Filmreife Kino-Desaster: Oh, Mist - 20 Millionen Dollar versenkt

Geplatzt/ The DoubleWenn ein Super-Star Nacktszenen ausschließt, Mega-Egos aufeinander krachen oder der Geldgeber kalte Füße kriegt, hilft oft auch kein Oscar-Ruhm mehr. Selbst vielfache Preisträger mussten schon Filme beerdigen: Marlon Brando, Roman Polanski, Peter Jackson. Eine Galerie des Scheiterns.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/ki...-a-852694.html
  1. #30

    Zitat von Syrus Beitrag anzeigen
    Wenn man so etwas wissen möchte, ist imdb.com eine gute Adresse. Sieht für den "Ghost Writer" schlecht aus. Trotz positiver Kritiken stehen geschätzten Kosten von 45 Millionen nur etwas mehr als 15 Millionen als Einspielergebnis gegenüber. Auch inklusive weiterer Verwertung per DVD, TV etc. dürfte der Film deutlich unter den Kosten geblieben sein.
    Der Ghostwriter (2010) - IMDb
    Glaub mir Junge die Pfeffersäcke in Hollywood machen schon ihren Schnitt, ein Film von zehn der Kohle generiert reicht da völlig.
  2. #31

    Dorfkinos

    Zitat von Tokamak Beitrag anzeigen
    Ich habe lange auf dem Land gelebt (in den 70ern und 80ern) und kann das langsame Kinosterben in den Dörfern und Kleinstädten nur bestätigen und bedaure das auch sehr.
    Es geht auch anders, wie dieses kleine Kino im Westerwald vormacht:
    Wied-Scala Neitersen
  3. #32

    Der Forist hat aber rrecht. Neben den eigentlichen Produktionskosten hat der Verleih Kosten, die auch alle getragen werden wollen, nicht zu vergessen das Marketing, was bei einigen Filmen selber dreistelliges Millionenniveau annimmt.

    Pi mal Daumen rechnet man so: Umsatz größer gleich Produktionskosten x 2 " Film hat sich finanziell gelohnt.

    Zitat von Pat-Riot Beitrag anzeigen
    Sie sind bestimmt Chef-BWLer bei der Deutschen Bank. Toller Satz: "Um die Kosten zu decken, müssen die Aktien das Doppelte ihrer Kosten an Gewinn erzielen." Und die Differenz? Behält der Bank"berater".

    LOL.

    Wie definieren Sie Kosten?

    Vor allem: Wie definieren Sie "Kosten", die zu decken sind, im Unterschied zu den Kosten, die es gekostet hat?

    Es gibt also Kosten-Kosten, Kosten und "Kosten" - in der Reihenfolge zunehmender buchhalterischer Fiktionalität.
  4. #33

    Zitat von h.hass Beitrag anzeigen
    Bloß ist in keiner Weise belegbar, dass diese Kinos wegen der bösen Raubkopierer schließen mussten. Wenn Kimos zumachen müssen, gibt's sicherlich viele Ursachen.

    Fakt ist, dass die Content-Industrie trotz ewigem Gejammer weit davon entfernt ist, pleite zu gehen.
    Ich hatte von Raubkopieren gar nicht geredet.

    Und natürlich verursachen die finanzielle Schäden. Sie können die Ergebnisse bei der von Ihnen abfällig genannten "Content-Industrie" ja sehen: die ganze Kohle wird in Sachen gesteckt, die im Kino in möglichst kurzer Zeit abgefrühstückt sein wird (wer kan sich noch daran erinnern, dass Filmklassiker immer wieder im Kino liefen? - passiert heute kaum noch), bzw. technologisch so gemacht werden, dass ein Raubkopierer nichts davon hat, daher auch das große Interesse der Filmindustrie an 3D und HDR usw.

    Das kommt nicht unbedingt der Qualität der Filme zugute.
  5. #34

    Zitat von rulamann Beitrag anzeigen
    Glaub mir Junge die Pfeffersäcke in Hollywood machen schon ihren Schnitt, ein Film von zehn der Kohle generiert reicht da völlig.
    Sie wissen schon, dass z.B. die Produktion von "Skyfall" aufgrund finanzieller Probleme der Filmfirma ausgesetzt worden ist? Und das trotz der Gewissheit, dass der Film weit mehr als seine Kosten eispielen würde?

    Ich sagte es bereits, allzuviele Flops kann sich eine Filmfirma nicht leisten, wenn die Blockbuster 200 Millionen und mehr kosten und selbst "mittlere" Filme heutzutage 60, 70 Millionen verschlingen.

    Ich war in einem Testscreening für einen Film (ich verrate nicht welchen), wobei der Verleiher herausfinden wollte, ob er auf dem deutschen Markt in die Kinos gebracht werden soll oder gleich auf DVD erscheint. Das ist jetzt eine ganze Weile her, und der Film ist im Kino bisher nicht aufgetaucht.
  6. #35

    Zitat von mick_t Beitrag anzeigen
    Filme zu produzieren kostet mitunter ein kleines Vermögen ?

