Plagiierende Studenten: "Wer kaum Angst hat, schummelt eher"

TMNSpickzettel versteckt, Laborergebnisse gefälscht, abgeschrieben: Einige Studenten mogeln sich durchs Uni-Leben. Schuld an Plagiaten sind auch unklare Regeln, sagen Experten. Als Strafe schlagen sie vor, schon erworbene Credit-Points zu streichen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-885018.html
  1. #20

    Zitat von vitalik Beitrag anzeigen
    Was soll diese Logik? Unsere Professoren empfehlen am Anfang des Semesters eine Literaturliste, die das behandelnde Thema behandeln. Bei manchen Kursen, die für mich besonders interessant waren, habe ich schon mal mehrere Bücher darüber gelesen. Wenn ich dann in die Vorlesung komme und der Professor das erzählt, was ich schon gelesen habe, dann gehe ich wieder. Nach Ihrer Logik sollte der Professor mich dann von der Prüfung ausschliessen, obwohl ich das Thema verstanden und die Prüfung gut gelöst habe. Bei vielen Studiengängen ist Mathe dabei, soll man sich dann zum dritten mal im Leben die Kurvendiskusion anhören.
    Verzeihen sie wenn ich mich nicht klar genug für sie geäußert habe aber bei Blockveranstaltungen gibt es in der Regel eine Anwesenheitspflicht.
    Wird die im hohen Maße missachtet, gibt es Konsequenzen (oder in dem Fall eben nicht). Besonders wenn es um ein Pflichtmodul geht.

    Mathe steht auf einem ganz anderen Blatt. Fakt ist, dass da jeder von uns durch musste und Leute, die sich durchmogeln wollen, kotzen mich auf gut Deutsch gesagt wirklich an. Wir sind hier schließlich nicht bei "Wünsch' dir was" sondern "bei so isses".
    Ich musste auch durch ein Physikpraktikum, was mir heute rein gar nichts mehr bringt.
    Der Student hat nunmal nicht zu entscheiden, was er zu lernen hat um an den Abschluss zu kommen.
  2. #21

    Humanwissenschaften vs. Naturwissenschaften

    "Besonders häufig plagiieren demnach Ingenieurs- und Sportwissenschaftler. Von denn Ingenieurswissenschaftlern räumten 30 Prozent Plagiate ein, bei den Sportwissenschaftlern waren es 25 Prozent. Am geringsten war der Anteil in den Human- und Gesundheitswissenschaften (7 Prozent)."
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    Bin ich der einzige, der über diesen Absatz gestolpert ist?
    In den meisten Prüfungen konnte man alle Unterlagen mitnehmen. Da zu schummeln machte gar keinen Sinn, wenn man nicht über dubiose Wege an die Prüfungslösungen kam. Die Prüfungen sahen jedes Jahr anders aus.

    Letztenendes bestehen Humanwissenschaftsprüfungen zum größten Teil aus auswendig lernen (da lohnen sich Spickzettel) und Literaturarbeiten (da kann eine unausreichende Literaturangabe ganz schnell passieren). ALLE Plagiatsfälle bei Politikern thematisierten Wirtschaft, Pädagogik und Philosophie. Nicht ein Plagiat wurde in den Ingenieurwissenschaften entdeckt.

    Entweder die Definition von einem Plagiat ist unter den befragten sehr unterschiedlich oder Statistik ist nicht repräsentativ oder Ingenieure sind ehrlicher als Humanwissenschaftler. Eine andere Erklärung kann ich nicht finden.
  3. #22

    wenn ich überlege wieviele kommilitonen ich hatte die sich den ingenieurstitel erschlichen haben über ständiges spicken und tricksen, dann ist das schon ziemlich traurig. andersrum bringt es den leuten nicht wirklich viel, denn spätestens beim 1. vorstellungsgespräch werden die bildungslücken auffällig. zumindest hoffe ich das... allerdings ist es auch so das grade die berühmten protokolle von höheren semestern offensichtlich erkennbar sind, aber niemand sich dazu berufen fühlt etwas dagegen zu tun. es wird abgenickt, denn es ist ja richtig. auch wenn jeder das gleiche muster besitzt.
  4. #23

