Filmreife Kino-Desaster: Oh, Mist - 20 Millionen Dollar versenkt

Geplatzt/ The DoubleWenn ein Super-Star Nacktszenen ausschließt, Mega-Egos aufeinander krachen oder der Geldgeber kalte Füße kriegt, hilft oft auch kein Oscar-Ruhm mehr. Selbst vielfache Preisträger mussten schon Filme beerdigen: Marlon Brando, Roman Polanski, Peter Jackson. Eine Galerie des Scheiterns.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/ki...-a-852694.html
  1. #10

    ghost writer

    war eine enorme enttäuschung und polanskis schlechtester film.
  2. #11

    Zitat von abominog Beitrag anzeigen
    Trotz Urheberrechtsproblematik boomen die Kinos quasi überall hier im Land, ist es nicht so? Die Zukunft der Filmbranche ist rosig, auch wenn hin und wieder mal ein paar Flops gedreht werden und Raubkopien dieses Business ein wenig beeinträchtigen. Wer etwas anderes behauptet, der lügt.
    Nein, ich lüge nicht. Das Problem ist, dass von ein paar Blockbustern abgesehen die meisten Filme Im Kino nicht so toll laufen, ihre Kosten meist erst über die DVD-Verwertung wieder einspielen.

    Und besagte Blockbuster sind dann so wichtig für die Filmproduktionsfirmen, dass tausende Leute daran herumdoktern, damit es auch nur ja kein Flop wird, denn eine 200-Millionen-Dollar-Pleite wie "John Carter" kann man sich nicht allzu häufig leisten.

    Also bekommen wir glattgeschliffene Mainstreamfilme wie "The Avengers".

    Und: ich kenne mehrere Kinos allein hier im Umkreis, die innerhalb der letzten zehn Jahre pleite gemacht haben. Die wären froh, wenn die Zukunft der Filmbranche rosig wäre und alle anderslautenden Behauptungen eine Lüge.
  3. #12

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen

    Und besagte Blockbuster sind dann so wichtig für die Filmproduktionsfirmen, dass tausende Leute daran herumdoktern, damit es auch nur ja kein Flop wird, denn eine 200-Millionen-Dollar-Pleite wie "John Carter" kann man sich nicht allzu häufig leisten.
    Auch wieder so eine Legende:
    "John Carter" war ein Flop, wenn man die üblichen Gewinne bei Filmen zu Grunde legt, aber Geld mitgebracht hat da niemand:
    Um mal Imdb ( John Carter - Zwischen zwei Welten (2012) - Box office / business) zu zitieren
    $282,778,100 (Worldwide) (12 August 2012)
    $73,078,100 (USA) (28 June 2012)
    zuzüglich der DVD Auswertung.

    Ein richtiger Flop sieht irgendwie anders aus.

    Aber es stimmt leider, dass vor allem Kinos mit ambitionierterem Programm große Schwierigkeiten haben - aber wer guckt schon ein albanisches Schwulendrama im Original mit Untertiteln...
  4. #13

    Zitat von Pat-Riot Beitrag anzeigen
    Die Differenz zwischen Kosten und Einnahmen würde mir persönlich für den Rest meines Lebens reichen.
    Die Studios erhalten wohl maximal die Hälfte der Kinoeinnahmen, so dass das Einspielergebnis entsprechend hoch ausfallen muss, um Gewinn zu erzielen. Die Kosten für Promotion und der PR-Reisen im Vorfeld der Veröffentlichung bitte auch nicht unterschätzen.

    Zusatzeinnahmen aus internationaler TV-Verwertung, Verleih und DVD/BD fallen häufig auch nicht entscheidend hoch aus...

    Zitat von mick_t Beitrag anzeigen
    Filme zu produzieren kostet mitunter ein kleines Vermögen ?

