Fotoausstellung in Detroit: Einblicke in Amerikas Auto-Seele

Detroit Institute of Arts / Dave JordanoSeit Jahren verfällt Detroit - und zahlreiche Fotografen zelebrieren den Niedergang der einstigen Boom-Metropole mit morbidem Voyeurismus. Das Institute of Arts zeigt deswegen jetzt eine Ausstellung, die den aktuellen Fotos einer siechen Metropole bewusst Motive aus der Glanzzeit gegenüber stellt.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/f...-a-877353.html
  1. #1

    Realität betrachten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seit Jahren verfällt Detroit - und zahlreiche Fotografen zelebrieren den Niedergang der einstigen Boom-Metropole mit morbidem Voyeurismus. Das Institute of Arts zeigt deswegen jetzt eine Ausstellung, die den aktuellen Fotos einer siechen Metropole bewusst Motive aus der Glanzzeit gegenüber stellt.

    Fotoausstellung über Detroit: Glorreiche Tage und Bilder des Verfalls - SPIEGEL ONLINE
    Detroit ist die wahre Realität der USA und daran kann man auch den Untergang des Landes erkennen.
    Man sollte sich mal im Land etwas genauer umschauen und nicht nur die Scheinbilder dieser Gesellschaft immer wieder aufzeigen, dann versteht man auch warum man finanziell am Ende angekommen ist.
    So wie es den Menschen in Detroit ergeht, so ist es in sehr vielen anderen Bundesstaaten ebenfalls.
    Der Traum von Amerika ist für sehr viele zum Alptraum geworden.
  2. #2

    Im Ruhrgebiet...

    ...sind diese Verfallserscheinungen ebenfalls in vielen Stadtteilen zu besichtigen. Natürlich (noch) nicht in dieser extremen Ausprägung, aber auch erschreckend.
  3. #3

    Wer kauft denn noch Autos??

    Mit 20 Jahren kaufte ich mein erstes Auto ( gebraucht)
    Das Banzin kostete damals 1960 ca. 0,40 DM.

    Und heute. Welcher 20jaehriger kann sich denn noch ein
    Auto leisten??
    Und die 10 Millionen Erwerbslosen. Einige Millionen werden doch einfach rausgeschrieben. Ab 58 Jahren erscheint man nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik.
    Frueher arbeitete man bis 65. Man konnte nicht frueher in Rente gehen.Und die "Umschulung" verkleinert ebenfalls
    die Zahlen. Ein Bekannter von mir hat seinen Schreibtisch verloren und wurde zum Tischler ausgebildet.
    Und all diese Leute kaufen keine Autos mehr.

    Und solange die Autohersteller zig Typen bauen.
    Vielleicht haben wir schon demnaechst unser Detroit namens Wolfsburg. Die Automobilaera ist vorbei. Klein,kleiner am kleinsten ist angesagt.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seit Jahren verfällt Detroit - und zahlreiche Fotografen zelebrieren den Niedergang der einstigen Boom-Metropole mit morbidem Voyeurismus. Das Institute of Arts zeigt deswegen jetzt eine Ausstellung, die den aktuellen Fotos einer siechen Metropole bewusst Motive aus der Glanzzeit gegenüber stellt.

    Fotoausstellung über Detroit: Glorreiche Tage und Bilder des Verfalls - SPIEGEL ONLINE
    Ein Artikel über das Damals und Heute, gegenübergestellt in Bildern

    Und dann: Ein Beispiel wird gezeigt
    seltsam-oder sind die Kostn für Lizenzen zu hoch
  5. #5