    Mit Verlaub werte/r abomig,

    die derzeit regelmässig genannten Produktionskosten für Filme sind mitnichten "ein kleines Vermögen" sondern überschreiten das Bruttosozialprodukt mittlerer Staaten.

    Oder meinten Sie "... ein kleines Vermögen pro Stunde ... " *grins
    Ich glaube, da verwechseln sie Millarden mit Millionen.
  7. #36

    Zitat von thelix Beitrag anzeigen
    Hm...vor 20 Jahren musste ich keine 200 m zum nächsten Kino (eine Leinwand) gehen. Als das dicht gemacht hat, musste ich sieben km fahren (zwei Leinwände). Dann musste ich 14 km fahren (sechs Leinwände). Nun sind es 52 km (!) bis zum nächsten Multi-Gigaplex mit wasweissich wievielen Sälen, in denen praktisch NUR aktuelle Blockbuster laufen.

    Merken Sie was? ^^
    Das mag schon sein. Aber nur weil die Frittenbude von nebenan zusperren muss, weil in der nähe ein McDonalds aufgemacht hat, befindet sich die Fast-Food-Branche noch lange nicht in der Krise.

    Das Problem ist schlicht das Wettrüsten unter den Kinos. Das kann sich kein kleines Kino leisten, nur die großen Kino-Ketten. Die Eintrittspreise an sich taugen ebenfalls nicht zum reich werden. Viel läuft inzwischen über die Verköstigung im Kino und "Premiumvortellungen" mit teureren Tickets (3D bspw)
  8. #37

    noch so ein beispiel

    Im Land der letzten Dinge (In the Country of the Last Things, Sci-Fi-Drama, Argentinien 2008) von Alejandro Chomski mit Eva Green

    genaues weiss man nicht,jedenfalls gibt es den film nicht wirklich
  9. #38

    Zitat von haraldkaffee Beitrag anzeigen
    Wie wahr. Und wie traurig zugleich. Dem Publikum wird größtenteils nur noch amerikanischer Durchschnittsmüll oder lächerliche Til Schweiger Komödien geboten. Als kultivierter Mensch mit Geschmack hat man es heutzutage nicht leicht, ein gutes Kino zu finden. Die kleinen Programmkinos haben es leider sehr schwer und gehen am Massen-"Geschmack" eins nach dem anderen zugrunde.
    ...
    Und dann immer das gleiche Mantra: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Der Handel, der Markt, die Exporte. Ja, ja, die Wirtschaft. Längst sind wir Sklaven der Wirtschaft geworden, wo es doch eigentlich umgekehrt sein sollte. Und weil auch die Kultur sich dem Wirtschaftsdiktat beugen muss, ist sie nur noch ein Schatten, nicht mehr ein Spiegel.
    Auch wenn ich Ihrem Beitrag zustimme liest er sich eher so, als ginge es Ihnen un die Selbstbeweihräucherung und der Abgrenzung vom dummen Pöbel als um den Inhalt ihres Beitrags selbst.
  10. #39

    Zitat von g0r3 Beitrag anzeigen
    Das mag schon sein. Aber nur weil die Frittenbude von nebenan zusperren muss, weil in der nähe ein McDonalds aufgemacht hat, befindet sich die Fast-Food-Branche noch lange nicht in der Krise.
    Der Vergleich hinkt nicht nur gewaltig, der sitzt vom Hals abwärts gelähmt im Rollstuhl. Es hat eben kein McDonalds in der Nähe aufgemacht. DAS ist ja das Problem. Um bei Ihrem Vergleich zu bleiben, würde die Frittenbude nebenan schließen, weil in über 50 km Entfernung ein McDonalds aufgemacht hat.

    Nebenbei bemerkt hat meine Wenigkeit nirgends behauptet, daß sich irgendeine Branche in der Krise befindet.

    Zitat von g0r3 Beitrag anzeigen
    Das Problem ist schlicht das Wettrüsten unter den Kinos. Das kann sich kein kleines Kino leisten, nur die großen Kino-Ketten. Die Eintrittspreise an sich taugen ebenfalls nicht zum reich werden. Viel läuft inzwischen über die Verköstigung im Kino und "Premiumvortellungen" mit teureren Tickets (3D bspw)
    Es läuft nicht nur viel über die Verköstigung: es ist praktisch die einzige Einnahmequelle der Kinos, da mittlerweile bis zu 70% des Ticketpreises an den Verleih gehen.

    Die Sache nur auf ein "Wettrüsten unter den Kinos" zu reduzieren greift auf jeden Fall viel zu kurz, da kommen noch mehr Faktoren zusammen, von denen EIN weiterer auch die Reduktion auf garantierte Einspielergebnisse durch sog. "four-quadrant movies" ist.