Begnadete Fehlersucher: IT-Consultants mit Autismus gesucht

DPADas Potenzial von Autisten wird stark unterschätzt, findet ein Berliner IT-Unternehmer. Er bietet Fehler-Checks für Computerprogramme an und stellt dafür gezielt Menschen mit Asperger-Syndrom ein. Sie graben sich wie Archäologen durch das Buchstaben- und Zahlengewirr - mit Erfolg.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-885080.html
  1. #1

    optional

    das ist ja alles sehr interessant,
    man kann auch die mitmenschliche sprache lernen wie eine fremdsprache, dann kann man sich auch irgendwie in diesem Becken mit lauter minderinteressanten Menschen bewegen.

    die inselbegabung eines asperger audisten kann sich jau auch auf soziale interaktion erstrecken, durch Jahrelange beobachtungen versteht er sie dann und kann sie entsprechend umsetzen.
  2. #2

    optional

    Viele Programmierer sind dem Asperger-Spektrum sehr nah, oder drin. Man kann sich in einer Firma fast schon dahinter verstecken, d.H., als Programmierer darf man sich anders verhalten -- Manager und Kunden wissen, in welche Höhle sie sich begeben, und halten sich respektvoll bedeckt.
  3. #3

    Jaja

    Zitat von EinJemand Beitrag anzeigen
    Viele Programmierer sind dem Asperger-Spektrum sehr nah, oder drin. Man kann sich in einer Firma fast schon dahinter verstecken, d.H., als Programmierer darf man sich anders verhalten -- Manager und Kunden wissen, in welche Höhle sie sich begeben, und halten sich respektvoll bedeckt.
    Ja, man hat´s schon schwer als Untermensch in seiner Höhle und kann dankbar für die respektvolle Diskretion der Übermenschen sein, wie sie so über allem stehen und respektvoll herab blicken auf diese unheimlichen Nerds.
    Gestalten, frei von allem, was einen Manager so auszeichnet und das aus ihm macht, was er ist...

    Letztens hat mir gegenüber einer dieser Manager geprahlt, welch gute und intensive Gespräche er mit dem Kunden geführt hat. "Auf Vorstandsebene"! Jawohl.
    2 Tage später erzählt mir der CTO des Kunden, man wäre ja schon viel weiter, wenn Herr Manager nicht so endlos viel sinnloses Zeugs umherlabern würde.
    Aber sind wir mal froh, dass es so ist mit den "Aspi´s". Denn würden sich diese Höhlengestalten so verhalten wie Manager und Kunden, wäre das Wertschöpfungspotenzial aus solchen Leuten nicht mehr da und sowohl Manager als auch Kunde könnten ihren Mist alleine versuchen auf die Reihe zu bekommen.

    Gäbe es diese Übermenschen überhaupt ohne ihre Untermenschen?

    Vielleicht sollte man zunächst einmal ein Stück weg kommen von dieser qualitativen Einordnung von Menschen, die so oder eben anders ticken. Am obigen Beispiel sieht man ja, dass diese Einordnung doch eher subjektiv ist.
  4. #4

    Menschen aus der Matrix

    Dazu muss man aber erstmal Autisten finden, die solch eine Spezialbegabung haben und sich darüberhinaus für Programmierung interessieren. Die dürften rar gesät sein. Schreibt man dann in die Stellenanzeige, dass Autisten bevorzugt eingestellt werden? Müssen die dann die DIagnose des Arztes / Psychologen vorzeigen? Aber interessant, dass ein IT-Unternehmen nicht fordert, dass man als IT-Consultant auch Soft Skills haben muss.
  5. #5

    hut ab - aber ich dachte immer, Fehler sucht man mit

    Zitat von maros Beitrag anzeigen
    Ja, man hat´s schon schwer als Untermensch in seiner Höhle und kann dankbar für die respektvolle Diskretion der Übermenschen sein, wie sie so über allem stehen und respektvoll herab blicken auf diese unheimlichen Nerds.
    Gestalten, frei von allem, was einen Manager so auszeichnet und das aus ihm macht, was er ist...

    Letztens hat mir gegenüber einer dieser Manager geprahlt, welch gute und intensive Gespräche er mit dem Kunden geführt hat. "Auf Vorstandsebene"! Jawohl.
    2 Tage später erzählt mir der CTO des Kunden, man wäre ja schon viel weiter, wenn Herr Manager nicht so endlos viel sinnloses Zeugs umherlabern würde.
    Aber sind wir mal froh, dass es so ist mit den "Aspi´s". Denn würden sich diese Höhlengestalten so verhalten wie Manager und Kunden, wäre das Wertschöpfungspotenzial aus solchen Leuten nicht mehr da und sowohl Manager als auch Kunde könnten ihren Mist alleine versuchen auf die Reihe zu bekommen.

    Gäbe es diese Übermenschen überhaupt ohne ihre Untermenschen?
    Vielleicht sollte man zunächst einmal ein Stück weg kommen von dieser qualitativen Einordnung von Menschen, die so oder eben anders ticken. Am obigen Beispiel sieht man ja, dass diese Einordnung doch eher subjektiv ist.
    Systematik und Methodik - das nennt sich "testen".
    Was hier beschrieben wird, ist ein ganz kleiner Teil der Fehlersuche - Codeinspektion als Teil des Schreibtischtests.

