Diktatoren-Devotionalien im Online-Shop: Nordkorea-Souvenirs mit Gruselfaktor

kfashopSoll es ein lässiger Kapuzenpulli mit martialischem Soldaten-Motiv sein? Oder doch lieber die schicke Umhängetasche mit der pathetischen Abbildung sozialistischer Fackelträger? Nordkorea bietet allerlei Revolutionskitsch in einem amerikanischen Online-Shop feil - für gesalzene Dollar-Preise.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-885013.html
  1. #10

    In der DPRK gibts interessanteres

    z.b. handgemalte poster der arirang spiele. Auch ist es interessant sich die deutschsprachigen reisefuehrer zu kaufen (ausgabedatum 1990) die anscheinend an DDR besucher gerichtet sind die dann nie gekommen sind.

    Solche soldaten und schockbilder sieht man in nordkorea eher selten. Am anti-imperialistischsten sind da schon die buecher "Japanische kriegsverbrechen damals und heute" (heute?) und die rhetorik beim besuch der USS Pueblo und im Koreakriegsmuseum.
  2. #11

    Zitat von radbab Beitrag anzeigen
    Solche soldaten und schockbilder sieht man in nordkorea eher selten. Am anti-imperialistischsten sind da schon die buecher "Japanische kriegsverbrechen damals und heute" (heute?) und die rhetorik beim besuch der USS Pueblo und im Koreakriegsmuseum.
    Diese martialisch-ideologischen Motive findet man am Ehesten auf Postern und auf Briefmarken. Wobei mein Guide ehrlich entsetzt war, daß ich für ein paar Postkarten diese Marken gewählt habe. Insofern interessant, als daß es eine der ganz wenigen, minimalsten Andeutungen von ihm war, daß er nicht immer und vollständig hinter der Staatspropaganda, bzw.ihrer künstlerischen Äußerungen steht.

    Auf der USS Pueblo bediente sich das Touristenführer-Soldatenmädchen aber nicht übermäßig wuchtiger Rhetorik. Sie redete recht locker und leidlich sachlich. Da gibt es Nervigeres.

    Natürlich stehen etliche Norkoreaner tatsächlich ziemlich stramm in ideologischen Strumpf. Etwa der Armeehauptmann, der die Touristen in Panmunjom führt, auf der anderen Seite von Panmunjom: Tourismus an der Grenze zwischen Nordkorea und Südkorea - SPIEGEL ONLINE
    Auf dem Rückweg fragte er mich, was ich denn von seiner Rede gehalten habe. Daß die ruhmreiche Volksarmee Nordkoreas die US-amerikanischen Imperialisten überrennen und ausmerzen würde, wenn diese wieder mal einen Krieg provoziert hätten.

    Ich riß mich zusammen und antwortete, unter Aufbieten aller Diplomatie: "Hmm, das wäre schon ein sehr ambitioniertes Projekt. Nordkorea ist klein und die USA groß und weit weg. Schon der Weg dorthin ist lang. Außerdem: sowas Ähnliches hat die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg mit der Sowjetunion probiert. Und das hat auch nicht funktioniert."
    Seine vorher durchaus vorhandene Lockerheit verschwand, er bekam einen roten Kopf und einen dicken Hals und giftete nur "Da müssen Sie noch viel lesen und lernen!"

    Gedacht hatte ich Drastischeres: "Willst Du mich verkaspern? Meinst Du das ernst? Mit Eurem Schrott kommt Ihr noch nicht einmal bis Japan! Ach, noch nicht einmal das. Selbst vom Reisfeld bis in die Stadt schaffen es Eure völlig schrottreifen Holzvergaser-Laster nicht. Eure Landstraßen sind gepflastert mit zusammengebrochenen Militärlaster-Wracks, die Eure Jungs verzweifelt wieder ans Laufen zu prügeln versuchen. Selbst wenn Ihr ein paar Atombomben haben solltet, scheiß drauf. Bis in die USA schaffen die es eh nicht, und wenn Ihr damit herumspielen solltet, dann machen die USA, und nicht nur die allein, Spitterholz aus Eurem Kaspertheaterstaat."

    Tja, auch noch so verschwurbelte Verbrämung hat nicht verhindern können, daß ich dem Herrn den Tag vermiest habe. Aber anders ging es nicht.


    P.S. Korrektur: die vorerwähnten T-Shirts kosten nur 11 €, nicht 15 €.