Studenten online: Warum wir kaum noch Zeitung lesen

Christian WernerViele Printmedien sind moribund, einige Zeitungen schon tot: Es gab mal Zeiten, da gehörte die graue Papierrolle unterm Arm zum Campus-Style. Und heute? Acht Studenten erzählen, wann sie heute noch Gedrucktes in die Hand nehmen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-883384.html
  1. #1

    Traurig,,, ist das ein Einblick in die Zukunft unserer Eliten ?

    Nun, man mag von Print-Zeitungen halten was man will, aber auch die OnlineMedien sind (noch) wie Printmedien aufgebaut, Satz und Layout stimmen in vielen (noch) den herkömmlichen Printmedien überein. Auch ich benutze einen Mix aus E-Paper und Print-Medien, das will ich nicht verhehlen, Aber: ich lese zumindest die Zeitung, auch wenn die Nachricht an sich schon veraltet ist. Ich kann hier auch nur für mich sprechen, ich nehme die Dinge, in Printform besser auf, da ich mir mehr Zeit zum Lesen nehme, zum ausschliesslichen Lesen.. Das Lesen am Bildschirm, Tablett u. Smartphone verführt zur Ablenkung, um "mal eben schnell" in WIKIPEDIA oder sonstwo nachzuschlagen... eine Mail ploppt auf, ein SKYPE-Kontakt meldet sich.. das FACEBOOK-"Pling" schreckt einen auf. PrintMedien zu lesen, das bedeutet auch Entschleunigung, und die Konzentration auf das alleinige Medium, das uns in den meisten Fällen einfach verloren geht. Vieviel besser waren unsere Eltern informiert, gerade WEIL sie die Tageszeitung gelesen hatten... und wenn es nur das "Käse-Lokal-Blatt" war. Weitaus mehr erschrecken mich die Aussagen, das man gar nicht oder Facebook-Content liest... Hallelujah ! Und jene Damen und Herren (ich kenne auch einige dieser Art) wollen mit Ihrer "Lebenserfahrung" die ja später im Berufsleben einfließt, Entscheidungen treffen, die auf's geratewohl Menschen betreffen ? Ich kann nur für jene Aussageträger hoffen, das die Erfahrung sie eines besseren belehren wird......
  2. #2

    Nachgedruckte Meldungen von dpa und Reuters,

    kaum im Wortlaut verändert, Hofberichterstattung aus dem Kanzleramt, meinungslose und schlecht geschriebene Kommentare sind auch ein guter Grund, Tageszeitungen zu meiden. Erst sind die Tageszeitungen schlechter geworden, und dann habe ich sie nicht mehr gekauft, nicht etwa umgekehrt.
  3. #3

    Warum wir kaum noch Zeitung lesen?

    Ganz einfach: Die Menschen wollen Meinungsvielfalt und sachliche Informationen. Was unsere faktisch gleichgeschaltete Printmedien bieten ist politische Monotonie und der Versuch die Bevölkerung zu erziehen und zu desinformieren. Das ist auch der Grund wieso damals die "Neue Deutschland" wie Blei in den Zeitungsregalen gelegen hat. Normale Menschen informieren sich heutzutage in unabhängigen und politisch neutralen Medien im Internet!
  4. #4

    zeit für bezahlportal.

    ihr zeitungen. tut was. macht das polnische modell nach. gemeinsames bezahlportal und dann werbefrei/armen zugriff auf alle artikel aller zeitungen. da werden wohl ein paar mehr leute geld locker machen. 10-20€?
    so kann man sich als zeitung retten und keiner kann ja zu viele artikel konsumieren.
  5. #5

    Ich lese den "Artikel" als sei er vom Spiegel verfaßt.

    Wenn die lieben Studis nur noch Schlagzeilen lesen: bei Maschinenbau erwartet man es leider nicht besser in Deutschland. Die Schlagzeilen des Stern im Netz - sind eine Lektüre wert?

    Zur Kandidatin aus der Kostümabteilung:
    Wenn sie wirklich an der Uni Zeitung "mit nervigen Pop Ups" lesen würde, wäre ihr aufgefallen, dass an allen Unirechnern dieses Landes derartige Werbefenster *durch die Netzwerkadministratoren blockiert wurden.*
    "Aufpoppen", d.h. öffnen können sich nur PDFs als Dokumente bei Suchergebnissen von Datenbankrecherchen.

    Zu Hussein:
    ""Bei Facebook stehen oft die neuesten Informationen."
    Hat der Journalist nach einem Studentenausweis gefragt oder ging der junge Herr gerade zufällig auf der Strasse vorbei?

    Auffällig ist, dass einige noch fernzusehen scheinen - das sollte doch auf Grund der geringen Informationsdichte uninteressant sein und im Zuge der Internetnutzung auch aussterben?*

    Auf den Printmedien wurde bisher genug herumgehackt. Im
    Idealfall ließt der Studi zu dieser Jahreszeit Fachzeitschriften für seine Hausarbeiten und hat für das Tagesgeschehen in der Tat wenig Zeit.
  6. #6

    Wenn ein Student...

    meint, dass er alle relevanten Nachrichten auf facebook(!) bekommt, dann tut es mir um die zukünftige "Elite" Deutschlands leid.
  7. #7

    Sehr nachvollziehbar...

    Ähnlich wie die Musikindustrie gibt es für Verlage keine Garantie mehr, alles im Paket zu verkaufen.

