Mobbing mit Langzeitfolgen: Die seelischen Wunden der Schulzeit

CorbisErniedrigen, ausschließen, beleidigen - Mobbing in der Schule kennt viele Varianten. Die Folgen können noch im Erwachsenenalter Angststörungen und Depressionen verursachen, zeigt eine Studie. Am härtesten trifft es aber manche Mobber.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-884981.html
  1. #60

    Offensichtlicher Klärungsbedarf

    Zitat von susiwolf Beitrag anzeigen
    Hallo, @coyote ...
    'Lachen Sie sich lieber nicht tot' ... sonst könnten Sie sich an Ihrer jährlichen Bilanzierung nicht mehr erfreuen.
    Und Ihre eigene Bilanz ?
    'Ein tolles Leben' jetzt auch mit hochwertigen Klamotten ?
    Auf Augenhöhe mit Ihren 'damaligen Erzfeinden' ... haben Sie auch mal (jährlich) hinterfragt: "Warum" "Weshalb" "Wieso" ?
    Da fällt mir -auch wenn Sie seinerzeit wegen der fehlenden Klamotten 'gemobbt' wurden- in diesem Zusammenhang ein indianisches Sprichwort ein:
    "Grosser Geist, bewahre mich davor über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bin" ...
    Also -> Zielrichtung nächstes (jährliches) Treffen ?
    Ja, ich weiss "warum", "weshalb" und "wieso". Ich wusste seit meinem 7. Lebensjahr, was ich werden wollte ... und daran habe ich bis heute (41 Jahre alt) auch festgehalten. Ich wusste, welche schulischen Voraussetzungen ich brauchte und habe mich genau DARAUF konzentriert. Alles andere war unwichtig. Die "super-hippen In-Kids" wussten bis nach dem Abitur nicht, wie es eigentlich weitergehen sollte, und GENAU DAS ist auch daraus geworden: nämlich NICHTS.
    Ich war DAMALS fleisiig und bescheiden und ich bin HEUTE auch noch fleissig und bescheiden. Wenn's denn zwingend sein muss, dann ziehe ich heute auch Markenklamotten an. Aber ansonsten ist mir eine vor allem PASSENDE Jeans wichtiger als das auf der Arschtasche klebende Etikett.
    Sollten Sie also angedeutet haben wollen, dass ich mich vom Gemobbten zum Mobber entwickelt hätte, dann muss ich Sie leider enttäuschen. Allerdings kann ich in der Tat eine gewisse Befriedigung darüber nicht abstreiten, dass der Lebensentwurf mancher Menschen augenscheinlich nicht über den von den Eltern gesponserten Kleiderschrankinhalt hinausreicht. Nur liegt es nicht in meinem Naturell, diesen Menschen das zum Vorhalt zu machen ... nichtsdestotrotz stelle ich mit Genugtuung fest dass - wie meine Mutter immer zu sagen pflegt - "der liebe Gott die Bäume nicht in den Himmel wachsen lässt" und "jeder irgendwann sein Päckchen zu tragen bekommt."
    Ich freue mir jedenfalls immer wieder ein Loch in den Bauch, wenn ich in mein Cockpit steige und auf der Startbahn den Schub der Nachbrenner im Rücken spüre. In 30.000 Fuß Höhe und mit anderthalbfacher Schallgeschwindigkeit ist es ziemlich egal, welche Turnschuhe man trägt. Und allein der Gesichtsausdruck manches ehemaligen Schul"kameraden", wenn ich nur ganz neutral davon erzähle, ist schon UNBEZAHLBAR.
  2. #61

    Ausgleich

    Früher gemobbt, heute überdurchschnittliche Zuwendung. Dieser Ausgleich ist es.
  3. #62

    @coyote38 (Rufname?)

    Fleißig mag sein, aber "bescheiden" ist anders! Trotzdem wünsche ich Ihnen, dass auf Fläche 30 keine SAM anklopft!
  4. #63

    @ coyote (Post #60)

    Ich freue mich für Sie, dass sich das Blatt für Sie so gut gewendet hat und Sie sich nicht haben unterkriegen lassen. Wenn man im Nachhinein so positiv darauf zurück blicken kann kann man das Gefühl von Genugtuung wohl schon verstehen, wobei mir solche Gehässigkeit eben weiterhin etwas zuwider ist. Aber die Gedanken sind frei, wie auch immer. - Die Sache ist halt die, dass es nicht für jeden einst Gemobbten so gut endet. Sie hatten ein Ziel, das Ihnen Kraft gab und wohl auch ein gutes (familiäres) Umfeld, das Ausmaß des Mobbens ist wohl auch bei jedem anders. Es geht also leider nicht jedem so darüber so gut hinweg zu kommen, das ein oder andere Beispiel haben wir ja hier schon gelesen.
  5. #64

