US-Strahlenruine Hanford: Lecks in sechs unterirdischen Atommmülltanks

Getty ImagesLeck in dem am schwersten verstrahlten Ort der westlichen Hemisphäre: In der Ex-Plutoniumfabrik Hanford an der US-Westküste sind sechs unterirdische Tanks undicht. Der Gouverneur des Bundesstaats Washington nannte die Nachricht "beunruhigend" - eine akute Gefahr bestehe aber offenbar nicht.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...-a-885114.html
  1. #90

    Das wäre schade ...

    Zitat von Zak Beitrag anzeigen
    In 50 Jahren braucht doch kein Mensch mehr so ein Endlager.
    Da wird der ganze Müll einfach auf irgendwelche Planeten/Monde geflogen/geschossen.
    Vielleicht dauert es auch noch 100 Jahre. Aber das wird definitiv so kommen...
    Das wäre schade. Was wir heute als Müll bezeichnen ist eine Ressource. Den radioaktiven "Müll" kann man als Energiequelle nutzen. Dabei ist nicht einmal eine Uran-Anreicherung erforderlich. Das reduziert das Risiko extrem. Eine militärische Nutzung ist auch nicht möglich. Mit dem "Müll" von heute könnte die dgesamte Menschheit die nächsten 1000 Jahre mit Energie auf hohem Verbrauchsniveau versorgt werden.

    Laufwellen-Reaktor

    Erfindung in den USA: Mini-Atomkraftwerk für den heimischen Garten - Wirtschafts-News - FOCUS Online - Nachrichten
  2. #91

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Es gibt nicht eine einzige Studie, bei der die Opfer des Uranabbaus berücksichtigt wurden. Und es gibt nur ganz wenige Studien, die die Opfer von nuklearen Betriebsunfällen berücksichtigen und wenn, dann geht man von völlig falschen Opferzahlen aus.
    Im übrigen werden die Staudämme von Wasserkraftwerken hauptsächlich zur Wasserregulierung genutzt.

    Eine gegenteilige Studie zu was? Nennen Sie doch zuerst mal eine Studie, in der sämtliche Opfer berücksichtigt worden sind.

    Aber ohne die Opferzahlen vom Uranabbau und meistens fehlen auch die Opferzahlen von Unfällen.
    Das ist die erwähnte Publikation:
    Markandya & Wilkinson, "Electricity Generation and Health", The Lancet, 2007
    http://www.bigthunderwindpower.ca/fi...ncet_2007).pdf
    Die Ergebnisse Stammen aus der EU-Studie Externe, und umfassen den ganzen Zyklus:
    "They can arise from occupational effects (especially from mining), routine radiation during generation, decommissioning, reprocessing, low-level waste disposal, high-level waste disposal, and accidents."

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Wenn ..., ist es aber nicht.
    Sie sagen es, es scheint nur so zu sein. Tatsächlich ist es genau umgekehrt.
    Tja… Siehe Abb. 3 im Artikel.
    "Merkwürdigerweise" weigert sich The Lancet, Grüngeschwafel zu publizieren… Fällt Ihnen was auf?
  3. #92

    Zitat von zamm Beitrag anzeigen
    Das ist die erwähnte Publikation:
    Markandya & Wilkinson, "Electricity Generation and Health", The Lancet, 2007
    http://www.bigthunderwindpower.ca/fi...ncet_2007).pdf
    Ich kenne die Studie und zwar die gesamte und nicht nur den Auszug.

    Die Ergebnisse Stammen aus der EU-Studie Externe, und umfassen den ganzen Zyklus:
    "They can arise from occupational effects (especially from mining), routine radiation during generation, decommissioning, reprocessing, low-level waste disposal, high-level waste disposal, and accidents."
    Schöner Satz, aber wo stehen die dazu gehörigen Zahlen, was sind die Quellen, welche Zeiträume wurden erfasst?

    Tja… Siehe Abb. 3 im Artikel.
    Was soll ich da sehen? Steht da etwas von Uranabbau?

    "Merkwürdigerweise" weigert sich The Lancet, Grüngeschwafel zu publizieren… Fällt Ihnen was auf?
    Was mir auffällt ist, dass in dieser Studie keinerlei Zahlen von Schädigungen beim Uranabbau enthalten sind. Auch gibt es keinerlei Angaben darüber, über welche Zeiträume sich die Studie bezieht.

