Studenten online: Warum wir kaum noch Zeitung lesen

Christian WernerViele Printmedien sind moribund, einige Zeitungen schon tot: Es gab mal Zeiten, da gehörte die graue Papierrolle unterm Arm zum Campus-Style. Und heute? Acht Studenten erzählen, wann sie heute noch Gedrucktes in die Hand nehmen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-883384.html
  1. #80

    Interessant ist bei diesem Thema ein Blick nach Japan: Dort verkauft die auflagenstärkste Zeitung, die Yomiuri Shinbun, immer noch 10 Mio Exemplare am Tag, über 20 Mal so viel wie bspw. die FAZ hier
  2. #81

    Zitat von dasdondel Beitrag anzeigen
    Tageszeitungen konnte ich noch nie leiden, die sind unhandlich, die Schrift ist meist zu klein, das Blättern ist unpraktisch, das Papier fühlt sich furchtbar an. Für die Strassenbahn ist eine Zeitung viel zu gross. Ausserdem unterhalte ich mich da lieber mit den Leuten.
    Das kann ich teilweise nachempfinden. Vor allem wenn Berge von Reklamematerial auf so glattem Hochglanzpapier, dass es herauspurzelt, drin verborgen stecken, erreicht das Generve seinen Höhepunkt. Aber: Wochenzeitschriften wie DER SPIEGEL sind kleiner und handlicher, und solche Printmedien eignen sich in der Straßenbahn wie auch im Zug und in der Kneipe ganz hervorragend zu verdeutlichen, dass man nicht zu einem Thema, das man sich gar nicht selber ausgesucht hat, angelallt werden möchte. Ob das mit dem Smartphone auch geht weiß ich nicht. Täglich in die Kneipe zu gehen hab ich mir vor meinem ersten Smartphone abgewöhnt. Früher, als ich noch Kneipengänger war und DER SPIEGEL noch Rudolf-Augstein-Niveau hatte, konnte man in der Kneipe den SPIEGEL so halten dass andere sehen konnten was man liest, um zu verdeutlichen: Wenn du mir nicht mindestens auf dem Niveau etwas zu sagen hast, halte Abstand und lall mich nicht an, ob Schalke04 gewonnen habe.
    --
    Wir duzen uns im Netz seit über 20 Jahren.
  3. #82

    optional

    Den Journalisten als Aggregator für Spezialwissen brauchts nicht. In der Regel überfordert mit der Materie, abhängig von der "politischen" Führung der Redaktion und der Inserateabteilung - kommt nichts gescheites raus.

    Gegen Blogger hat der Kommerzschreiber keine Chance, Verlage und Ihr Zeitungen und Magazine sind tot. RIP. Ein Lehrfach Schreibe ab der 5.Klasse wird reichen um uns alle gemeinsam und gegenseitig mit Info zu versorgen.
    Schreiber zu sein war noch nie ein Beruf sondern ein Hobby.
  4. #83

    Die Fachrichtung....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele Printmedien sind moribund, einige Zeitungen schon tot: Es gab mal Zeiten, da gehörte die graue Papierrolle unterm Arm zum Campus-Style. Und heute? Acht Studenten erzählen, wann sie heute noch Gedrucktes in die Hand nehmen.

    Leseverhalten: Was Studenten lesen - SPIEGEL ONLINE
    ....lässt bezüglich des Leseverhaltens schon tief blicken!
  5. #84

    Erstaunlich...

    ...die Aufregung, wenn etwas Altes verschwindet und Neuem Platz macht ist immer wieder groß. Und doch ist damit der Fortschritt nicht aufzuhalten. Man mag über Printmedien denken was man will, sie werden nicht überleben und damit müssen wir uns - Wohl oder Übels abfinden.
  6. #85

    optional

    Und da wundert man sich dann, warum es heute so schlecht um die Allgemeinbildung oder zumindest um das Wissen zu aktuellen Entwicklungen steht. Was nützt das so hart gelernte Wissen unserer Studenten, wenn man es dann nicht in einen geschichtlichen oder politischen Zusammenhang setzen kann (Beispiel: Lehramt)?
    Und man soll doch bitte nicht den Preis für die Printmedien dafür verantwortlich machen! Die 40 Euro für das iPhone sind schließlich auch vorhanden.
    Ich habe das selbst an der Uni so erlebt und das kalte Grausen darüber bekommen, wer heute so alles auf Lehramt studieren darf. Null Allgemeinbildung, null Grundlagenwissen, null Geschichtswissen und null Orthographie. Woran das wohl liegt und warum ist das bei mir, der noch mit echten Büchern, Zeitungen und Zeitschriften aufgewachsen ist, anders?
    Mein Kind geht auf keine staatliche Schule mehr. Versprochen!
  7. #86

    Wo das noch hinführen wird?

