DAK-Report: Psychische Leiden erreichen neuen Höchststand

DPASo viele Krankschreibungen aufgrund psychischer Leiden gab es noch nie: Der DAK-Gesundheitsreport offenbart, dass die Zahl der Menschen mit Depressionen und Burnout weiterhin steigt. Das könnte aber auch Folge einer veränderten Akzeptanz von psychischen Diagnosen sein, meinen Psychologen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-885593.html
  1. #1

    Leider...

    ...wird hier Burnout immer noch als Krankheit geführt - das ist nur die Beschreibung des Weges in eine Depression und keine Krankheit - aber es hört sich halt so neumodisch cool an!!
  2. #2

    Frauen waren dabei fast doppelt so häufig betroffen wie Männer.
    Die Gründe dafür würden mich mal gerne interessieren.
    Zitat von trust2012 Beitrag anzeigen
    ...wird hier Burnout immer noch als Krankheit geführt - das ist nur die Beschreibung des Weges in eine Depression und keine Krankheit - aber es hört sich halt so neumodisch cool an!!
    Doch, im ICD-10 Code wird Burnout beschrieben: Z73.0 Ausgebranntsein (Burn-out, Zustand der totalen Erschöpfung)
  3. #3

    ins Fäustchen gelacht ?

    Ein C.G.Jung hat schon vor 50 geschrieben, dass unsere mitteleuropäische Gesellschaft ein Fall für den Psychologen werden wird.

    Da die meisten Menschen meinen, er vertrete völlig veraltete Ansichten, kann ich bloss sagen "weiter so und mit Volldampf voraus ins psychische Chaos".
  4. #4

    Pontial und Wirksamkeit

    Sind die seelischen Leiden mehr geworden oder ist es die gewachsene Akzeptanz die zu immer mehr Offenheit im Umgang mit diesen führt,und somit auch die Bereitschaft fördert Hilfe zu suchen?
    Ich würde sagen beides.Insbesonders die Wirtschaftskrise und der damit gewachsenen Druck dürfte zu einem Anstieg seelischen Leidens beigetragen haben.
    Allerdings:Hier kommt aus meiner Sicht an die Oberfläche,was bereits unterschwellig überall vorhanden war.Die seelische Not unserer Zeit halte ich für ein generelles Problem unserer Gesellschaft die sich sehr weit von ihreren eigentlichen Bedürfnissen und deren authentischer Befriedigung entfernt hat.Leistungsdruck,Zwang zur Anpassung,falsch verstandene Erziehungsmethoden und Ersatzbefriedigungen sind dabei einige der Symptome dieser gewacchsenen Selbstentfremdung,die wohl zu keiner Zeit in der Menschheitsgeschichte so extreme Ausmasse angenommen hat,wie in der Zeit die mit der "industriellen Revolution" ihren Anfang nahm.In einer immer mechanischeren Weltsicht,die sich auch in auf eine mechanische Sicht der Psyche ausgedehnt hat,hat der Mensche-aus meiner Sicht- immer mehr den Kontakt zu seinem Inneren verloren.Während er sich auf dem Gipfel seiner Entwicklung wähnt,und die moderne Zivilisation als Höhepunkt der Evolution betrachtet,ist das Verhältnis des Menschen zu sich selbst und zu seiner Umwelt von immer zunehmendem Mangel an authentischer Erkenntinis geprägt.die zur Grundlage einer höchst unbefriedigenden und destruktiven Lebensweise geworden ist.
    Unschwer zu erkennen,das all dies so nicht ewig weitergehen kann.Irgenwo stossen wir an die Grenzen dieser (selbst-)zerstörerischen Entwicklung,haben alle Resourcen verbraucht ohne irgendwo hinzugelagngen und auch unsere eigene Kreativität und unser Potential ins Gegenteil verkehrt.
    Ich glaube das der Mensch von heute weit unter seinen Möglichkeiten bleibt,weil er ein enormes Potential in destruktive Strukturen leitet die ihm kaum bewusst sind.
    Erst wenn die Bewusstheit darüber wächst ist es möglich die Ursachen effizient anzugehen,seelische Not von ihren Wurzeln her zu begreifen und Wirksam zu lindern,und auch unser Potential zu entfalten.
    Viel Zeit und Möglichkeiten werden verschwendet,im Versuch all dies zu verdrängen und notwendige Auseinandersetzunmg zu vermeiden.
    Wann werden wir anfangen gewonnene Erkenntnisse in effektives Handeln umzusetzen?Wieviel Leid und Zerstörung wird noch geschehen,bevor wir beginnen uns den Ursachen zu widmen und sie in wirksames Handeln umzusetzen?
  5. #5

    Zitat von Plasmabruzzler Beitrag anzeigen
    Die Gründe dafür würden mich mal gerne interessieren.