    Zitat von spongie2000 Beitrag anzeigen
    Letztenendes bestehen Humanwissenschaftsprüfungen zum größten Teil aus auswendig lernen
    Zitat von spongie2000 Beitrag anzeigen
    Entweder die Definition von einem Plagiat ist unter den befragten sehr unterschiedlich oder Statistik ist nicht repräsentativ oder Ingenieure sind ehrlicher als Humanwissenschaftler. Eine andere Erklärung kann ich nicht finden.
    Weil Ihre Prämisse falsch ist. Tatsächlich sind Geisteswissenschaften gerade keine Auswendiglern-Fächer, denn man muss - wie der Name schon suggeriert - den Geist eines Sache ergründen und begreifen.

    Ingenieurswissenschaften hingegen sind reines Auswendiglernen von Formeln und Fakten.

    So gesehen ist es dann auch kein Wunder, wenn es dort zu vielen Täuschungsversuchen kommt.
  5. #24

    Bitte? An welchen Unis sind diese "Studenten" bitte? Ich habe schon im ersten Semester klar erklärt bekommen, was Plagiate sind und was nicht zu machen ist. Und wer erwischt wird, versemmelt schlicht. Was sogar mehrfach passiert wurde, und auch öffentlich angemerkt wurde.
  6. #25

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Weil Ihre Prämisse falsch ist. Tatsächlich sind Geisteswissenschaften gerade keine Auswendiglern-Fächer, denn man muss - wie der Name schon suggeriert - den Geist eines Sache ergründen und begreifen.

    Ingenieurswissenschaften hingegen sind reines Auswendiglernen von Formeln und Fakten.

    So gesehen ist es dann auch kein Wunder, wenn es dort zu vielen Täuschungsversuchen kommt.
    Bei vielen Geisteswissenschaften ist gar kein Geist notwendig, um einen Abschluss zu erreichen. Daher muss man auch bei Prüfungen nicht viel können. Man muss nur wissen, was der Professor gerne hören möchte.

    Bei den Ingenieurwissenschaften mag es Menschen geben, die alles auswendiglernen. Das sind aber nicht die guten Ingenieure. Ein guter Ingenieur kennt die Grundlagen und kann sich vieles bei Bedarf herleiten. Dazu ist ein wacher Geist notwendig.

    Wenn man einem Geisteswissenschaftler eine Black Box gibt, die er ergründen soll, dann wird sicherlich über die Farbe der Sache "philosophiert", vielleicht auch über das Geschlecht der Black Box (DIE). Völlig sinnlos, aber gut, dass auch das zur Sprache kommt. Der Ingenieur öffnet die Black Box und schaut sich ihren Inhalt an. Damit wird vielleicht nicht der Geist einer Sache ergründet, doch ihr Zweck wird offensichtlich. Das ist der Unterschied.

    Mit Ingenieuren kann man die Welt verändern, mit Geisteswissenschaftlern würde man heute noch in dunklen Höhlen hausen müssen.
  7. #26

    Eben...

    ...nicht! Da ich nicht davon ausgehe, daß Sie alle Studienfächer in die Tiefe untersucht haben, gehe ich mal davon aus, daß Sie Vorurteile tradieren. Leider ist es in der Realität so, daß jeder Fetzen Wissen (Wissen ist ungleich Information) relevant an irgendeinem Punkt ist. Ich erspare mir jetzt eine Analogie zu Ihrem "Höhlengleichnis", verweise nur darauf, daß Klospülung und Raumfahrt zwar eine Meisterleistung, jedoch nicht alles im Leben sind.

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Bei vielen Geisteswissenschaften ist gar kein Geist notwendig, um einen Abschluss zu erreichen. Daher muss man auch bei Prüfungen nicht viel können. Man muss nur wissen, was der Professor gerne hören möchte.