    Der Taschenspielertrick ist nämlich zum einen, dass die DDR nicht zu Europa gerechnet wird, dass Tschernobyl auch nicht als Unfall einbezogen wird, obohl sowohl das Uran aus Deutschland stammte und die Auswirkungen bis heute hier messbar sind.
    Und zum anderen man bei der Kohle auch die Zeiten vor der Filterpflicht mit einbezieht.
    In dieser Studie gibt es noch nicht mal konkrete Angaben dazu, so dass man das nicht mal überprüfen kann.
  4. #93

    Zitat von spiegelleser987 Beitrag anzeigen
    Die gab es vorrangig in der DDR. Dort hat der Staat sich für Umweltschutz kaum interessiert.

    DER SPIEGEL*47/2007 - Legenden vom bösen Atom

    Aber das war nicht nur an der Stelle so. Auch in anderen Industriebereichen gab es kein Interesse. Ich kann mich noch an den Besuch einer Firma irgendwo im Mansfelder Land erinnern. Die ganze Stadt stank extrem nach Brom. Zu Schulzeiten haben wir auch mal ein Kalkwerk besucht. Mit Filtern war dort nichts. Im gesamten Ort waren die Dächer aller Häuser schneeweiß. Und es hat extrem im Hals gekratzt. Und wenn man an Wolfen mit dem Zug vorbeigefahren ist, konnte man die Schornsteine mit extrem gelben Qualm vor blauem Himmel beobachten. Die Toten und Kranken hat niemand gezählt.
    Auch in Westdeutschland wurden erst Anfang/Mitte der 80ziger Filter vorgeschrieben, gegen den Widerstand der Industrie, die mit Studien belegte, dass Industrieabgase gar nicht so gefährlich sind. Trotzdem: "Der Himmel an der Ruhr muss wieder blau werden." (Willy Brandt)

    Und im übrigen geht es gar nicht um Atom oder Kohle.

    Jede Technik, jede Technologie hat irgendwo ein Risiko. Dieses Risiko muss minimiert werden. Dafür sind Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, die regelmäßig verbessert werden müssen. Eine Technologie kann man deshalb nicht ablehnen. Dann würde es keine Entwicklung geben.
    Doch, man kann deshalb eine Technologie ablehnen, wenn sie nicht sicher genug ist. Der Uranabbau der Wismut wurde 1990 sofort dicht gemacht, weil es einfach, auch nicht mit modernsten Mitteln, möglich ist unter "vertretbaren" Umständen für dort Tätige und der umliegenden Bevölkerung Uranerz abzubauen.
    Dafür wird eben aus dem Niger Uran bezogen. Dort gibt es so gut wie keine Vorschriften, auch keine Vorschrift, Angaben zu Opferzahlen zu machen. Und selbst wenn, die Opfer können ja nicht in Studien auftauchen, die sich auf Europa beziehen.
  5. #94

    Quellen

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Ich kenne die Studie und zwar die gesamte und nicht nur den Auszug.
    Schöner Satz, aber wo stehen die dazu gehörigen Zahlen, was sind die Quellen, welche Zeiträume wurden erfasst?
    Was soll ich da sehen? Steht da etwas von Uranabbau?
    Was mir auffällt ist, dass in dieser Studie keinerlei Zahlen von Schädigungen beim Uranabbau enthalten sind. Auch gibt es keinerlei Angaben darüber, über welche Zeiträume sich die Studie bezieht.
    Alles ist tatsächlich drin… Die Details sind hier:
    http://www.externe.info/externe_d7/s...files/vol5.pdf

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Der Taschenspielertrick ist nämlich zum einen, dass die DDR nicht zu Europa gerechnet wird
    Es hat nichts damit zu tun, sondern dass man inzwischen von den Gefahren von Radon weiss… und entsprechend handelt!
    Übrigens übersteigt die Radon-Kollektivdosis von dicht besiegelten Öko-Häusern der 70er bei weitem diejenigen der Wismut, von den anderen Effekten (damals gab es noch viele gefährlichen Chemikalien in Möbel, Farben, etc.) ganz zu schweigen… Und trotzdem wird nicht von "tödlichen Öko-Häusern" geredet, sondern nun einfach für korrekte Lüftung gesorgt.

