Amazon, KiK, Aldi & Co – ist "preiswert" jeden Preis wert?

Der deutsche Konsument mag es billig. Der Handel, auch der im Internet, weiß das, und wer erfolgreich sein will, muss niedrige Preise bieten. Nun sind die Arbeitsbedingungen von Amazon oder KiK ins Gerede gekommen, und der oft erstaunte Konsument endeckt, dass "preiswert" eben doch seinen Preis hat - wenn auch nicht für den Käufer. Sind wir dem Billig-Wahn verfallen, ohne Rücksicht auf Risiken? Ist dieses "preiswert" wirklich jeden Preis wert?
  1. #1

    Was man nicht weiss........

    Was wir mehr bezahlen ist ein "Markennamen", teureres Marketing, gehobenere Geschäftslagen und einige Wucher-Zwischenhändler oder Händlermonopole dazwischen.

    Tommy Hilfiker gehörte APAX ebenso wie Takko und profitiert noch Heute von den gleichen Sub-Produzenten.

    Deutsche Sportartikel-Hersteller wie Adidas/Puma produzieren fast Nichts mehr selbst, alles wird von Sub-Produzenten Hergestellt, selbst solche die auch für RENO, Deichmann etc. produzieren.
  2. #2

    Man hinkt der Konkurrenz meilenweit hinterher. Der Kunde ist das Opfer zum ausnehmen

    Auch mit günstigeren Gehältern/Arbeitsbedingungen wären die Teueren Marken nicht konkurrenzfähig in ihren Palästen und mit ihrem Monopol-Zwischenhändler.


    -Wenn der Produzent einfacher für diese Firmen Aldi, Lidl und Kik produzieren kann mit weniger Sonderwünschen.

    -Kein abschöpfender Zwischenhandel mehr besteht.

    -Das grösste Marketing über "sehr Gut" Konsumenten-Tests/Sendungen läuft und Mundpropaganda läuft.

    -Die Geschäftsimmobilien günstiger stehen und unterhalten sind.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ..., und der oft erstaunte Konsument endeckt, dass "preiswert" eben doch seinen Preis hat - wenn auch nicht für den Käufer.
    Naja, ob der Käufer wirklich Pferd in seiner Lasangne haben will?
    Der kapitalistische Wohlstand ist zur Hälfte Illusion, wenn auf der Pizza kein richtiger Käse ist, oder Analog-Schinken, oder sonst was.
    Mit dem Billigwahn legen sich die Käufer selber rein.
    Ungeachtet dessen, ob man sich anständige Lebensmittel überhaupt leisten kann.
    Denn das ist nämlich eine ganz andere Einkommensdebatte, wieviel Geld man zum menschenwürdigen Leben braucht.
    Billigklamotten von denen man Ausschlag bekommt, kann ja nicht für jeden die Antwort sein.
    Auch wenn es Menschen gibt, für die es funktioniert.
  4. #4

    Die Ämter sind von Gesetzes wegen nicht in der Lage ein zu greifen

    Zitat von Websingularität Beitrag anzeigen
    Naja, ob der Käufer wirklich Pferd in seiner Lasangne haben will?
    Der kapitalistische Wohlstand ist zur Hälfte Illusion, wenn auf der Pizza kein richtiger Käse ist, oder Analog-Schinken, oder sonst was.
    Mit dem Billigwahn legen sich die Käufer selber rein.
    Ungeachtet dessen, ob man sich anständige Lebensmittel überhaupt leisten kann.
    Denn das ist nämlich eine ganz andere Einkommensdebatte, wieviel Geld man zum menschenwürdigen Leben braucht.
    Billigklamotten von denen man Ausschlag bekommt, kann ja nicht für jeden die Antwort sein.
    Auch wenn es Menschen gibt, für die es funktioniert.
    1.Bei den Lasagne waren die Billigsten schon teurer als Selbstgemacht
    2.Die Gleiche Lasagne unter verschiedenen Eigenmarken mit 150% Preisunterschied im Markt.

