Mittagspause in Kiew: Mal eben die Seele veredeln

Anton HrushetskyjWer in der Ukraine Essen kaufen möchte, kommt an pummeligen, alten Männern nicht vorbei. Sie zieren die Verpackungen von Milch, Speck oder Erdnüssen und winken als Pappfiguren von Kneipendächern. Entsprechend reichhaltig, herzhaft und beschwingt sind die Mittagspausen in Kiew.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...-a-884865.html
  1. #1

    Willkommen im Land der ... ach ist doch egal.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Entsprechend reichhaltig, herzhaft und beschwingt sind die Mittagspausen in Kiew ...
    Schade, dass die Lektüre diesem Bild (siehe oben) so gar nicht entsprechen mag: Ein Artikel, der sich liest, wie ein nach der Klassenfahrt angefertigter Aufsatz und dazu ein paar mit dem Handy (vermutlich Marke "Kosmonautenstolz") geschossene, mehr als mittelmäßige Fotos.
    Keine Ahnung, wie ihr das seht, liebes SPON Team ... aber ich brauche sowas nicht.
  2. #2

    Nach 5 Jahren

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer in der Ukraine Essen kaufen möchte, kommt an pummeligen, alten Männern nicht vorbei. Sie zieren die Verpackungen von Milch, Speck oder Erdnüssen und winken als Pappfiguren von Kneipendächern. Entsprechend reichhaltig, herzhaft und beschwingt sind die Mittagspausen in Kiew.

    Mittagspausen-Rituale in der Ukraine: Um 13 Uhr in Kiew - SPIEGEL ONLINE
    Kiew kann ich dies nur bestätigen:

    "Wer aber auch noch ein paar Feste am Wochenende erlebt, der wird unser Land nicht mehr vergessen."

    Allein die Fahrt zum Mittagessen oder vor die Tore Kiews zum Schaschlicki sind unvergesslich. Schwarze, schwere Mercedesfahrzeuge die einen ausbremsen, schneiden, bedrohen, laßen das Adrenalin in die Höhe schnellen. Später dann ein, nicht anders zu nennen als Saufgelage, mit derben Sprüchen und fettem Fleisch. Der Müll wird einfach in den Wald geschmißen zu den anderen Müllhaufen. Frauen die auch in der Wildnis High Heels und Minirock tragen und seperat von den Männern speisen. Was soll solch ein Artikel, der einem eine schöne, heile Welt vorgaukeln möchte? Die Realität ist bei weitem eine andere in diesem Land, besonders in der Metropole, wo man für Geld Recht und Schutz erkaufen kann. Bei Soziologen wie dem Autor mag es anders zugehen, die Regel ist es aber nicht.
  3. #3

    Zitat von theodorheuss Beitrag anzeigen
    Kiew kann ich dies nur bestätigen:

    "Wer aber auch noch ein paar Feste am Wochenende erlebt, der wird unser Land nicht mehr vergessen."

    Allein die Fahrt zum Mittagessen oder vor die Tore Kiews zum Schaschlicki sind unvergesslich. Schwarze, schwere Mercedesfahrzeuge die einen ausbremsen, schneiden, bedrohen, laßen das Adrenalin in die Höhe schnellen. Später dann ein, nicht anders zu nennen als Saufgelage, mit derben Sprüchen und fettem Fleisch. Der Müll wird einfach in den Wald geschmißen zu den anderen Müllhaufen. Frauen die auch in der Wildnis High Heels und Minirock tragen und seperat von den Männern speisen. Was soll solch ein Artikel, der einem eine schöne, heile Welt vorgaukeln möchte? Die Realität ist bei weitem eine andere in diesem Land, besonders in der Metropole, wo man für Geld Recht und Schutz erkaufen kann. Bei Soziologen wie dem Autor mag es anders zugehen, die Regel ist es aber nicht.

