Oscar-Moderator Seth MacFarlane: Die Sau auf der Rampe

APHitler, Homo-Ehe, Furzen? Seth MacFarlane verletzt mit seinen Gags jede Geschmacksgrenze. Nun moderiert der Autor und Regisseur ("Family Guy", "Ted") die Oscar-Verleihung. Er soll der Gala eine Frischzellenkur verpassen. Doch er könnte sie in eine billige Skandal-Show verwandeln.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/os...-a-884607.html
  1. #30

    Heuchlerei

    Seth MacFarlane's "Family Guy" (wohlgemerkt NUR im Originalton) ist mit die beste Comedy-Unterhaltung seit Jahren. Niveaulos? Oft! Na und? Politisch unkorrekt? Ja. Permanent. Und das ist gut so. Es wird sich über alles und jeden lustig gemacht, jeder kriegt sein Fett weg. Die Schwulen, die Heteros, die Pädophilen, die Schwarzen, die Weißen, die Christen und Juden. Es wird nicht unterschieden. Meines Erachtens sind es viel eher Diejenigen mit Schranken und Schubladen im Kopf, die in einer globalisierten, modernen Welt noch immer trennen, wenn es um Hautfarbe, Herkunft oder Religion geht.
  2. #31

    Besser als 2011 wird's auf jeden Fall!

    Ich kann mich noch gut an die Oscarverleihung von 2011 erinnern, moderiert von James Franco und Anne Hathaway.

    James Franco hatte bei der Show die ganze Zeit über irgendwie absolut Null Bock und hat auch nur äußerst lustlos die paar lahmen Gags vorgetragen, die mit Sicherheit irgendwer für ihn geschrieben hat...

    ...wie z.B. sein "lustiges Geständnis": "I'm Banksy".

    Die ganze Zeit über stand Anne Hathaway brav neben ihm und versuchte das Beste daraus zu machen, das Fremdschämen konnte man ihr aber ansehen... Sie hat mir richtig leid getan!


    Zu Seth MacFarlane als Moderator kann ich nur sagen: Gute Wahl!

    Er ist zum Glück ein paar Jahre älter als James Franco, aber auch jünger als z.B. Billy Crystal, der die Oscars im Vorjahr moderiert hat. Vom Alter her also ein guter Durchschnitt, um direkt mehrere Altersgruppen zu erreichen. Außerdem ist MacFarlane ohne Zweifel ein echter Comedian, und zwar ein ganz brillanter!

    Ich weiß zwar nicht, ob er auch mal Stand-Up macht oder gemacht hat (wenn hier schon Vergleiche mit Ricky Gervais auftauchen) - muss er aber auch gar nicht, weil er seine Einfälle eben weniger auf der Bühne, sondern mehr durch seine Serien rüberbringt. American Dad ist ganz OK, bei meinen Top 5 aber im Moment auf dem letzten Platz. Family Guy ist bei mir aber immer noch auf Platz 1, eine absolute Knallerserie!

    Meine persönlichen Top 5:

    1. Family Guy
    2. Futurama
    3. Bob's Burgers
    4. South Park
    5. American Dad
    (Die Simpsons sind bei mir schon lange nicht mehr dabei).
  3. #32

    Zitat von f.orenstöpsel Beitrag anzeigen
    Ich habe die eine oder ander Folge gesehen,ich habe wahrscheinlich auch alle Folgen von Drawn Together gesehen und ähnliches auf Comedy Central oder im Internet.
    Dann ist mir nicht klar wie sie behaupten können MacFarlane würde in seinen Serien die von Amerikanern begangenen Verbrechen nicht kritisieren.

    Zitat von f.orenstöpsel Beitrag anzeigen
    Manche Deutsche mögen den Humor von Seth Macfarlane und Ricky Gervais,da ist generell erstmal nichts dagegen zu sagen.
    Aber wer vielleicht das eine oder andere Interview der beiden mal mit verfolgen konnte,wird wenn man aufmerksam ist,irgendwann feststellen das beide eine gewisse Meinung über Deutsche und Deutschland verinnerlicht haben,das auch dem lustigsten deutschen Fan irgendwann ein paar Zweifel an den Gags und den tiefgründigeren Absichten auffallen würde,manche zugegebenermaßen bestimmt auch unbewußt.
    Das mag sein, sicher hat auch MacFarlane Vorurteile, wie auch jeder andere Mensch Vorurteile hat. Und ja in seinen Serien (gerade in American Dad) kommen auch Stereotype gegen Deutsche vor, aber in allererster Linie geht es in beiden Serien um die USA und deren Gesellschaft.

