Konzern in der Krise: Opel-Bochum droht frühes Aus

dapdDer Plan für die Sanierung stand, doch nun drohen die Verhandlungen zwischen General Motors und den Arbeitnehmervertretern von Opel doch noch zu scheitern. Hardliner bei GM und in Bochum blockieren die Gespräche. Kommt es zu keiner Einigung, wird das Werk Bochum bereits Ende 2014 geschlossen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-885232.html
  1. #150

    Fortbildung

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Warum denn das?
    Ich habe mit betrieblichen Fortbildungen keine allzuguten Erfahrungen gemacht. Ich will sie aber auch nicht verdammen. Es gibt Situationen, in denen man busseln, probieren und eben nachdenken muß, um etwas wirklich zu erfassen. Also um Neues zu erlernen und nicht bloß zu wissen. Genau das läßt sich in einer betrieblichen Kalkulation kaum abbilden. Arbeitszeit kostet Geld. Sie müssen produktiv sein. Nicht notwendigerweise einer Gier des Unternehmens-Eigner wegen, sondern weil Investitionen innerhalb eine Zeitrahmens kalkulierbar sein müssen / sollen. Die Frage, ob Letzteres nicht doch eine Funktion von Ersterem sei, sei außen vor.

    Nur ein Beispiel, daß ich selbst erlebte: Mit großem Wohau wurde eine C++-Fortbildung angekündigt. Die reduzierte sich auf eine Einführung und diese wiederum auf eine 1-stündige Veranstaltung. Glaubt denn allen Ernstes jemand, daß man so schnell c++ beherschen lernen kann, daß man produktiv im Betrieb arbeiten könnte? Auf'm Papier steht stur aber: Fortbildung C++. Kurzum: Betriebliche Fortbildungen sind - wg. dem Zielkonflikt - für den A... Da könnte sich - muß aber nicht - für Sie ein Problem aufbauen.
  2. #151

    In derTat

    Zitat von Stauss Beitrag anzeigen
    Opel ist von Lopez und dessen Spardiktat kaputtgemacht worden. Von dem Imageschaden wegen der damals gebauten Rostschüsseln hat sich Opel nie erholt.


    In der Tat sollten sich einige Foristen die Vergangenheit des Managerverhaltens und die Entscheidungen bei Opel ansehen. Das erklärt einiges, wenn auch nicht alles. Opel wurde (und wird) nach US-Muster geführt.
  3. #152

    GMs Markenbude

    Zitat von yallayalla Beitrag anzeigen
    ...
    Vielleicht sollten einige Foristen mal ihre deutschtümelnde Brille absetzen und bei YouTube nach Chevrolet-Werbespots schauen. Die Marke hat Tradition und wird auch entsprechend so beworben. Was hat denn Opel? An die Autos erinnert sich doch nur noch ein deutscher Opa, der mal einen "Rekord" gefahren ist.
    Das war ja Sinn dieser Mehrmarkenstrategie. Jedes Land bekommt seine GM Marke und jedes Käufersegment eine Marke. Das nennt man Branding. Klar, Seat ist VW, Skoda eben auch, trotzdem war der VW Phaeton ein Flop. Gerade die Gutverdiener dürstet es nach Brands, ein VW zieht da nicht, muss eben Porsche draufstehen - auch wenn SEAT drin ist. Ford macht das eben anders, Toyota auch. Ich stimme Ihnen zu. Es ist in GMs eigenem Interesse, das Markenchaos aufzuräumen und zu entwirren. Chevrolet als Kernmarke eignet sich. Buick kann man wieder für die Oberklasse verwenden. Aber 3 Marken reichen global und man kann deutlich Kosten senken.
  4. #153

    Witzig

    Zitat von salsabiker Beitrag anzeigen
    Nein, Deutsche Autos stehen genauso oft in der Werkstatt wie andere auch und der Service ist auch Mist..


    Reden wir hier von deutschen Autos oder Made in Germany (und das im Sinne des Wortes)?
  5. #154

    Zitat von flavour Beitrag anzeigen
    hat nicht nur eine schlechte Marktaufstellung und ein schlechtes Konzept sondern das Problem sehe ich auf einem ganz anderen Feld.

    Die Autos haben einfach an Qualität verloren aber das spiegelt der Preis nicht wieder.
    Es muss sich doch jeder nur mal in einen Astra setzen...
    - der Innenraum wirkt billig verarbeitet
    - das Auto ist bei der Zuverlässigkeit in das letzte Drittel gerutscht, dauernd ist irgendwas kaputt
    - die Fussfreiheit ist wie bei einem Kleinwagen
    - der Preis einfach zu hoch
    Die hier geschilderte zu minderwertige Qualität im Vergleich zu japanischen Modellen oder auch VW ist nicht das einzige Problem von GM in Europa. Lukrative Märkte bleiben den europäischen Werken durch das blinde Detroiter Management versperrt. Produktionen von Deutschland in osteuropäische Länder mit etwas geringerem Lohnniveau zu verlagern kann wegen des insgesamt geringen Lohnkostenanteils bei der Automobilfertigung nicht den von Detroit anvisierten durchschlagenden Erfolg bringen. Im Gegenteil GM wird in Europa schmerzhaft weitere Marktanteile verlieren.
  6. #155