    Mit Verlaub werte/r abomig,

    die derzeit regelmässig genannten Produktionskosten für Filme sind mitnichten "ein kleines Vermögen" sondern überschreiten das Bruttosozialprodukt mittlerer Staaten.

    Oder meinten Sie "... ein kleines Vermögen pro Stunde ... " *grins
    Wobei die meiste Kohle wohl für die absurd hohen Gagen der Hauptdarsteller drauf geht...

    Vor einigen Tagen sah ich einen Film mit völlig belangloser und langweiliger Handlung. An die Handlung kann ich mich nicht erinnern, nur an die Wikipedia-Budget-Angabe iHv 75 Mio $. Selbstverständlich bin ich Laie, dennoch wirkte der Film wie gedreht mit maximal 10 Mio $ Budget. Der Rest versackte wohl in Gagen und "Verwaltung"...
  5. #14

    Gewinn oder kein Gewinn...

    Man kann eine grobe Schätzung machen, ob ein Film profitabel im Kino gelaufen ist. Grob heißt, dass ein Film etwa das doppelte seiner Kosten wieder einspielen muss, um die Kosten zu decken. Beim Ghostwriter wären das somit ca. 90 Mio weltweit gewesen. So viel war es wohl nicht, aber nachdem der Film noch auf DVD/BD (Miet-, und Kaufmedien) vertrieben wurde, dann die Rechte für Pay- und Free-TV verkauft wurden, kann man davon ausgehen, dass beim Ghostwriter keiner draufgezahlt hat. Bei vielen Filmen sieht es nicht mal so gut in Kino aus und trotzdem werden weiterhin solche Filme produziert. Auch nach dem Kinoeinsatz geht da noch einiges. Und während die Zahlen aus Kinoeinnahmen ja ziemlich öffentlich sind, bekommt man kaum was von den Zahlen und der Zweit- und Drittverwertung mit. Und da wird heute wohl noch mehr Geld gemacht, als im Kino.
  6. #15

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Nein, ich lüge nicht. Und: ich kenne mehrere Kinos allein hier im Umkreis, die innerhalb der letzten zehn Jahre pleite gemacht haben. Die wären froh, wenn die Zukunft der Filmbranche rosig wäre und alle anderslautenden Behauptungen eine Lüge.
    Ja auch ich kenne zahlreiche kleinere Kinos, die in den vergangenen Jahren verschwunden sind. Allerdings kenne ich parallel auch ein paar grössere Kinos, die anschliessend gebaut und mit neuesten Technologien ausgestattet wurden und wirklich hervorragend laufen. Diesen Aspekt sollte man bitte keineswegs ignorieren.

    Ich habe übrigens damals für die UFA gearbeitet und bin Herrn Riech in der gesamten Zeit (immerhin mehrere Jahre) nur einmal persönlich begegnet. Er hat sich damals zusammen mit seiner Frau "Dirty Dancing" bei uns angesehen. Dieser Film lief fast ein ganzes Jahr lang ausserordentlich erfolgreich, manche Besucher haben sich den Streifen 20 bis 30 mal bei uns im Kino angesehen...
  7. #16

    Sagen Sie bloß.

    Zitat von xcountzerox Beitrag anzeigen
    war eine enorme enttäuschung und polanskis schlechtester film.
    Da macht doch nicht jemand im Kanzleramt Überstunden?
  8. #17

    Zitat von abominog Beitrag anzeigen
    Trotz Urheberrechtsproblematik boomen die Kinos quasi überall hier im Land, ist es nicht so?
    Zitat von abominog Beitrag anzeigen
    Ja auch ich kenne zahlreiche kleinere Kinos, die in den vergangenen Jahren verschwunden sind. Allerdings kenne ich parallel auch ein paar grössere Kinos, die anschliessend gebaut und mit neuesten Technologien ausgestattet wurden und wirklich hervorragend laufen.
    Hm...vor 20 Jahren musste ich keine 200 m zum nächsten Kino (eine Leinwand) gehen. Als das dicht gemacht hat, musste ich sieben km fahren (zwei Leinwände). Dann musste ich 14 km fahren (sechs Leinwände). Nun sind es 52 km (!) bis zum nächsten Multi-Gigaplex mit wasweissich wievielen Sälen, in denen praktisch NUR aktuelle Blockbuster laufen.

