S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Ich armer Mensch

Frauen wollen nicht mehr geschlagen werden! Hellhäutige sollen aufpassen, was sie zu Dunkelhäutigen sagen! Kleinkinder wollen mit Smartphones spielen! Tja, das müssen wir Kulturpessimisten erst einmal verdauen. Vielleicht brauchen wir Sorgentelefone. Und Leihjugendliche, die uns helfen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-884354.html
  1. #1

    oh weh ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Frauen wollen nicht mehr geschlagen werden! Hellhäutige sollen aufpassen, was sie zu Dunkelhäutigen sagen! Kleinkinder wollen mit Smartphones spielen! Tja, das müssen wir Kulturpessimisten erst einmal verdauen. Vielleicht brauchen wir Sorgentelefone. Und Leihjugendliche, die uns helfen.

    Sibylle Berg über Kulturpessimismus und Angst vor Veränderungen - SPIEGEL ONLINE
    Tja, da wird die Autorin von ihrer eigenen politischen Korrektheit eingeholt. Wie kann so jemand es sich leisten, siebzehnjähriges Frischfleisch anzubaggern. Und es kommt noch nicht einmal das schlechte Gewissen herüber. Die zynische Umkehrung des sonst gebrandmarkten Sexismus gegen Frauen, geadelt von der weisen, fragbaren "Frau Sybille"

    Ich beginne, an der Welt zu verzweifeln.
  2. #2

    Keine Zeit mehr!

    5 oder 6 Tagen morgens das Fruehstueck runterschlingen, immer nach links gucken. Wenns nicht reicht, Tasche oder
    Koffer schnappen und kauend zum Suff gehen, besser rennen. Dann in einer kilometerlangen Schlange hupender Deppen
    stehen, dann vielleicht doch noch geschafft, die Stechkarte
    einschieben und noch immer kauend am Arbeitsplatz erscheinen.Abend genau dasselbe, aber eben anders rum.
    Das Schweinrindpferdlasagne in die Mikrowelle, den Fernseher einschalten und stieren, nebenbei etwas in sich
    hineinschaufeln.Die Reste in die Kueche tragen, vielleicht
    eine Zigarette und ein Bier. Dann das Gelaber der Talgschauen angucken, Um 22h ins Bett und dann
    "Das war ein Tag!" Die Frau mault, nu mach schon, muss morgen frueh raus.
    Samstag ausschlafen? Denkste, die Blase drueckt und wenn man dann schon aufgestanden ist usw.usw.
    Auto waschen, Einkaufen fahren, an der vollen Kasse die Geduld verlieren.
    Dann raus auf den Parkplatz, nach hause. Und was dann??
    Und sonntags dasselbe ohne Einkauf und das Allerschlimmste!!!!

    Mann/Frau wissen nicht mehr wie man sich unterhaelt. Haben sie richtig
    verlernt.
    Und Kinder, nein danke. Fuer die ist keine Zeit da.

    Aber in den Ferien nach Kotakinabalu ( Nordborneo) 14 Std fliegen, das muss einfach drin sein.

    Was bin ich froh, schon 74 Jahre alt zu sein, im fernen Ausland lebe und eine quicklebendige Enkeltochter (Stief). um mich zu haben.

    Uebrigens, das war auch frueher mein Leben und eine Ehe ging in die
    Brueche.
  3. #3

    Tippen ist Silber, Reden ist Gold

    Leihjugendliche? Haben Sie denn keinen Kontakt zu Teenagern, jungen Menschen oder Kindern? An der Arbeit oder über die Verwandschaft, als Nachbarn oder in der Freizeit. Es gibt soviele Möglichkeiten, wie Mann/Frau mit jungen Leuten (Stichwort: Digital Natives) in Kontakt kommen kann. Es müssen ja nicht gleich soziale Netzwerke wie Facebook sein. Als Schriftstellerin oder Theaterautorin kommen Sie sicher oft mit jungen Leuten zusammen. Nur Mut, Frau Berg. Die beste Schnittstelle zu einem simplen sozialen Netzwerk ist immer noch der Mund und nicht die Maus.