    Genau umgekehrt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Plan für die Sanierung stand, doch nun drohen die Verhandlungen zwischen General Motors und den Arbeitnehmervertretern von Opel doch noch zu scheitern. Hardliner bei GM und in Bochum blockieren die Gespräche. Kommt es zu keiner Einigung, wird das Werk Bochum bereits Ende 2014 geschlossen
    Das Problem liegt m.E. viel tiefer und betrifft nicht nur Opel, sondern die gesamte Automobilbranche. Wenn der Auto-Massenkonsum bei den unteren Einkommen weitgehend ausbleibt, ist das auch ein Zeichen für den fiebrigen Charakter einer "Luxuskonjunktur". Mehr und mehr wird deutlich, dass auch der "Verkauf" von Luxusfahrzeugen eine auf Pump und Finanzblasen beruhende Scheinblüte ist und es bedarf gar nicht des nächsten Finanzkrachs, um zu sehen, dass sich die globalen Premiumkonsumenten übernommen haben – auch im vielgelobten deutschen Wunderland werden die dicken Schlitten kaum noch in bar verkauft, sondern per Leasing.

    Dazu kommt noch, dass die PS-starken Renommierautos derart hochgerüstet sind, dass exorbitante Reparaturkosten anfallen. Was bei vor-elektronischen Kleinwagen noch relativ billig zu beheben war, fängt bei den Hochpreisautos mit 800 oder 1000 Euro erst an. Mittlerweile stapeln sich auch in deutschen Autohäusern und Reparaturwerkstätten geleaste Prachtstücke, weil ihre stolzen Nutzer die Reparatur (oder die nächste Rate) nicht bezahlen können.

    An der Autoproduktion als Schlüsselsektor lässt sich exemplarisch ablesen, wohin die ökonomische Reise nicht nur für die Opelaner geht und vielleicht ist es ein noch nicht genug beachteter Hinweis darauf, dass der Autoboom der Premiumklasse genauso faul sein könnte wie der Immobilienboom. Vieles spricht dafür. Betrachtet man die Struktur des Autobooms etwas genauer, so scheint der Absatz in Europa weiter zurückzugehen. Dafür ist der Export in die Schwellenländer, vor allem nach China, und in die USA geradezu explodiert. Wäre diese Konjunktur längerfristig tragfähig, müsste sie mit Klein- und Mittelklassewagen den Konsum der großen Bevölkerungsmasse beflügeln, während das teure Premiumsegment nur die Spitze auf breiter Basis bilden könnte. Doch es verhält sich genau umgekehrt.
  7. #156

    Mercedes

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    Kleine Frage am Rande: Warum beschwert sich Mercedes USA eigentlich nicht, dass die nicht in anderen Ländern verkaufen dürfen?


    Mercedes USA? Wer oder was soll das denn sein und worüber sollte sich da jemand beschweren??
  8. #157

    Frau Kraft gibt Opel den Rest

    Als GM-Manager würde auch ich, vor die Wahl Bochum (Rot/Grün) oder Rüsselsheim (Schwarz/Gelb) gestellt, das Werk in NRW dicht machen.

    Die Allianz aus Sozen und Gewerkschaften schreckt auch die Amerikaner ab.

    Wer will sich schon dauernd von diesen Gewerkschaften drangsalieren lassen, die noch immer in Kategorien des vorletzten Jahrhundert denken, ganz zu schweigen von den systemverändernden Grünen.

    NRW bekommt nun die Quittung für Rüttgers Abwahl.

    Dass nun die Amerikaner im polnischen Gleiwitz produzieren, hat Bochum auch Schröder/Fischer zu verdanken, die damals den polnischen Raketenschirm ablehnten.

    Die Amerikaner haben ein gutes Gedächtnis. Amerikaner strafen und belohnen eben. Und das ist auch gut so.
  9. #158

    Zitat von lapo123 Beitrag anzeigen
    Opel ist in Europa die Nummer drei (3), was die Zulassungszahlen anbelangt. In GB ist Vauxhal (das ist Opel, für alle, die das nicht wissen) die Nummer 1 [...] In Rußland und anderen östlichen und südöstlichen Ländern gilt Opel als Fast-Premiummarke. Dort wählen viele Menschen Opel, weil die Marke ein sehr gutes Preisleistunhsverhältnis hat.
    Und warum geht es Opel dann trotzdem so lausig?
  10. #159

    Kaufen

    [QUOTE=yallayalla;12094899
    Vielleicht sollten einige Foristen mal ihre deutschtümelnde Brille absetzen und bei YouTube nach Chevrolet-Werbespots schauen. Die Marke hat Tradition und wird auch entsprechend so beworben. Was hat denn Opel? An die Autos erinnert sich doch nur noch ein deutscher Opa, der mal einen "Rekord" gefahren ist.[/QUOTE]



    Über beide Marken und Autos wissen Sie herzlich wenig. Wer in D kauft denn einen Chevy (und das auch noch wegen eines Werbespots)?