Piratin Domscheit-Berg: "Wir waren zu erfolgreich"

HC Plambeck/laifSie ist eine der wenigen prominenten Frauen in der Piratenpartei: Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg. Im Interview spricht die Ex-Grüne über einen Bundestagswahlkampf ohne Geld, die Querelen im Vorstand - und erklärt, warum Angela Merkel die Möglichkeiten des Internets verschlafen hat.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-885010.html
  1. #100

    Ursachen

    Zitat von Criticz Beitrag anzeigen
    ...Will man dem Thema gerecht werden, muss man sich unweigerlich intensiv mit den URSACHEN der Über-/Unterrepräsentanz von Männern/Frauen in best. Positionen beschäftigten - und wird feststellen, dass das herzlich wenig mit einer flächendeckenen Diskriminierung von Frauen zu tun hat....
    Wenn eine Monopolsituation festgestellt wird, dann spielt die Ursache dafür keine Rolle. Es wird lediglich geschaut, ob diese Situation zu Nachteilen für die Allgemeinheit führt.
    Sie sollten sich mit Ihrer Argumentation darauf konzentrieren, daß ein Mehr an Frauen in Führungspositionen keinen positiven Effekt für die Allgemeinheit bewirkt.
    Einen Kampf unter dem Stichwort Diskriminierung können Sie mit Blick auf die tatsächlichen Zahlen nicht gewinnen.
  2. #101

    Kompetenz

    Zitat von Criticz Beitrag anzeigen
    NATÜRLICH entscheidet nicht immer nur die Kompetenz, viele Faktoren spielen eine Rolle, viele, die auch "unfair" sind (Vitamin B uswusf...Sohn/Tochter im Unternehmen wird halt mal schnell zu Geschäftsführer/-in ehe man sich versieht...).
    ABER: eine Frauenquote verschlimmert das ganze doch nur. Ein weiteres - völlig qualifikationsfremdes - Kriterium ("Frau sein") wird ausschlaggebend ob jemand einen Job bekommt oder nicht.
    Das ist doch gerade auch keine Lösung, im Gegenteil....
    Nein Sie machen es nur noch schlimmer. Das beliebteste Argument gegen eine Quote ist grade 'die Kompetenz entscheidet'. Und jetzt kommen Sie daher und schreiben daß das nicht stimmt (und haben damit auch noch recht..).
    Aber: das ist die falsche Baustelle. Fragen Sie lieber: Wem nützen, was bewirken mehr Frauen in Führungspositionen? Nichts. Darum geht es.
  3. #102

    Nachruf

    Ich habe ernsthaft und unvoreingenommen versucht, mich mit der Piratenpartei als eventuelle Alternative auseinanderzusetzen. Das grundsätzlich Neue an der Piratenpartei kann man im Wesentlichen auf zwei Punkte eindampfen.

    Erstens eine neue Abstimmung von Internet und Gesellschaft aufeinander. Das Internet hat zweifelsohne viele Neuerungen mit sich gebracht. Das sind viele Vorteile und einige Nachteile. Und ich gebe auch zu, dass das Internet für uns alle eine große Veränderung gewordenist. Dennoch finde ich, man kann dem Menschen nicht vorschreiben sich mit dem Internet anzufreunden und sein Leben ins Internet zu integrieren. Wenn ich keine Lust habe, ein Konto bei Facebook zu eröffnen dann dürfen mir keine Nachteile daraus erwachsen. Der administrative Überbau der Gesellschaft muss in jedem Falle offline bleiben, das heißt mit Papier, Bleistift und Stempel und vor allem Bezahlen mit Bargeld und Fahren mit Fahrkarten anstatt Chipkarten (denn auch das ist Internet). Ich lege Wert auf ein minimales bisschen Rest-Anonymität und das ist nicht garantiert, wenn ich jeden Pups als Datenssatz irgendwo hinterlegen muss. Insofern stehe ich einer Internetpartei höchst skeptisch gegenüber.

