Studenten online: Warum wir kaum noch Zeitung lesen

Christian WernerViele Printmedien sind moribund, einige Zeitungen schon tot: Es gab mal Zeiten, da gehörte die graue Papierrolle unterm Arm zum Campus-Style. Und heute? Acht Studenten erzählen, wann sie heute noch Gedrucktes in die Hand nehmen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-883384.html
  1. #100

    ist es nicht eher eine Frage des Contents?

    Die Diskussiom um "Bildschirm vs. echte tote Bäume" halte ich vor vorgeschoben.
    Die Printmedien sind schlicht zu langsam. Und dort wo sie mit Kommentaren und Rückbetrachtungen punkten könnten sind sie zu weichgespült mit Rücksicht auf Anzeigenkunden und möglichst große Massenkompatibilität.

    Wenn ich sehe, was mir eine Print-Zeitung bietet, dann kann ich leider nur dankend ablehnen.
    Ich will weder die Nachrichten vom Vortag lesen, noch Kommentare, die mir Deutschlandradio&Co schon deutlich klarer (als Podcast-Abo) geliefert haben.

    Und leider erschöpft die Redaktionelle Leistung von vielen Blättern leider nur noch auf ein paar bescheidene Regionalseiten. Alles was Deutschland&Welt ist: Meist grausam und an meinem Politikverständnis meilenweit vorbei.
  2. #101

    Zitat von hankc Beitrag anzeigen
    Die Herren und Frauen Studenten haben natürlich immer das neueste Smartphone Tablet. Klar, dass da kein Geld für eine Zeitung bleibt.
    Und die guten Journalisten im Internet arbeiten natürlich alle umsonst, anders als die raffgierigen Jounalisten bei den Zeitungen/Zeitschriften, die unverschämterweise für ihre Arbeit Geld verlangen.
    Ich habe das Geld, trotz neuester Hardware, um mir eine Tageszeitung oder fünf leisten zu können.

    Aber ich entscheide mich trotzdem dagegen. Denk da mal drüber nach.
  3. #102

    Zitat von lofi Beitrag anzeigen
    Aha. Aber die vielen z.T sinnlosen Eilmeldungen (auch bei SPON) sind dann die ungefilterte Wahrheit.
    Das sagt keiner. Aber sag du mir mal, warum ich für etwas bezahlen soll, was mich nicht interessiert weil es nicht die Wahrheit ist?
  4. #103

    Alte Zeitung wiederbeleben

    Wäre es nicht vorteilhafter bedingt durch den Mainstream nur noch eine Zeitung heraus zu geben?
    Die könnte dann den Titel
    Neues Deutschland
    Tragen . Das gleiche Konzept könnte weiter genutzt werden , es kommt nur in die Zeitung , was die Politiker wollen.Das wäre doch Ideal.
  5. #104

    optional

    Ich bin inzwischen alt genug, um eine GUTE Tageszeitung zu schätzen. Wie hier von anderen Kommentatoren mehrfach erwähnt, ist der dafür erforderliche Journalismus, das Nachhakem, das Hinterfragen, das Vertreten einer eigene Meinung, aber etwas anderes als das, was einem heutzutage von einer durchschnittlichen Tageszeitung präsentiert wird: die wortgetreue WIedergabe der bereits am Vor- oder am Vorvortag in allen anderen Medien (Internet, TV, Radio) verbreiteten Agenturmeldungen . Damit ist mir diese durchschnittliche Tageszeitung ihren Preis nicht mehr wert (an die 30 € im Monat sind eben auch ein Entscheidungskriterium).

    Beobachtend habe ich in den letzten Jahren erlebt, wie Redaktionen ausgedünnt wurden, zusammengelegt wurden, und eigentlich nur noch der Werbekunde hofiert wurde, für den die Tageszeitung dann der Türöffner für den Privathaushalt ist,

    Werbeaktionen der Verlage belohnen den Neukunden, nie den Bestandskunden. Warum soll ich als lanmgjähriger Abonnent eine Zeitung zum höchsten Preis beziehen? Da steige ich doch lieber immer wieder mal eine Weile aus dem Abo aus, und beziehen dann als Rückkehrer dieselbe Zeitung incl. manchmal sogar brauchbarem Werbegeschenk (bis hin zum JahresAbo des lokalen ÖPNV) zum halben Preis.

    Insofern sieht es für mich so aus, als wenn die hier beklagte Krise auch hausgemacht ist.
  6. #105

    Ich habe während meiner Studienzeit regelmäßig Tageszeitungen gelesen und hatte gelegentlich auch ein Abo. Mittlerweile kaufe ich mir nur noch sporadisch Tageszeitungen, ansonsten fehlt mir mittlerweile die Zeit für die Lektüre einer täglich erscheinenden Zeitung. Mich stört aber auch das unhandliche Format solcher Zeitungen. Ich lese Zeitungen daher meist auf meinem iPad, bzw. unterwegs dann auf dem iPhone. Also Abo habe ich die Zeit (digital). Die kann ich auf allen meinen Geräten sehr gut lesen, selbst auf dem iPhone funktioniert das erstaunlich gut.
    Mich nur auf das Internet als Informationsquelle zu beschränken, ist mir zu einseitig. Dort verschaffe ich mir meist nur einen Überblick über das aktuelle Tagesgeschehen.

