Satire-Initiative: "Weg mit den Obdachlosen"

DPAObdachlose stören beim Shopping, blockieren Pfandautomaten, verstreuen Müll - mit solcher Hetze sorgte die "Initiative Sauberes Hamburg" für Aufregung im Netz. Nun kommt heraus: Die Aktion ist satirisch gemeint, dahinter steckt eine Spielefirma, die auf das Leid von Obdachlosen aufmerksam machen will.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...-a-885650.html
  1. #1

    optional

    Das Sozialamt bezahlt jedem 382 Euro im Monat (bei Alleinstehenden) Miete für eine Einraumwohnung (bis 45 m² lt. neuiestem Urteil sogar bis zu 50m² bzw. z.B. in Berlin bis zu 396 Euro warm im Monat). Warum MÜSSEN diese Menschen daher auf der Straße leben?
  2. #2

    Viel schlimmer ....

    Obdachlose stören mich persönlich nicht in der Stadt. Oft gebe ich auch Kleingeld wenn ich welches habe. Viel schlimmer sind die agressiv bettelnden Menschen. Ohne jetzt gleich in die Rechte Ecke gestellt zu werden, doch es sind meist Rumänen. Sorry, ist aber einen Tatsache.

    In Berlin wird man in manchen Stadtteilen ständig angebettelt und direkt angesprochen. Oft halten Sie einem dabei noch ein Säugling, ein Kleinkind oder ein Hundewelpen vors Gesicht um Mitleid zu erwecken und forden in schlechtem Deutsch Geld.

    Hiergegen kann und sollte man wirlich vorgehen ! Erstens wenn Leute direkt angesprochen und belästigt werden und vor allem wenn mit Kindern oder mit Tierbabys (diese werden meist getötet wenn sie nicht mehr klein uns Süß sind) gebettelt wird.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Selbst wenn das alles gut gemeint wäre, merkte früh ein skeptischer Facebook-Nutzer an, bestehe doch die Gefahr, dass das jemand ernst nehmen könne.
    Die Gefahr sehe ich ebenfalls. Im Internet gibt es so ziemlich jede Bösartigkeit und Gemeinheit. Aufrufe zum Mord an Schwulen oder Juden, an Bankern oder Ausländern, es gibt Seiten, die zur Vergewaltigung von Frauen aufrufen oder zum Sex mit Kindern. Seiten, die steif und fest behaupten, das Trinken toxischer Substanzen sei gesund, Impfungen seien fatal, die Erde sei vor 6000 Jahren entstanden (und wer das nicht glaube, müsse mit Gewalt bekämpft werden), es gibt Seiten, auf denen sich islamistische Terroristen treffen und Flüge in Ausbildungscamps nach Pakistan anbieten - nichts ist absurd oder brutal genug, um nicht von manchen vollkommen ernsthaft vertreten zu werden.

    Daher ist es im Internet hochgradig schwierig, eine Satire so zu kennzeichnen, dass man sie wirklich als Satire verstehen kann. Und hat nicht Geert Wilders vor gar nicht so langer Zeit etwas ganz Ähnliches vollkommen ernst gemeint ins Internet gesetzt?

    Populismus gegen Osteuropäer: Geert Wilders provoziert mit Mecker-Website - SPIEGEL ONLINE
    Deswegen ist diese Form der Satire durchaus riskant. Wenn man z.B. eine Nazi-Webseite parodieren will und dabei so eng ans Original kommt, dass weder Nazis noch Nichtnazis einen Unterschied mehr erkennen, wo ist dann noch der Unterschied zu "echter" Hetze?

    Hinzu kommt noch ein weiterer unschöner Nebeneffekt: Wenn Satire nicht als solche erkennbar ist, dann werden viele Nutzer auch bei "echten" Hetzseiten Satire vermuten und dies nicht mehr ernstnehmen. Damit werden Hetzseiten gegen Kritik immunisiert und können sich - auch wenn sie noch so abgefeimt und bösartig sind - im Ernstfall einer Anzeige immer hinter dem "Ironie"-Argument verstecken. Haha, war doch nicht so gemeint. Und hinterrücks ist schon die nächste Hetzdomain unter anderem Namen online. Man spielt damit denen, die man bekämpfen will, in die Hände.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Obdachlose stören beim Shopping, blockieren Pfandautomaten, verstreuen Müll - mit solcher Hetze sorgte die "Initiative Sauberes Hamburg" für Aufregung im Netz. Nun kommt heraus: Die Aktion ist satirisch gemeint, dahinter steckt eine Spielefirma, die auf das Leid von Obdachlosen aufmerksam machen will.