    Der zweite Punkt ist die Organisation der Meinungsbildung. Die repräsentative Demokratie hat ganz bestimmt ihre lästigen Wehwehchen und es ist schon manchmal schwer zu ertragen, dass sich irgendeine Parteiknallcharge stundenlang im Radio verbreiten kann, blos weil sie gerade Bundesratsvizepräsident ist. Aber ich befürchte, dass die direkte Demokratie noch leichter manipulierbar ist, als unsere gewählten Volksvertreter. Eben weil man mal eben ganz schnell und unkompliziert... Die Meinung der Schwarmintelligenz ändert sich leider oft sehr rasch (sehen Sie nur nach Italien) und ob Sie die geballte Willensbildung des Volkes in der Früh um 7.00 oder um Mitternacht abrufen, wird zu völlig anderen Ergebnissen führen. Auch hier bin ich für den altbekannten mühsamen und ermüdenden Weg. Zumindest ist hier (fast) alles nachvollziehbar und sei es um Jahre verspätet. Und wenn eine Entscheidung wirklich Kacke ist, dann weiß man, wer dafür zur Veratwortung zu ziehen ist. Auch in diesem Falle unterstütze ich das Modell der Piraten nicht.

    Deshalb werde ich die Piraten nicht wählen und glaube auch nicht, dass sie in Zukunft für uns unverzichtbar sind. Trotzdem vielen Dank für den heilsamen Tritt in den Hintern, den ihr uns zwischendrin gegeben habt. Ich glaube, dass diese Episode nicht ganz ohne Konsequenzen bleiben wird und das eine oder andere werdet ihr sicher mit angestoßen haben. Tschüß Piraten
  4. #103

    Zitat von tadamtadam Beitrag anzeigen
    um dieses beispiel nochmal ganz konkret aufzuklären:

    sie als sänger des liedes "happy birthday" sind NICHT der veranstalter, sondern der ausübende künstler. der veranstalter ist der wirt, in dessen wirtschaft sie das singen.

    nochmal die eindringliche bitte: keinen blödsinn verzapfen und nicht von strafbarkeit reden, wo keine ist, sondern sich bei den quellen informieren, die auch ahnung davon haben.
    Nein, das ist nur der Fall, wenn der Wirt Sie mit dem Singen beauftragt hat.

    Und, wenn Sie schon von Quellen reden, nennen Sie sie bitte auch.
  5. #104

    Noch etwas

    Zitat von tadamtadam Beitrag anzeigen
    nochmal die eindringliche bitte: keinen blödsinn verzapfen und nicht von strafbarkeit reden, wo keine ist, sondern sich bei den quellen informieren, die auch ahnung davon haben.

    Mal abgesehen davon, dass es kein Blödsinn ist, könnten Sie ja behaupten, derartige Rechtsunsicherheiten wären an den Haaren herbeigezogen und würden von den Rechteverwertern (die nicht die Urheber sind!) nicht ausgebeutet.

    2 Gegenbeispiele, die belegen, dass es sich hier um absichtlich ausgelegte Tretminen im Rechtssystem handelt:

    1) Die Gema hat vor 2 Jahren versucht, von Kindergärten und Tagesstätten Lizenzen zu erpressen, da ja beim Singen normalerweise Kopien von Texten ausgegeben werden.

    2) Die unendliche Geschichte Youtube vs Gema. Letzte Woche wollte ich mir Aufnahmen von dem Meteoriteneinschlag in Russland ansehen. Die meisten Videos waren gesperrt, da es sich um Privataufnahmen aus Autos handelte - und im Auto lief eben ein urheberrechtlich geschütztes Lied im Radio. Die Gema behauptet zwar, in solchen Fällen nicht gegen Youtube vorzugehen, beharrt aber auf der Beibehaltung einer Rechtsunsicherheit, die für ein Onlineportal ein nicht tragbares Risiko bedeutet, so dass Youtube vorsorglich sperren muss.

