Studie: Nur jeder vierte VW wird in Deutschland gebaut

DPADer deutsche Konzern Volkswagen ist der größte Autohersteller Europas - lässt aber vor allem im Ausland fertigen. Einer Studie des Autoexperten Dudenhöffer zufolge kommt nur noch jeder vierte VW aus Deutschland, wie das "Handelsblatt" berichtet. Bei Mercedes oder BMW ist das anders.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-885287.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der deutsche Konzern Volkswagen ist der größte Autohersteller Europas - lässt aber vor allem im Ausland fertigen. Einer Studie des Autoexperten Dudenhöffer zufolge kommt nur noch jeder vierte VW aus Deutschland, wie das "Handelsblatt" berichtet. Bei Mercedes oder BMW ist das anders.

    Dudenhöffer-Studie: Nur jeder vierte VW wird in Deutschland gebaut - SPIEGEL ONLINE
    Bei Studien, die von Herrn Dudenhöffer kommen, wäre ich persönlich sehr vorsichtig. ;)
    Der Mann ist halt ein Auftragsarbeiter - und seine Meinungen sind nicht selten davon abhängig, wer da gerade was bei ihm in Auftrag gegeben hat. Und wie viel für seine "Meinung" bezahlt wurde.
  2. #2

    Ein Thema, das viel zu wenig diskutiert wird: Ein in Deutschland gefertigter Hyundai wäre volkswirtschaftlich viel interessanter als ein in Fernost gebauter Golf. Wo die Unternehmen ihre Steuern (nicht) bezahlen, spielt doch keine Rolle, welche Nationalität die Aktionäre haben, noch weniger.

    Die Kunden könnten da schon Einfluss drauf nehmen. Aber welcher Kunde fragt schon den Händler, in welcher Fabrik ein Auto produziert wird und für wen hätte diese Information einen Einfluss auf die Kaufentscheidung?
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der deutsche Konzern Volkswagen ist der größte Autohersteller Europas - lässt aber vor allem im Ausland fertigen. Einer Studie des Autoexperten Dudenhöffer zufolge kommt nur noch jeder vierte VW aus Deutschland, wie das "Handelsblatt" berichtet. Bei Mercedes oder BMW ist das anders.

    Dudenhöffer-Studie: Nur jeder vierte VW wird in Deutschland gebaut - SPIEGEL ONLINE
    Hätte ich jetzt aber echt nicht gedacht. Am Ende ist da so gar noch Pferdefleich drin.
  4. #4

    Dudenhöffer ist kein Autoexperte, ...

    ... sondern ein verbands- und industriealimentierter Selbstdarsteller. Es wird Zeit, daß die Redaktionen ihn auf eine No-go-Liste setzen, wenn sie das Prädikat seriös auch in den Augen derer, die etwas tiefer in der Szene stecken, nicht verlieren oder besser in Ansätzen wiedergewinnen wollen. So wie es hier gelaufen ist, könnte es ein erster Ansatz sein: Dudenhöffer wird schon im Teaser-Text erwähnt, dann wissen Wissende, daß sie getrost auf die Lektüre verzichten können.
  5. #5

    Das ist aus mehreren Gründen nicht verwunderlich.

    Das meiste Geld verdient VW außerhalb Deutschlands, also sollten die Fabriken auch dort stehen, um sich lange Lieferzeiten-/kosten zu sparen.

    Und im Gegensatz zu Daimler oder BMW baut Volkswagen überwiegend nicht-Oberklassenmodelle. Diese lassen sich ohne Qualitäts- oder Imageverlust auch im billigeren Ausland produzieren.
  6. #6

    Zitat von stupp Beitrag anzeigen
    Ein Thema, das viel zu wenig diskutiert wird: Ein in Deutschland gefertigter Hyundai wäre volkswirtschaftlich viel interessanter als ein in Fernost gebauter Golf. Wo die Unternehmen ihre Steuern (nicht) bezahlen, spielt doch keine Rolle, welche Nationalität die Aktionäre haben, noch weniger.

    Die Kunden könnten da schon Einfluss drauf nehmen. Aber welcher Kunde fragt schon den Händler, in welcher Fabrik ein Auto produziert wird und für wen hätte diese Information einen Einfluss auf die Kaufentscheidung?
    Bei Obst und Gemüse ist es ja das eine, aber ich persönlich wäre auch nicht bereit, eine Differenz von mehreren Tausend Euro zu bezahlen, nur weil der VW in Wolfsburg statt in Bratislava gebaut wurde zu zahlen.
  7. #7

    Der Fertigung folgt bald die Entwicklung

    Ob sich das Label "Entwickelt in Deutschland" unter den aktuellen Rahmenbedingungen lange hält ist. Die Produktentwicklung erfordert räumliche Nähe zur Fertigung, denn der Entwickler muss zahlreiche Besonderheiten des Fertigungsprozesses berücksichtigen (Fertigungstoleranzen, Ausschuss, Oberflächengüten, Werkstoffveränderungen, unvorhergesehene Effekte, etc...), was eine enge Abstimmung mit der Fertigung erfordert. Diese enge Abstimmung ist nur möglich, wenn die Entwicklung in der Nähe der Fertigung sitzt. Da gerade Chinas Universitäten jedes Jahr Millionen gut ausgebildeter Ingenieure ausspucken, die für ein Jahresgehalt von unter 9000 € arbeiten, ist der nächste konsequente Schritt, die Entwicklung der Fertigung folgen zu lassen, denn so lassen sich zudem massiv Entwicklungskosten sparen (gerade bei den immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen sind die Kosten für Ingenieure relevant). Die einzige Möglichkeit diese Abwanderung von Ingenieurarbeitsplätzen zu stoppen, ist die Ingenieurgehälter in Deutschland stark zu reduzieren. Die Absenkung der Gehaltschwelle zur Einstellung ausländischer Ingenieure auf 33000€ (Jahresgehalt) ist ein erster richtiger Schritt. Allerdings sollte über eine weitere Absenkung der Gehaltschwelle diskutiert werden. Eine weitere Maßnahme könnte sein, die Sozialleistungen für arbeitslose Ingenieure zu reduzieren, damit diese auch weniger attraktive Jobangebote annehmen. Weiterhin sollten die Studentenzahlen in den Ingenieurwissenschaften weiter gesteigert werden. Nur über preiswerte Humanressourcen lässt sich der hohe Lebensstandard in Deutschland erhalten!
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der deutsche Konzern Volkswagen ist der größte Autohersteller Europas - lässt aber vor allem im Ausland fertigen. Einer Studie des Autoexperten Dudenhöffer zufolge kommt nur noch jeder vierte VW aus Deutschland, wie das "Handelsblatt" berichtet. Bei Mercedes oder BMW ist das anders.

    Dudenhöffer-Studie: Nur jeder vierte VW wird in Deutschland gebaut - SPIEGEL ONLINE
    Non-story. Das nennt man Globalisierung. An einen bestimmten Teil der Erdoberflächte gebunden zu sein, ist eine Schwäche. Und von der haben sich Unternehmen gelöst.
  9. #9

    Aber ist das eine Neuigkeit ?

    Bei allem Respekt vor Dudenhoeffer, werden die in der Bundesrepublik Deutschland produzierten Fahrzeuge nicht beim Kraftfahrbundesamt (oder wie das heute auch heissen mag) erfasst?