    3.Pferdefleisch ist nicht das Billigste aber mit Lamm eines der Besten Fleische.

    Selbstgemachtes ist nur bei den Lebensmittel und Genussmittel billiger sonst immer teurer.

    Websingularität mit Verlaub:

    1/3 der Gastro-Grossisten Huftiere Theke ist mit Kuhfleisch gefüllt (Kein Rind oder Kalb), wird rege gekauft und teuer als Rind dem Kunden auf den Tisch gesetzt.

    Rinds-Gulasch, Rinds-Hack, Rinds-Schnitzel, Rinds-Geschnetzeltes, Braten........ ja der Preis ist Rindsteuer für die Kuh.
    In Würsten wird die alte Kuh zum "Premium" Rind und teuer. Alles was schon beim Kauf mariniert, paniert oder gewürzt ist ist meist Minderwertiger oder beim Ablaufdatum in die Frische-Theke mit Marinade nachbehandelt geworden.

    Freitags 50% Rabatt? Denkste. Ab in die Theke Samstags und mit Marinade und Paprika schön auf Rot getrimmt und 15% teurer gemacht.

    Buchhalten können die Händler schon längst, immer schön in den Schranken der Gesetze, Hygiene und Frische zählt für die Ämter ja nur.

    Ob Kuh oder Pferd wirklich Rind ist merken gewürzt und zubereitet selbst die Metzger und Köche nicht. Aber bei dem preis kann es ja nur Rind sein.........lach
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der deutsche Konsument mag es billig. Der Handel, auch der im Internet, weiß das, und wer erfolgreich sein will, muss niedrige Preise bieten. Nun sind die Arbeitsbedingungen von Amazon oder KiK ins Gerede gekommen, und der oft erstaunte Konsument endeckt, dass "preiswert" eben doch seinen Preis hat - wenn auch nicht für den Käufer. Sind wir dem Billig-Wahn verfallen, ohne Rücksicht auf Risiken? Ist dieses "preiswert" wirklich jeden Preis wert?
    Das ist die Folge von verfehlter Familien-, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik. Die deutsche Politik ist durch die Abgeordneten der Wirtschaft die im Bundestag sitzen von der Wirtschaft übernommen worden. Bestes Beispiel dafür sind die Abgesandten der Wirtschaft die in den Ministerien sitzen und verfassungswidrige Gesetze formulieren.
    Wer ein ganzes Land zu Prekarianern macht ( selbst gute Einkommen reichen meist nicht aus ), wer politisch einen Niedriglohnsektor schafft, und diesen dann der Wirtschaft zur freien Verfügung überlässt, schafft die Grundlagen für solche unsinnigen Verhaltensweisen. Die Politik hat die Unternehmen von der Leine gelassen, und nun kann sich keiner mehr beklagen, dass da etwas schief läuft. Besonders diejenigen dürfen sich nicht beklagen, die alle 5 Jahre das demokratische Deckmäntelchen für den herrschenden Faschismus abgeben.


    rolli
  6. #6

    Zitat von mitbestimmender wähler Beitrag anzeigen
    1.Bei den Lasagne waren die Billigsten schon teurer als Selbstgemacht
    2.Die Gleiche Lasagne unter verschiedenen Eigenmarken mit 150% Preisunterschied im Markt.
    ...
    Ob Kuh oder Pferd wirklich Rind ist merken gewürzt und zubereitet selbst die Metzger und Köche nicht. Aber bei dem preis kann es ja nur Rind sein.........lach
    Kurz zum Pferdefleisch. Ich esse es sehr gerne, und es ist nicht billig. Wenn diese teure Fleisch in die Lasagne kommt, dann stimmt mit diesem Fleisch etwas nicht. Ganz zu Beginn der Aufregung wurde gesagt, dass im Pferdefleisch Arzneimittelrückstände gefunden wurden. Davon will jetzt keiner was wissen, aber wenn teures Fleisch in Billigware kommt, dann ist das garantiert Fleisch, das anderweitig nicht verkauft werden kann und darf.
    Die Politik-Wirtschaftsmafia richtet sich das schon wieder zurecht.

    rolli
  7. #7

    Amazon,Kik,Aldi& Co - ist "preiswert" jeden Preis wert?

