Großbritanniens Rating-Rückschlag : "Eine Demütigung für den Premier"

DPAErstmals in der Geschichte hat eine Rating-Agentur Großbritannien herabgestuft - eine herbe Niederlage für die Regierung in London. Premier Cameron und Finanzminister Osborne hatten versprochen, das AAA zu halten. Nun stellt die Opposition kritische Fragen, der Kurs des Pfunds fällt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-885120.html
  1. #110

    Zitat von sick-and-tired Beitrag anzeigen
    Cameron macht einen guten Job, das Land ausbder Krise zu führen, da er endlich anfässt, was den Briten weh tut: Sparen und Moral. Cameron's Reaktion auf die London riots (Straßenunruhen) 2011 war auch richtig, denn er sprach aus, dass große Teile der englischen Gesellschaft verkommen sind. Nach 11 Jahren in Großbritannien muss ich sagen, dieses Volk ist zu einem großen Teil verkommen und versoffen, ohne Werte und viel zu oft hoffnungslos dumm und wertelos. Mr. Cameron ist ein Glücksgriff, dieses Land in ein erfolgreiches 21. Jahrhundert zu führen, denn die Weltoffenheit und Geschäftstüchtigkeit der Briten sind unschlagbare Stärken dieses liebenswerten europäischen Nachbarn. Ab jetzt geht es bergauf, das Pfund wird wieder erstarken, das produzierende Gewerbe und die Industrie wieder wichtiger. Gestern war der Tiefpunkt der Finanzkrise in GB. Britain will be back and Great again soon. Very soon!
    Falsch ! Cameron macht keinen guten Job.
    Die Briten, der kleine Mann, wissen schon lange, was sparen ist.
    Die Finanz-Industrie weiß es noch nicht, immer noch nicht.
    Die liberale Politik, die da geführt wird, bringt GB nicht in das 21. Jahrhundert, sondern holt es 100 Jahren zurück.
    GB, USA und deren Welt-Anschauung sind am Ende.
  2. #111

    Zitat von böseronkel Beitrag anzeigen
    Jede Nation, auch die Briten, möchte gern als Sieger aus dem gegenwärtig laufenden Abwertungswettlauf hervorgehen. Eine überbordende Staatsverschuldung kann man sehr gut mit einer moderaten Inflationsrate bis zu 5% in den Griff bekommen. Gefährlich und schlimm sind die überall in der konservativ geführten westlich Welt praktizierten merkelschen Kaputtsparpraktiken. Einzig und allein diese Kaputtsparpraktiken steigern die Verschuldungsgrade marktwirtschaftlich orientierter Volkswirtschaften und schmälern deren Fähigkeiten diese Verbindlichkeiten zu bedienen. Es ist also reichlich unredlich auf den Sack einzuprügeln, wenn der Esel gemeint ist. Oder anders ausgedrückt, Moody’s liegt mit seiner Herabstufung durchaus nicht daneben. Aber die Merkel-Regierung sollte damit rechnen, dass der deutsche Exportmotor im Wahljahr 2013 nicht mehr so richtig rund laufen will, da unsere wichtigsten Abnehmer ihre Konjunktur auf Merkel-Diktat herunter sparen. Und unsere Binnenkonjunktur liegt ja wegen rigoroses Sparen an den Löhnen schon am Boden.
    Ich bin mit Ihnen einverstanden, aber leider sind nicht Viele der Meinung.

    Harz Gesetze werden wohl bald einen bitteren Nachgeschmack haben.
    Man kann nicht unbestraft ein großes Teil seiner Bevölkerung in den Armut stoßen. Das spüren die Briten jetzt, Deutschland und Andere auch sehr bald.
    Sozial-Gerechtigkeit darf zwar nicht verschwenderisch sein, aber es muss sie geben.
  3. #112

    Zitat von rbn Beitrag anzeigen
    als Gegengewicht zu Frankreich. Hat man 3 Starke, nämlich Deutschland, Frankreich und Grossbritannien, so können sich immer zwei gegen den Dritten zusammenschliessen. Ohne GB ist D auf Gedeih und Verderb Frankreich ausgeliefert. Schliesst sich jedoch F mit GB gegen D zusammen, so sind wir auch allein immer allein stark genug.
    Da habe ich Schwierigkeiten Sie zu verstehen...
    Ohne GB soll Deutschland "auf Gedeih und Verderb Frankreich ausgeliefert", aber sollten GB und Frankreich sich zusammen gegen Deutschland schließen, dann sollte Deutschland allein stark genug sein ?
  4. #113

    Ratingagenturen...

    ...sind die Spitze des Eisberges in einem völlig pervertierten System. Die Machtfülle muß gebrochen und -wenigstens- eine europäische Agentur gegründet werden. Allerdings muß man auch sagen, daß die Briten förmlich um die Abwertung gebettelt haben.
  5. #114

    3 Jahre später...

    Zitat von els067 Beitrag anzeigen
    Falsch ! Cameron macht keinen guten Job.
    Die Briten, der kleine Mann, wissen schon lange, was sparen ist.
    Die Finanz-Industrie weiß es noch nicht, immer noch nicht.
    Die liberale Politik, die da geführt wird, bringt GB nicht in das 21. Jahrhundert, sondern holt es 100 Jahren zurück.
    GB, USA und deren Welt-Anschauung sind am Ende.
    Wir werden sehen. Der Aufschwung von 1997-2007 hat gezeigt, wie geschäftstüchtig und profitabel Großbritannien's Finanzwirtschaft ist. Sie werden sehen, der Eurokurs wird in 3 Jahren, also 2016, deutlich gegenüber Pfund Sterling (und US-Dollar) zurückfallen. Fundamental begründet.
  6. #115

    Auch Deutschland steht vor nicht lösbaren Problemen.