    Verkehrsrowdies gibt es überall. Schon mal in Paris oder Rom gewesen?
    Dort ist der Strassenverkehr auch anders als in der deutschen Provinz.
    Die Frauen sind in der Tat sehr hübsch und sehr weiblich angezogen, da können die deutschen Frauen noch viel lernen.
    Offensichtlich sind Sie etwas in die falschen Kreise geraten.
    Inzwischen gibt es auch in der Ukrainischen Provinz gute Reastaurants, in denen man ukrainisch, russisch, italienisch oder chinesisch essen kann.
  4. #4

    in welcher ukraine war der autor?

    habe ich mich spontan gefragt, als ich den artikel las ... mag sein (das will ich ihm nicht abstreiten), daß er sich für kiev begeistert hat, denn das verursacht diese stadt am dnepr sicher bei jedem, der einmal dort war. bei mir genauso. mit jedem aufenthalt wieder. gewiss, die menschen sind vorwiegend offen, gastfreundlich, fröhlich und wissen zu leben - vorausgesetzt, sie haben die nötigen mittel dazu ... denn genau hier geht das klischeehafte dieses artikels los. es kann sich halt nicht jeder leisten.
    auf der anderen seite merkt man doch, wie befremdlich und unwirklich dies auf uns westeuropäer wirkt, die wir ein ganz anderes verhältnis zum essen haben.
    eines kommt noch hinzu: kiev steht nicht für "den rest" der ukraine. deswegen kann ich nur empfehlen, wer offen für neue eindrücke und erfahrungen ist, der sollte sich kiev unbedingt einmal "antun" ... nicht nur des essens wegen.
  5. #5

    Zitat von theodorheuss Beitrag anzeigen
    Allein die Fahrt zum Mittagessen oder vor die Tore Kiews zum Schaschlicki sind unvergesslich. Schwarze, schwere Mercedesfahrzeuge die einen ausbremsen, schneiden, bedrohen, laßen das Adrenalin in die Höhe schnellen.
    Kann ich absolut nicht bestätigen. Meiner Meinung nach fahren die Ukrainer(auch die in den großen schwarzen Mercedesen bzw. oft auch Lexus-SUVs) ruhig und gesittet und das bei moderatem Verkehrsaufkommen selbst in der Rush Hour. Der Einruck kann natürlich auch dadurch entstehen, dass ich den direkten Vergleich zwischen Provinzkaff und Weltstadt habe ... Freitagabend in Kiew(wo die Masse aus der Stadt auf die Datscha strömt), Sonntagabend in Moskau(wo die Masse wieder zurück in die Stadt will).

    Zitat von theodorheuss Beitrag anzeigen
    Später dann ein, nicht anders zu nennen als Saufgelage, mit derben Sprüchen und fettem Fleisch. Der Müll wird einfach in den Wald geschmißen zu den anderen Müllhaufen. Frauen die auch in der Wildnis High Heels und Minirock tragen und seperat von den Männern speisen. Was soll solch ein Artikel, der einem eine schöne, heile Welt vorgaukeln möchte? Die Realität ist bei weitem eine andere in diesem Land, besonders in der Metropole, wo man für Geld Recht und Schutz erkaufen kann. Bei Soziologen wie dem Autor mag es anders zugehen, die Regel ist es aber nicht.
    die Regel ist aber auch ihre Schilderung nicht. Gerade die jüngeren, gebildeteren Ukrainer sind mittlerweile auch Umweltbewusst(Müll wird nicht wild entsorgt) und kleinen sich auch der situation angemessen(keine High Heels in der Wildnis) und haben oft auch einen moderaten Akloholverbrauch - Was das fettige Fleisch angeht - gutesch Schaschlik ist auch nicht fettiger als ein "deutsch gegrilltes" Schweinenackensteak.
  6. #6

