Plagiierende Studenten: "Wer kaum Angst hat, schummelt eher"

TMNSpickzettel versteckt, Laborergebnisse gefälscht, abgeschrieben: Einige Studenten mogeln sich durchs Uni-Leben. Schuld an Plagiaten sind auch unklare Regeln, sagen Experten. Als Strafe schlagen sie vor, schon erworbene Credit-Points zu streichen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-885018.html
  1. #10

    Weniger Druck = weniger schummeln

    Bei den derzeitigen Studienbedingungen ist es doch kein Wunder, wenn aus Zeitmangel mal ein bisschen getrickst wird. Der Bachelor ist doch sowieso nur ne Berufsausbildung, für was braucht es da wissenschaftliche Maßstäbe? Wenn mich jemand in ner Klausur nach etwas fragt, dann geb ich ihm natürlich ne Antwort (schließlich studiert man ja gemeinsam und später arbeitet man sowieso häufig im Team). Bei Abschlussarbeiten ist das natürlich was anderes, aber die meisten Uni-Klausuren sind einfach nur Reproduktionsarbeiten und das Gelernte 2 Wochen später wieder vergessen. Wer die Uni verschult braucht sich nicht Wundern, wenn Studenten ihre in der Schule erlernten Strategien weiter anwenden...
  2. #11

    Credit points löschen?

    War das als Scherz gemeint? Wir haben aber doch noch nicht April. Bei bewiesener Mogelei Rauswurf. Hilft...
  3. #12

    Zurzeit mache ich ein Biochemie Praktikum im Rahmen des Medizinstudiums und habe mich gewundert warum die anderen so schnell fertig waren und ich so hinterherhinkte. Fast jeder hatte ein Altprotokoll abgeschrieben und sich die Lösungen schlichtweg kopiert. In Zeiten von facebook kein Problem. Liebe Studenten: Soll das etwa Wissenschaft sein??? Ich sitze lieber länger im Labor und mache Fehler, dafür weiss ich wenigstens, dass es meine eigene Leistung war...
  4. #13

    Zitat von happydwarf Beitrag anzeigen
    Kann ich alles bestätigen.


    Was hab ich mich aufgeregt, als unser Prof sogar seine Klausurfragen von einer Internetseite geklaut hat. Bis mir andere Studenten und Absolventen gesagt haben, das wird mir noch öfter passieren.
    Korrupte Saubande... und die wollen uns was von akademischen Standards erzählen...
    Ich weiß von einem wiss. Mitarbeiter, dass (s)ein Prof. Zuordnungen bereits bewerteter Hausarbeiten verloren hat und zusammen mit dem erwähnten Mitarbeiter erarbeitet hat, welches studentisches Gesicht sich hinter welchem Namen verbirgt - andernfalls hätte er die Arbeiten nochmal bewerten müssen. Die Noten wurden dann lediglich nach ästhetischem Eindruck und subjektiver Menschenkenntnis des Profs willkürlich vergeben. Nach dem Motto: "Ach das Lieschen Müller. Sie war mir in der Vorlesung sympathisch, der geben wir mal eine 2."
  5. #14

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Spickzettel versteckt, Laborergebnisse gefälscht, abgeschrieben: Einige Studenten mogeln sich durchs Uni-Leben. Schuld an Plagiaten sind auch unklare Regeln, sagen Experten. Als Strafe schlagen sie vor, schon erworbene Credit-Points zu streichen.

    Befragung von Studenten: Viele schummeln und schreiben ab - SPIEGEL ONLINE
    Ich gestehe die Absicht gehabt zu haben in zwei Prüfungsklausuren schummeln zu wollen, Ich hatte kleine Karteikärtchen, eng mit Bleistift beschrieben und in den diversen Jackettaschen verteilt, damals trug man so etwas noch zu Prüfungen, dadurch war ich zusätzlich aber so gut vorbereitet das ich die kleinen "reminder" nicht gebraucht habe.
    Man musste ja kompakt das wichtigste unterbringen zu den vermuteten Themen, geholfen hat es also.
    Der Aufsicht führende Dozent in einer Klausur vergrub sich hinter einer Bildzeitung und meinte gutes Gelingen und wehe ihr schummelt.
  6. #15

    "Viele Studenten hätten zudem das Zitieren nicht ausreichend erlernt" "Das führe dazu, dass einige zur Sicherheit nun jeden beliebigen Foreneintrag aus dem Internet zitieren."