    Zitat von els067 Beitrag anzeigen
    .....

    Für Deutschland kommen die richtigen Probleme erst, und das sind eigene interne Probleme. Dann werden wir sehen, wo welche Anstrengungen richtig unternommen wurden.
    In Deutschland werden die Probleme dann nicht mehr beherrschbar sein, wenn sich der jahrzehnte lange Exportweltmeisterwahn als die Luftblase herausstellt und platzen wird, der er schonimmer war,

    Güter und Produkte im Wert von Hunderten von Milliarden Euro gegen Schuldscheine liefern und ganz genau wissen, daß diese Schulden nie und nimmer bezahlt werden, dieses Modell werden in zukünftigen Generationen ganze Heere von Wissenschaftlern zum Kopfschütteln bringen.

    Im übrigen, zahlen wir bereits einen guten Teil des jahrelang eingestrichenen Exportüberschuß ja seit 2009 bereits über die Euro-Rettungsschirme an die Käufer unserer Produkte zurück, natürlich wieder gegen Schuldscheine.

    Es ist nicht mal mehr zum Lachen, nur noch zum Weinen.
  7. #116

    EU Austritt

    Toll Mr. Cameron! Wenn denn dann UK auch noch die EU verlassen sollte, kann man sich auf einen Freifall einstellen, den die Tories nicht überleben werden. Patriotismus allein kann die Wirtschaft dann auch nicht mehr retten. Denn UK allein auf dem Weltmarkt ist nichts. Diesen heroischen Kampf kann man leider nicht mit WW-II vergleichen, an dem sich viele Briten gerne festhalten.
    Naja, dann kann man vielleicht billiger in London shoppen gehen.
  8. #117

    Naja

    Zitat von andrejvogel Beitrag anzeigen
    Die Briten wollen gehen. Jetzt schmeisst sie schnell raus.
    Jetzt werden sie angekrochen kommen und unser Geld haben wollen. Großbritannien hat nichts, um in der modernen Welt bestehen zu können. Das Land ist am Ende. Das einzige, was sie noch retten kann, ist, dass deutsche Firmen in großem Umfang einkaufen könnten und denen Effizienz, etc. beibringen.
    Großbritannien ist doch nur ein weiteres Griechenland.
    Andererseits gibt es sehr viele sehr mächtige Leute in London (Finanz), einen Sitz im UN Sicherheitsrat, eine Atomstreitmacht und mächtige Rüstungslobby und eine besondere Beziehung zu den USA.
    Sowie eine miese gesellschaftlich anerkannte Tradition, mit den eigenen Arbeitern sehr schlecht umzugehen sich über Arme lustig zu machen und ihnen die Würde zu nehmen.
    Sowie es in Großbritannien eine ganze Menge sehr vernünftige Leute gibt, die die Dinge anders sehen als die führenden Politiker in dieser Monarchie.
  9. #118

    Großbritannien hatte auch in 70ern eine Krise

    Zitat von _gimli_ Beitrag anzeigen
    Ich würde eine Wette darauf abschließen, dass GB innerhalb der kommenden 40 Jahre pleite ist. Und mit dieser Meinung stehe ich nicht ganz allein:
    Grossbritannien: Wo bleibt die Moral? | Wirtschaft | ZEIT ONLINE
    Nun könnte man sagen: 40 Jahre keine Staatspleite ist ja heutzutage in Europa schonmal ein Pluspunkt - oder?
    In den 70ern war Großbritannien auch sehr schlecht gestellt. Die Frage ist doch, inwiefern der soziale Gesamtqualitätszustand eines Landes wirklichkeitsnäher erfassbar ist?
  10. #119

    Zitat von kl1678 Beitrag anzeigen
    aber sie bleibt eine reine Dienstleistung ohne jede Wertschöpfung und daher ist die Verwendung des Wortes "Industrie" für dieses Treiben schon lustig. Es wirkt wie der Frisör in einem kleinen Fischerdorf, der sich als "Haarindustrieller" bezeichnet. Falls die Fischer aber keine Fische mehr fangen, verschwindet seine "Industrie" augenblicklich. Verließe er vorher das Dorf, zuckten die Fischer mit den Achseln und schnitten sich ihre Haare wieder selbst.

    Vielleicht ist unsere so wahnsinnig wichtige moderne Finanzindustrie nichts weiter als der Frisör, der den Fischern erzählen konnte, dass sie ohne einen 50 € Haarschnitt auf See in kürzester Zeit umkommen werden.
    Nach der Logik ist auch der Fön keine Wertschöpfung, oder die Waschmaschine. Denn dann zuckt der Fischer eben die Achseln und geht ungefönt auf die Straße und wäscht seine Klamotten von Hand.