    https://www.gema.de/presse/top-themen/youtube.html
  6. #105

    Gleiches Ziel, unterschiedlicher Weg

    Zitat von hdwinkel Beitrag anzeigen
    Wenn eine Monopolsituation festgestellt wird, dann spielt die Ursache dafür keine Rolle. Es wird lediglich geschaut, ob diese Situation zu Nachteilen für die Allgemeinheit führt.
    Sie sollten sich mit Ihrer Argumentation darauf konzentrieren, daß ein Mehr an Frauen in Führungspositionen keinen positiven Effekt für die Allgemeinheit bewirkt.
    Einen Kampf unter dem Stichwort Diskriminierung können Sie mit Blick auf die tatsächlichen Zahlen nicht gewinnen.
    Wir liegen im Ergebnis (keine Quote) ja nicht auseinander - der Weg dorthin unterliegt aber nicht Ihrer Deutungshoheit. Wer sagt denn dass die Ursache für eine "Monopolstellung" (haben wir ja nicht einmal, nur Über-/Unterrepräsentanz) keine Rolle spielt? Natürlich ist sie ganz entscheidend. Genauso wie wir sofort nach Gründen suchen (und finden) warum so wenig Männer in pädagogischen Berufen sind sollten wir es bei Vorstands-AR-Posten tun. Da kann man den Befürwortern nämlich schon sehr viel Wind aus den Segeln nehmen.

    Auch das Argument "Diskriminierung" zieht, weil es höchst widersprüchlich ist die (behauptete) Frauendiskriminierung zu bejammern, und diese nun mit einer (gesetzlich legitimierten und damit objektiv nachprüfbaren) Männerdiskriminierung bekämpfen zu wollen. Das ist doch das Dilemma das jede sog. "Positivdiskriminierung" (mein Favorit für das Unwort des Jahres) innehat - und viele Quotenbefürworter sind sich dieses Dilemmas - natürlich nur hinter vorgehaltener Hand - durchaus bewusst. Sprechen Sie mal US-Studenten/Profs, egal ob schwarz/weiß, auf "affirmative action" an, beide wissen wie problematisch und angreifbar Quotenregelungen hier sind.

    Mit dem nicht nachgewiesenen positiven Effekt haben Sie Recht - auch ein Argument. Selbst wenn es diesen Effekt gäbe, kann man Unternehmen i.ü. nicht zwingen, ihre Unternehmenspolitik an Studien auszurichten.

    Aber es spricht nichts dagegen die Vielzahl von Argumenten gegen die Quote anzuführen, warum sollte man auf einige verzichten?
  7. #106

    Genau lesen

    Zitat von hdwinkel Beitrag anzeigen
    Nein Sie machen es nur noch schlimmer. Das beliebteste Argument gegen eine Quote ist grade 'die Kompetenz entscheidet'. Und jetzt kommen Sie daher und schreiben daß das nicht stimmt (und haben damit auch noch recht..).
    Aber: das ist die falsche Baustelle. Fragen Sie lieber: Wem nützen, was bewirken mehr Frauen in Führungspositionen? Nichts. Darum geht es.
    Ich hatte geschrieben, bitte genau lesen, dass "n i c h t i m m e r
    n u r die Kompetenz" entscheidet. Das räumen Sie ja selbst ein und das abzustreiten wäre lebensfremd und unseriös.
    D.h. aber nun nicht, dass Kompetenz keine Rolle spielt - sie wird nahezu fast immer das Hauptkriterium bei einer Personalentscheidung sein.

    Ich sage aber klar, dass es keinerlei Sinn macht, die Situation durch eine Quote noch zu verschlimmern. Probleme sollen gelöst und nicht noch schwieriger gemacht werden.

    Auch das ist ein Argument, das man doch bringen kann, anstatt nur auf Ihr "Nutzen"-argument abzustellen, das richtig ist, aber Gleichstellungsfanatiker herzlich wenig interessieren wird.
    Je mehr Argumente desto besser, siehe schon oben...
  8. #107

    Zitat von crocodoc_jl Beitrag anzeigen
    Nein, das ist nur der Fall, wenn der Wirt Sie mit dem Singen beauftragt hat.

