Nach Sicherheitsverwahrung: Sexualstraftäter darf nicht überwacht werden

Das Verfassungsgericht hatte bereits gewarnt: Um entlassene Sexualstraftäter zu überwachen, ist ein Gesetz nötig. Nun stoppt das Verwaltungsgericht Freiburg die Observation eines ehemaligen Sicherungsverwahrten - und kritisiert den Gesetzgeber.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-885071.html
  1. #60

    Zitat von egyptwoman Beitrag anzeigen
    Die 20% sind diejenigen die wieder erwischt wurden, aber wir wissen doch genau das nicht jede sexuell bedingte Straftat angezeigt wird, weil sich viele Opfer schämen bzw weil die Opfer teilweise mit Methoden verhört werden, die sie nochmal zu Opfer werden lassen. Die Dunkelziffer liegt bei weitem höher und in nicht wenigen Fällen wird zb. den Frauen noch eine Mitschuld gegeben (Thema: Kleiderwahl).
    Zu denjenigen die meinen eine Therapie würde helfen: viele Täter (ob Sexualstraftäter oder Drogenabhängige) machen diese Therapie nur damit sie eher aus der Haft entlassen werden und erzählen den Therapeuten das "Gelbe vom Ei" wie geläutert sie sind, wie leid es ihnen tut etc., manchen von denen können das so gut rüberbringen, das sogar Therapeuten getäuscht werden.
    Nun, wenn ich von dem ausgehe, was Sie hier vortragen - das nämlich viele Straftäter nach der Entlassung nicht erwischt werden, muss ich doch erst recht davon ausgehen, das viele Sexualstraftäter gar nicht und nie erwischt werden - die Chance, für einen Nicht-Vorbestraften ist ja viel größer, gar nicht erst in Verdacht zu kommen.

    Demzufolge müsste man eigentlich jedem männlichen Bundesbürger zwei Polizisten zur Überwachung an die Hacken schicken - was natürlich für ein Jobwunder im Staatsdienst sorgen würde. Bloß - wer überwacht dann die Überwacher?

    Fleurs
  2. #61

    Zitat von blockhead65 Beitrag anzeigen
    ....Ganz wichtig ist es Sexualstraftätern die noch nicht straffällig geworden sind massive Hilfsangebote zu machen.
    Ähm wie kann man denn SexualSTRAFTÄTER sein ohne straffällig geworden zu sein?
  3. #62

    Zitat von eule_neu Beitrag anzeigen
    An den Buchstaben klebende Juristen sind ein Greuel jeder Gesellschaft. Anstatt die Buchstaben des Gesetzes mit dem realen Geschehen in Einklang zu bringen und die Gesellschaft vor Schäden zu schützen, werden Urteile gesprochen, die der Bürger nicht mehr versteht. Die Juristenferne zu den Bürgern zeigt sich inzwischen auf vielen feldern, so dass man sich fragt, wie es mit der Juristenausbildunng und Lebenserfahrung dieser gesellschaftlichen Funkktionsträger aussieht. Hier müssen schleunigst Prüfungskomissionen, die aus Bürgern, Juristen (einschließlich betroffenem Richter) und Politikern bestehen, damit Spruchentwicklungen bei Fehlinterpretationen von Gesetzen korrigiert werden können und zwar bis in die höchsten Gerichte hinein. Die Rechtsprechung muss wieder näher an die Gesellschaft rücken ...
    Das ist Unsinn. Die Rechtsprechung muss sich nach den Gesetzen und nicht nach dem nebulösen Empfinden irgendwelcher Gruppen richten - dann können wir gleich die Lynchjustiz wieder einführen.

    Wenn die Gesetze nicht stimmen, muss die Gesetzgebung näher an die Gesellschaft rücken - das sind die Parlamentarier, die Sie wählen. Wenn die nicht reagieren, bilden Sie eben Bürgerinitiativen, die den Politikern auf die Finger hauen. Aber fangen Sie nicht an, den Rechtsstaat in Frage zu stellen.

    Fleurs
  4. #63

    Zitat von marthosch Beitrag anzeigen
    Stehen die Richter gerade dafür wenn das Schief geht und wieder eine Straftat geschieht? Sind die haftbar? Oder ist es einfach ein Betriebsunfall?
    Stehen sie den dafür gerade und sind haftbar? Schließlich haben u.a. Sie durch Ihre Wahl (oder auch Ihr Nichtwählen) für unsere Gesetzgeber gesorgt, die derartige Gesetze erlassen (bzw nicht erlassen). Und nach diesen Gesetzen sprechen die Richter nunmal Recht. Die entscheiden zum Glück nicht einfach mal so nach Lust und Laune.
  5. #64