    Zitat von qvoice Beitrag anzeigen
    Verkehrsrowdies gibt es überall. Schon mal in Paris oder Rom gewesen?
    Dort ist der Strassenverkehr auch anders als in der deutschen Provinz.
    Die Frauen sind in der Tat sehr hübsch und sehr weiblich angezogen, da können die deutschen Frauen noch viel lernen.
    Offensichtlich sind Sie etwas in die falschen Kreise geraten.
    Inzwischen gibt es auch in der Ukrainischen Provinz gute Reastaurants, in denen man ukrainisch, russisch, italienisch oder chinesisch essen kann.
    Nur in Kiew war es mir vergönnt, aus einem fahrendem Auto (dessem Fahrer ich offensichtlich nicht schnell genug die Spur freigemacht habe) mit einer Waffe bedroht zu werden. Nur hier war ich Zeuge, als aus Langerweile eine Gruppe Kerle einen Briten (der neben mir saß) vom Barhocker zerrten, zu Boden traten, um anschließend sein Gesicht unter Zuhilfenahme von fest geworfenen Billardkugeln zu einem schönen Brei zu verändern. Abegführt wurde hernach von den Ordnungskräften- das Opfer.
    Aber die Mädels sind um mehrere Klassen hübscher, wissen sich zu kleiden und achten auf ihre Linie. Und ihren Gang.
  7. #7

    Studentenkreise?

    ach du meine Güte, der Autor hat sich wohl ausschließlich in Studenkreisen bewegt, mit dem entsprechenden Blick eines Ausländers auf fremdländische Kulturen, teilweise wohl auch noch von Wodkakonsum beeinträchtigt.
    Sowohl die versuchte Deutung der Produktverpackungen als auch die reisemagazinreife Schilderung ukrainischer Essgewohnheiten sind mehr als unglücklich.
    Und was den "ausgelassenen Geist der Kosaken" betrifft, der entspringt eher einer folkloristischen Touristenattraktion.
    Zudem besteht die Ukraine nicht bloß aus dem Großraum Kiew. Die Ernährung ist auch in diesem großen Land regional teils recht unterschiedlich, trotz des sowjetischen Einheitsbreis vergangener Tage (um im Thema Ernährung zu bleiben).
    Ein etwas längerer Aufenthalt in diesem Lande als auch ein Blick über den eigenen Studentenkreiskosmos hinaus wäre zum Verfassen eines solchen Artikels hilfreich.
    Als Westeuropäer, seit nunmehr fast 15 Jahren in der Ukraine, befremden mich solche Artikel wie der vorliegende doch sehr.
  8. #8

    Hallo 21. Jahrhundert?

    Zitat von qvoice Beitrag anzeigen
    Die Frauen sind in der Tat sehr hübsch und sehr weiblich angezogen, da können die deutschen Frauen noch viel lernen.
    Und ich dachte mittlerweile dürften wir Frauen uns so anziehen, dass wir uns vorrangig selbst gefallen und nicht für die Herren der Schöpfung. Hat sich da jemand etwa eine Mail-Order Braut bestellt, weil er mit den schrecklich emanzipierten einheimischen Damen nicht klar kommt?
  9. #9

    Soll doch der Volontär

    Nach seinem touristischen Exkurs schreiben was er will....in der Ukraine gelebt hat der Mensch nie. theodorheuss hat in allen Punkten Recht, dem ist nichts hinzuzufügen. Bin gerade wieder vor Ort...alles Verrückte. Von der im Artikel geschilderten "Liebenswertigkeit" ist wenig zu spüren. Was die Mitforisten hier hinsichtlich der Damenmode zum Besten geben, entbehrt nicht eines gewissen Muffs der 50er....auch Ich kann die Deutsche Verliebtheit in formlose nicht teilen...denke aber, das wir es getrost den Ukrainerinnen überlassen können, herumzustöckeln. Sie werden Ihre Gründe haben (die ich kenne, aber hier nicht verrate).

    BTW: ich arbeite ebenfalls seit Jahren in der Ukraine. Sogar manchmal in Kiev, auch wenn ich das zu vermeiden suche!