    Bei den Ingenieurwissenschaften mag es Menschen geben, die alles auswendiglernen. Das sind aber nicht die guten Ingenieure. Ein guter Ingenieur kennt die Grundlagen und kann sich vieles bei Bedarf herleiten. Dazu ist ein wacher Geist notwendig.

    Wenn man einem Geisteswissenschaftler eine Black Box gibt, die er ergründen soll, dann wird sicherlich über die Farbe der Sache "philosophiert", vielleicht auch über das Geschlecht der Black Box (DIE). Völlig sinnlos, aber gut, dass auch das zur Sprache kommt. Der Ingenieur öffnet die Black Box und schaut sich ihren Inhalt an. Damit wird vielleicht nicht der Geist einer Sache ergründet, doch ihr Zweck wird offensichtlich. Das ist der Unterschied.

    Mit Ingenieuren kann man die Welt verändern, mit Geisteswissenschaftlern würde man heute noch in dunklen Höhlen hausen müssen.
  8. #27

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Mit Ingenieuren kann man die Welt verändern, mit Geisteswissenschaftlern würde man heute noch in dunklen Höhlen hausen müssen.
    Sagt wer? Das Kind, das gerade auf eine Antipersonenmine getrampelt ist? Ach, wäre der Ingenieur, der sie entwickelt hat doch bloss mal in einem Ethikkurs gewesen...
  9. #28

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Bei vielen Geisteswissenschaften ist gar kein Geist notwendig, um einen Abschluss zu erreichen. Daher muss man auch bei Prüfungen nicht viel können. Man muss nur wissen, was der Professor gerne hören möchte.
    Oder netter gesagt:
    Was ein Ingenieur, Mathematiker oder Physiker tut, kann auch eine intelligenzlose Maschine (Computer) tun. Es lässt sich nahezu alles in Algorithmen giessen. Aber lassen Sie einen Computer mal den Faust intepretieren oder Kants Kritische Vernunft. Syntax Error. Out of memory. Exit.
  10. #29

    hui?

    Da habe ich wohl eine Diskussion angefangen, von der ich nicht mal wusste, dass sie diskussionswürdig ist.

    1.) Wenn man die Mathematiker, Pyhsiker und Ingenieure durch Computer ersetzen kann, tut man das auch! Deswegen ändert sich der Stoffplan ständig.

    2.) Mir war nicht bewusst, dass es Menschen gibt, die die Geisteswissenschaften noch verteidigen. Ich habe mit Kommilitonen der Geisteswissenschaften viele Diskussionen gehabt: Viele in den älteren Semestern sehen da gar keinen Diskussionsbedarf. Selbst einige ihrer Dozenten geben wohl freimütig zu, weshalb sie so oft Fremdwörter verwenden und deren künstlich verkomplizierte Sätze über Seiten gehen: Alles Schein.

    3.) Ich will nicht sagen, die Geisteswissenschaften an sich sind überflüssig oder einfach. Meine Erfahrung aus Schule und Studium (wobei ich mich aus Interesse neben meinen Veranstaltungen der Ingenieurwissenschaften auch zu den Geisteswissenschaftlern gesetzt habe) ist, dass Geisteswissenschaften eben nicht mehr aus selbstständigem Denken sondern dem nachplappern des Profs besteht.

    Jeder einzelne Dozent -Jeder- fing seine Veranstaltung damit an, man solle selbständig nachdenken und nicht nachplappern. Und doch hat jeder dieser eben alle bestraft, die es wagten, eigene Gedanken einzubringen.

    Das sieht man nicht zuletzt - und das ist einfach zu überprüfen! - an den aufgeblähten Literaturlisten einer Bachelor-Thesis in Humanwissenschaften. Es handelt sich dabei nur noch um Fleißarbeit: Wer kann die meisten Philosophen zitieren, die annähernd etwas mit dem Thema verwandtes geschrieben haben. Was sich bei Ingenieuren auf die ersten zwei Seiten in "Grundlagen" beschränkt, zieht sich bei Humanwissenschaftlern über die ganze Arbeit.