    Zitat von mitbestimmender wähler Beitrag anzeigen
    1.Bei den Lasagne waren die Billigsten schon teurer als Selbstgemacht
    2.Die Gleiche Lasagne unter verschiedenen Eigenmarken mit 150% Preisunterschied im Markt.
    ...
    Ob Kuh oder Pferd wirklich Rind ist merken gewürzt und zubereitet selbst die Metzger und Köche nicht. Aber bei dem preis kann es ja nur Rind sein.........lach
    Ja, das sind auch meine Erfahrungen - unterdessen gehe ich nicht mehr bei Italienern Pizza essen, das ist ja eklig, eine Pizza bei unserer ehemaligen Stammpizza kostet in normal 8,50 Euro und und hat statt gekochten Schinken diesen wiederlichen aus Restestücken zusammen geklebten Schinken und bei "Reichelt" Edeka bin ich schon desöfteren die alten Sachen umtauschen gegangen. Das schlechte Fleisch mußte ich nicht zum Umtausch mitbringen - ob eklige Hühnchen mit Stempel vom Tage,oder angebliche Rinderhesse, die innen aufgetaut war und außen schockgefroren - diese Sachen werfe ich weg und gehe nicht mehr dort einkaufen. Bei Reichelt habe ich schon schlechten Lachs erhalten, auch im KADEWE, aber bei Aldi fliegen die Zulieferer und der Lachs war immer gut. Keine falschen Haltbarkeitsdaten.
    Und ich koche selbst- und trotzdem lauert auch hier der Anschiss durch das Personal.
  8. #8

    Wer erntet den Profit ohne den Preis zahlen zu müssen? Aktionäre oder Konsumenten?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der deutsche Konsument mag es billig. Der Handel, auch der im Internet, weiß das, und wer erfolgreich sein will, muss niedrige Preise bieten. Nun sind die Arbeitsbedingungen von Amazon oder KiK ins Gerede gekommen, und der oft erstaunte Konsument endeckt, dass "preiswert" eben doch seinen Preis hat - wenn auch nicht für den Käufer. Sind wir dem Billig-Wahn verfallen, ohne Rücksicht auf Risiken? Ist dieses "preiswert" wirklich jeden Preis wert?
    Woran liegt es eigentlich, das in der deutschen Presse systematisch immer nur die Konsumenten schuld sind. Übersteigt es die Intelligenz von Journalisten zu bemerken, dass es auch Unternehmer gibt, die nach dem Motto mein Geiz steigert meinen Gewinn mindesten ebenso schuld sind?

    Oder liegt es vielleicht daran, dass die deutschen marktkonformen Parlamentarier durch sehr erfolgreiche PR-Aktivitäten die Presse erfolgreich davon abhalten, näher darauf einzugehen, dass es schlussendlich parteiübergreifendem Abbau der sozialen Komponente der Marktwirtschaft zu „verdanken“ ist, dass dem meisten Deutschen heutzutage nicht einmal der Unterschied zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus verständlich ist?

    PS: Es gibt bzw. gab eine soziale Marktwirtschaft, aber einen sozialen Kapitalismus gibt es nicht einmal als sprachliches Konstrukt!
  9. #9

    Zitat von annemarie5 Beitrag anzeigen
    aber bei Aldi fliegen die Zulieferer und der Lachs war immer gut. Keine falschen Haltbarkeitsdaten.
    Die Erfahrung habe ich auch gemacht und jeder einigermaßen Informierte weiss, was den betrügerischen Lieferanten bei Aldi passiert. Der FC Bayern-Präsident (sein Sohn liefert Nürnberger Bratwürste) hat einmal gesagt dass die Konditionen gut sind und fair, wenn aber ein Fehler passiert muss man mit großen existenzgefährdenden Konsequenten rechnen. Das ist allerdings dann auch ein Verbraucherschutz den ich als Kunde erwarte.