Gauck-Rede zu Europa: Der wohltemperierte Präsident

dapdEr ist angekommen im Amt: Joachim Gauck zeigt mit seiner ersten großen Rede als Staatsoberhaupt, dass ihm Europa am Herzen liegt - und er die Grenzen seines politischen Spielraums verinnerlicht hat. Er erntet viel Lob, aber allen kann er es doch nicht recht machen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-885014.html
  1. #140

    Zitat von Wilder Eber Beitrag anzeigen
    Meine Eltern (beide über 80) hat man das in jungen Jahren auch schon gefragt. Wenn es dann wirklich hart auf hart kommt und alles auseinander bröselt, ist jeder auf sich selbst gestellt.
    Gilt das nicht heute schon für all diejenigen die bereits durch die Maschen gefallen sind?
    Die Gruppe der Millionen von Geringverdiener mit stetig prosperierender Tendenz,die abgehängten Arbeitslosen ohne vernünftige Perspektive?

    Da kommen mir die pathetischen Floskeln des Herrn Gauck vor wie Durchhalteparolen für die, die jene Visionen der Nimmersatten und Systempartizipierenden zu zahlen haben.
  2. #141

    Glückwunsch Herr Präsident! Eine wahrlich große Rede!

    Wer die Kommentare hier liest, spürt sehr deutlich, warum solche wichtige Reden nötig sind. Welche Kleinkariertheit spricht aus diesen Kommentaren! Unser Land hat seit Weizäcker wieder einen Redner, dem man zuhört und der in der Lage große, komplexe Themen so zu behandeln, dass Wichtiges vom Unwichtigen unterschieden wird, Orientierung erzählt wird, dass sie alle verstehen. Glückwunsch Herr Präsident! Es war angenehm, ihnen zuzuhören! Eine Standortbestimmung, die das "europäische Deutschland" weiterbringt!
  3. #142

    Verraten und verkauft

    Zitat von Arrivato Beitrag anzeigen
    Wir müssen uns überlegen, in was für einem Europa wir leben wollen und uns dafür einsetzen. Obwohl D die größte europ. Wirtschaftsmacht geworden ist, wächst die Armut und Existenzangst auch bei uns.
    Wir wollen in einem Europa leben, wo Demokratie herrscht, wo die Völker an der Macht sind und nicht die Finanzindustrie, die multinationalen Großkonzerne und deren politische Handlanger, zu denen augenscheinlich auch Herr Gauck zählt. Zumindest hat es bei dieser Rede den Anschein, dass Herr Gauck nicht auf Seiten der Bevölkerung steht.

    Die weitgehende Ablehnung der EU ist die Folge davon, dass die Bevölkerung spürt, dass da etwas gegen ihre Interessen im Schilde geführt wird. Egoistische Profitgier ist es, die Europa gefährdet. Schon lange fühlt man sich von den Politikern verraten und verkauft, die allzu offensichtlich mit Finanzindustrie und Konzernen küngeln, statt sich Sorgen um die Bevölkerung zu machen.
  4. #143

    Zitat von Zeitwesen Beitrag anzeigen
    Na freun se sich doch, Frankreich hat z.B. einen Mindestlohn von 10€, da würde so mancher hier gerne ausgetauscht werden
    Das Ziel wird eine Angleichung aller europäischen Länder an deutsche Niedriglohnverhältnisse sein. Die Niedriglöhne werden von der EU bestimmt und durch immer mehr Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten auf einem niedrigen Level gehalten.

    Gewerkschaften sind dann nicht mehr nötig. Eine Mittelschicht gibt es nicht mehr, nur noch eine kleine Elite und der Rest genormte gedrillte Arbeitnehmer, anspruchslos, wurzellos, möglichst ohne familiäre Bindungen, weil dies die optimale Ausbeutung stören könnte.
  5. #144

    Ach was

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er hat die Idee eines gemeinsamen Europas so durchbuchstabiert, dass wohl selbst der eine oder andere Skeptiker seine Position überdenken dürfte.

    Europarede von Bundespräsident Joachim Gauck - SPIEGEL ONLINE
    für mich war da nichts dabei, was ich nicht schon gehört hätte, nur war diesmal alles pastoraler, wie von Gauck zu erwarten. Friede, Freiheit, Demokratie... ja wo denn bitte? Das inhaltsleere, den Idealen der Eurokraten verhaftete Gesülze wurde auch durch die Anleihe bei JFK ("Ask not what your country can do for you; ask what you can do for your country") nicht besser oder überzeugender.

