Schwache Wirtschaft: Euro-Retter sorgen sich um Frankreich

REUTERSDer wirtschaftliche Ausblick mies, das Defizit über den EU-Vorgaben: Die Sorgen um das schwächelnde Frankreich wachsen. EZB-Mann Asmussen drängt zum Sparen, EU-Kommissar Rehn zu raschen Reformen. CDU-Fraktionsvize Fuchs nennt die Grande Nation ein "Sorgenkind des Euro-Raums".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-885082.html
  1. #10

    Eben im TV,

    öffentlich-rechtliche Nachrichten:
    (Zitat) "Frankreich wird zwar was tun gegen die Schulden aber sparen wird nicht kommen."
    In dem Land ist der Staatssektor klassisch überproportional vertreten (zur Vermeidung einer Massenarbeitslosigkeit vermutlich), die Wirtschaft eher verkrustet (die 2CV und die Diana (der Straßenkreuzer mit den runden Rücklichtern oben) sind schon seit 40 Jahren eingemottet). Die frz. Agrarwirtschaft existiert nur noch wegen den brüsseler Geldern.
    Die Reichen laufen Frankreich weg (Rußland und Belgien sind derzeit sehr beliebt) und einen breiten Mittelstand gibt es nicht.
    Also eher italienische Verhältnisse.
    In Italien will man nicht sparen, in Frankreich kann man garnicht sparen - ohne die Lebensstandards zu senken.

    Und Berlin produziert immer schneller immer mehr Sekundenkleber mit den man sich an diese Währung festklebt. Die soll ja, angeblich, immer noch besser und stabiler als die dt. Mark sein und uns allen nur immerwährendes Wirtschaftswachstum um Wohlstand bescheren.
  2. #11

    Tolle Quellen

    Dies ist mal wieder ein Ausweis von Spitzen-Journalismus. SPON zitiert "einen Brüsseler Korrespondenten von Reuters" - offenbar hat man niemanden in Brüssel. Und dann bemüht man den CDU-Mann Fuchs als Kronzeuge! Schließlich machen sich "die Euro-Retter" sorgen - dabei gehören Hollande und seine Leute selbst zu den "Rettern" (übrigens genau wie Monti, auch Italien gehört zu den Geberländern). Wäre SPON in Brüssel gewesen, hätte es erfahren, dass Währungskommissar Rehn keineswegs fürchtet, Frankreich könne unter den "Rettungsschirm" schlüpfen, sondern im Gegenteil den Abbau des strukturellen Defizits lobte. Zudem hätte man nachlesen können, dass es den Niederlanden deutlich schlechter und dem von SPON so geliebten UK ähnlich geht wie Frankreich. Aber das passt wohl nicht ins Weltbild...?
  3. #12

    Nein

    Zitat von anniemation Beitrag anzeigen
    der Ultra-Liberalen dient doch nur dazu, die europäischen Arbeitnehmer auf ein chinesisches Niveau runterzudrücken um die Dividenden der Ultra-Reichen immer höher zu drehen ! Das Wirtschaftswachstum, das goldene Kalb der Ultra-Liberalen, bringt leider nicht viel für die Leute, die den "Reichtum" schaffen, also wirklich "arbeiten" !
    Die Löhne in einer Volkswirtschaft müssen so sein, dass die Leistungsbilanz ausgeglichen ist. Da beisst die Maus keinen Faden ab.

    Wenn in einem Staat das Wachstum auch nur unter einen bestimmten Prozentsatz fällt (ich vermute 1 %), dann werden Arbeitsplätze abgebaut.

    Die Liberalen sind nicht an allem schuld. ;-)
  4. #13

    Oh weh

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Noch ein paar Menschen ausrottungs fantasien? Wenn die Leute keine Löhne mehr haben verhungern sie - und kaufen auch nix mehr - damit retten sie keinen - den auch wie die Target2 Salden zeigen - mit Ungedeckten Schuldscheinen können nichts kaufen - das mögen so Länder die Öl und Seltene Erden als Rohstoffe liefern auch nicht - die nehmen das schon nicht mehr an!

    Kleiner Hinweis - wer den Menschen versucht ihre Lebensgrundlage zu nehmen erlebt irgend wann die böse Überrauschung das er etwas kopflos wird .. ist keine wirklich gute Idee dieses "Wir müssen wegen dem Geld unseren Kopf opfern" - aber ich denke sie spielen da ja schon Vorreiter!
    Gute Löhne sind wichtig für die Binnennachfrage, das ist klar. Wenn aber ein Land Exportüberschüsse machen muss, diese aber nicht machen kann, dann sind die Löhne zu hoch. Das ist alles.