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  9. #18

    Zitat von ditolin Beitrag anzeigen
    Deutschland ist Weltmeister im Verhindern von Filmen. Der Klüngel wird für jeden noch so niveaulosen Schrott mit Geld zugeschüttet und innovative Filmemacher ausgeschlossen. Hier werden Ideen im Keim erstickt. Die Filme, die in Deutschland jedes Jahr verhindert werden, schädigen die deutsche Kultur und die Filmlandschaft. Eine Entfilzung und Verhinderung von Zweckentfremdung - es geht eigentlich um Förderung neuer deutscher Filmkultur - ist überfällig.
    Volle Zustimmung. Es gäbe so viel Potential. Stattdessen flimmert niveauloser Schrott, wie z.B. Til Schweiger Filme, durch die Kinos. Aber was will man von schon von einem fernsehmüllverdummten Publikum erwarten, welches die Hallen von Mario Barth füllt oder über Cindy aus Marzahn lacht. Niveau ist rar.
  10. #19

    Zitat von thelix Beitrag anzeigen
    Hm...vor 20 Jahren musste ich keine 200 m zum nächsten Kino (eine Leinwand) gehen. Als das dicht gemacht hat, musste ich sieben km fahren (zwei Leinwände). Dann musste ich 14 km fahren (sechs Leinwände). Nun sind es 52 km (!) bis zum nächsten Multi-Gigaplex mit wasweissich wievielen Sälen, in denen praktisch NUR aktuelle Blockbuster laufen.

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    Wie wahr. Und wie traurig zugleich. Dem Publikum wird größtenteils nur noch amerikanischer Durchschnittsmüll oder lächerliche Til Schweiger Komödien geboten. Als kultivierter Mensch mit Geschmack hat man es heutzutage nicht leicht, ein gutes Kino zu finden. Die kleinen Programmkinos haben es leider sehr schwer und gehen am Massen-"Geschmack" eins nach dem anderen zugrunde.

    Dumm und fett ist die Gesellschaft geworden. Alles, was nicht leicht verdaut und schnellkonsumiert werden kann (sprich: wozu man ein wenig mehr Gehirn braucht), findet nur noch wenig Publikum, sofern keine Millionen-Dollar-Werbetrommel dafür gerührt wird. Mündige Zuschauer brauchen solche Werbetrommeln aber nicht, sie suchen sich die Filme durch Eigenarbeit heraus und fressen nicht einfach das, was gerade aufgetischt wird.

    Man kann daran gut sehen, wie mündig die Bürger noch sind. Viel ist da nicht mehr übrig. Immer mehr, immer schneller, immer bequemer. Richtige Kultur hat es schwer in einer marktgeformeten, vom Finanzkapitalismus getriebenen Welt, in der nur noch Masse und Umsatz zählt. Die Gier und der Kulturmangel werden für so eine Gesellschaft aber früher oder später zu einem existentiellen Problem.

    Momentan aber geht der Zirkus weiter - und auch das Kasperltheater der Parteien, die schon lange nicht mehr im Interesse der Bürger agieren, sondern nur noch versuchen, sich gegenseitig runterzubuttern und den Rang nach Macht abzulaufen.

    Und dann immer das gleiche Mantra: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Der Handel, der Markt, die Exporte. Ja, ja, die Wirtschaft. Längst sind wir Sklaven der Wirtschaft geworden, wo es doch eigentlich umgekehrt sein sollte. Und weil auch die Kultur sich dem Wirtschaftsdiktat beugen muss, ist sie nur noch ein Schatten, nicht mehr ein Spiegel.