    Man kann zwar so Fehler finden, aber die Programme sind anschliessend nicht fehlerfrei.
  6. #6

    Zitat von einEi Beitrag anzeigen
    Aber interessant, dass ein IT-Unternehmen nicht fordert, dass man als IT-Consultant auch Soft Skills haben muss.
    Das sind aber keine IT Consultants, sondern "Techniker", die Fehler suchen und beheben. Die im wesentlichen allein arbeiten und keinen oder kaum Kundenkontakt haben.
  7. #7

    Zitat von einEi Beitrag anzeigen
    Dazu muss man aber erstmal Autisten finden, die solch eine Spezialbegabung haben und sich darüberhinaus für Programmierung interessieren.
    Also ich war auf einer Spezialschule für Mathematik & Naturwissenschaften, da dürften geschätzt 30% autistisch gewesen sein, inkl. mir. Der Anteil an Informatik-Studenten dürfte geringer gewesen, wenn wir aber die völligen Schulversager mit >2.0 Abschluß (wie kann man das nur bekommen) aussortieren, dürfte die Rate ähnlich sein. Unter den Jahrgangsbesten dürfte es >50% sein.

    Die dürften rar gesät sein. Schreibt man dann in die Stellenanzeige, dass Autisten bevorzugt eingestellt werden?
    Warum nicht, ich weiß nicht, ob das diskriminierend gegenüber normalbehinderten ist, aber wie (leicht) autistischen Menschen sind nunmal dafür besser geeignet. Und ich hätte mich bevorzugt auf solche Stellenanzeigen beworben. Kann nicht so schlecht sein für ein IT-Unternehmen, war schließlich Jahrgangsbester in Informatik an meiner Uni.

    Müssen die dann die DIagnose des Arztes / Psychologen vorzeigen?
    Genauso wie sie uns merkwürdig finden, finden wir sie genauso seltsam. Keine Sorge, dafür braucht keinen Arzt, erst recht keinen Psychologen (sie wissen schon dass die sich zu einem Arzt verhalten wie Chiropraktiker), Psychologie ist halt kein vollwertiges Studium. Jedenfalls erkennen sich Vulkanier schon untereinander. Spätestens wenn sie den Unterschied zwischen Psychologen und Psychiater nicht erkennen, sind sie raus, Poecker.

    Aber interessant, dass ein IT-Unternehmen nicht fordert, dass man als IT-Consultant auch Soft Skills haben muss.
    Die hier in dem Artikel genannen arbeiten zwar im IT-Bereich, aber nicht als IT-Consultant, eher als Entwickler (auch wenn sie testen). Der Unterschied ist ähnlich groß wie zwischen Psychologen und Psychiatern btw..
  8. #8

    let's dream source code

    ... sag ich immer ... :)
    mal abgesehen davon, dass software-tests heutzutage automatisiert ablaufen sollten ... und die im bericht beschriebene fehlersuche eher die ausnahme ist ... ein netter artikel.
    ich hätte das aber unter dem fokus "hey ... wir integrieren sogar schwerbehinderte" ... (natürlich etwas optimistischer formuliert) ... verkauft.
    erinnert mich ausserdem an einen bestimmten anwalt aus Boston Legal (und da meine ich nicht den ExKäpt'n ^^)
  9. #9

    Zitat von snigger Beitrag anzeigen
    ... sag ich immer ... :)
    mal abgesehen davon, dass software-tests heutzutage automatisiert ablaufen sollten
    Erm, sie arbeiten nicht in einer Software-Qualitäts-Abteilung. Software-Tests sind auch heutzutage nicht automatisiert und können es auch gar nicht werden. Software-Tests sind nun mal nicht berechenbar (also prinzipiell nicht lösbar). Das durchschauen durch Code-Text klingt für den aussenstehenden immer wie finstere Steinzeit, aber Autisten können locker 30-100k Codezeilen aufnehmen und verarbeiten. Vielleicht sind sie nicht perfekt sie zu entwerfen, aber wenn da ein Fehler drinne ist, finden wir den. Und das wesentlich besser als jede automatische Methode.

    ich hätte das aber unter dem fokus "hey ... wir integrieren sogar schwerbehinderte" ... (natürlich etwas optimistischer formuliert) ... verkauft.
    Autismus ist keine Behinderung, sondern eine besondere Begabung. Lassen Sie sich behandeln, obwohl sie noch nichtmal ein Buch auswendig können nachdem sie es gelesen haben (und bitte innerhalb eines Tages). Wir können das, dafür haben wir wenig Plan, wie man mit sozialen Problemen umgehen müssen. Nur weil ihr normalbehindert seid, zwingen wir Euch auch nicht, Euch als schwerbehindert zu bezeichnen, obwohl ihr zu blöd seid, sich ein paar Sachen zu merken.
    Autismus ist einfach ein Anderssein.