    Davon abgesehen, dass Foreneinträge wenig in wissenschaftlichen Arbeiten zu suchen haben, muss man das doch tatsächlich so machen. Einen übernommenen Eintrag nicht zu zitieren, ist ein klares Plagiat. Manche früheren "Plagiate" ohne Quellenangabe hängen auch damit zusammen, dass Quellen wie wikipedia oder das Internet generell von Profs nicht gern gesehen werden, aber oft die besten Informationen liefern. Dann hat man damels einfach die Quellenangabe ganz weggelassen oder eine seriöser klingende genommen. Mit der Gefahr, durch Plagiatssoftware erwischt zu werden, geht das jetzt nicht mehr. Es ist nur verständlich, dass jetzt vorsichtshalber auch solche Quellen angegeben werden.

    "Er forderte deshalb, bei den Lehrplänen nachzubessern und mehr Seminare zum Thema wissenschaftliches Arbeiten anzubieten."

    Da kann ich nur zustimmen. Ich habe in meinem gesamten Studium kein einziges Seminar angeboten bekommen, das wissenschaftliches Arbeiten gelehrt hätte. Es wurde stets erwartet, dass man als Student dieses Wissen sowieso hat oder sich selbst aneignet. Wenn man dann aber vor der Aufgabe stand, eine Arbeit zu schreiben, merkte man, wie hochkomplex dieses Thema ist und wie viele unklare Fälle und Grenzfälle es gibt. Natürlich ist jedem klar, dass man nicht per copy paste etwas übernehmen darf, aber ich bin mir sicher, dass viele der anderen Fehler gemacht werden, weil die genauen Regeln unklar sind. Zudem sind in manchen Fachbereichen Dinge einfach üblich, die in anderen schon als ungenaues Zitieren oder Selbstplagiat gewertet würden.
  7. #16

    Logik

    Zitat von aquarelle Beitrag anzeigen
    Matheklausur erstes Semester: Drei meiner Kommilitonen (ich weiß nicht, ob einer von denen seinen Abschluss je gemacht hat) haben offensichtlich vorm Professor voneinander abgeschrieben. Er tat nichts. Sowas ist respektlos den anderen Studierenden gegenüber, die sich dafür den A**** aufgrissen und dann nicht einmal bestanden haben. Am schlimmsten ist es aber, wenn es dem Professor egal ist, weil er keine Lust hat, sich damit weiter zu befassen und dann so tut, als hätte ers nicht gesehen.
    Dreistigkeit währt am längsten.
    Das gleiche gilt für Kommilitonen, die im Blockkurs gern "Party machen" wollen und daher eher mit Abwesenheit glänzen. Am Ende haben sie ja doch die selbe Note wie Leute, die den Kurs ernst genommen haben.
    Ich verstehe da die Professoren nicht. Wäre ich das und jemand würde meinen Kurs nicht ernst nehmen, dürfte er den im nächsten Semester wiederholen.
    Und solange Lehrende wegsehen und diese Blender damit durchkommen, wird es das auch immer geben.
    Was soll diese Logik? Unsere Professoren empfehlen am Anfang des Semesters eine Literaturliste, die das behandelnde Thema behandeln. Bei manchen Kursen, die für mich besonders interessant waren, habe ich schon mal mehrere Bücher darüber gelesen. Wenn ich dann in die Vorlesung komme und der Professor das erzählt, was ich schon gelesen habe, dann gehe ich wieder. Nach Ihrer Logik sollte der Professor mich dann von der Prüfung ausschliessen, obwohl ich das Thema verstanden und die Prüfung gut gelöst habe. Bei vielen Studiengängen ist Mathe dabei, soll man sich dann zum dritten mal im Leben die Kurvendiskusion anhören.

    Zum Thema Spickzettel. Wie wäre es, wenn die Prüfungen nicht nur aus dem Auswendiglernen bestehen würden. Müsste man bei den Aufgaben nachdenken und diese durch Logik lösen, würden die Spickzettel nichts bringen. Das sieht man zB an Matheprüfungen, da durften wir alle Unterlagen verwenden, trotzdem fallen da regelmäßig über 50% durch.
  8. #17

    Zitat von vitalik Beitrag anzeigen
    [..]
    Zum Thema Spickzettel. Wie wäre es, wenn die Prüfungen nicht nur aus dem Auswendiglernen bestehen würden. Müsste man bei den Aufgaben nachdenken und diese durch Logik lösen, würden die Spickzettel nichts bringen. Das sieht man zB an Matheprüfungen, da durften wir alle Unterlagen verwenden, trotzdem fallen da regelmäßig über 50% durch.
    So kenne ich es auch aus meiner Uni, als "Spickzettel" ist ein (doppelseitig) beschriebenes DIN A4 Blatt in den Klausuren erlaubt, nützen tut es jedoch den wenigsten Studierenden..
  9. #18

    Kurvendiskussionen in Mathe ernsthaft?

