Gauck-Rede zu Europa: Der wohltemperierte Präsident

dapdEr ist angekommen im Amt: Joachim Gauck zeigt mit seiner ersten großen Rede als Staatsoberhaupt, dass ihm Europa am Herzen liegt - und er die Grenzen seines politischen Spielraums verinnerlicht hat. Er erntet viel Lob, aber allen kann er es doch nicht recht machen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-885014.html
  1. #1

    "Er hat die Idee eines gemeinsamen Europas so durchbuchstabiert, dass wohl selbst der eine oder andere Skeptiker seine Position überdenken dürfte. "

    wieso sollte man?

    es wurde doch nur altbekannte eu und eurofloskeln serviert.
  2. #2

    toll

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er ist angekommen im Amt: Joachim Gauck zeigt mit seiner ersten großen Rede als Staatsoberhaupt, dass ihm Europa am Herzen liegt - und er die Grenzen seines politischen Spielraums verinnerlicht hat. Er erntet viel Lob, aber allen kann er es doch nicht recht machen.

    Europarede von Bundespräsident Joachim Gauck - SPIEGEL ONLINE
    "Europa braucht jetzt nicht Bedenkenträger, sondern Bannerträger, nicht Zauderer, sondern Zupacker, nicht Getriebene, sondern Gestalter."
    Wüßte nicht, daß sich Politiker je bei einem Thema mehr Bedenkenträger oder Zauderer gewünscht hätten. Es muß ja immer irgendwie einen Ruck geben.

    Lustig, daß man damit noch Politik-Journalisten beeindrucken kann.
  3. #3

    Schöne Predigt!

    Diese Lobhudelei der Hauptstadtpresse für eine völlig belanglose, von der Realität abgehobene Predigt des Winke-Winke-Augusts ist doch peinlich. Außer Floskeln nichts gewesen.

    In Europa geht es schon lange nicht mehr (und ging es nie primär) um Demokratie oder irgendeine ideele Einheit, da geht es knallhart um Wirtschaftsinteressen und danach kommt erst mal lange gar nichts. Die EU ist eine Union der Unternehmer, nicht der Bürger. Und so wird es auch bleiben, und so ist es auch gewollt, da kann uns der Prediger sonst was erzählen.

    Gauck bleibt das, was er schon immer war: Ein von der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Realität völlig losgelöster Schönschwätzer.
  4. #4

    Herr Gauck geht leider immer mit dem Wind ....

    ... erster Besuch bei der CDU und selbige ist begeistert. Dann im Kniefall vor Brüssel redet er von "mehr Europa wagen" und jetzt wo er irgendwie auf Umwegen bemerkt hat, dass sein eigentlicher Arbeitgeber das Volk dieses Babylon gar nicht will, tut er ein bisschen kritisch. Sehr enttäuschend.
  5. #5

    Diese Rede atmet elitaere Arroganz

    #Die Kernaussage dieser Rede ist: "Wir brauchen kein deutscheres Europa, sondern ein europaeischeres Deutschland." Herr Gauck, auf eine klare Antwort: Sollen also die Klugen von den Dummen lernen?
    #Ferner redet Gauck davon, Europa muss besser "kommuniziert" werden. Besonders ausserhalb der Eliten.
    #Wohl deshalb findet die Rede dann auch zwischen 11 und 12 Uhr mittags statt, wo der normale Buerger sich am Arbeitsplatz abmueht. Wer nicht zur Elite zaehlt, und in seinem Buero Fernsehen hat, so wie ich, bekommt dann eine Wiederholung nachts bei Phoenix geliefert. Da schlafen Leute, die frueh an der Werkbank stehen duerfen aber meist schon.
    #Beim Kameraschwenk in den Zuhoererraum gab es neben einer Alibi-Punkerin und einen Schueler im Hoody nur die ueblichen "Eliten" zu sehen: ein Bundeswehrgeneral, Graumann, Hundt, Goering-Eckardt usw.
    #Gauck meint, dass Europa eine Art Agora brauche. Am Besten noch einen zusaetzlichen Fernsehkanal, der allein diesem Zweck gewidmet ist. Wenigstens fuenfmal redet er dann von dieser Agora. Problem ist nur, dass eine Mehrheit von 80 Prozent der europaeischen Population, die er vorgibt erreichen zu wollen, gar nicht weiss, was eine Agora ist.
    #Auf Facebook, wo die Initiative "Ich will Europa" (deren Schirmherr Gauck ist) eine Seite unterhaelt, wurde just heute erklaert, dass man dort nur noch lesen, aber nicht mehr posten koenne. Ein sehr komisches Verstaendnis von Demokratie. Herr Gauck, Facebook IST heutzutage die Agora!
    #Mit keinem Wort erwaehnt Gauck das Millionenheer der Arbeitslosen, das Leiden der Bevoelkerung im Sueden und den Wohlstandsverlust im Allgemeinen, den die EU tatsaechlich produziert hat. Das Wohlstandsversprechen also nicht eingeloest wurde. Auch die Profitgier der Banker findet bei Gauck nicht statt.
    #Stattdessen hat Gauck, der vorgibt das Staatsoberhaupt aller Bundesbuerger zu sein, Europa- und Eurokritiker mehrfach als "Populisten" und "Nationalisten" abgekanzelt und diffamiert. Gerade von ihm, als ehemaligem DDR-Buerger, haette ich mehr Respekt vor demokratisch Andersdenkenden erwartet.
    #Am Ende bekam Gauck Standing Ovations. Kein Wunder, hatte er den anwesenden "Eliten" doch genau das erzaehlt, was sie hoeren wollten.
  6. #6

    EUropa pulsiert.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er ist angekommen im Amt: Joachim Gauck zeigt mit seiner ersten großen Rede als Staatsoberhaupt, dass ihm Europa am Herzen liegt - und er die Grenzen seines politischen Spielraums verinnerlicht hat. Er erntet viel Lob, aber allen kann er es doch nicht recht machen.

