Plötzliche Abstimmung: Koalition will Google-Steuer durchs Parlament peitschen

AFPSchwarz-Gelb macht ernst: Noch in dieser Woche soll der Bundestag das umstrittene Leistungsschutzrecht absegnen. Zuvor war die Abstimmung verschoben worden - jetzt soll alles ganz schnell gehen. Die Opposition kündigt Widerstand an.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...-a-885463.html
  1. #1

    Man muss sich jetzt eben noch'mal schnell an Bild, Bunte & Co. ranwerfen, bald ist Wahlkampf und da werden diese Kräfte für Mutti gebraucht. Sollte das Gesetz dann von Karlsruhe oder Brüssel gerügt werden kann man ja immerhin sagen, dass man's ja versucht hat und die anderen die Bösen sind.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schwarz-Gelb macht ernst: Noch in dieser Woche soll der Bundestag das umstrittene Leistungsschutzrecht absegnen. Zuvor war die Abstimmung verschoben worden - jetzt soll alles ganz schnell gehen. Die Opposition kündigt Widerstand an.

    Abstimmung am Freitag: Koalition setzt Leistungsschutzrecht auf Agenda - SPIEGEL ONLINE
    Da bin ich mal gespannt. Es wäre ein leichtes für Google Kläger ganz nach unten (oder komplett) zu bannen. So wie in Benelux.
    Es wäre nichtmal unverdient.
  3. #3

    Was ist das bitte für ein tendenziöser Artikel?

    Was ist das bitte für ein tendenziöser Artikel mit populistischer Sprache ("durchs Parlament peitschen")? Natürlich lehnt Google das Gesetz ab, denn dann müssten sie plötzlich für die Inhalte, die sie sich im Moment lustig aneignen, etwas bezahlen. Als Eigentümer von YouTube möchte Google offenbar auch nicht den normalen Preis für Musik-Inhalte bezahlen, sondern ihr veraltetes Geschäftsmodell mit Gewinngarantie ("Wir geben Euch etwas von unserem Gewinn ab, egal wie hoch er ist") durchdrücken.
  4. #4

    News

    Und die Verlage sind jetzt die 'Erzeuger' der News? Ich hätte gedacht, daß sie diese von den großen Nachrichtenagenturen beziehen.
    Was eigene Inhalte anbelangt sollten sie froh sein, wenn sie jemand liest.
  5. #5

    Ich wünsche den deutschen Zeitungsverlagen, dass sie ab Freitag 10:00 Uhr nicht mehr bei Google aufgelistet werden. Ich freue mich schon auf das Gejammer, wenn die deutschen Zeitungsverlage kapieren, dass Google keine Rücksicht auf kleine, rückständige und unbedeutende Unternehmen nimmt. Hoffentlich beschleunigt das für einige Blätter die Pleite. Es wird mir ein Fest sein.
  6. #6

    Ob das wohl ein Knieschuss wird?

    Bei Lichte betrachtet ist es doch ein reiner Streit auf wirtschaftlicher Ebene, der am Ende einfach nur wieder zu Einschränkungen im Internet beiträgt. Ich wage zu bezweifeln, dass diejenigen Verlage, die ihre Lobbyhunde dafür ins Rennen geschickt haben, am Ende wirklich jubeln werden.

    Ob die alte Rechnung immer noch so aufgeht: Die Mär von der Vierten Gewalt da möchte man manchmal so seine zweifel anmelden. Und wenn das Gesetz kommt, könnte es sich immer noch als Pyrrhussieg erweisen.

    Wenn die Suchmaschinen keine Lust haben die Verlage dafür zu entlohnen, dann wird das nicht passieren. Das Ende vom Lied wird sein, es gibt wieder ein Sinnlos-Gesetz mehr, was etwas regelt, was dann durch Einzelvereinbarung wieder aufgehoben werden muss, wenn die Verlage wieder gefunden werden wollen, die dann mit einem Mal nirgends mehr vertreten sind.

    Welche Auswüchse uns da noch erwarten, keine Ahnung. Nur soviel, dies wäre keine Sache fürs Parlament und sie belegt einmal mehr, wen man im Herbst nicht wählen sollte. Wahrscheinlich auch daher die Eile, damit der Michel bis dahin schon wieder der gewohnte Amnesie anheim gefallen ist und diesen Affront vergessen hat.
  7. #7

    Schön

    dann will ich auch Geld von Google, wenn die meinen Namen erwähnen. Ich fände es toll, wenn ich auf diese Weise meine Spuren aus dem Netz filtern könnte. Zum Glüch steht ja in meinem Pass nicht Hans Müller.
  8. #8

    Zitat von teutoniar Beitrag anzeigen
    Als Eigentümer von YouTube möchte Google offenbar auch nicht den normalen Preis für Musik-Inhalte bezahlen, sondern ihr veraltetes Geschäftsmodell mit Gewinngarantie ("Wir geben Euch etwas von unserem Gewinn ab, egal wie hoch er ist") durchdrücken.
    Das ist falsch. Die GEMA stellt überzogene Forderungen, da Google nicht in der Lage wäre, den gewünschten Betrag über Werbung einzuspielen. Dazu kommt, dass YouTube Reklame für Künstler ist und gerade viele der unbekannteren und jüngeren Künstler Wert darauf legen, dass ihre Musik dort erreichbar ist. Genug Bands betreiben ihren eigenen Channel. Trotzdemdarf man die Musik in Deutschland nicht hören.

    Darüberhinaus ist Deutschland das einzige Land weltweit, in dem man für die Benutzung des Internets zusätzlich zu den Kosten für die Flatrate ca. 18 EUR pro Monat an ein ominöses und undurchsichtiges Netzwerk namens öffentlich-rechtlicher Rundfunk abführen muss.

    Zusammen mit dem Lex Google bzw. Leistungsschutzrecht katapultiert sich Deutschland direkt in die Reihe der innovationsfeindlichsten und gestrigsten Länder des Planeten. Manchmal hasse ich es Deutscher zu sein und in Deutschland zu leben. Bei Fehlentwicklungen sind die USA das freiere und liberalere Land.
  9. #9

    Zitat von Dr.pol.Emik Beitrag anzeigen
    Wenn die Suchmaschinen keine Lust haben die Verlage dafür zu entlohnen, dann wird das nicht passieren. Das Ende vom Lied wird sein, es gibt wieder ein Sinnlos-Gesetz mehr, was etwas regelt, was dann durch Einzelvereinbarung wieder aufgehoben werden muss, wenn die Verlage wieder gefunden werden wollen, die dann mit einem Mal nirgends mehr vertreten sind.
    Ich bin eh' gespannt, wie die deutschen Verlage ihr Geld einfordern wollen. Google hat in Deutschland keine vorladungsfähige Adresse wie unlängst die GEMA herausgefunden hat. Wird Google.com in Deutschland dann gesperrt?!?