    Zitat von vitalik Beitrag anzeigen
    Was soll diese Logik? Unsere Professoren empfehlen am Anfang des Semesters eine Literaturliste, die das behandelnde Thema behandeln. Bei manchen Kursen, die für mich besonders interessant waren, habe ich schon mal mehrere Bücher darüber gelesen. Wenn ich dann in die Vorlesung komme und der Professor das erzählt, was ich schon gelesen habe, dann gehe ich wieder. Nach Ihrer Logik sollte der Professor mich dann von der Prüfung ausschliessen, obwohl ich das Thema verstanden und die Prüfung gut gelöst habe. Bei vielen Studiengängen ist Mathe dabei, soll man sich dann zum dritten mal im Leben die Kurvendiskusion anhören.

    Zum Thema Spickzettel. Wie wäre es, wenn die Prüfungen nicht nur aus dem Auswendiglernen bestehen würden. Müsste man bei den Aufgaben nachdenken und diese durch Logik lösen, würden die Spickzettel nichts bringen. Das sieht man zB an Matheprüfungen, da durften wir alle Unterlagen verwenden, trotzdem fallen da regelmäßig über 50% durch.
    Also wenn ich mich richtig erinnere (und ich bin nur Physikstudent- oder ist man mit B.Sc. schon Physiker? eher nicht) war der Teil "Kurvendiskussion" so in ca. 5 Minuten abgehandelt. Zumal es häufig bei Mathe-Veranstaltungen so ist, dass man Übungszettel bearbeiten muss, um zur Klausur zugelassen zu werden. Egal wie man sie jetzt macht, aber man muss sie machen.
    Dazu kommt, dass die meisten Klausuren entweder "Kofferklausuren" sind (alle Bücher und Aufzeichnungen, die man möchte, dürfen verwendet werden) oder man zumindest einen handgeschriebenen A4-Zettel mit reinnehmen darf. Also eigentlich sollte Mathe für sowas ein relativ schlechtes Beispiel ist. Auch wenn ich als Übungsleiter schon grausame (aber sehr weniger) Abschreib-Versuche bei besagten Übungsblättern gesehen habe. Aber naja, da dürfen sich die Leute die Punkte eben untereinander aufteilen und wenn sie den Kram nicht verstanden haben, fliegen sie durch die Klausur. Aber ohne Mitarbeit kommt man durch kaum eine ernstzunehmende Mathe-Veranstaltung.
  10. #19

    Aufgaben

    Zitat von des_pudels_kern Beitrag anzeigen
    Also wenn ich mich richtig erinnere (und ich bin nur Physikstudent- oder ist man mit B.Sc. schon Physiker? eher nicht) war der Teil "Kurvendiskussion" so in ca. 5 Minuten abgehandelt. Zumal es häufig bei Mathe-Veranstaltungen so ist, dass man Übungszettel bearbeiten muss, um zur Klausur zugelassen zu werden. Egal wie man sie jetzt macht, aber man muss sie machen.
    Bei uns musste man nichts vorlegen und es gab keine Pflicht Vorlesung zu besuchen. Ich habe nur ein kleines Beispiel genommen, aber es stimmt schon, die Theorie hat man schnell durch und dann gehts es mit üben, üben und nochmals üben. Das kann man wiederrum auch Zuhause oder in Gruppen machen.
    Zitat von des_pudels_kern Beitrag anzeigen
    Dazu kommt, dass die meisten Klausuren entweder "Kofferklausuren" sind (alle Bücher und Aufzeichnungen, die man möchte, dürfen verwendet werden) oder man zumindest einen handgeschriebenen A4-Zettel mit reinnehmen darf. Also eigentlich sollte Mathe für sowas ein relativ schlechtes Beispiel ist. Auch wenn ich als Übungsleiter schon grausame (aber sehr weniger) Abschreib-Versuche bei besagten Übungsblättern gesehen habe. Aber naja, da dürfen sich die Leute die Punkte eben untereinander aufteilen und wenn sie den Kram nicht verstanden haben, fliegen sie durch die Klausur. Aber ohne Mitarbeit kommt man durch kaum eine ernstzunehmende Mathe-Veranstaltung.
    War bei uns ja auch so, aber die Mitarbeit geschah eher unter Komilitonen. Der Prof hat sein Programm abgespullt und alle haben die ganze Zeit von der Tafel abgeschrieben. War wahrscheinlich für manche das Verhängnis, da man entweder mitschreiben oder eben zuhören und verstehen konnte.