    Initiative Sauberes Hamburg: Firma steht hinter Obdachlosen-Satire - SPIEGEL ONLINE
    Bevor sich die ersten hier nun mokieren, Farbflut Entertainment hatte schon immer ein Herz für Obdachlose! Die zwei Gründer dieser Firma sind zwei sehr junge Menschen, die ich schon seit Jahren bewundere.
    PR ist PR, natürlich. Man kann PR aber auch richtig nutzen. Mein Respekt, im Kontext anderer Aktionen dieser jungen Unternehmer.
  5. #5

    Obdachlos ist nicht...

    ...gleich Bettler. Es gibt viele Obdachlose die nie Betteln sondern sich mit Gelegenheitjobs über Wasser halten. Diese Menschen immer gleich mit Bettlern gleichzustellen ist eine Frechheit. Die Bettler in den Einkaufsstrassen sind in den allermeisten Fällen (gerade wenn sie aus Rumänien und Co. rangekarrt werden) nicht obdachlos sondern gehören organisierten Banden an und werden von diesen zum betteln gezwungen. Wie wärs wenn sich einfach mal die Ordnungsbehörden um diese kriminellen Banden kümmern...aber die sind ja zu beschäftigt...man sieht ja auch so viele Streifen rumfahren...
  6. #6

    In Deutschland

    Brauch niemand obdachlos zu sein. Mich stört es enorm an jedem öffentlichen Platz, wo kein Eintritt gezahlt werden muss, diese alkoholsüchtigen anzutreffen und immer nach Geld gefragt zu werden.

    Vom Staat aus muss man die Leute so unterstützen, dass sie eine Wohnung bekommen und so Hartz 4 bekommen können. Zusätzlich eine Beratung/Betreuung um eine Rückkehr ins normale leben zu ermöglichen.
  7. #7

    Wenn sich jetzt schon Hetz-Kampagnen als "gut gemeinte Satire" herausstellen, dann ist die NPD vielleicht bald eine "Partei der Vernunft". Irgendwann erwartet der Bürger solche Kapriolen geradezu und empfindet alles andere langweilig oder sogar als die eigentliche Lüge.

    Tatsächlich ist diese Kapagne in erster Linie ein Hype, der durch die Medien geht. Die Leute stumpfen dabei aber langsam ab. Wann kommt der Tag, an dem man uns filetierte Babyherzen servieren kann, ohne dass wir auch nur mit der Wimper zucken?

    Auch mich ermüdet das Prozedere inzwischen. Ich wünsche mir mehr Sachlichkeit und weniger Aufgeregtheit, mehr Aufrichtigkeit und weniger Marketing. Aber ich bekomme nur blöde Appelle und noch dämlichere Aktionen.

    Und der absolute Gipfel (und Grund für meine totale Verzweiflung) ist die Richtigkeit dieser Vorgehensweise: Nur mit solchem Schwachsinn bekommt man leider überhaupt Aufmerksamkeit - auch bei wichtigen Anliegen. Aufgrund der modernen Informationsüberflutung bleiben wir da hängen, wo eben nicht unser Verstand, sondern unser Gefühl angesprochen wird. Das ist Manipulation pur. Dagegen sind alle Zukunftsvisionen á la Orwell oder Huxley Kinderkacke.
  8. #8

    wiki-definition: Satire

    "Satire ist eine Spottdichtung, die Zustände oder Missstände in sprachlich überspitzter und verspottender Form thematisiert." Allerdings habe ich gelernt, dass hamburger Spott/Humor oft sehr, na, sagen wir mal, derb daherkommt - sehr schwer zu verstehen fuer Nicht-Eingeborene. Letztere empfinden hamburger Humor/Spott eher als grob oder gefuehllos... Ich finde die Aktion in der Tradition der Benetton-Werbung spitze, aber vermutlich muessten die engagierten Jungunternehmer ihre Aktion deutlicher als Satire kenntlich machen - und die Loesungsvorschlaege aehnlich hozhammer-artig praesentieren wie die Darstellung der bestehenden Miss-Staende...
  9. #9

    Nichts begriffen

    Zitat von enivid Beitrag anzeigen
    Brauch niemand obdachlos zu sein. Mich stört es enorm an jedem öffentlichen Platz, wo kein Eintritt gezahlt werden muss, diese alkoholsüchtigen anzutreffen und immer nach Geld gefragt zu werden.

    Vom Staat aus muss man die Leute so unterstützen, dass sie eine Wohnung bekommen und so Hartz 4 bekommen können. Zusätzlich eine Beratung/Betreuung um eine Rückkehr ins normale leben zu ermöglichen.

    Guten Morgen,

    sie haben Nichts, aber auch gar nichts begriffen.
    Viele diese Menschen sind nicht alkoholsüchtig, und können aber auch persönlichen Gründen nicht in normalen Wohnungen leben.

    Ach ja, die meisten alkoholsüchtigen, gehen am Bahnhof vorbei und trinken abends mit der (Ehe) Frau doch nur ein zwei Gläser Wein...