    Der Online Scan über die Zeitungen zeigt auch: es gibt selten gute Konzepte zwischen on- und offline: beide sind oft inhaltsgleich. Und wenn die Website dann kostenlos ist, warum die Zeitung kaufen?

    Gleichzeitig geben sich die Zeitungen hier zuwenig Profil. Sie müssen auch online ihre Meinungsmachen in den Vordergrund stellen. Mit Personen identifizieren sich Menschen schneller als mit Text. Was schadet es also, seinen Stars einen eigenen Blog oder eine eigene Rubrik online zu geben - ist billig und profilbildend und erlaubt moderne unkomplizierte Interaktionen zwischen Reporter und Lesern.

    http://durchschlag.de/2013/02/15/internet-und-journalismus/

    Mein Eindruck ist, dass nur wenige Zeitungen verstehen in welchem Debakel sie stecken. Ähnlich wie der Kohlebergbau in den 80ern, die Musikindustrie in den 00ern. Es wäre schade, wenn sich die Zeitungen an dem Bergbau ein Beispiel nehmen würden.
  8. #8

    Zeitungen geben die Meinungen durch

    Wenn man sich die Laune verderben möchte, dann schlägt man eine Zeitung auf.

    Hier ein paar Schlagzeilen von heute:

    - US-Wirtschaft nähert sich dramatisch der Todeslinie
    - Friedrich will kriminelle Osteuropäer abschieben
    - Sigmar Gabriel verspricht Türken den "Doppel-Pass"
    - Armutsflüchtlinge: Roma in Deutschland – ausgebeutet, illegal, kriminell
    - Problemquartiere: Roma-Zuwanderung – Großstädte schlagen Alarm
    - Muslim im CDU-Vorstand: "Wollte mir meinen Platz in Deutschland erarbeiten"
    - FDP-Vorschlag: CDU gegen doppelte Staatsbürgerschaf
    - "Ich spiele jetzt in einer anderen Liga"
    - "Gigantischer Druck" – Das System der Handelsmarken
    - Der Papst, wilde Gerüchte und ein Geheimdokument
    - "Frauen dienen hier, um gevögelt zu werden"
    - Niebel will Pferde-Lasagne an Arme verteilen
    - Britischer Kardinal spricht sich gegen Zölibat aus
    - Manche Sexbombe brach unter dem Druck zusammen
    - Wenn eine ganze Familie wie im Käfig wohnt
    - Die perfide Formel des "Bachelor"-Erfolgs
    - Fremdgegangen – Verlobter per Streetview erwischt
    - Geisterfahrer soll seine Töchter getötet haben
    - Van der Vaart gesteht – "Ich liebe Volksmusik"
    - "Du darfst dich nie als Fan zu erkennen geben"
    - US-Justizministerium verklagt Lance Armstrong
    - Die zwei Leben des Stehaufmännchens Philipp Rösler
    - Der Mann, der Italien vor Berlusconi retten will
    - "Frankreich hat schöne Frauen, aber die Politiker ..."

    Und so etwas soll mich informieren. Hauptsache Aufregung für die Dummen erzeugen.
    Auf solche ZEITUNGEN kann ich getrost verzichten.
  9. #9

    Zitat von Dumb Bunny Beitrag anzeigen
    Erst sind die Tageszeitungen schlechter geworden, und dann habe ich sie nicht mehr gekauft, nicht etwa umgekehrt.
    Genau so! Wenn ich einen Leitartikel in der Tageszeitung lese und mir dabei direkt mehrere Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Ausdrucksfehler in's Auge fallen, dann bin ich wirklich nicht mehr bereit, dafür auch noch nicht zu knapp Geld zu bezahlen.

    Ein Bekannter, der bei der größten regionalen Tageszeitung hier in der Gegend arbeitet, hat uns sehr eindrücklich geschildert, wie Presse im Tagesgeschäft heutzutage gemacht wird. Eigener Layouter für kleinere Lokalredaktionen? Korrekturleser? Nix, wurde alles gestrichen. Nicht etwa, weil das Blatt rote Zahlen schrieb, sondern weil die grünen Zahlen dem Verlag nicht groß genug waren!

    Zeit für wirklichen Journalismus "draußen in der Welt", eventuell sogar investigativ oder zumindest mit gründlicher Hintergrundrecherche, bleibt da schlichtweg nicht. Belanglose Interviews am Telefon, Kopieren von Meldungen der Nachrichtenagenturen - das ist sein Alltag, denn Layout und zumindest grobes Korrekturlesen brauchen einfach den Anteil der 24 Stunden bis zur nächsten Ausgabe, die eigentlich für die Qualität des Journalismus nötig wären... Dass er sich dabei von einem Monatsvertrag zum nächsten hangelt, natürlich bei unterirdisch miesem Gehalt, stört ihn erstaunlicherweise sogar weniger als dieser Mangel an Zeit für wirkliche Qualität in seinem (studierten!) Beruf.

    Aber mal ganz ehrlich: warum sollte ich ein Copy&Paste-Blatt der Nachrichtenagenturen für richtig teuer Geld jeden Monat kaufen? Die Meldungen der Agenturen findet man problemlos im Netz. Und auf die belanglosen Telefoninterviews mit Bäckermeistern und Co. kann ich gut verzichten, die bringen mich im Leben kein Stück weiter...