittel. Was viele der meist älteren Patienten nicht ahnen: Die scheinbar harmlosen Pillen machen nicht nur süchtig - wer sie längere Zeit schluckt, hat ein erhöhtes Risiko, dement zu werden.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-883496.html
  1. #1

    Ärzte als Taktgeber für die Pharmaindustrie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als zwei Millionen Deutsche nehmen regelmäßig Schlaf- und Beruhigungsmittel. Was viele der meist älteren Patienten nicht ahnen: Die scheinbar harmlosen Pillen machen nicht nur süchtig - wer sie längere Zeit schluckt, hat ein erhöhtes Risiko, dement zu werden.

    Valium und Co: Verdacht auf erhöhtes Demenzrisiko durch Benzodiazepine - SPIEGEL ONLINE
    Traurig, dass Menschen, die gerade im fortgeschrittenen Alter darauf angewiesen sind ihrem Arzt vertrauen zu können, auf diese Weise als Dauerkonsument für die Pharmaindustrie eingespannt und benutzt werden. Wo bleibt da das Gewissen der Ärzte? Naja, es gibt ja Beruhigugnsmittel, oder?
  2. #2

    Sich einer Störung stellen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als zwei Millionen Deutsche nehmen regelmäßig Schlaf- und Beruhigungsmittel. Was viele der meist älteren Patienten nicht ahnen: Die scheinbar harmlosen Pillen machen nicht nur süchtig - wer sie längere Zeit schluckt, hat ein erhöhtes Risiko, dement zu werden.

    Valium und Co: Verdacht auf erhöhtes Demenzrisiko durch Benzodiazepine - SPIEGEL ONLINE
    durch entsprechend geeignete Therapieformen ist eben gesünder als Probleme zu verdrängen. Dafür gäbe es eine ganze Reihe von Verfahren. Es muß aber nicht immer eine Gesprächstherapie sein, mit der man persönliche Nöte auch aufarbeiten kann. Manche Therapieverfahren beruhigen auch, so kennt z.B. die Heileurythmie spezielle Einschlafübungen. Leider sind diese Möglichkeiten in der Gesellschaft nach wie vor zu wenig bekannt.
  3. #3

    Zitat von black_gecko Beitrag anzeigen
    Traurig, dass Menschen, die gerade im fortgeschrittenen Alter darauf angewiesen sind ihrem Arzt vertrauen zu können, auf diese Weise als Dauerkonsument für die Pharmaindustrie eingespannt und benutzt werden. Wo bleibt da das Gewissen der Ärzte? Naja, es gibt ja Beruhigugnsmittel, oder?
    einerseits haben Sie recht.
    Andererseits gibt es in der Realität auch den entgegengesetzten Fall: Häufig laufen die Patientenauch von Arzt zu Arzt, bis sie endlich ihr Tavor verschrieben bekommen... und wenn der eine es nicht weiterverschreibt, gehen sie zum nächsten und verschweigen, dass sie es schonmal gekriegt haben. Da gibt es auch so einiges an Einfallsreichtum. Dennoch ist die flächendeckende Ausschüttung von Benzos vollkommener Schwachsinn bei den Folgen der Medikation UND dem Fakt, dass im Gegensatz zu Antidepressiva o.ä. eine Besserung der Symptomatik nur für die Dauer der Gabe besteht und es danach meist gleich wieder weitergeht.
  4. #4

    ohne Tavor ...

    müßte ich meinen Job aufgeben. Brauch es ca. zweimal im Monat zum Fliegen. Leider wird hier nix zu meiner "Anwendergruppe" gesagt ...
    PS: bitte keine Kommentare zu "Flugangsttherapie", wer von sowas redet hatt noch nie echte Flugangst
  5. #5

    Harmlos?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als zwei Millionen Deutsche nehmen regelmäßig Schlaf- und Beruhigungsmittel. Was viele der meist älteren Patienten nicht ahnen: Die scheinbar harmSchlaf- und Beruhigungsmittellosen Pillen machen nicht nur süchtig - wer sie längere Zeit schluckt, hat ein erhöhtes Risiko, dement zu werden.
    Wenn man gemein wäre, könnte man sagen: Diese Menschen zeigen schon auf grund der Tatsache, dass sie bereit sind diese "harmlosen" Pillen zu nehmen, eine Veranlagung zu "Demenz".