    nope

    Zitat von hubertrudnick1 Beitrag anzeigen
    Detroit ist die wahre Realität der USA und daran kann man auch den Untergang des Landes erkennen.
    Man sollte sich mal im Land etwas genauer umschauen und nicht nur die Scheinbilder dieser Gesellschaft immer wieder aufzeigen, dann versteht man auch warum man finanziell am Ende angekommen ist.
    So wie es den Menschen in Detroit ergeht, so ist es in sehr vielen anderen Bundesstaaten ebenfalls.
    Der Traum von Amerika ist für sehr viele zum Alptraum geworden.
    Der Anfang vom Abstieg Motowns waren Ende der 60er Jahre die Rassenkrawalle. Damals wurden unzählige Gebäude von den Afroamerikanern in blinder Wut abgefackelt. Neue Betriebe siedelten sich nicht mehr in DET an, sondern im Umland. (Auburn, etc.). Ford ist z.B. trditionell im anschließenden Ort Dearborn beheimatet, der größten arabischenCommunity außerhalb der arabischen Welt. Mehr und mehr zogen besser Situierte aus DET weg. (Auch und insbesondere Schwarze, die in besseren Stadtvierteln im Umland wohnen. Die Ölkrise in den 70er Jahren tat Detroit auch nicht gut. Dazu kam die zunehmende japanische Konkurrenz.
    Der Wegzug der Kaufkraft sorgte dafür, dass immer mehr Restaurants, Einzelhandelläden schlossen. Große tradionelle Kaufhäuser wurden ebenfalls geschlossen. Die im Bild abgebildete Kreuzung Woodward/Grand River war eine top Einkaufszeile, wo immer mehr Geschäfte ebenfalls schließen mußten. Seit Mitte der 90er Jahre war fast alles "tot". Missmanagement, Korruption im Bürgermeisteramt kam später auch noch dazu. Der afroamerikanische Bürgermeister, erst eine Hoffnungsfigur, hat sich auch nicht mit Ruhm bekleckert.
    Versuche "Greektown" und weitere Teile der Innenstadt wieder attaktiv zu gestalten sind zaghafte Versuche wieder mehr Leute, auch am Wochenende, in die City zu locken. Theater, Konzerte, etc. bringen noch einige Besucher in die Innenstadt. Das Baseball-Stadion, die Cobo Hall (Messe) ziehen zwar auch Leute an, die aber die Innenstadt kaum beleben, da sie einerseits außerhalb der Innenstadt wohnen/übernachten und für die "Innenstadt "Geschäfte/Restaurants keine Einnahmen bringen.
    Nach der Messe oder Baseballspiel verläßt man die Stadtmitte wieder.

    Anfang der 90erJahre habe ich in/um Detroit gelebt und gearbeitet, viele male bin ich wieder nach DET gereist. Daher kann ich die Veränderungen, insbeondere der Innenstadt, gut beobachten.

    Solche Bilder könnten aber auch in ähnlicher Form in Sindelfingen, Wolfsburg oder im Rihrpott entstehen, wenn man solche "Spezialisten"
    Schadstoffausstoß : Klimaziele der EU verteuern Autos um 3600 Euro - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT
    weiter agieren läßt.
  6. #6

    40 Pennings

    Zitat von papayu Beitrag anzeigen
    Mit 20 Jahren kaufte ich mein erstes Auto ( gebraucht)
    Das Banzin kostete damals 1960 ca. 0,40 DM.

    Und heute. Welcher 20jaehriger kann sich denn noch ein
    Auto .....
    Moin moin,
    aber man muss auch sehen: Was hat ein Arbeiter in der Std. verdient als der Liter Sprit noch 40 Fpennig kostete? Andere Ausgaben, Handy, Internet, etc. waren den jungen Familien unbekannt. Wer flog damals nach Asien/USA, Ägypten in den Urlaub. Man hatte auch bescheidenere Ansprüche.
  7. #7

    Zitat von axelkli Beitrag anzeigen
    ...sind diese Verfallserscheinungen ebenfalls in vielen Stadtteilen zu besichtigen. Natürlich (noch) nicht in dieser extremen Ausprägung, aber auch erschreckend.
    Kein Wunder
    Gemessen an der Bevölkerungsentwicklung, an der Inflation und am Vermögenszuwachs der Bevölkerung sinken in allen Industriestaaten die Steuereinnahmen

    Auch wenn hier immer wieder gesagt wird das es Rekordeinnahmen sind- gemessen an den oberen Punkten stimmt es nicht

    Das ist vor allem den Steueroasen geschuldet, und den gierigen intrnationalen Abzockerkonzernen
    Und deswegen reicht so ziemlich in keinem einzigen Industrieland der Welt die Steuereinnahmen aus um den Istzustand der Infrastruktur zu erhalten
    (Ausnahmen dazu sind Länder die über Bodenschätze verfügen-oder eben Steueroasen a la Schweiz und Co)
  8. #8

    nicht mehr fern

    eine Fahrt durch Oberhausen reicht, um zu sehen, wie nah der Verfall auch fuer uns schon ist
  9. #9

    Zitat von papayu Beitrag anzeigen
    Mit 20 Jahren kaufte ich mein erstes Auto ( gebraucht)
    Das Banzin kostete damals 1960 ca. 0,40 DM.

    Und heute. Welcher 20jaehriger kann sich denn noch ein
    Auto leisten??
    So ist es. Ich habe meine Pappe 1980 gemacht. Auch damals konnte ich mir, in jungen Jahren und noch in Ausbildung, problemlos ein Auto leisten. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das irgendwem damals nicht möglich gewesen wäre oder dass jemand ein Auto als Luxusanschaffung gesehen hätte.

    Diese Zeiten sind anscheinend vorbei. Eine eigene Kiste zu haben, ist ganz offensichtlich für immer weniger junge Leute besonders erstrebenswert. Da verschieben sich die Prioritäten. Ist auch gut so. Vielleicht reagiert die Politik mal entsprechend und legt die Priorität bei der Verkehrsplanung auf Bahn und Nahverkehr.