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    dass Tschernobyl auch nicht als Unfall einbezogen wird, obohl sowohl das Uran aus Deutschland stammte und die Auswirkungen bis heute hier messbar sind.
    Wollen Sie damit dem deutschen "Killer-Uran" die Schuld an die Katastrophe zuschieben??? Eine Bewertung gilt nicht für "Kernkraft" (oder "Kohle", "Biomasse", usw.), sondern nur für eine gewisse Technologienorm. Hier wurde ein frz. DWR-Modell genommen (SWR erreichen ziemlich ähnliche Werte). Warum dies selbst für Fukushima nicht gilt, können Sie u.a. nachgoogeln: "Tsunami", "redundante Kühlung", "katalytische Rekombinatoren", und "Containment-Filter".

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Und zum anderen man bei der Kohle auch die Zeiten vor der Filterpflicht mit einbezieht.
    In diesem Fall muss ich Ihnen recht geben: Inzwischen ist Kohle-Strom in Europa etwas sauberer geworden, aber trotzdem:
    http://www.hep.physik.uni-siegen.de/.../papenburg.pdf
    Und "Musterschüler" Deutschland erzeugt sogar mehr davon:
    Stromerzeugung
  6. #95

    No immediate risk

    Zitat von Originalaufnahme Beitrag anzeigen
    Was heißt "keine akute Gefahr"?

    Eine progressive Gefahr? Eine latente Gefahr?
    Die Formulierung im Original war "no immediate risk":
    The leaking materials at Hanford Nuclear Reservation pose no immediate risk to public safety or the environment because it would take perhaps years for the chemicals to reach groundwater, Washington Gov. Jay Inslee said Friday.
    6 leaking tanks are Hanford nuke site's latest woe | Local News | The Seattle Times
    Mit "akut" kann ich nicht viel anfangen; ich würde "no immediate risk" mit "keine unmittelbare Gefahr" oder "keine sofortige Gefahr" übersetzen. Im Klartext: Es besteht eine ernsthafte Gefahr, die erst zu einem späteren Zeitpunkt sichtbar wird. Jedoch wird niemand, der in die Nähe der Gefahrenquelle kommt, sofort tot umfallen.

    Das ist die übliche offizielle Formulierung wenn immer irgendwo Radioaktivität in die Umwelt freigesetzt wird, die in kommenden Jahren das Leben von vielen Menschen (und nicht nur Menschen) verkürzen und das Erbgut von Lebewesen verändern wird. Das liegt in der Natur der Sache, denn die Wirkung von radioaktiver Strahlung* kommt, wenn die Dosis nicht gerade extrem hoch ist, niemals sofort. Auch die Gefahr durch die Kernschmelzen in Fukushima-Daiichi wurde durch Regierungs-Bürokraten in Japan (in der englischen Übersetzung) als "no immediate risk" umschrieben.

    Wenn Sie die zwei Wörter "no immediate" aus Regierungsmunde vernehmen, nehmen Sie Ihre Beine in die Hand, so schnell Sie können!

    *Anmerkung: Bei einem Sonnenbrand ist es ganz ähnlich. Wenn man stundenlang in der Sonne herumliegt, fühlt man sich anfangs pudelwohl. Erst am Abend wird man krebsrot und heiß und in den kommenden Tagen schält sich die Haut überall in großen Fetzen ab. Also auch bei ultravioletter Strahlung gilt: "Keine unmittelbare Gefahr!" Ebenso bei einem Schlangenbiss...
  7. #96

    Könnte daran liegen...

    Zitat von FunkR Beitrag anzeigen
    Sanierung bis 2052 – da können wir nur hoffen dass bis dahin wieder ein Meteorit auf der Erde einschlägt oder wieder ein Gammelfleischskandal uns von solchen Problemen ablenkt.
    „Hanford ist der radioaktiv am schwersten verstrahlte Ort in der westlichen Hemisphäre.“
    Was ist mit Tschernobyl, Fukushima und Mailuusuu?
    Warum muss man immer diesen Wikipedia – Halbwahrheiten der Katastrophenpresse hinterher recherchieren um den Glaube an Tot und Chaos zu verlieren?
    daß weder Tschernobyl noch Fukushima Bestandteil der westlichen Hemisphäre sind? ;-)
    Warum muß man immer diese Bildzeitungsklugscheißer verbessern...
  8. #97

    Zitat von zamm Beitrag anzeigen
    Alles ist tatsächlich drin… Die Details sind hier:
    http://www.externe.info/externe_d7/s...files/vol5.pdf
    Nein, auf den ersten Blick ist erkennbar, dass Unfälle ausgenommen worden sind.
    Zur Gefährdung durch Uranabbau kann ich nichts finden. Außerdem ist diese Studie 1995 veröffentlicht worden, da waren die Zahlen der Wismut noch gar nicht komplett bekannt, sondern wurden erst Jahre später veröffentlicht.

