Extreme Umweltverschmutzung: China räumt Existenz von "Krebsdörfern" ein

REUTERSSchwermetalle belasten Chinas Flüsse und Grundwasser, Smog die Atemluft - nun hat die Regierung so deutlich wie nie die katastrophalen Folgen für die Bevölkerung anerkannt. Ein Bericht des Umweltministerium erwähnt "Krebsdörfer" nahe Industriezentren, in denen sich schwerste Erkrankungen häufen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-885098.html
  1. #10

    Gewusst

    haben wirs schon lange. Wir ALLE nehmen es aber billigend in kauf. Umwelt- und Gesundheitsauflagen sind uns halt zu teuer.
  2. #11

    Herzlichen Glückwunsch

    Eine Gesellschaft im moralischen Zusammenbruch und im zivilisatorischen Teilzusammenbruch, bewirkt durch die Aufholjagd zum Westen - welch eine Katastrophe, auch für die ganze Welt, welch ein Elend für Abermillionen von Menschen. Das ist das Ergebnis der Globalisierung. Herzlichen Glückwunsch an die deutsche Blockpartei - und VW hat voriges Jahr ja auch nicht schlecht verdient...
  3. #12

    Bitte, nicht auf die Grünen abschieben!

    Izu 8. Summe der Umweltverschmutzunen.......Ich bin kein Grüner, da es mir an Konsequenz mangelt, diese Denkweise in meinem Verhalten umzusetzen. Dass die Summe der Umweltverschmutzung immer gleich gross sei, unterstellt jedoch, dass der Grad der weltweiten Verschmutzung nun mal gottgegeben wäre und die Grünen dies gefälligst zu akzeptieren hätten. Dies ist natürlich Unsinn, denn grünes Gedankengut (falls Sie sich mal damit befassen!?) beinhaltet ja u.a. verfünftiges und verantwortungsvolles Umgehen mit den endlichen Ressourcen, gleich welchen Landes, sowie die Erforschung und den Einsatz umweltfreundlicher bzw. erneuerbarer Energien. Dass deren Umsetzung u.U. problematisch ist, ob z. B. tausende km neue Stromtrassen errichtet werden müssen, ist dabei eine andere Sache, zumal für den Normalbürger dabei nicht erkenntlich ist, ob hier z. B. durch dezentrale Energieerzeugungsmethoden nicht noch Optimaleres erreicht werden könnte.
  4. #13

    Man könnte meinen, China hätte noch viel aufzuholen um gleichzuziehen

    Die Chinesen und ihre Regierungsgang haben sicher schon längst den Begriff Klassengesellschaft für ihr im Entwicklungsfieber sich befindende Gesellschaft als unzulässig abgeschafft, einfach so, wie man ein viel hundert Jahre benutztes Konzept im Geschwindverfahren abzustreifen beliebt. Aber er existiert fort und feiert tödliche Urständ, wobei nur die Kaste der Parteigänger und Kapitalhäufler sich eine überdimensionierte Portion an Luxus aus dem überlaufenden Tronc für Gewinnmaximierung bei ihrem technologischen Gewaltmarsch in Richtung landesweite Umweltzerstörung herausholen können. Die Zuträger dieser Kapitaldroge sind Bauern, die einfach verscheucht werden, wenn ihr Land für staatliche Projekte verplant ist, sind Wanderarbeiter, die als Lückenbüßer zu allen undankbaren Aufgaben verwendet werden können, sind die an den Giftbrachen am Rande der Produktionszentren vegetierende Bevölkerung mit dem Recht von Gevatter Tod frühzeitig heimgesucht zu werden, ist eine Bevölkerung, die den konzentrierten Smog der Städte zur Filterung durch ihre Lungen ziehen muss, sind ganz am Ende der Klassifizierung Minderheiten, denen ihre ethnischen Eigenheiten durch Drangsal und Militär ausgetrieben werden. Die Wahrnehmung maximierten Zerstörungspotentials im Umgang mit Macht und Bereicherung ist den direkt Beteiligten und Nutznießern nicht gegeben.
  5. #14

    Wie es mich aufregt...

    wenn ich lese, dass 'wir' Schuld an Chinas Lage sind, weil wir billige Produkte kaufen. Solange billige Produkte angeboten werden, wird es auch Leute geben, die sie kaufen. Chinas Problem ist, dass man in kurzer Zeit zum Wohlstand der großen Industrienationen aufschließen will. China fehlt aber das Know-How, um hochwertige Produkte zu einem hohen Preis verkaufen zu können. Deswegen bleibt ihnen nur übrig, Produkte zu kopieren oder eben billige Massenware herzustellen. Ich bin mir sicher, dass man dort auch unter besseren und umweltschonenderen Bedingungen noch günstige Produkte herstellen könnte. Da dort aber die entsprechenden Gesetze, Vorschriften und Kontrollen fehlen, wird da so produziert, um eben den letzten Cent aus jedem Teil rauszuholen. Solange Chinas Politik also nicht aufwacht und die Leute nicht das entsprechende Bewusstsein für Gesundheit und Umwelt entwickeln, sondern nur Profit und Wirtschaftswachstum im Vordergrund stehen, wird sich in China nichts ändern.
  6. #15

    ???

