Sparmaßnahme: "Space Night" testet Gema-freie Musik

DPADer Aufschrei der Fans war groß: Angeblich aus Spargründen wollte der Bayerische Rundfunk die Sendereihe "Space Night" einstellen, die Gema-Gebühren für die Musik seien zu hoch. Nun setzt der Sender auf musikalische Alternativen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/s...-a-885062.html
  1. #20

    Bekannte und unbekannte Komponisten

    Zitat von sonicprisma Beitrag anzeigen
    Ein großer Teil der Daten wird dabei mit dem PRO-Verfahren nicht erfasst sondern hochgerechnet, was dazu führt dass ein unbekannter Musiker der seine eigenen Stücke auf Konzerten aufführt nur einen kleinen Bruchteil der vom Veranstalter gezahlten GEMA-Gebühren wieder zurückerhält. Der Rest versickert nicht in den Taschen von Politikern, sondern in denen der ordentlichen GEMA-Mitglieder.
    Das PRO-Verfahren ist ein Hochrechnungsverfahren, das ist bekannt (und vom BGH als tauglich abgesegnet). Es führt aber zu keiner Ungleichbehandlung zwischen "bekannten" oder "unbekannten Urhebern". Jeder Urheber (egal ob außerordentliches, angeschlossenes oder ordentliches GEMA-Mitglied) bekommt pro Werknutzung den gleichen Betrag ausgeschüttet. Alles andere wäre illegal (siehe GEMA-Verteilungsplan, siehe staatl. Aufsicht DPMA). Wenn ein Urheber für die Aufführung seiner live gespielten Werke nix kriegt, liegt´s vielleicht daran, dass er nicht danach schaut, dass nach dem Gig die Musikmeldung seines Konzertes auch die GEMA erreicht. Es gibt Veranstalter, die (aus Bequemlichkeit?) diese Musikmeldung nicht an die GEMA weiterleiten (obwohl sie dazu verpflichtet sind). Jeder erfahrene Urheber/Musiker gibt die Musikmeldung (= die Liste der aufgeführten Musikwerke) dem Veranstalter und schickt eine Kopie separat sicherheitshalber auch noch selber an die GEMA. Wenn ein Urheber das nicht macht, darf er sich nicht wundern, wenn´s wenig GEMA-Geld gibt. Beschweren sollte er sich dann bei seinen Veranstaltern. Da gibt es viele, denen das Weiterleiten von GEMA-Musikmeldungen relativ egal ist. Fazit: Die Komponisten, die jammern, dass sie zuwenig von der GEMA ausbezahlt bekommen, sollten sich mit Verteilungsplan etc. vertraut machen. Und das alte Märchen von der Ungleichbehandlung bei der GEMA-Ausschüttung könnten wir langsam ruhen lassen.
  2. #21

    Zitat von watislos Beitrag anzeigen
    Weil die GEMA zu den brutalsten und verfassungsfeindlichsten Parasiten dieses Landes gehört und eh kein Geld an Künstler geht. Das Geld versickert in der Führungsetage, in den Taschen von Politikern und bei einigen größeren Labels und "Künstlern". Echte Künstler sehen keinen einizgen Cent von der GEMA Mafia. Und ich will keinen Rundfunkbeitrag zahlen, damit sich GEMA Führender die nächste Koks und Nutten Party finanzieren können.

    Freie Musik ist frei weil sie frei ist. Die Künstler haben diesen Geschäftsweg der Verbreitung gewählt und finden ihn fair. Für die ist das Ausspielen der Musik Werbung für ihr Produkt.
    Klären Sie uns noch darüber auf, wie Politiker Geld von der GEMA bekommen? Im Geschäftsbericht steht darüber nichts. Nicht ohne Grund, das sind absurde pauschale Vorwürfe.
    Sie verwechseln auch Rundfunkbeiträge und GEMA Lizenzgebühren, das sind zwei unterschiedliche Dinge.
    Und mit Ihrer Wortwahl "Koks und Nutten Party" disqualifizieren Sie sich selbst.
    Ihr Beitrag etwa so wertvoll wie der vom Austritt der Ärzte aus der GEMA.
  3. #22