    Witze über Deutschland gehören in den meisten US Serien zu einem gewissen Grad dazu, die finden sie in noch viel derberer Form in Southpark und in etwas abgeschwächter Form auch bei Seinfeld, den Simpsons oder Friends. Muss man nicht mögen, da haben sie sicher Recht, aber auf keinen Fall ist das etwas das nur MacFarlane macht.
  4. #33

    @ f.orenstöpsel

    Auf welches Interview beziehst du dich? Das lässt sich leicht in den Raum stehen, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das der Wahrheit entspricht, es sei denn, der Inhalt der Aussagen entspricht der Wahrheit. Es gibt sicher viele Ansätze, um auf unsere Kosten Witze zu machen.

    Ich stimme anderen Kommentatoren zu, dass Family Guy und American Dad hinter der streckenweise plumpen Fassade einen scharfsinnig- treffsichereren Humor bieten. Ich habe die Serien lange verteufelt, weil ich auch nur mt einer negativen Einstellung "kurz reingeschaut" habe. Die Serien funktionieren für mich nur im O-Ton.
  5. #34

    Zitat von f.orenstöpsel Beitrag anzeigen
    wird wenn man aufmerksam ist,irgendwann feststellen das beide eine gewisse Meinung über Deutsche und Deutschland verinnerlicht haben
    Ich verstehe was Sie meinen. Family Guy hat so ein paar Folgen die das Thema zumindest anschneiden. Richtig gestört hat mich das aber bisher nur in einer Folge. War eine von den Stewie-und-Brian-Folgen, in der sie durch das (moderne) Deutschland reisen und der Reiseführer energisch den Zweiten Weltkrieg leugnet. Wenn dagegen mal Hitler in Peters Tagträumen oder Zeitreise-Folgen auftaucht, stört mich das eigentlich nicht.
    Bei American Dad gibt es Klaus, der zwar DDR-Bürger ist aber auch so ein paar Dinge in der Richtung ablässt ("There's a german saying: Don't blame the fish. We have more sayings, but they are mostly about genocide."). Das fand ich auch schon sehr grenzwertig. Dem gegenüber stand ein anderen Spruch in einer der Weihnachtsfolgen ("Oh yeah, I like trains. My uncle was a train driver in Auschwitz." *Familie starrt entsetzt* "What? The KIDDY TRAIN in the CITY ZOO. You know, there's a whole city, you ignorants.").
    Und dann war zuletzt in der Cleveland Show eine Episode über die Show in anderen Ländern. Alle anderen (Mexico, Italien, etc.) waren natürlich in der Gegenwart, nur Deutschland selbstverständlich im Dritten Reich. Inklusive Cleveland als schwarzem Hitler. Die ganze "Komik" der Szene bezig sich daraus, dass die Charaktere unverständliches Kauderwelsch von sich gaben, das weder deutsch war noch zu den Untertiteln gepasst hat... und dass Hitler plötzlich keine Schreiberlinge hatte, weil das eben alles Juden waren. Das fand ich eigentlich eher unlustig als beleidigend.

    Also ich hatte schon in jeder der Serien einen Moment, in denen ich mich beleidigt gefühlt hatte. Aber ganz ehrlich: das geht vorbei. Für mich persönlich ist es jedenfalls nicht so schlimm, dass ich deswegen einfach nicht mehr einschalten würde. Es mag einseitig sein und auf überholten Stereotypen basieren, aber das betrifft nicht nur Deutschland. Japan z.B. wurde zwar mWn nie in seiner Rolle im Zweiten Weltkrieg dargestellt, bekommt aber trotzdem regelmäßig sein Fett weg. Wie auch Briten, Franzosen, Mexikaner und selbstverständlich auch Amerikaner. Hätte ich das Gefühl, MacFarlane hätte sich einseitig auf Deutschland eingeschossen, würde ich das wohl anders sehen.

    Und seien wir ehrlich, so wenig es uns gefällt: Hitler ist einer der bekanntesten Deutschen aller Zeiten und auch ein dauerhaftes Element der Popkultur. Ist ärgerlich, aber Realität. Schlechtes Marketing. Die Briten waren Jahrunderte lang so erfolgreiche Schlächter, dass einem Deutschlands zwölf Jahre dagegen wie das Gesellenstück eines begabten Amateurs vorkommen. Aber wir hatten halt die schlechtere PR. Und wir haben verloren. Uns konnte man zwingen uns die Leichen anzusehen, die jede Großmacht im Keller hat. Daran wird sich auch nichts ändern. Damit müssen wir klarkommen. Und trotz allen Hitler-Verweisen, trotz allen Naziwitzen und trotz aller deutschlandfeindlichen Sprüche haben wir hier anscheinend immer noch ein größeres Problem damit, als Polen, Frankreich und Israel zusammen.
  6. #35

    wunderbar

    nun freue ich mich wirklich auf die oscars. American Dad ist eine der besten Sendungen die es zurzeit gibt und wird leider immer wieder unterschätzt.
  7. #36