    Ob das jetzt die Krebsdörfer in China oder die Blutkohle aus Kolumbien oder die Kinder, die in Afrika unseren Elektronikschrott abbrennen...
    Wir können doch unseren Lebensstil nicht so umkrempeln, dass wir da auch nur eine Kleinigkeit verändern. Wir als Einzelne.
    Wenn ich hier mit dem Bus in die Stadt fahre, stelle ich fest, jedes Kind und jeder Jugendliche hat sein Smartphone.
    Ich bedauere die Eltern, die sich von ihren Kindern dazu erpressen lassen müssen. Aber es geht nicht anders.
  7. #16

    Der reumütige Deutsche

    Diese altbackene Geisteshaltung die ihren Ursprung noch in den 80ern und 90ern hat, finde ich so zum Kotzen. Nein, wir ALLE tragen keine schuld an der Umweltverschmutzung in China. Die Welt gehorcht nunmal ökonomischen Grundsätzen, wie zB, dass ein gleiches Produkt, da gekauft wird, wo es am billigsten ist. Daran gibts nicht zu rütteln. Wir können China keine Umweltschutzauflagen und Sozialvorgaben aufzwingen. Unsere Wirtschaft und unsere Industrie, würden es China sicher danken, wenn sie nicht mit unfairen Wettbewerbsvorteilen unsere Märkte fluten würden. Was denken Sie, würde die WTO davon halten, wenn wir Importzölle auf nicht nachhaltig produzierte chinesische Waren erheben? Schauen Sie sich doch das Geschrei wegen Gensoja und so an. Da kann man noch öffentliche Sicherheit vorschieben, was aber im Fall von Umweltverschmutzung in China, wohl kaum geht.
    Kurz, es gibt NICHTS was der Westen tun könnte, um die Situation zu verbessern. Die meisten westlichen MNCs befolgen übrigens Umweltrichtlinien, weit über der chinesischen Gesetzgebung und chinesischen Konkurrenz. Gleiches gilt für Löhne und Sozialleistungen.
  8. #17

    Zitat von olli08 Beitrag anzeigen
    Produkte aus China sind NICHT billiger ... wir sparen nur an Umweltschutz und Sozialversicherung auf Kosten der Chinesen.
    Der Kolonialismus ist noch nicht vorbei!
    Kolonialismus ja, aber ein Kolonialismus der sich im eigenen Land abspielt. Das muss man eher vergleichen mit den extremen Bedingungen zu Beginn der industriellen Revolution in England, als man dort das Land mit dampfgetriebenen Manufakturen und ersten Industriekomplexen überzog.

    Es scheint als müssten die Chinesen dieses frühe Stadium des Brutal-Kapitalismus erst einmal durchlaufen - quasi die Embryonalentwicklung eines Industriestaates. Verrückterweise schießen die gleichzeitig bereits Satelliten in Umlaufbahnen. Kommunismus schützt also keineswegs vor Torheit - eher im Gegenteil.

    Trotzdem werden diese Desaster in der Entwicklung des Landes die Herrschenden zunehmend unter Druck setzen. Das sind alles keine guten Vorzeichen.
  9. #18

    Aber Recht hat er!

    Zitat von wernerz Beitrag anzeigen
    Izu 8. Summe der Umweltverschmutzunen.......Ich bin kein Grüner, da es mir an Konsequenz mangelt, diese Denkweise in meinem Verhalten umzusetzen. Dass die Summe der Umweltverschmutzung immer gleich gross sei, unterstellt jedoch, dass der Grad der weltweiten Verschmutzung nun mal gottgegeben wäre und die Grünen dies gefälligst zu akzeptieren hätten. Dies ist natürlich Unsinn, denn grünes Gedankengut (falls Sie sich mal damit befassen!?) beinhaltet ja u.a. verfünftiges und verantwortungsvolles Umgehen mit den endlichen Ressourcen, gleich welchen Landes, sowie die Erforschung und den Einsatz umweltfreundlicher bzw. erneuerbarer Energien. Dass deren Umsetzung u.U. problematisch ist, ob z. B. tausende km neue Stromtrassen errichtet werden müssen, ist dabei eine andere Sache, zumal für den Normalbürger dabei nicht erkenntlich ist, ob hier z. B. durch dezentrale Energieerzeugungsmethoden nicht noch Optimaleres erreicht werden könnte.
    Das zeigt die EE-Politik in Deutschland:
    Sicher viel zu teuer, aber noch sehr viel - unbezahlbar! - teurer wäre eine Produktion in Deutschland. Fazit: Damit wir in Deutschland "sauberen" EE-Strom produzieren können, wird in China die Umwelt ruiniert. Eigene Produktion wäre so dermaßen teuer, dass es völlig unvorstellbar wäre. Etwas - aber nicht viel - anders ist der Schnickschnakkonsum , besonders der Hitec-Unsinn, in der westlichen Welt: Sicher wäre es für viele Westler nicht nur nicht bezahlbar, wenn es nicht als Billigware aus China käme, es gäbe sie einfach nicht, wenn es nicht Massenware wäre (weniger Konsumenten, höhere Produktionskosten usw.). Hitec also nur noch für Superreiche! In der Summe bleibt es aber gleich: Jeder Euro, jeder Dollar, jeder Yuan, der ausgegeben wird verschmutzt die Umwelt - ohne EE (jetzt noch billig aus China) müsste auch Deutschland wieder mit Kohle produzieren - mit was denn sonst? KKW sind ja nach deutscher Ansicht ebenso schmutzig.
  10. #19

    Zitat von materialist Beitrag anzeigen
    Die Summe der Umweltverschmutzung ist am Ende immer gleich groß ,die Frage ist nur wo die Umwelt verschmutzt wird .Wenn die Grünen das jemals begreifen sollten wären wir ein Stück weiter.
    Was haben die Grünen jetzt damit zu tun?
    Für was müssen sie jetzt wieder Prügel beziehen?
    Warum waeren wir weiter, wenn die Grünen noch nicht einmal an der Regierung beteiligt sind.
    Oder wollten die einfach nur mal stänkern?