Dithmarschens Driving Doctors : Mit dem Doc-Mobil aufs Dorf

Getty ImagesFlying Doctors auf norddeutsch: In Schleswig-Holstein soll in Zukunft ein mobiler Medizinerservice von Dorf zu Dorf fahren. Mit dem Doc-Mobil will das Gesundheitsministerium gegen den Medizinermangel kämpfen - aber das Projekt ist unter Ärzten umstritten.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-882102.html
  1. #1

    Es bewegt sich was

    Die ärztliche Unterversorgung auf dem Lande ist ein Skandal, wenn man bedenkt, dass Deutschland europaweit das meiste Geld für das Gesundheitswesen ausgibt. Warum nur sperren sich die Ärzte gegen das Doc-Mobil? Wenn ihnen das Wohl ihrer Patienten wichtig wäre, müssten sie doch jubeln. Denkbar wäre vielleicht eine Kombination beider im Artikel angesprochener Modelle: Doc-Mobil und Linienbus für die Patienten, die dazu noch in der Lage sind.
  2. #2

    ?

    Zitat von dröhnbüdel Beitrag anzeigen
    ...Warum nur sperren sich die Ärzte gegen das Doc-Mobil? Wenn ihnen das Wohl ihrer Patienten wichtig wäre, müssten sie doch jubeln....
    Naja, weil Arzt immer noch ein Job ist und kein Hobby. Wenn man daher einen solchen Service möchte, so muss man finanzielle Anreize schaffen und die entsprechend engagierten Mediziner nicht auch noch auf den Mehrkosten sitzen lassen.
  3. #3

    Es läuft hierzulande - trotz immenser Kosten und hoher finanzieller Belastung für die Versicherten - immer mehr auf eine ärztliche Versorgung wie in den Entwicklungsländern hinaus. Bald kommen wohl Barfußärzte und reaktivierte Wehrmachtssanitäter zum Einsatz. Das ist ein Trauerspiel und eine Schande für ein Land, das einst auf wirtschaftlichem und sozialen Gebiet vorbildlich war. Mittlerweile streben wir wohl eine Führungsposition auf dem Gebiet von Unfähigkeit, Korruption und Planlosigkeit an.
  4. #4

    Folgende Fakten:

    Bei Quartalsumsätzen von 30-40.-€ pro Patient kann dieses System mit Freiberuflern niemals den Punkt von Kostendeckung geschweige denn materieller Attraktivität erlangen. Die Gesellschaft wird nicht um die Einsicht herum kommen, dass Medizin unter Kosten zu haben ist. Sonst nützen die schönsten Modelle nichts. Der Vergleich mit den Royal Flying Doctors ist absurd. Unter 1000.-€ pro Visite tut sich da überhaupt nichts. Und das bei angestellten Ärzten in diesem Service, der staatlich organisiert ist. Übrigens arbeitet der RFDS nur on demand.
  5. #5

    Zitat von dröhnbüdel Beitrag anzeigen
    Die ärztliche Unterversorgung auf dem Lande ist ein Skandal, wenn man bedenkt, dass Deutschland europaweit das meiste Geld für das Gesundheitswesen ausgibt.
    Wie meinen Sie das?
    Für den Kostenvergleich eignet sich eine Darstellung der Gesundheitsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. Hier zeigt der europäische Vergleich, dass Deutschland - nach der Schweiz und Frankreich - die dritthöchsten Gesundheitsausgaben bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt besitzt.
  6. #6

    Verwöhnte Mediziner

    Metzger Bäcker Werkstattwägen, viele Berufsgruppen müssen übers Land fahren um über die Runden zu kommen weil sie oft an ihrem Stammsitz nicht mehr genug Kundschaft haben.Aber der Durchschnitsmediziner kommt mit4-5 Stunden Sprechzeit locker auf 10000 Euro im Monat und jeder zusätzliche Euro ist nicht wichtig beim Spitzensteuersatz drum jammern sie auf höchstem Niveau
  7. #7

    @biobauer01

    Deswegen gibt es ja auch so viele kurtaiv tätige Ärzte, weil es sich so lohnt....
  8. #8

    Heuchelei

    Das die Ärztevertreter immer neue Ausreden erfinden, ist ein guter Beleg dafür, daß es diesem Berufsstand nicht um Heilung, sondern um Profit geht. Wer Arzt wird sollte die soziale Komponente nicht aus dem Auge verlieren, sonst kann er ja Humanbiologe werden! Die reine Betrachtúng der Gesundheitsversorgung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist fürs Volk nicht hinnehmbar. Wenn die Kassenärzte nicht wollen, dann kann man ja im Rahmen der kassenärztlichen Zulassung jedem Stadt-Arzt einen "Landtag pro Woche" zuweisen. Maden im Speck haben wir heutzutage in der Gesellschaft genug!
  9. #9

    Zitat von cabu Beitrag anzeigen
    Das die Ärztevertreter immer neue Ausreden erfinden, ist ein guter Beleg dafür, daß es diesem Berufsstand nicht um Heilung, sondern um Profit geht. Wer Arzt wird sollte die soziale Komponente nicht aus dem Auge verlieren, sonst kann er ja Humanbiologe werden! Die reine Betrachtúng der Gesundheitsversorgung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist fürs Volk nicht hinnehmbar. Wenn die Kassenärzte nicht wollen, dann kann man ja im Rahmen der kassenärztlichen Zulassung jedem Stadt-Arzt einen "Landtag pro Woche" zuweisen. Maden im Speck haben wir heutzutage in der Gesellschaft genug!
    Sie wollen doch nicht allen Ernstes meine, dass Ärzte profitlos arbeiten müssten? Machen Sie das denn? Wie wäre es, wenn zuerst Sie einen "Landtag pro Woche" leisten?

    Wenn Sie nicht wollen, dass die Gesundheitsversorgung alleine nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet wird, sorgen Sie doch dafür, dass die Landärzte leistungsgerecht entlohnt werden. Dann finden sich auch wieder Ärzte, die diese harte Arbeit verrichten.