    Zitat von gerchla63 Beitrag anzeigen
    Das PRO-Verfahren ist ein Hochrechnungsverfahren, das ist bekannt (und vom BGH als tauglich abgesegnet). Es führt aber zu keiner Ungleichbehandlung zwischen "bekannten" oder "unbekannten Urhebern". Jeder Urheber (egal ob außerordentliches, angeschlossenes oder ordentliches GEMA-Mitglied) bekommt pro Werknutzung den gleichen Betrag ausgeschüttet. Alles andere wäre illegal ...
    Natürlich unterliegt jeder demselben Schlüssel, das heißt nicht dass durch das PRO-Verfahren nicht bestimmte Urheber bevorzugt werden. Wenn ein Urheber seine eigenen Stücke aufführt und der Wirt zahlt GEMA für die Veranstaltung, könnte man davon ausgehen dass der Urheber 85% dieser Summe erhält, das ist aber nicht so. Ich zitiere mal aus Wikipedia (Gema):

    "DRMV-Sprecher Ole Seelenmeyer kritisiert, dass das PRO-Verfahren in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ ohne Beschluss der Mitgliederversammlung vom Vorstand eingeführt worden sei und hauptsächlich dessen Mitgliedern, so auch dessen damaligen Vorsitzenden Otto Krause zugutekomme. Diesem wirft er Ausbeutung und persönliche Bereicherung vor, da er mitunter das 100fache der für die Aufführung seiner alten Schlager eingenommenen Lizenzgebühren kassiere, während Rockmusiker nur 10 % der eingezahlten Lizenzgebühren zurückerhielten."

    Lang und breit erklärt er das hier: http://www.musiker-online.de/fileadm...rnews_0110.pdf
  4. #23

    aaa

    Zitat von teutoniar Beitrag anzeigen
    ...
    Warum soll der BR für seine Musik nichts (!) bezahlen, wenn er doch genau für solche Dinge nicht geringe GEZ-Gebühren bekommt?
    Weil die entsprechenden Urheber das im vollen Bewusstsein genau so festgelegt haben. Was verstehen Sie daran nicht?

    Ich höre selbst viel freie Musik und ich kann nur jedem empfehlen den GEMA-Abzockern so oft wie möglich den Stinkefinger zu zeigen.
  5. #24

    ...

    Hab bei der Space Night sowie immer den Ton abgeschaltet und lass Konservenmusik meines Geschmacks dazu laufen.
    Wie sieht das denn mit den Bildaufnahmen aus? Da dürfte es ja auch nicht viele konkurierende Anbieter (etwa die NASA) geben. Die werden wohl ihr Material auch nicht gratis hergeben, zumal es in der Herstellung teurer gewesen sein dürfte als die meiste GEMA (oder nicht so GEMA)-Musik.
    Im Spartenprogramm alpha des gleichen Senders gibt es nächtens die Phase3 video.kunst.zeit, überwiegend recht musikvideolastig. Hier scheint es ja auch zu funktionieren, eher unbekannte (und womöglicherweise GEMA-unabhängige) Musik einem grösseren Publikum darzubieten.
  6. #25

    Die Vorgeschichte muss man kennen

    Zitat von sonicprisma Beitrag anzeigen
    Natürlich unterliegt jeder demselben Schlüssel, das heißt nicht dass durch das PRO-Verfahren nicht bestimmte Urheber bevorzugt werden. Wenn ein Urheber seine eigenen Stücke aufführt und der Wirt zahlt GEMA für die Veranstaltung, könnte man davon ausgehen dass der Urheber 85% dieser Summe erhält, das ist aber nicht so. Ich zitiere mal aus Wikipedia (Gema):

    "DRMV-Sprecher Ole Seelenmeyer kritisiert, dass das PRO-Verfahren in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ ohne Beschluss der Mitgliederversammlung vom Vorstand eingeführt worden sei und hauptsächlich dessen Mitgliedern, so auch dessen damaligen Vorsitzenden Otto Krause zugutekomme. Diesem wirft er Ausbeutung und persönliche Bereicherung vor, da er mitunter das 100fache der für die Aufführung seiner alten Schlager eingenommenen Lizenzgebühren kassiere, während Rockmusiker nur 10 % der eingezahlten Lizenzgebühren zurückerhielten."