    Zitat von eule_neu Beitrag anzeigen
    An den Buchstaben klebende Juristen sind ein Greuel jeder Gesellschaft. Anstatt die Buchstaben des Gesetzes mit dem realen Geschehen in Einklang zu bringen und die Gesellschaft vor Schäden zu schützen, werden Urteile gesprochen, die der Bürger nicht mehr versteht. Die Juristenferne zu den Bürgern zeigt sich inzwischen auf vielen feldern, so dass man sich fragt, wie es mit der Juristenausbildunng und Lebenserfahrung dieser gesellschaftlichen Funkktionsträger aussieht. Hier müssen schleunigst Prüfungskomissionen, die aus Bürgern, Juristen (einschließlich betroffenem Richter) und Politikern bestehen, damit Spruchentwicklungen bei Fehlinterpretationen von Gesetzen korrigiert werden können und zwar bis in die höchsten Gerichte hinein. Die Rechtsprechung muss wieder näher an die Gesellschaft rücken ...
    Also gerade dieses Urteil finde ich als Nichtjurist sogar sehr verständlich und richtig. Man kann nur auf Grundlage gültiger Gesetze verurteilt und bestraft werden. Nachträglich ein Gesetz zu schaffen und auf alte Fälle anzuwenden darf nicht sein. Und wer seine Strafe verbüsst hat, hat auch alle seine Freiheitsrechte wieder.

    Klar wer beim nächsten mißbrauchten Kind den erstbesten Verdächtigen am liebsten hängen würde, wird das sicher nicht verstehen. Das sind dann diejenigen, denen dann bei Falschverdächtigung hinterher auch maximal ein "uups, aber hätte ja sein können" entfährt.
  6. #65

    Kein Opfer- sondern Täterschutz

    In unserem Bundestag sitzen neben den unvermeidlichen Lehrern und Beamten auch viele Juristen. Keiner von denen hat es bisher fertiggbracht, die Opfer zu schützen und die Täter angemessen an neuen Verbrechen zu hindern. Viel wichtiger für unsere Parlamentarier sind die rechtlichen Regularien für Homo- und Lesbenehen. Vielleicht hängt das damit zusammen, daß es speziell beim Bundestags-Personal größeren Handlungsbedarf gibt.
  7. #66

    In einem einzigen Leben kann der Mehrfach-Sexualstraftäter seine Schuld nicht verbüßen. Schleierhaft, warum Formaljuristen ihn immer verteidigen...
  8. #67

    Deutschland ...

    ... ein juristisch-administratives Taeter-Schutzland?

    Opfer jedenfalls scheinen in D. weniger Schutz zu erfahren.
  9. #68

    Das gleiche

    Zitat von Gwylim Beitrag anzeigen
    Woher wissen Sie das alles? Woher bekommen Sie die Gewissheit, dass die meisten Therapeuten dümmer sind als die Therapierten? Woher nehmen Sie die Gewissheit das die meisten Therapierten nicht auch um ihre Krankheit wissen und eigentlich Hilfe wollen?
    Es gibt Probleme, ja, aber es gibt durchaus viele Menschen denen mit einer Therapie geholfen wird. Was fehlt sind Therapien VOR den Straftaten, aber wenn man sich über z.B. das Therapie-Angebot der Charite bzgl. Pädophilie informiert, sieht man, dass viele Menschen mit einer kranken Sexualität durchaus um ihre Krankheit wissen, aber die Gesellschaft anscheinend wenig Interesse an Prävention hat, denn dafür wird dann kein oder wenig Geld bereitgestellt, dass ist sehr traurig und dumm wie ich finde.

    Und was ist denn die Alternative zu Therapien? In den USA z.B. gibt es viel härtere Gesetze als hier, und ziemlich wenig Therapien für Gefängnissinsassen, aber gibt es deswegen weniger Straftaten, weniger Vergewaltigungen?
    Was wollen Sie? Täter für den Rest ihres Lebens wegsperren? Was für ein Menschenbild ist das?

    DER SPIEGEL*2/2013 - Der Besserungsbetrieb
    "Was für ein Menschenbild ist das?" Das gleiche wie von Ihnen...
    Diese Täterorientierten Menschen in unserem Land, welchen es genug scheint, sich auf die eigene moralische Schulter zu klopfen, wollen nicht das Täter Ihre Strafe bekommen, das die gleichen Täter für neue Straftaten verantwortlich sind...was solls, hauptsache "Rechte" werden gewahrt.
    Ich sag ma, wenn die Angehörigen der Opfer, nicht mit der Entscheidung leben können, ist es besser das die Polizisten abgezogen wurden.
  10. #69

    Sie haben natürlich recht

    Zitat von phantomias Beitrag anzeigen
    Dann müssen Sie aber auch damit rechnen, dass die zahl der anschließenden Morde explodiert. Wenn der Täter, so er erwischt wird, eh lebenslang weggesperrt wird hat er keinerlei Grund mehr sein opfer nicht zu töten.
    Norwegen ist der Beweis, harte Strafen funktionieren nicht.
    Gar keine Strafe wäre die beste Lösung.