    Grüße aus dem verschneiten Thüringen
  4. #4

    Die Welt veraendert sich,und der Mensch traegt zu dieser Veraenderung bei.Leider kann er selber mit diesen Veraenderungen nicht Schritt halten,insofern bleiben die Probleme seit tausenden von Jahren,im Kern die gleichen,weil sie in der Spezie Mensch begruendet liegen.
  5. #5

    Mir scheint...

    ...das Frau Berg selbst einige Jahrzehnte in der Vergangenheit lebt. Oder in komischen Kreisen verkehrt, denn die Probleme, die sie herbeiredet, kenne ich aus dem realen Leben längst nicht mehr.
  6. #6

    Lebenskunst

    Ja, das wär's: unprätentiös sein, aufgeschlossen, nach vorne schauen, dem andern zuhören können, ihn ansehen oder anders herum: eingefahrene Sachen sein lassen können, ihnen nichts Unveränderliches anhängen mit tausendmal durchgekauten "Argumenten". Irgendwo steht's, was dem entgegensteht: der Mensch ... und die Gewohnheit nennt er seine Amme, danke und schönen Tag Ihnen Frau Berg
  7. #7

    Naja ...

    Sicher gibt es Dinge, die besser werden, gerade wegen des technischen Fortschritts, aber es gibt auch genug, was schlechter wird, oder worin soll der Fortschritt z.B. liegen, wenn es weniger Briefkästen oder angefahrene Bahnhöfe gibt (es gibt wichtigere Beispiele, aber diese sind ganz offensichtlich) ? Man sollte also Verschlechterungen schon benennen dürfen. Und der Jugendliche wird dabei nicht helfen können, denn er weiß nicht, wie es mal war. Er beantwortet das Briefkastenproblem damit, daß es jetzt eMail gibt, was toll ist, meiner Mutter aber nicht hilft, da sie mit PCs nicht klar kommt, von Smartphones ganz zu schweigen.

    Das Hauptproblem ist aber, das wir im ganz Grundsätzlichen nicht weitergekommen sind. Diese Gesellschaft operiert nach der Versuch-und-Fehler-Methode (Trial and Error). Dinge werden erst (langsam) korrigiert, wenn sie schief gegangen sind. Angesichts von Gentechnik, weniger großer Konzerne und weltweiter Monokultur auf allen Gebieten ist dies ein Rezept, was uns nicht schützen kann. Die Leistungsfähigkeit der heutigen Technologie erfordert eine bessere, vorsichtigere politische Führung, welche dies auch den Konzernen auferlegt.
  8. #8

    Warum aufregen?

    Man hat doch Wahlfreiheit. Ich nehme an technologischer Entwicklung mit, was mit gut erscheint und ignoriere, was ich sinnlos finde. Andere wählen anders. Na und?
    Kinder und Jugendliche sollten auf Risiken und Nebenwirkungen diverser Medien aufmerksam gemacht werden und lernen, den Schund von der Qualität zu unterscheiden sowie etwas Maß zu halten. Ansonsten profitieren sie doch von der Entwicklung: Hätten wir damals Smartphones gehabt - ich hätte meins wohl nur zum Schlafen aus der Hand gelegt.
    Und das sage ich als jemand, der berufsbedingt täglich mehrere hundert Kinder und Jugendliche um sich hat.

    Aber Political correctness ist doch nun wirklich nichts Neues.
  9. #9

    Stimmt eigentlich...

    ...liest sich aus der Feder einer hier bislang doch in erster Linie als Kulturpessimistin aufgetretenen Autorin aber nichtsdestotrotz irgendwie seltsam. Eigentlich müsste Frau Berg ihr Blog mit diesem seltenen Aufblitzen von Einsicht auch gleich schließen. Kann jetzt schließlich - Achtung Pesssimismus - nur wieder schlechter werde.

    (By the way: Wenn Absatz 1 bei der Autorin schon unter Selbstironie läuft, sollte sie womöglich in Zukunft lieber die Finger von diesem Stilmittel lassen.)