Schrottreife "Lyubow Orlowa": Russisches Geisterschiff nähert sich Europa

APOhne Besatzung treibt die schrottreife "Lyubow Orlowa" im Atlantik, nun nähert sie sich Irland. Das russische Geister-Kreuzfahrtschiff ruft Umwelt-Aktivisten auf den Plan, sie fürchten eine Verschmutzung des Meeres. Doch niemand fühlt sich für das schwimmende Altmetall zuständig.

http://www.spiegel.de/panorama/lyubo...-a-885179.html
  1. #60

    Was für ein haarsträubender Unsinn.

    Wenn sich das internationale Seerecht sich in den letzen dreißig Jahren nicht grundlegend geändert hat, gehört ein manöverierunfähiges Schiff auf See dem der es zuerst abschleppt. Und dabei ist es egal ob es in irgendwelchen Hoheitsgewässern treibt.

    Wer schreibt nur solche hirnrissige Artikel und nennt auch noch Namen von "Experten". Eine Recherche würde entweder ergeben, dass es diese "Experten" gar nicht gibt, oder aber die haben gar keine Ahnung und machen sich nur wichtig.

    Vielleicht erinnert sich noch einer an den 1978 vor der Normandie havarierten Tanker Amoco Cadiz. Da kam dann die "Pacific" von der Hamburger Reederei Bugsier, bei der ich auch beschäftigt war, und stellte eine Schleppverbindung her um den Tanker ins offene Meer zu ziehen. Da jedoch die Tankerbesatzung glaubte, die Ruderanlage wieder instand setzen zu können, kappte diese das Schlepptau. Das Kappen hatte nur einen Grund, die Bergung. Hätte man vorher einen Vertrag abgeschlossen, wäre nur die ausgehandelte Vertragssumme fällig gewesen. Bei einer Bergung jedoch, wird von der Versicherung der gesamte Wert des Schiffen an den Schlepper gezahlt, da diesem nach internationalem Seerecht das havarierte Schiff gehört. Da nun die Amoco Cadiz manöverierunfähig war, sah Bugsier keinen Grund, mit denen einen Vertag abzuschließen weil eine Bergung eben mehr bringt. Deshalb kam es zum Unglück.

    Auch gab es schon öfters Fälle in denen Yachtbesatzungen vergessen haben, eine Leiter rauszuhängen und alle zum schwimmen gingen. Wenn dann keiner mehr an Bord kann, ist das Schiff manöverierunfähig und gehört dem ersten Schiff das vorbeikommt und die Yacht auf den Haken nimmt, egal ob von der Besatzung noch jemand lebt.

    Erst informieren, dann schreiben. Wer also ein paar tausend Tonnen Stahl haben will, kann sich das Ding einfangen. Sofern es das überhaupt gibt.
  2. #61

    Fliegende Orlowa

    Tja, in 200 Jahren werden sich die Iren von der "Fliegenden Orlowa" erzählen, deren Kapitän nicht in die Schrottpresse wollte, einen Pakt mit dem Teufel schloss und das Abschlepptau durchgehauen hat, oder so.
  3. #62

    Zitat von io_gbg Beitrag anzeigen
    Das Schiff heißt
    - Ljubow Orlowa
    in der in Deutschland verbreiteten Transliteration


    oder
    - Lyubov Orlova
    in der internationalen Standardtranslitteration.


    "Lyubow Orlowa" ist einfach falsch!
    Und so was von egal.
  4. #63

    ...

    Zitat von witti Beitrag anzeigen
    Dass der Eigner, also dieser Schrotthändler der das Schiff zum abwracken gekauft hat, keine Rechte mehr an dem Schiff hat kann ich mir nicht vorstellen. Gut, wenn der Eigner oder der Kapitän das Schiff aufgibt dann mag das so sein. Aber hier ist die Sache doch ganz anders gelagert: Das Seil zum Schlepper ist gerissen, der Schlepper ist von den kanadischen Behörden zurückbeordert worden. Aber der Eigner hat sein Schiff nicht aufgegeben. Nach meiner Ansicht müsste sich entweder die Firma, die für das Abschleppen zuständig war um das Schiff kümmern (weil sie ihren Auftrag wegen Schlamperei nicht erledigt hat), oder die kanadischen Behörden (weil die den Schlepper zurückbeordert haben, wohl wissend dass da noch ein Schiff dranhing). Somit müsste entweder die Firma oder der Kanadische Staat verpflichtet werden den Auftrag ordnungsgemäß zu Ende zu führen und das Schiff dahin bringen, wo der Eigner es haben will.
    Es kommt nicht auf Ihre Vorstellungskraft an, sondern auf die rechtlichen Gegebenheiten, diese sind nun mal so wie ich sie beschrieben habe!
    Ich habe das Seerecht nicht geschrieben, es entspringt auch nicht meiner Fantasie.
    Es gibt viele Dinge von denen ich keine Ahnung habe, ich akzeptiere dann aber Darstellungen von Leuten die sich in ihrem Metier auskennen!
  5. #64

    ....