    Kommen Sie mir bitte nicht schon wieder mit der Freiwirtschaft.
  5. #14

    Zitat von mimas101 Beitrag anzeigen
    öffentlich-rechtliche Nachrichten:
    (Zitat) "Frankreich wird zwar was tun gegen die Schulden aber sparen wird nicht kommen."
    In dem Land ist der Staatssektor klassisch überproportional vertreten (zur Vermeidung einer Massenarbeitslosigkeit vermutlich), die Wirtschaft eher verkrustet (die 2CV und die Diana (der Straßenkreuzer mit den runden Rücklichtern oben) sind schon seit 40 Jahren eingemottet). Die frz. Agrarwirtschaft existiert nur noch wegen den brüsseler Geldern.
    Die Reichen laufen Frankreich weg (Rußland und Belgien sind derzeit sehr beliebt) und einen breiten Mittelstand gibt es nicht.
    Also eher italienische Verhältnisse.
    In Italien will man nicht sparen, in Frankreich kann man garnicht sparen - ohne die Lebensstandards zu senken.

    Und Berlin produziert immer schneller immer mehr Sekundenkleber mit den man sich an diese Währung festklebt. Die soll ja, angeblich, immer noch besser und stabiler als die dt. Mark sein und uns allen nur immerwährendes Wirtschaftswachstum um Wohlstand bescheren.
    Warum sollte Frankreich "sparen"? Wegen dem Schwachsinn aus Berlin und vom IWF?
    Die Thinkthanks des IWFs haben grad vor ein paar Tagen zugegeben das sie deppen sie die nicht rechnen können:

    CEPR: IWF bleibt unbelehrbar | Telepolis

    Ebenso wurden im jüngsten World Economic Outlook schwere Fehler eingestanden. Beispielesweise hatten sie bei ihren Wachstumsprognosen den Multiplikator der Staatsausgaben (wie viel reales BIP z. B. ein Euro an Staatsausgaben erzeugt) mit 0,5 angenommen, während es tatsächlich zwischen 0,9 und 1,7 geworden sind. Die Sparmaßnahmen hatten die Wirtschaftsleistung also doppelt bis dreimal so stark betroffen wie vom IWF erwartet, was IWF-Chefökonom Oliver Blanchard bereits zähneknirschend eingestanden hat.
    Der Multiplikator für Frankreich liegt bei 1,9 sogar - sprich , aus einem Euro Staatsausgaben werden fast 2 Euro wirtschaftsleistung - Hollande wäre mehr als dämlich wenn er seinen Staat auch noch gegen die Wand fahren würde!

    Und lassen sie die Reichen mal ruhig laufen - kommen sie endlich mal an die Frische Luft - stört präzise überhaupt keinen, weil das heutige Geldsystem nix mehr mit "Geld aus Geld verleihen" zu tun hat .. Geld wird bei den Banken aus Bilanzverlängerung erschaffen - egal ob mit oder ohne Reiche!

    Und "Leistungsbezieher" wäre eher ein Wort für die Leute die ihre Vermögen aus der Arbeitsleistung anderer beziehen , den genau diese "Reichen tun ja nichts - ausser auf ihre Konten und Bilanzen schauen" Sie sind längst die Parasiten in diesem System die man besser endlich mit den passenden Gegengiften bekämpft!

    Was halten sie davon den Lebensstandart der Reichen mal zu senken - wer nicht wirklich arbeiten geht verdient höchstens noch H4 - aber doch keinen Wohlstand!
  6. #15

    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    Die Löhne in einer Volkswirtschaft müssen so sein, dass die Leistungsbilanz ausgeglichen ist. Da beisst die Maus keinen Faden ab.

    Wenn in einem Staat das Wachstum auch nur unter einen bestimmten Prozentsatz fällt (ich vermute 1 %), dann werden Arbeitsplätze abgebaut.

    Die Liberalen sind nicht an allem schuld. ;-)
    Sie vermuten falsch - Die Leistungsbilanz eines Währungsmarktes ist immer gleich - nämlich ausgeglichen , weil alle "Waren/Dienstleistungen" die verkauft werden auch gekauft werden müssen also "Einnahmen = Ausgaben" - und daran ändern sie durch deppenhafte "Dann werden Arbeitsplätze abgebaut" überhaupt nichts!

    Wenn es allerdings weniger AN gibt, oder die weniger Lohn haben, dann können die auch nur weniger kaufen - dann haben sie Rezession en gro.. und die zieht gerade über der EU wie eine 100 meter hohe Tsunamiewelle auf!

    Arbeitsplätze werden abgebaut wenn man den Energieverbrauch der Menschen durch Maschinen und Computer ersetzen kann - das ist für 90 % des "Arbeitsplätze abbaus" inzwischen sogar zuständig - den Computer sind einfach effektiver als Menschen .. sogar am Arbeitsplatz!