    Es hat nichts damit zu tun, sondern dass man inzwischen von den Gefahren von Radon weiss… und entsprechend handelt!
    Die kennt man schon länger als die Kernspaltung.

    Übrigens übersteigt die Radon-Kollektivdosis von dicht besiegelten Öko-Häusern der 70er bei weitem diejenigen der Wismut,
    Keine Ahnung, was das für ein Vergleich werden soll, aber dadurch wird die Strahlung durch Uranabbau nicht ungefährlicher.

    Wollen Sie damit dem deutschen "Killer-Uran" die Schuld an die Katastrophe zuschieben???
    Nein.

    Eine Bewertung gilt nicht für "Kernkraft" (oder "Kohle", "Biomasse", usw.), sondern nur für eine gewisse Technologienorm. Hier wurde ein frz. DWR-Modell genommen (SWR erreichen ziemlich ähnliche Werte). Warum dies selbst für Fukushima nicht gilt, können Sie u.a. nachgoogeln: "Tsunami", "redundante Kühlung", "katalytische Rekombinatoren", und "Containment-Filter".
    Das ist Humbug.

    In diesem Fall muss ich Ihnen recht geben: Inzwischen ist Kohle-Strom in Europa etwas sauberer geworden,
    Bisschen? Über 99% werden inzwischen herausgefiltert.

    aber trotzdem:
    http://www.hep.physik.uni-siegen.de/.../papenburg.pdf
    Und "Musterschüler" Deutschland erzeugt sogar mehr davon:
    Stromerzeugung
    Nochmals: Es geht nicht um Kohle versus Atom, Pest oder Cholera.
  9. #98

    Tsss…

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Nein, auf den ersten Blick ist erkennbar, dass Unfälle ausgenommen worden sind.
    Zur Gefährdung durch Uranabbau kann ich nichts finden. Außerdem ist diese Studie 1995 veröffentlicht worden, da waren die Zahlen der Wismut noch gar nicht komplett bekannt, sondern wurden erst Jahre später veröffentlicht.
    Über Unfälle und Abbau gibt's ganze Kapitel - da müssen Sie sich dringend eine neue Brille kaufen…

    (Radon)
    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Die kennt man schon länger als die Kernspaltung.
    Nochmals Unfug! Kernspaltung 1938, Radon-Gefahr etwa 1960-1970:
    Entdeckung der Kernspaltung
    Radonbelastung
    (Die direkte Belastung durch Radon ist gering, da er als Edelgas nicht im Körper lagern kann - dessen Zerfallsprodukte sind aber ebenfalls radioaktive Feststoffe wie Polonium, die wesentlich für die Radiotoxizität sorgen)

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Keine Ahnung, was das für ein Vergleich werden soll, aber dadurch wird die Strahlung durch Uranabbau nicht ungefährlicher.
    Doch: Wissen -> Gegenmassnahmen -> weniger Gefahr. Kurz "Fortschritt".

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Das ist Humbug.
    Nein. Genau das ist "Fortschritt" (siehe oben):
    - Gefahr einer Kernschmelze -> redundante Kühlung
    - Gefahr durch Knallgas -> passive Rekombinatoren
    - Gefahr durch Verseuchung -> Containment-Filter

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Bisschen? Über 99% werden inzwischen herausgefiltert.
    Ebenfalls Fortschritt. Aber:
    - CO2 wird freigesetzt (~40 Mt/J mehr durch Teilausstieg 2011)
    - Cadmium, Arsen, usw. werden nicht mehr freigesetzt, kommen dann in schönen Fässern namens "Abfall". Im Gegenteil zu Atommüll bleiben sie für immer toxisch…

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Nochmals: Es geht nicht um Kohle versus Atom, Pest oder Cholera.
    Doch. Wegen Teilausstieg 2011 wurde trotz zig Milliardeninvestitionen in EE mehr Kohle verbraucht.
  10. #99

    Dr.

    Zitat von drod Beitrag anzeigen
    Wir waren noch nicht beim Du, bitte unterlassen Sie juveniale Umgangsformen mir gegenüber :-)
    Sie sollten bei der Wahrheit bleiben. Der Kommentator war sehr wohl beim "Du", nur Sie eben nicht. Daraus ein Wir abzuleiten halte ich für BILD-Niveau. Sie haben nun einen Kommentarleser weniger... *ironie*