    Zitat von witti Beitrag anzeigen
    Dass der Eigner, also dieser Schrotthändler der das Schiff zum abwracken gekauft hat, keine Rechte mehr an dem Schiff hat kann ich mir nicht vorstellen. Gut, wenn der Eigner oder der Kapitän das Schiff aufgibt dann mag das so sein. Aber hier ist die Sache doch ganz anders gelagert: Das Seil zum Schlepper ist gerissen, der Schlepper ist von den kanadischen Behörden zurückbeordert worden. Aber der Eigner hat sein Schiff nicht aufgegeben. Nach meiner Ansicht müsste sich entweder die Firma, die für das Abschleppen zuständig war um das Schiff kümmern (weil sie ihren Auftrag wegen Schlamperei nicht erledigt hat), oder die kanadischen Behörden (weil die den Schlepper zurückbeordert haben, wohl wissend dass da noch ein Schiff dranhing). Somit müsste entweder die Firma oder der Kanadische Staat verpflichtet werden den Auftrag ordnungsgemäß zu Ende zu führen und das Schiff dahin bringen, wo der Eigner es haben will.
    Stellen Sie sich vor, da treibt ein aufgegebenes Großcontainerschiff mit Ladung auf dem Meer. Mehrere Berger balgen sich um das Schiff, derjenige der die erste Schleppverbindung herstellt hat das Schiff in Besitz genommen, er sollte dann jemanden an Bord belassen der den "Besitz" sichert, sollte die Schleppverbindung nähmlich unterbrochen werden/ reißen, könnte das Spiel von vorne beginnen
  6. #65

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ohne Besatzung treibt die schrottreife "Lyubow Orlowa" im Atlantik, nun nähert sie sich Irland. Das russische Geister-Kreuzfahrtschiff ruft Umwelt-Aktivisten auf den Plan, sie fürchten eine Verschmutzung des Meeres. Doch niemand fühlt sich für das schwimmende Altmetall zuständig.

    Lyubow Orlowa: Geisterschiff alarmiert Umweltschützer - SPIEGEL ONLINE
    An alle welche sich Sorgen machen das da ein Schiff unbemannt und unbeleuchtet im Nordatlantik treibt und die Schiffahrt gefährdet sollten sich beruhigen, die Verdriftung Schiff wird beobachtet die ungefähre Position, der Seeraum wo es treibt ist bekannt und wird laufend in den NTM (notice to mariners) aktualisiert.
    Schiffe in dem in Frage kommenden Seegebiet werden schon achtgeben.
    Spon ist für diese infos natürlich nicht das richtige Medium!
  7. #66

    ..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ohne Besatzung treibt die schrottreife "Lyubow Orlowa" im Atlantik, nun nähert sie sich Irland. [/url]
    Was für ein journalistischer Unfug. Es zeigt sich, dass es angeraten ist den Medien und insbesondere dem Spiegel gegenüber skeptisch zu sein, da mit hoher Wahrscheinlichkeit reißerische Unwahrheiten verbreitet werden.

    Dieses Schiff befindet sich derzeit noch deutlich näher an Kanada als "vor Irland". Es nähert sich damit keinesfalls Irland.

    Ein nennenswertes und medienfähiges Problem stellt es eh nicht dar. Randmeldung und gut. Wenn sich ein paar ökologisch übermotivierte Gutmenschen darüber aufregen ist das egal.
  8. #67

    Natürlich existiert ein Eigentümer,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ohne Besatzung treibt die schrottreife "Lyubow Orlowa" im Atlantik, nun nähert sie sich Irland. Das russische Geister-Kreuzfahrtschiff ruft Umwelt-Aktivisten auf den Plan, sie fürchten eine Verschmutzung des Meeres. Doch niemand fühlt sich für das schwimmende Altmetall zuständig.

    Lyubow Orlowa: Geisterschiff alarmiert Umweltschützer - SPIEGEL ONLINE
    der auch jetzt noch für alle Gefahren, welche von diesem Schiff ausgehen, verantwortlich und haftbar ist.

    In der Regel ist das dem Flaggenstaat sowie der IMO bekannt und so wird das Schiff in Küstennähe abgefangen werden, wenn man an der irischen Küste rechtzeitig eingreift, was angesichts der dort zumeist vorherschenden ungünstigen Wetterlage frühzeitg geschehen sollte.

    Wohin das Ding dann geschleppt wird, ist der nächste Haken.