    Doch, im ICD-10 Code wird Burnout beschrieben: Z73.0 Ausgebranntsein (Burn-out, Zustand der totalen Erschöpfung)
    jipp, aber Z Diagnosen sind keine Diagnosen, sondern eine beschreibung von "Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen", und Burnout steht dort in der illustren Gesellschaft von Beschreibungen wie
    "Mangel an Entspannung oder Freizeit"
    "Mangel an körperlicher Bewegung"
    "Gesunde Begleitperson einer kranken Person"
    "Sorge um ein erkranktes Familienmitglied"

    Das ist KEINE Beschreibung einer Erkrankung, sondern zur genaueren Erklärung des Falles gedacht.
  6. #6

    Zitat von psychologiestudent Beitrag anzeigen
    jipp, aber Z Diagnosen sind keine Diagnosen, sondern eine beschreibung von "Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen"
    [...]
    Das ist KEINE Beschreibung einer Erkrankung, sondern zur genaueren Erklärung des Falles gedacht.
    Und "Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen" sind per Definition keine Krankheiten? Können Sie dazu bitte eine Quelle nennen?

    Wie kann man denn ohne Diagnose jene Faktoren messen?
  7. #7

    Zitat von Plasmabruzzler Beitrag anzeigen
    Und "Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen" sind per Definition keine Krankheiten? Können Sie dazu bitte eine Quelle nennen?
    ja, so ist das. Hier die Internetseite der ICD-10 (http://www.dimdi.de/static/de/klassi...pter-xxi.htm):

    " Die Kategorien Z00-Z99 sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äußere Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Dies kann hauptsächlich auf zweierlei Art vorkommen:

    a) Wenn eine Person, wegen einer Krankheit oder ohne krank zu sein, das Gesundheitswesen zu einem speziellen Zweck in Anspruch nimmt, z.B. um eine begrenzte Betreuung oder Grundleistung wegen eines bestehenden Zustandes zu erhalten, um ein Organ oder Gewebe zu spenden, sich prophylaktisch impfen zu lassen oder Rat zu einem Problem einzuholen, das an sich keine Krankheit oder Schädigung ist.

    b) Wenn irgendwelche Umstände oder Probleme vorliegen, die den Gesundheitszustand einer Person beeinflussen, an sich aber keine bestehende Krankheit oder Schädigung sind. Solche Faktoren können bei Reihenuntersuchungen der Bevölkerung festgestellt werden, wobei eine Person krank sein kann oder nicht, oder sie werden als ein Zusatzfaktor dokumentiert, der dann berücksichtigt werden muss, wenn die Person wegen irgendeiner Krankheit oder Schädigung behandelt wird."
    Zitat von Plasmabruzzler Beitrag anzeigen
    Wie kann man denn ohne Diagnose jene Faktoren messen?
    siehe oben. Wenn die erschöpften, ausgebrannten Patienten die Kriterien irgendeiner psychischen Störung erfüllen (depression, angststörung, anpassungsstörung o.ä.) kriegen sie auch die Diagnose, wenn sie noch seelisch gesund, aber einfach "nur" erschöpft siond, gibts eine Z-Diagnose.
  8. #8

    Wer gesündere Arbeitnehemer will

    soll Te4ilzeit fördern und die Vwerdichtung der Arbeit nekämpfen. Abteilungen werden immer weiter verkleinert und die Mehrlast wird auf weniger Schultern verteilt.
  9. #9

    Kein Wunder

    Das Problem ist nicht die Überarbeitung, sondern die alltägliche Angst, die auf den Schultern lastet. Keiner weiß doch, ob er morgen noch in seinem Job ist und jeder der unter 2500 verdient, macht sich jeden Tag Gedanken darüber, wie ein eventuelles Leben in "Altersarmut" aussehen wird. Dazu kommen dann noch die vielen Hiobsbotschaften, wenn man morgens die Zeitung aufschlägt. Hier eine Krise, da ein Lebensmittelskandal.
    Mich wundert nicht, dass sich dann irgendwann das Gemüt verdunkelt oder die Angst als wirkliche Störung durchschlägt. Nicht jeder hat ein dickes Fell.