    Die Argumente der Printmedien-Verweigerer sind teilweise einfach nur lächerlich - umsonst und neutral sind sie, die Nachrichten im Internet :) Ist klar! Jedermann ist im (quellen) kritischen Umgang besonders gehievt.

    Aber wo kommen die ganzen Infos im Internet denn her? Das WWW wird die Nachrichten wohl kaum selbst generieren.
    Jemand muss die Nachricht schließlich ins Netz heben und gibt ihr alleine dadurch schon seine "persönliche Note" mit. Persönlich habe ich es lieber, wenn das ein studierter und ausgebildeter Redakteur einer renommierten überregionalen oder lokalen Tageszeitung macht als irgendein selbsternannter "Journalist".

    Die Printmedien schlagen eine Schneise in die immer mehr überbordende tägliche Informationsflut. Dementsprechend filtern, gewichten, ordnen, transportieren und kommentieren Tagszeitungen Nachrichten - eben ganz genau das, was ein Medium so macht. Für die Nachricht an sich kann die Tagszeitung nichts. Unsere Welt ist halt so wie sie ist.

    Viele vergessen auch, dass es nicht nur um die ganz großen Schlagzeilen geht, sondern eben auch um "kleinere" Dinge, wie eben Stadtratssitzungen etc. pp. Hier sind die regionalen Tagszeitungen mit ihren Lokalteilen vor allem auch als Kontrollinstanz unerlässlich.

    Für eine horizontale und vertikale Gewaltenteilung, wie sie es hier in Deutschland gibt, sind sowohl überregionale, als auch regionale/lokale Blätter unerlässlich. Der Verlust der regionalen Zeitungen wird den meisten wahrscheinlich erst dann klar, wenn es zu spät ist.
    Da das viele nicht verstehen, verwundert es mich ehrlich gesagt auch nicht, dass es gerade diejenigen sind, die zu blöd dazu sind eine Tageszeitung im Zug, in der Straßenbahn, im Flugzeug oder sonst wo lesen zu können.
  8. #87

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele Printmedien sind moribund, einige Zeitungen schon tot: Es gab mal Zeiten, da gehörte die graue Papierrolle unterm Arm zum Campus-Style. Und heute? Acht Studenten erzählen, wann sie heute noch Gedrucktes in die Hand nehmen.

    Leseverhalten: Was Studenten lesen - SPIEGEL ONLINE
    Meine Meinungsbildung war mit 25 abgeschlossen, seitdem brauche ich keine Meinungsmache/Experten mehr sondern nur mehr Fakten. Über Indoktrination von Presse/TV kann man sich nur noch köstlich amüsieren.
    Obwohl mich der Lokalteil immer mal zum Schmunzeln bringt wenn eine aufgeregte Rentner-Bürgeinitiative mal wieder beim Bürgermeister abblitzt.
  9. #88

    gibt es sie wirklich? politisch neutrale und unabhängige medien?

    Zitat von internetwitcher Beitrag anzeigen
    Warum wir kaum noch Zeitung lesen?
    Ganz einfach: Die Menschen wollen Meinungsvielfalt und sachliche Informationen.
    Was unsere faktisch gleich-geschalteten Printmedien bieten, ist politische Monotonie und der Versuch, die Bevölkerung zu erziehen und zu des-informieren.
    Das ist auch der Grund, wieso damals die "Neue Deutschland" wie Blei in den Zeitungsregalen gelegen hat.

    Normale Menschen informieren sich heutzutage in unabhängigen und politisch neutralen Medien im Internet!
    wer "neues deutschland" liest, sollte auch in die "faz" oder ähnliches schauen, um schon mal mindestens zwei standpunkte für den dialektischen diskurs zu kennen.
    politisch neutral und unabhängig sind weder die eine, noch die andere, genauso wenig wie jegliche anderen on- oder offline-medien.

    stets muss man sich fragen, ohne hoffnung auf eine 100 % wahrheitsgemäße antwort, wer und welche interessen stecken hinter den meldungen, informationen und kommentaren - fast hätte ich getippt: wer hat dafür bezahlt?
  10. #89

    Das soll die Elite Deutschlands sein ?
    Was schaffen diese Leute ?

    Diesen Leuten geht es zu gut, sie verstehen nichts vom Leben der einfachen Menschen, den Bürgern, die ausgelagert werden (Outsourcing).
    Eure gesamte Weltsicht, liebe grün denkende Menschen, ist ideologisch verblendet. Ihr bringt nichts Konstruktives zu stande, seid immer dagegen und verliert euch in Details.
    Süddeutsche lesen, das könnt ihr, mit Argumenten anderer umgehen ?
    Da hapert es aber gewaltig.