    Man will immer "die Bürger mitnehmen", aber das wird nie geschehen, solange man ihre berechtigten Sorgen nicht zur Kenntnis nimmt, anspricht und darauf reagiert. Solange das nicht passiert, können die Politiker von Freiheit und Demokratie faseln, bis ihnen die Zunge aus dem Maul fault.
  6. #145

    Zitat von donnied Beitrag anzeigen
    ...Nein! Wir müssen neu starten, aus den Fehlern lernen und die Bevölkerung wieder einbeziehen. Und jeder der an der aktuellen Politik etwas auzusetzen hat ist aufgerufen etwas dagegen zu tun. Dazu gehört Wählen gehen oder wenn es keine wählbare Partei gibt eben eine Partei zu gründen. Genau das ist doch Europa, die Freiheit für seine Ideale einzutreten.
    Wie sie anhand dieses Forums sehen können, bestehen die Ideale der meisten Menschen nunmal nicht in einem EU-Superstaat, der alles bis ins kleinste Detail regelt, von Portugal bis Rumänien. Stattdessen würden die meisten eben dezentrale, unabhängige Nationalstaaten bevorzugen, die untereinander friedlich handeln, und die auch im Innern möglichst freiheitlich und dezentral organisiert sind.

    Die Bevölkerung will sich nicht in irgendwelche politischen Visionen "einbeziehen" lassen. Akzeptieren Sie das einfach.
  7. #146

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er ist angekommen im Amt: Joachim Gauck zeigt mit seiner ersten großen Rede als Staatsoberhaupt, dass ihm Europa am Herzen liegt - und er die Grenzen seines politischen Spielraums verinnerlicht hat. Er erntet viel Lob, aber allen kann er es doch nicht recht machen.

    Europarede von Bundespräsident Joachim Gauck - SPIEGEL ONLINE
    Das einzige erstaunliche war, dass er das von ihm doch so gehasste Worte "Gleichheit" in den Mund nahm. Der Teil klang aber ohnehin so, als hätte den ein anderer geschrieben.

    Ansonsten das übliche. Mut, Dankbarkeit und Freiheit natürlich, die Worte sind Teil seiner Standardfloskeln.

    Doch der entscheidendste Satz:
    "Notwendige Anpassungen im wirtschafts- und finanzpolitischen Bereich im Euroraum hat die Politik jetzt glücklicherweise unter Druck vorgenommen."

    Das sagt weit mehr über sein Denken aus, als alles andere.
  8. #147

    ..

    Es ist ja echt gruselig, aber scheinbar wird Europa von der Wirtschaft, den Banken und den Lobbyverbänden regiert. Schnell raus aus der EU, denn in der Bundesregierung gibt es das nicht (-> jetzt folgt ein Karnevalstusch und alle dürfen lachen (oder weinen))
    Ja gehts noch? Immerhin ist es der Europarat der Deutschland ermahnt hat seine Korruptionsgesetze zu verschärfen und z.b. Parteispenden auch unter 50.000€ publik zu machen und sowieso endlich mal das UN-Abkommen gegen die Korruption zu ratifizieren.
    Aber hier wird ihm Forum rumkrakelt dass die EU von der Wirtschaft, den Banken und den Lobbyverbänden regiert wird, ja wenn dann aber nur weil Deutschland eine gewichtige Stimme in der EU hat.
  9. #148

    Geht daneben

    Zitat von avalon12 Beitrag anzeigen
    Wer die Kommentare hier liest, spürt sehr deutlich, warum solche wichtige Reden nötig sind. Welche Kleinkariertheit spricht aus diesen Kommentaren! Unser Land hat seit Weizäcker wieder einen Redner, dem man zuhört und der in der Lage große, komplexe Themen so zu behandeln, dass Wichtiges vom Unwichtigen unterschieden wird, Orientierung erzählt wird, dass sie alle verstehen. Glückwunsch Herr Präsident! Es war angenehm, ihnen zuzuhören! Eine Standortbestimmung, die das "europäische Deutschland" weiterbringt!
    Gauck und Weizsäcker, sind aus meiner Sicht ehrbare Dahlemer Mitbewohner aber der Glaube, des Volkes Stimme kann mit einer Rede verbogen iwerden ist schon mehrfach fehlgeschlagen.
  10. #149

    Der wichtigst Beitrag dieser Diskusion!

    Zitat von
    lkm67 heute, 18:37 Uhr
    "Wüßte nicht, daß sich Politiker je bei einem Thema mehr Bedenkenträger oder Zauderer gewünscht hätten. Es muß ja immer irgendwie einen Ruck geben. Lustig, daß man damit noch Politik-Journalisten beeindrucken kann.
    Ich denke das die politischen Berichterstatter objektiver sind als mancher Profiskeptiker hier im Forum. Es gibt zu viele Menschen die zu oft gegen etwas und zu selten für etwas sind. Das ist der große Unterschied zwischen zaudern und zupacken."