    Höflichkeit und Bescheidenheit

    Zitat von hirsnemehism Beitrag anzeigen
    Fleißig mag sein, aber "bescheiden" ist anders! Trotzdem wünsche ich Ihnen, dass auf Fläche 30 keine SAM anklopft!
    Was heisst denn "bescheiden ist anders" ...? Ich bin hier im Forum gefragt worden und habe Antwort gegeben. That's it.
    Für Ihre freundlichen Wünsche bezüglich bodengebundener Raketenflugabwehr bedanke ich mich in jedem Fall aber sehr höflich ... :)
  6. #65

    Mobbing verursacht Langzeitschäden

    Ich finde den Artikel sehr gut. Das Thema Mobbing kann jeden betreffen ob in der Schule oder am Arbeitsplatz, Langzeitschäden sind meist unvermeidlich. Auch Cybermobbing wird immer mehr zum Thema. Es ist sehr traurig und erschreckend, dass es immer wieder Menschen gibt, die andere bedrängen, verletzen und schikanieren. Wehrt euch gegen Mobbing und schaut nicht weg wenn jemand gemobbt wird !
    Hier stehen weitere hilfreiche Infos zum Thema Mobbing
    http://mobbing-schule.blogspot.de/
  7. #66

    Unterwerfung

    Zitat von Jens Schuetz Beitrag anzeigen
    Ich bin oft umgezogen (Vater in der Armee) und wurde fast jedesmal erstmal gemobbt. Wenn man aber bei zwei oder drei Gelegenheiten gut zurueckschlaegt wird man schnell in Ruhe gelassen. Streber heisst eben nicht gleich Schwaechling :-)
    Eine ideale Kombination, um gemobbt zu werden, ist, submissives Blickmuster und schwächliche Konstitution. Wer dazu noch wagt, einfach nur grundsätzlich anders, oder gar, ab und zu besser zu sein, hat in alle Ewigkeit verloren. Übrigens: Das Bessersein lässt sich abtrainieren, am submissiven Verhalten aber wird sich möglicherweise nie etwas mehr ändern.
  8. #67

    Mobbing ist Alltag

    Ich habe Mobbing in der Schulzeit, im Studium sowie im Beruf kennengelernt, m.E. gibt es kaum eine Sphäre, wo nicht gemobbt wird. Ich war zum Glück selten das Opfer, aber wenn ich gemobbt wurde, dann oft in Phasen, wo ich "geschwächt" war, sei es körperlich, psychisch oder in meinem Status. Mobber haben ein Gespür für solche Schwachstellen und schlagen dann gnadenlos zu.
  9. #68

    Bitte mit Warnhinweis: Schlechte Evidenzsstufe

    Das ist wissenschaft.
  10. #69

    Mobbing

    in der Schulzeit prägt einen sehr. Ich bin die ganze Schulzeit hindurch nur gemobbt worden. Und im Erwachsenenalter bis zu einem bestimmten Alter auch. Das Mobben in der Schule ist dem Mobben im Job nicht unähnlich. Nur ist das Mobbingverhalten der Erwachsenen ausgereifter und noch einen Tick hinterhältiger.
    Das Hinterhältige am Mobben ist, daß am Ende keiner Schuld hat, zumindest nicht nachweisbar. Es verselbständigt sich, bekommt Eigendynamik und am Ende hat man Mobber, Ausgegrenzte und die Wackelkandidaten, die um ihren eigenen Allerwertesten zu retten, sich auf die Mobberseite stellen oder wie die 3 Affen handeln. Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Das ist ein sozialer Prozess, der nicht zu stoppen ist. Und man bemerkt als Gemobbter zu spät, wer da zu allererst gesägt hat. Am Ende kann dann keiner mehr erklären, warum und wieso und was dazu führte. Und dann war keiner mehr schuld und die Struktur war dann schuld. Nie der einzelne.
    Am Ende ist alles kaputt, das mobbingopfer kann sich nur noch durch Gehen retten, seine Knochen zusammenkleben, sich zu erholen versuchen und mit hoffentlich neuem Mut einen Neustart machen.
    Im übrigen sind die Mobber aus der Schulzeit noch immer die Mobber von heute. Charakterschw....n bleibt Charakterschw...n. Als Kind, Jugendlicher und Erwachsener. Manche Karriere wird durch Mobbing gespeist. Menschen ändern sich in der HInsicht niemals, so meine Erfahrung. Darum stehe ich immer auf der Opferseite und mein Mitleid mit "leidenden" Mobbern, die auch mal gemobbt werden, hält sich in Grenzen. Ob die daraus lernen, wage ich zu bezweifeln. Kaum haben die wieder Oberwasser, gehts weiter im Mobbingkarussell.
    Ja, der Artikel hat recht, Mobbing in der Schulzeit macht einem manchmal auch im Erwachsenenalter das Leben schwer. Man kommt eben irgendwann zu der Erkenntnis, daß die Mobber eigentlich zu bedauern sind, Arme Schweine, die so erbärmlich sind, daß sie sich nur gut fühlen, wenn sie andere erniedrigen können. Ein schlechter Charakterzug. Man hüte sich vor intriganten Menschen mit Mobbingqualitäten. Immer. Und man schütze sich davor.