Kampf um Politik-Fakten: Automat, sag mir die Wahrheit!

APIm US-Journalismus sind Daten-Nerds auf dem Vormarsch. Sie lieben Diagramme, Statistiken und neuerdings den Truth-Teller - einen Automaten, der Politiker-Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Doch der Fakten-Wahn kann ein Problem nicht lösen: die ideologische Spaltung Amerikas.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-884040.html
  1. #1

    "..die ideologische Spaltung Amerikas."

    Der Artikel beschreibt richtig aber subsumiert falsch. Die Reichen wollen reich bleiben oder noch reicher werden und die Armen wollen mehr haben / besser leben. Das ist kein ideologischer Streit, sondern (nur) eine Wohlstandsverteilungsdebatte.
    Ähnlich ist es bei uns mit der angeblichen Gerichtigkeitsdebatte. Sobald es den Armen besser geht, verschwindet die scheinbare Ideologie.
    Die soziale Marktwirtschaft war eine gute Erfindung, den Raubtierkapitalismus so zu entschärfen, dass er weiterhin produktiv bleibt und ein großer Teil des (dringend benötigten) Mehrwertes in höhere Löhne und Soziales fliesst. Diese früher bessere Balance wird seit einigen Jahren von der Globalisierung aus dem Gleichgewicht gebracht, aber ebenfalls nur scheinbar; denn zukünftig geht es um Umverteilung zugunsten jener fleissigen Arbeiter in fernen Ländern wie z.B China, die sich seit Jahren über höhere Reallöhne freuen.
    Insofern sind jene Sozis witzig, die früher die Internationale sangen und heute genervt sind, dass es wirklich diese (böse) soziale Globalisierung gibt.
  2. #2

    Einer der Gründe, wieso ein Zwei-Parteien-System ziemlich bescheuert ist. Weil es an den Idioten von Menschen scheitert ..
  3. #3

    Wer eine Kampange mit Change macht und dabei nur etwa 52% der Stimmen erhält muss damit rechnen dass die anderen 48% nicht glücklich sind. Verglichen mit Deutschland wäre das etwa so als würde man die MWsT um 5% erhöhen und die Mehreinnahmen an die Arbeitslosen und Armen verteilen. Ich hoffe dass das keiner akzeptieren würde.
  4. #4

    Fakten sind im deutschen Journalismus Mangelware

    Sehr schönes Beispiel mit George Bush wird verwendet. Auf der einen Seite die "Befreiung der Iraker" und auf der anderen Seite "Krieg aufgrund falscher Tatsachen (Massenvernichtungswaffen)": was ist nun wichtiger bei einer Beurteilung dieses Sachverhalts?

    Ich fände es schön, wenn es mit unabhängige Berichterstattung gäbe. Leider hat man gerade hier in Deutschland immer den Eindruck, dass der Inhalt eines Artikels meist vorher feststeht und an einer unabhängigen Darstellung kein Interesse besteht.

    Etwas mehr Fakten (auch mit Hilfe von Statistiken) und etwas weniger Meinung würde dem deutschen Journalismus gut tun.
  5. #5

    Lüge!!

    "Durch die erfolgreiche Invasion der USA und ihrer Verbündeten wurden 25 Millionen Iraker vom Joch der Diktatur befreit."
    Noch nicht mal das ist ein positiver Aspekt!! Wie viel Iraker sind pro Jahr durch die Hand Saddam Husseins gestorben?! Und wie viele sind es pro Jahr seit dem die Amis da unten ihr Unwesen treiben?!
    Diese Zahlen will Bush und Konsorten nicht hören!!!
  6. #6

    Traue kener Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast

    Ich denke Amerika hat ganz andere Probleme.
    man sollte sich lieber darüber unterhalten, wann Amerika so pleite ist, dass selbst Griechenland ihm Spenden schickt.
  7. #7

    Zitat von gerechtigkeit28 Beitrag anzeigen
    "Durch die erfolgreiche Invasion der USA und ihrer Verbündeten wurden 25 Millionen Iraker vom Joch der Diktatur befreit."
    Noch nicht mal das ist ein positiver Aspekt!! Wie viel Iraker sind pro Jahr durch die Hand Saddam Husseins gestorben?! Und wie viele sind es pro Jahr seit dem die Amis da unten ihr Unwesen treiben?!
    Diese Zahlen will Bush und Konsorten nicht hören!!!
    was hat die todesrate mit freiheit zu tun?
    ich nenne ihn ein beispiel
    Hongkong war nie frei als britische Kolonie und jetzt als chinesische Provinz. Trotzdem war die Lebenserwartung dort die zweithöchste aus Asien und ist auch jetzt noch am obersten Ende der Skala.
  8. #8

    Freiheit geht nur lebendig

    Zitat von Battlemonk Beitrag anzeigen
    was hat die todesrate mit freiheit zu tun?
    ich nenne ihn ein beispiel
    Hongkong war nie frei als britische Kolonie und jetzt als chinesische Provinz. Trotzdem war die Lebenserwartung dort die zweithöchste aus Asien und ist auch jetzt noch am obersten Ende der Skala.
    Wenn wir bombardiert werden und meine Kinder sterben, fühle ich mich nicht befreit. Auch die HKG Chinesen machen Kompromisse und genießen ihre eingeschränkte Freiheit. Die hohe Lebenserwartung kommt von guter Gesundheit, welche die Chinesen hinter der Grenze ebenfalls anstreben - anstatt sich milionenfach vor rollende Panzer zu werden.
    Ich habe auch noch keinen getroffen, der sich eine Bombardierung durch Amis wünscht zwecks Befreiung.
  9. #9

    Hinter praktisch jeder Ideologie steht letztlich nur verkappter Eigennutz!

    Zitat von spiekr Beitrag anzeigen
    Der Artikel beschreibt richtig aber subsumiert falsch. Die Reichen wollen reich bleiben oder noch reicher werden und die Armen wollen mehr haben / besser leben. Das ist kein ideologischer Streit, sondern (nur) eine Wohlstandsverteilungsdebatte.
    Ähnlich ist es bei uns mit der angeblichen Gerichtigkeitsdebatte. Sobald es den Armen besser geht, verschwindet die scheinbare Ideologie.
    Hinter praktisch jeder Ideologie stehen handfeste Interessen!

    Die Ideologie bedient meistens nur die Interessen derer, die ihren persönlichen Eigennutz als allgemeinnützig tarnen wollen, - und natürlich denen, die ihnen gerne auf den Leim gehen, weil diese Ideologie es ihnen erspart, sich mit realistischen Weltbildern ihren Kopf zu überlasten.

    Aber was heißt eigentlich angeblich? Schlussendlich ist diese Gerechtigkeitsdebatte nur ein Ventil, dass den Druck abbaut, der sich durch die Demokratiedefizite der zu marktkonformen parlamentarischen Halbdemokratie aufgebaut hat. Das Gerechtigkeitsproblem wird auch durch den Umstand gefüttert, dass der sogenannten Volksvertretung (wohl nicht nur in Deutschland) bevorzugt Vertreter der Gesellschaftsgruppen angehören, die eher zu den Nutznießern der Gerechtigkeitslücke gehören!