    Quelle bitte

    Zitat von f.orenstöpsel Beitrag anzeigen
    Ich habe die eine oder ander Folge gesehen,ich habe wahrscheinlich auch alle Folgen von Drawn Together gesehen und ähnliches auf Comedy Central oder im Internet.
    Manche Deutsche mögen den Humor von Seth Macfarlane und Ricky Gervais,da ist generell erstmal nichts dagegen zu sagen.
    Aber wer vielleicht das eine oder andere Interview der beiden mal mit verfolgen konnte,wird wenn man aufmerksam ist,irgendwann feststellen das beide eine gewisse Meinung über Deutsche und Deutschland verinnerlicht haben,das auch dem lustigsten deutschen Fan irgendwann ein paar Zweifel an den Gags und den tiefgründigeren Absichten auffallen würde,manche zugegebenermaßen bestimmt auch unbewußt.
    Wenn Sie solche Behauptungen aufstellen, sollten sie auch Argumente und Beweise liefern, sonst sind sie haltlos und haben keinen Wert. Angaben wie "das eine oder andere Interview" sind viel zu oberflächlich, als dass sie irgendwelche Belege darstellen und so der Diskussion nicht weiterhelfen. Dies gilt natürlich nicht nur für Sie, sondern generell für alle Teilnehmer.
  8. #37

    Na dann.....

    Zitat von tadamtadam Beitrag anzeigen
    auf politische korrektheit pfeifen und das auf höchstem künstlerischen niveau. wieder mal was, was in deutschland nicht möglich ist. schade eigentlich. talentierte leute gäbe es hier auch...
    ...treten Sie aus ihrem Erdloch hervor (schade eigentlich), wo auch immer das sein mag, und Sie werden ihren Widerspruch erkennen bzw. Augen auf, dann wird Ihnen geholfen!
    Natürlich nur wenn Sie diesen auch erkennen/sehen wollen.....was aber vermutlich bezweifelt werden darf. Schade eigentlich.....

    Zu S. MacFarlane: Abwarten ob der "brüllende Löwe" in diesem durchgestylten-nichts dem Zufall überlassenden-Selbstdarsteller-Zirkus
    nicht nur wie eine zahme Miezekatze umherstreunt. Notfalls können die Verantwortlichen ja, da garantiert zeitversetzt gesendet wird, einfach bei Nichtgefallen den Werbebutton drücken......

    Warum tut er sich diese Veranstaltung an???
  9. #38

    Zitat von forenuser Beitrag anzeigen
    Na sie scheinen ja nicht viel von ihm zu kennen. Grad American Dad ist sehr oft wunderbartste Gesellschaftskritik. Und vulgär ist auch nicht wirklich oft(im Gegensatz zu Family Guy). Aber hauptsache gemotzt. Sie sind nicht zufällig Autor des Artikels?
    Lächerlich. Wenn man sich natürlich auf dem tiefsten Niveau bewegt, dann sieht man in "American Dad" (was ich übrigens sehr wohl kenne) vielleicht Gesellschaftskritik. Wenn man aber intellektuell auch nur ein klein wenig anspruchsvoller ist, dann weiß man, dass das absolut nichts mit gehaltvoller Gesellschaftskritik zu tan hat, sondern - wie bereits erwähnt - einfach nur vulgärer Mist ist.
  10. #39

    Titellos

    Zitat von zlep Beitrag anzeigen
    Lächerlich. Wenn man sich natürlich auf dem tiefsten Niveau bewegt, dann sieht man in "American Dad" (was ich übrigens sehr wohl kenne) vielleicht Gesellschaftskritik. Wenn man aber intellektuell auch nur ein klein wenig anspruchsvoller ist, dann weiß man, dass das absolut nichts mit gehaltvoller Gesellschaftskritik zu tan hat, sondern - wie bereits erwähnt - einfach nur vulgärer Mist ist.
    Muss Ihrer Meinung nach Gesellschaftskritik also politisch Korrekt sein, um gesellschaftskritisch zu sein?
    Nicht alles und jeder Witz ist das höchste der Gefühle oder Gesellschaftskritisch, aber wenn Sie sich ein bisschen intensiver damit auseinander setzen werden Sie sehen, dass American Dad eine wunderbare Satire auf die rechten Amerikaner mit Ihrem übertriebenen Sicherheitsfanatismus ist.