    Es kann doch ein Mensch, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, nicht annehmen, dass Schlaf- oder Beruhigungsmittel "harmlos" sein können.
    Nur Medikamente, die keine Wirkung haben können harmlos sein!

    Wenn man nicht schlafen kann, und sich leicht aufregt, darf man doch nicht zu Medikamenten greifen, man muss etwas in seinem Leben ändern.

    Medikamente sind ausschliesslich dafür da um körperliche, echte Beschwerden zu heilen oder zu lindern, aber doch nicht psychische Fehleinstellungungen!
  6. #6

    Welche Wirkstoffe sind besonders verdächtig?

    Also ich kannte einen inzwischen im Alter von 92 Jahren verstorbenen Rentner, der hat von ca. 1960 bis 2012 "Demetrin" mit dem Wirkstoff Prazepam genommen. Von dem Zeugs war er total süchtig und körperlich abhängig seit Jahrzehnten! Eine Demenz hat er allerdings bis zum Schluß nicht entwickelt, trotz mehr als 50-jähriger Einnahme.

    In den letzten Jahren, nachdem auch seine alten Ärzte immer wieder verstorben sind und er zu jüngeren Ärzten wechseln mußte, ist die Verschreibung dieser Droge allerdings immer schwieriger geworden. Auch bei Krankenhausbesuchen wollten die Krankenhausärzte ihn meist auf kalten Entzug setzen. Dann hat seine auch schon auf die 90 zugehende Ehefrau ihm die Demetrin-Tabletten in der Handtasche ins Krankenhaus geschmuggelt, wo er sie heimlich genommen hat, ohne Ärzten und Schwestern etwas davon zu sagen. Vorräte für etliche Monate im voraus hatte er von den Tabletten immer im Haus. Irgendwie traurig, dass die Ärzte alte Leute mit diesem Zeugs zu Tabletten-Junkies machen.
  7. #7

    Zu Risiken lesen Sie die Packungsbeilage

    ... und die ist bei Tavor jetzt schon so lang, das eine Erwähnung von Demenzrisiko da wirklich nicht mehr auffallen würde.
    Es wäre schön, wenn mehr Leute erst lesen und dann schlucken würden. Aber ein Tavor-Patient ist halt oft nicht gerade in der besten Verfassung.
  8. #8

    Interessant immer wieder,

    wie Meinungen über Substanzen den Eindruck erwecken sollen, es wäre Ahnung vorhanden. Richtig ist, eine Zeitlang haben Ärzte Benzodiazepine übertrieben verschrieben. Richtig ist auch, bei schwachen Charakteren, welche sich im Beschwerdefalle reichlich von dem Zeugs verabreichen, dass bei hoher Dosierung über mehrere Monate Suchtfaktoren eintreten. All diesen Gefahren jedoch kann sowohl der Arzt als auch der Patient begegnen, indem er die Dosen möglichst gering hält und die Anwendungsdauer so gering als möglich. Sind die therapeutisch notwendigen Ziele erreicht, die bei diesen Medikamenten durch nichts zu ersetzen sind, (Johanniskrautfanatiker werden wiedersprechen) sollte die Behandlung langsam ausschleichend beendet werden. Hier ist der Nutzen der Substanzen, der zu erreichende therapeutische Effekt,
    sorgsam abzuwiegen gegenüber den süchtig machenden Faktoren. Die Entscheidung überlasse man gefälligst Ärzten, den sorgsamen Umgang damit und den zeitlich relevanten Ausstieg muss man sowohl dem Arzt als auch dem Patienten überlassen. Es ist schon erstaunlich, wie die Presse sich erdreistet, dummes Zeug über Medikamente zu verbreiten, von nichts eine Ahnung, aber zu allem eine Meinung. Mainestream halt, Dummschwätzer par exellence. Habt ihr Medizin studiert, Journalisten ????
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als zwei Millionen Deutsche nehmen regelmäßig Schlaf- und Beruhigungsmittel. Was viele der meist älteren Patienten nicht ahnen: Die scheinbar harmlosen Pillen machen nicht nur süchtig - wer sie längere Zeit schluckt, hat ein erhöhtes Risiko, dement zu werden.

    Valium und Co: Verdacht auf erhöhtes Demenzrisiko durch Benzodiazepine - SPIEGEL ONLINE
    Jeden Tag eine neue "Untersuchung", die irgendetwas untermauern soll. Würde ja was fehlen...