    Europarede von Bundespräsident Joachim Gauck - SPIEGEL ONLINE
    Gauck hin, Gauck her, EUropa ist eine erfreuliche, irreversible Realität jenseits aller wirtschaftlichen Pros und Contras.
    Man braucht nur in ein easyjet-Flugzeug via Madrid, Lissabon, Paris oder Rom einsteigen, um die pulsierende, lebendige europäische Wirklichkeit festzustellen.
    In diesen billigen Flügen wimmelt es von jungen Menschen voller Hoffnung und Lebensfreude. Eine Jugend, die trotz schwarzen Löchern und roten Zahlen, EUropa erleben, erfahren, erleiden und genießen wollen.
    Und vielleicht sogar nEU definiert, wer weiß . . .
  7. #7

    Keine Bange!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er ist angekommen im Amt: Joachim Gauck zeigt mit seiner ersten großen Rede als Staatsoberhaupt, dass ihm Europa am Herzen liegt - "Europa braucht jetzt nicht Bedenkenträger, sondern Bannerträger, nicht Zauderer, sondern Zupacker, nicht Getriebene, sondern Gestalter."
    Die Finanzmafia und sonstige Globalplayer sind schon lange dabei, sich den Kuchen Europa aufzuteilen, kräftig unterstützt von ihren willfährigen Dienern in den Parlamenten.
    Falsche Bedenken könnte man ja mal mit dem Bürger diskutieren, aber dazu wäre Tarnsparenz notwendig, nicht Herschaftswissen und Propaganda.
  8. #8

    Zitat von okokberlin Beitrag anzeigen
    "Er hat die Idee eines gemeinsamen Europas so durchbuchstabiert, dass wohl selbst der eine oder andere Skeptiker seine Position überdenken dürfte. "

    wieso sollte man?

    es wurde doch nur altbekannte eu und eurofloskeln serviert.
    Nein, das wurden sie nicht.

    Es gibt einiges an Formulierungen die er gewählt hat, die ich mir von einer Bundeskanzlerin in der Vergangenheit sehr gewünscht hätte.
    Er ist in seiner Rolle als Politikkommentator so weit gegangen wie er gehen konnte und durfte.
    Ich finde es ganz ausgezeichnet was Herr Gauck da gesagt hat. Es ist nun Aufgabe von uns allen die Räume die Herr Gauck formuliert hat mit Inhalten zu füllen. Das ist jetzt die Aufgabe der Politikgestalter und ganz besonders von uns allen.
    Eine Politikzauderin & Bedenkenträgerin wie Frau Merkel wird zu so etwas nur leider nie in der Lage sein. Weder eine solche Rede zu halten, noch die offenen Felder zu füllen. Leider! Aber das haben wir dann ja alle am 22.09. zu ändern in der Hand.
  9. #9

    Substanz- und Ideenlos

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er ist angekommen im Amt: Joachim Gauck zeigt mit seiner ersten großen Rede als Staatsoberhaupt, dass ihm Europa am Herzen liegt - und er die Grenzen seines politischen Spielraums verinnerlicht hat. Er erntet viel Lob, aber allen kann er es doch nicht recht machen.

    Europarede von Bundespräsident Joachim Gauck - SPIEGEL ONLINE
    Es war wie eine Beerdigungsrede. De mortuis non nisi bene.
    Gauck hat offensichtlich nichts verstanden. Er hat nicht begriffen, dass die Vertragsbrüche (besonders Artikel 125) den Keim der Zerstörung Europas in sich tragen.
    Dass ein großer Teil der Bevölkerung Europas für Europa ist, ist nachvollziehbar und zu begrüßen. Genau diese Stiummung wird aber zerstört, wenn man den eizelnen Mitgliedern ihre Identitäten nimmt und sie aßnahmen zwingt, denen sie nicht gerecht werden können. Das sollte auch einem Herrn Gauck aufgehen können, wenn es Journalisten in ihrer Einseitigkeit schon nicht können.
    Griechenland ist nun mal eben nicht Finnland, Deutschland nicht Spanien usw. All diese Länder in eine Form pressen zu wollen kann nicht gelingen und man kann prognostizieren, es wird auch nicht gelingen.
    Es waren hinreichend Sicherungen für die weitere Zusammenführung Europas unch unter dem Einfluss des Euro in den Verträgen eingebaut. Man hat sie übergangen.
    Gauck hätte sich wirklich tiefere Kenntnisse erarbeiten sollen, bevor eine solche Rede hielt.