    Lang und breit erklärt er das hier: http://www.musiker-online.de/fileadm...rnews_0110.pdf
    Sorry, sei mir nicht böse, aber das dauert zu lange, das alles bis ins Detail zu bereinigen, was Du schreibst. Ganz kurz: Was sind "eingezahlte Lizenzgebühren"? Meinst Du das, wie beim Sparbuch? Anderer Punkt: Du zitierst, dass jemand das "100fache der für die Aufführung seiner alten Schlager eingenommenen Lizenzgebühren kassiere". Gib doch bitte Belege dafür. Ich bin gespannt. Ebenso für die Aussage mit den armen Rockmusikern, die "nur 10 % der eingezahlten Lizenzgebühren zurückerhielten". Die Kandidaten kenne ich: Wenn Du fragst, ob sie sich um ihre GEMA-Meldung nach dem Auftritt fragen, haben sie keine Ahnung, was das ist. Jammern ist schick, aber sich kundig machen, ..."och nee, da ham´wir kein´ Bock drauf". :-( Weißt Du auch, warum das PRO-Verfahren eingeführt wurde? (Stichwort "Missbräuchler/Selbstaufführer", die den GEMA-Vereilungsplan unsolidarisch und auf Kosten vieler ehrlicher Urheber ausgenutzt haben. Logisch, dass die GEMA dagegen was unternehmen musste.)
  7. #26

    Zitat von gerchla63 Beitrag anzeigen
    Sorry, sei mir nicht böse, aber das dauert zu lange, das alles bis ins Detail zu bereinigen, was Du schreibst. Ganz kurz: Was sind "eingezahlte Lizenzgebühren"? Meinst Du das, wie beim Sparbuch? Anderer Punkt: Du zitierst, dass jemand das "100fache der für die Aufführung seiner alten Schlager eingenommenen Lizenzgebühren kassiere". Gib doch bitte Belege dafür. Ich bin gespannt. Ebenso für die Aussage mit den armen Rockmusikern, die "nur 10 % der eingezahlten Lizenzgebühren zurückerhielten". Die Kandidaten kenne ich: Wenn Du fragst, ob sie sich um ihre GEMA-Meldung nach dem Auftritt fragen, haben sie keine Ahnung, was das ist. Jammern ist schick, aber sich kundig machen, ..."och nee, da ham´wir kein´ Bock drauf". :-( Weißt Du auch, warum das PRO-Verfahren eingeführt wurde? (Stichwort "Missbräuchler/Selbstaufführer", die den GEMA-Vereilungsplan unsolidarisch und auf Kosten vieler ehrlicher Urheber ausgenutzt haben. Logisch, dass die GEMA dagegen was unternehmen musste.)
    Du verlangst Belege lieferst aber selber gar nichts außer Behauptungen. Widerlege doch mal die Bespiele aus dem verlinkten PDF, wie z.B. das Beispiel der Guru-Guru Tour mit Inkasso von 4.233,60 € vs. Ausschüttungen von 792,18 €.

    "eingezahlte Lizenzgebühren": natürlich das was die GEMA für die jeweilige Veranstaltung eingenommen hat. "Wie beim Sparbuch": natürlich, die GEMA ist ja dafür da einen Ausgleich zu schaffen wenn Werke anderer aufgeführt werden. Wenn jemand seine eigenen Werke aufführt, sollte es also so sein dass er die Gebühren für die jeweiligen Veranstaltungen komplett zurückerhält, minus Verwaltung also 85%.

    Du tust so als wäre ich der einzige Mensch auf der Erde der dieses Verfahren kritisiert. Das scheint nicht so zu sein: wie ich gerade gelesen habe wurde das PRO-Verfahren abgeschafft und durch das INKA-Verfahren ersetzt, ob das etwas an der Problematik ändert weiß ich nicht.
  8. #27

    Zitat von monoman Beitrag anzeigen
    Wie sieht das denn mit den Bildaufnahmen aus? Da dürfte es ja auch nicht viele konkurierende Anbieter (etwa die NASA) geben. Die werden wohl ihr Material auch nicht gratis hergeben
    Eben doch. Werke die von US-Regierungsbehörden(bzw. allgemein in den USA mit Geldern der Regierung) erstellt werden, sind "Public Domain", da sie der Steuerzahler finanziert hat(und nicht zweimal dafür zahlen sollte.)

    Das trifft auf die meisten NASA-Bilder zu.