    Wie sich zeigt, ist die maritime Staatengemeinschaft ja im Falle der MSC Flaminia nicht in der Lage gewesen, geschweige denn willens gewesen ist, schnell und wirksam - dafür gibt es eigentlich das internationale Einheitsrecht der IMO - zu reagieren, um drohenden Schaden von der Umwelt fernzuhalten.

    Aber auch in der maritimen Welt herrscht lediglich der Wasserkopf der Regeln vor, wahrgenommen von lauter Wichtigmännern; wenn die Ka... jedoch am dampfen ist, weiß keiner was praktisch und schnell zu tun ist, niemand hält sich für zuständig - "a punto pinto" läßt grüßen.

    Es ist leider wie überall: Neue Regeln, neue behördliche Gebühren, das war es im Grunde und wenn dann ein herrenloses oder manövrierunfähiges Schiff auf die Küste zutreibt, streitet man erst einmal über die Zuständigkeit, bis es zu spät ist.
  9. #68

    Sie sind mir einer ...

    Zitat von Pango Beitrag anzeigen
    Wird wohl die beste Lösung sein. Das Meer könnte tausende solcher Pötte schlucken, ohne dass das in irgendeiner Weise an den Badestränden gemessen werden könnte. Ist wie mit dem Öhlbohrplattformen: Versenken ist manchmal ökologischer, als ein kostspieliges und energieintensives Recycling. Aber rein psychologisch ist sowas dem Laien natürlich schwer zu vermitteln. Dieses Geisterschiff muss jedenfalls so oder so Weg, bevor noch jemand zu schaden kommt. Soll die britische Marine ein Übungsschießen daraus machen ...
    ... nur ja keine Verantwortung übernehmen für die Gifte, mit denen die Wirtschaft vorher Geld gemacht hat. Derjenige, der das Gift zuletzt übernommen hat, weil er sich davon einen Reibach verspricht, hat gefälligst auch für eine gefahrlose Entsorgung zu übernehmen.

    Da man dann gerne irgendeinen kleinen Strohmann vorschickt, dem man bei einer Pleite nichts anhaben kann, finde ich eine Konvention schick, wonach die Vornutzer finanziell mit haften, wenn der letzte Käufer finanziell überfordert ist.

    Dafür braucht's eine ordentliche Überwachung der Verwendungs- und Herkunftsnachweise für die Giftstoffe - und vor allem die Regelung, dass die Chefs der Firmen, die der Reihe nach für die Kosten-Übernahme zuständig sind, in den Knast gehen, wenn sie keine fachgerechte Entsorgung bezahlen.

    ... Und Sie, Sie wollen den ganzen Rotz einfach im Meer versenken ... wissen Sie, es kann ja sein, dass das Meer einiges verzeiht ... aber es ist letztlich alles eine Frage der Dosis.

    Ich nehme an, es würde Ihnen gefallen, wenn Klärgruben-Entsorger vor Ihrem Haus die flüssige und feste Notdurft abladen. Wissen Sie, vom Standpunkt der Natur her ist das nur eine vergleichsweise unbedeutende Stelle, die Natur wird das Problem schon richten.

    Die olfaktorische Belästigung ... nun ja, wen's halt trifft. In diesem Fall halt mal Sie. Wenn der Haufen vor dem Garten größer wird ... nun ja, mag sein, dass es Auswirkungen auf's Trinkwasser hat.

    Hm ... ich nehm' an, man soll dann schulterzuckend drüber hinwegsehen, was da vor Ihrem Grundstück passiert.

    Nichts anderes ist ihre etwas verklausulierte Forderung, dass man die Giftstoffe doch im Meer entsorgen könnte.

    Der Mensch muss sich die kleine blaue Kugel da im Weltraum nicht kaputtmachen.
  10. #69

    Falsch

    Zitat von jujo Beitrag anzeigen
    Der ehemalige Eigner hat mit der Aufgabe des Schiffes alle Rechte daran verloren und gleichzeitig sich aller Verpflichtungen entledigt. das ist nun mal im internationalen Seerecht so.
    Was Sie da in den Raum stellen ist grundlegend falsch und träumerhaft. Auf diese Weise könnte jeder Reeder bzw. Eigner seinen möglicherweise sogar mit Schadstoffen kontaminierten Schiffspark auf offener See entsorgen.
    Informieren Sie sich bitte erstmal ehe Sie derartigen Mumpitz schreiben. Der Eigner des Schiffes ist verpflichtet bei Aufgabe seines Schiffes dies den Beörden zu melden. Das hat was mit Verantworlichkeit zu tun, in der der Reeder sehrwohl steht.
    Sie können sich gerne auch mal hier belesen
    Ships - Environment - European Commission