    Ich finde den Hinweis eines Vorposters ganz interessant, der das Lesen einer Tageszeitung auch als Entschleunigend ansieht. Dem kann ich nur zustimmen.
  7. #106

    vermeiden!

    -> Papier-Herstellung (bzw. Recycling-Aufwand)
    -> Druck-Aufwand
    -> Papierzeitungs-Anlieferung (CO2-Bilanz)
    -> Papierzeitungs-Abtransport (CO2-Bilanz)
    -> veraltetere Nachrichten als die online
    -> Platzbedürfnis im ÖPNV

    vermeiden,

    wenn man damit leben kann, dass "Jemand" weiß, was uns interessiert bzw. wohin wir klicken.
  8. #107

    Nachtrag

    Es arbeiten immer mehr Menschen am Computer.
    Ich kann natürlich nachvollziehen, dass man da z.B. in Pausen auf etwas anderes als einen Monitor schauen möchte.
  9. #108

    ...

    Zeitungen werden überbewertet. Und das Menschenbild, das über Verweigerer von Printmedien gezeichnet wird, sagt vor allem etwas darüber aus, das dieselben gute Gründe haben, auf Zeitungen zu verzichten. Denn man wird eh nicht informiert, sondern bevormundet. Dazu ist mir meistens auch die Zeit zu schade. Und zu einem aufgeklärten Menschen kann man auch ganz ohne Zeitungslektüre werden. Man muß nur die Augen aufmachen, sich mit intelligenten Menschen umgeben und diskutieren und selbst denken lernen.
  10. #109

    Zitat von autonomo Beitrag anzeigen
    Liebe Student(inn)en, wenn Ihr glaubt, das Schlagzeilen-Picken in den (freigegebenen) Online-Beiträgen der großen Blätter ersetze die gründliche Lektüre, irrt Ihr Euch erheblich. Mich kostet die detaillierte Zeitungslektüre (Politik, Wirtschaft, ausgewählte Feuilleton-Artikel), übrigens der FAZ, seit vielen Jahren jeden Tag 60-80 Minuten. Wer soviel Zeit nicht investieren will, weil ihm anderes wichtiger ist, muss wissen, was ihm entgeht: ein enormes Breitenwissen samt daraus erwachsender Prognose-Fähigkeit. Es geht dabei auch um Karriere und das Urteil, das ein mündiger Bürger eigentlich braucht. Inzwischen habe ich denn auch einen spannenden und gut bezahlten Uni-Job, einige Verantwortung und Wohlstand. Aber dafür musste seit dem Studium investiert werden - gerade auch in aktuelles Wissen über Hintergründe: zur Nachahmung ausdrücklich empfohlen ...
    Ich frage mich in der Tat was mir dabei entgehen soll.
    Ich kriege meine Medien schneller ran als Sie, ich kriege mehr Formen (Video/Homepage,Blog,MP3,Personen, Studien, ...), es ist umfangreicher (wenn Sie mal was recherchieren wollen, müssen Sie nochmal los zum Kiosk/Bibo...), deutlich aktueller und wenn Sie was archivieren(durchsuchen wollen ersetzt Ihnen eine Festplatte Millionen von Zeitungsartikeln die Sie zudem auch im Bedarfsfall schnell nach Schlagwörtern durchsuchen können. Viel Spaß beim Versuch eine Zeitschrift oder auch nur einen kleinen Zeitungsstapel nach Schlagwörtern zu durchsuchen... (von mehreren Jahrgängen oder Bücherbänden ganz zu schweigen).

    Zitat von Freifrau von Hase Beitrag anzeigen
    Das Internet an sich mag ja unabhängig und neutral sein, die besuchten Websites sind es aber nicht. Deswegen ist es auch leider falsch, was Sie schreiben.
    Vielmehr ist es so, dass sich Leser, die Ihre Meinung in der Zeitung nicht wiederfinden (Nazis zum Beispiel) auf rechte Homepages begeben und da dann die vermeintlich unabhängige und neutrale Berichterstattung loben, die ja in den "gleichgeschalteten Medien zensiert wird".
    Diese Leute suchen gar keine neutrale oder unabhängige Berichterstattung sondern in der Regel eine, die sie in ihrer kruden Weltanschauung bestätigt.
    Ist leider so.
    Es soll auch Leute geben die gerne mal komplett andere Standpunkte lesen möchten um zB einen ganz anderen Blickwinkel zu erfahren oder Kritikpunkte an der eigenen Meinung auf Validität hin zu prüfen. Wozu soll ich meine eigene Meinung mit anderen Worten nochmal lesen? Das hat doch keinen Mehrwert.

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    ..."unabhängigen und politisch neutralen Medien" gibt es nur im Internet? Sorry, aber meiner Meinung nach wissen Sie nicht, wovon Sie schreiben.Glauben Sie wirklich, dass sich die Qualität ändert, wenn sich der Übermittlungsweg ändert?
    Nennen Sie mir doch bitte nur drei, auch nein, eine, nennen Sie ein einziges Medium aus dem Internet, das unabhängig - wovon übrigens unabhängig - und politisch neutral ist. Nur eines, bitte!
    Ja. Je kürzer der Übertragungsweg, umso weniger gefiltert. Vor allem kommen im Internet auch viele Ansichten zu Wort. Eine Sichtweise die dem Autor sowie Redakteur sowie der pol.cor. zum Opfer fällt ist krass selektiv.