    Pech nur das Computer und Maschinen nix kaufen - für DIE muss man überhaupt nichts produzieren .. die kaufen nix einfach und stellen höchstens wenn sie die nicht füttern die Arbeit auch ein!
  7. #16

    Schlechte Nachrichten

    können das eigentlich nicht wirklich sein!
    Es ist quasi egal, wie es der Wirtschaft geht, auch, ob übermorgen Berlusconi in Italien siegt oder Zypern bankrott geht.
    Die Börse jubelt, in diesem Moment ist der Dax um 1,5 % = 110 Punkte gestiegen.
    Warum sie jubelt? Naja, das ständige Gedudel von den traumhaften Arbeits- und Lebensbedingungen in den meisten europäischen, vor allem südeuropäischen Ländern dient doch dazu, die Löhne zu senken, soziale Leistungen zu kürzen bzw. zu streichen, das Gesundheitssystem zu eleminieren u.v.a.m. Verkürzt ausgedrückt: Drastische Senkung des Lebensstandards in einer Endlos-Abwärtsspirale. Wenn Südeuropa durch ist, gehts bei uns wieder von vorne los. Diesmal ists nicht Schröder, der anfängt, er ist ja raus. Aber seine Frau steht doch schon in den Startlöchern. Irgendwer wirds bei uns schon wieder anschieben.
    Und deswegen steigt die Börse: Sie nimmt nämlich ZUKUNFT vorweg!!!! (Ihr eigener Slogan). Die Großanleger freuen sich auch die viele Kohle, die demnächst zusätzlich in ihre Taschen fließt.
  8. #17

    mediterane Arbeitseinstellung

    als Niederbayer jetzt seit 15 Jahren in F lebend und mit einer Schwäbin verheiratet kann ich nur sagen wir wundern uns wie lang das gut ging. Auf dem flachen Land(la france profonde) liegt das durchschnittliche Haushaltseinkommen so um die 10000 Euro, Rinderzüchter hatten letztes jahr in Zentralfrankreich ca 8000 Euro netto pro Betrieb. Der Lebensstandart nähert sich DDR Verhältnissen. Bald wirds keine Bananen mehr geben. Aber der Gemeinderat in dem ich sitze haut die Kohle für völlig überflüssige Sachen raus als ob wir ne eigene Eurodruckerei hätten
  9. #18

    Überraschung!!!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der wirtschaftliche Ausblick mies, das Defizit über den EU-Vorgaben: Die Sorgen um das schwächelnde Frankreich wachsen. EZB-Mann Asmussen drängt zum Sparen, EU-Kommissar Rehn zu raschen Reformen. CDU-Fraktionsvize Fuchs nennt die Grande Nation ein "Sorgenkind des Euro-Raums".
    Frankreich wird zum Sorgenkind in der Euro-Krise - SPIEGEL ONLINE
    Da hält unser BuPrä eine Rede über Europa wie doll wir uns alle anstrengen sollen gute Europäer zu sein und uns solidarisch Einbringen sollen schon kommt die nächste schlechte Nachricht. Für alle Interessierten bei BBC kann man schön die forecast Zahlen für die wichtigsten Länder EU sehen. Schön dabei D und noch schöner F beide in einter Trautsamkeit.
    Der Herr Hollande wird sehr schweren Zeiten entgegen sehen denn die Franzosen sind keine Deutschen, die lassen sich nicht einfach über den Tisch ziehen und die dabei entstandenen Reibungshitze als menschliche Wäreme interpretieren. Nun Frankreich wird keine Sanktionen befürchten müssen denn solche Zahlen waren nicht vorhersehbar besonders die Schlappe der Autoindustrie nicht. Wie soll man auch darauf kommen, dass ganz Europa spart, ganz besonders bei den Bürgern, nun weniger Autos verkaut werden.
    Also Herr Gauck, das sind die Realitäten in der EU und jetzt fassen wir uns alle bei den Händen und: Tschiep, tschiep, tschieb wir haben uns alle lieb!
    Gruß HP
  10. #19

    Produktivitätsfaktor

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    ....
    Wenn es allerdings weniger AN gibt, oder die weniger Lohn haben, dann können die auch nur weniger kaufen - dann haben sie Rezession en gro.. und die zieht gerade über der EU wie eine 100 meter hohe Tsunamiewelle auf!

    Arbeitsplätze werden abgebaut wenn man den Energieverbrauch der Menschen durch Maschinen und Computer ersetzen kann - das ist für 90 % des "Arbeitsplätze abbaus" inzwischen sogar zuständig - den Computer sind einfach effektiver als Menschen .. sogar am Arbeitsplatz!
    ...
    Die Welt um uns herum ändert sich ständig, es kommt täglich zu Produktivitätssteigerungen, diese führen, wenn es nicht durch Wachstum ausgeglichen ist, zu Arbeitsplatzabbau.

    Sie haben vollkommen recht, wird das allgemeine Lohnniveau abgesenkt, um das Wachstumsmodell Exportüberschuss fahren zu können, dann wirkt dies erst mal konjunkturdämpend. In einem solchen Fall kann der Staat nicht auch noch zu sparen anfangen. Sehr schlecht ist es halt dann, wenn der europäische Fiskalpakt dem entgegensteht. Deshalb wird der Sparpakt demnächst scheitern. Das ist aber kein Grund anzunehmen, dass die Lohnstückkosten nicht angepasst werden müssten.

    Ich bin sicher bei Frankreich klappt dies. In anderen europäischen Ländern, insbesondere Griechenland, halte ich jedoch die notwendige Lohnstückkostensenkung für nicht machbar bzw. nicht zielführend (nicht als Euroland-Mitglied).