    Und, wenn Sie schon von Quellen reden, nennen Sie sie bitte auch.

    eben nicht!!!

    der wirt ist der veranstalter, auch wenn er sie als band engagiert!!!

    bitte erstmal mit den gesetzen auseinandersetzen, dann klappe aufreißen!

    wie sagte schon schiller: gegen dummheit kämpfen selbst die götter vergebens.

    damit verabschiede ich mich dann auch aus dieser debatte. gegen leute wie sie ist kein kraut gewachsen.
  9. #108

    Zitat von crocodoc_jl Beitrag anzeigen
    Mal abgesehen davon, dass es kein Blödsinn ist, könnten Sie ja behaupten, derartige Rechtsunsicherheiten wären an den Haaren herbeigezogen und würden von den Rechteverwertern (die nicht die Urheber sind!) nicht ausgebeutet.
    rechtsunsicherheit besteht nur für leute wie sie, die ihr wissen über urheberrecht von den piraten beziehen, die ja selbst keine ahnung haben.


    1) Die Gema hat vor 2 Jahren versucht, von Kindergärten und Tagesstätten Lizenzen zu erpressen, da ja beim Singen normalerweise Kopien von Texten ausgegeben werden.
    nicht schon wieder das märchen!!!

    es war erstens nicht die gema, sondern die VG musikedition, die gema hat nur im namen der vg musikeditin die kindergärten angeschrieben

    der zweite punkt: das singen ist in kindergärten nicht lizenzpflichtig! die vg musikedition hat den kindergärten eine notenkopierpauschale angeboten!!! dadurch wollte die VG den kindergärten rechtssicherheit gewähren. außerdem ist die pauschale zum kopieren von noten billiger als wenn permanent neu gekauft werden müsste.

    nochmal: das singen war niemals bestandteil der lizenz. dieses ist stets ohne lizenz möglich!!!
    2) Die unendliche Geschichte Youtube vs Gema. Letzte Woche wollte ich mir Aufnahmen von dem Meteoriteneinschlag in Russland ansehen. Die meisten Videos waren gesperrt, da es sich um Privataufnahmen aus Autos handelte - und im Auto lief eben ein urheberrechtlich geschütztes Lied im Radio. Die Gema behauptet zwar, in solchen Fällen nicht gegen Youtube vorzugehen, beharrt aber auf der Beibehaltung einer Rechtsunsicherheit, die für ein Onlineportal ein nicht tragbares Risiko bedeutet, so dass Youtube vorsorglich sperren muss.
    nun ja: youtube verdient millionen, weigert sich aber, die urheber zu beteiligen. ich halte das verhalten von youtube für reichlich asozial. und ihr wohlstandsverwöhntes gejammere, dass man ein KOSTENLOSES angebot, auf das man nicht den geringsten anspruch hat, nicht wahrnehmen kann, weil der übermittler rechte verletzt, spricht bände bzgl ihrer gesinnung.

    weiterhin gute besserung!!!

    und nochmal:
    wenn sie in der wirtschaft was singen, sind sie nicht der veranstalter. das ist stets der wirt!!!!
  10. #109

    Zitat von crocodoc_jl Beitrag anzeigen

    Und, wenn Sie schon von Quellen reden, nennen Sie sie bitte auch.
    nochmal zu den quellen:

    ich selbst bin komponist und ausübender musiker und habe jahrelange erfahrung mit solchen sachen.

    sie haben sich ihre "ahnung" aus kruden artikeln ahnungsloser piraten und urheberrechtsgegner zusammengepastet. leider alles falsch. nicht alles, was im netz steht, ist die wahrheit!

    der veranstalter sind sie z.b. wenn sie auf dem betriebsgelände ihrer firma für einen kollegen eine geburtstagsfeier abhalten, aber nicht, wenn spontan in einem wirtshaus ein tisch plötzlich "happy birthday" singt.

    kein wunder, dass das urheberrecht so angefeindet wird, wenn dauernd missstände transportiert werden, die es gar nicht gibt.