Sparmaßnahme: "Space Night" testet Gema-freie Musik

DPADer Aufschrei der Fans war groß: Angeblich aus Spargründen wollte der Bayerische Rundfunk die Sendereihe "Space Night" einstellen, die Gema-Gebühren für die Musik seien zu hoch. Nun setzt der Sender auf musikalische Alternativen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/s...-a-885062.html
  1. #1

    Freie Musik ist nicht fair

    Mich würden mal die konkreten Summen interessieren. Freie Musik schön und gut, aber dort ist es ja so, dass der BR durch das Senden dieser Musik keinen Cent an die Künstler zahlt, die diese Musik mühsam produziert haben. So fair finde ich das jetzt auch wieder nicht. Es ist ja nicht so, dass der BR keine GEZ-Gebühren bekommt.
  2. #2

    Natürlich

    Zitat von teutoniar Beitrag anzeigen
    Mich würden mal die konkreten Summen interessieren. Freie Musik schön und gut, aber dort ist es ja so, dass der BR durch das Senden dieser Musik keinen Cent an die Künstler zahlt, die diese Musik mühsam produziert haben. So fair finde ich das jetzt auch wieder nicht. Es ist ja nicht so, dass der BR keine GEZ-Gebühren bekommt.
    bekommt der BR keine GEZ-Gebühr.
    Die gab es nur bis 31.12.2012.
    Die Neusprechvariante heisst ja Rundfunkbeitrag.

    Hier können sich jedoch zwei Ideen treffen.
    Geld vor der GEMA schützen und freie Musik fördern.
    Sind die Urheber der Musik für den Zuschauer ersichtlich wirkt das eben wie Werbung.
    Es ist eine Win-Win-Situation für die GEMA-Freiheit.
  3. #3

    Der jetzige Zustand ist unhaltbar.

    Zitat von teutoniar Beitrag anzeigen
    Mich würden mal die konkreten Summen interessieren. Freie Musik schön und gut, aber dort ist es ja so, dass der BR durch das Senden dieser Musik keinen Cent an die Künstler zahlt, die diese Musik mühsam produziert haben. So fair finde ich das jetzt auch wieder nicht. Es ist ja nicht so, dass der BR keine GEZ-Gebühren bekommt.
    Es muss einfach mehrere Verwertungsgesellschaften in Konkurrenz untereinander geben. So weit ich weiß, müssen die Künstler, die sich an die GEMA binden, dort eine Art Knebelvertrag unterschreiben.

    Es ist einfach an der Zeit, dass der Laden Konkurrenz bekommt. Wenn die GEMA dazu gezwungen ist, ihre Vertragsbedingungen zu veröffentlichen und sich den Vergleich mit anderen Anbietern gefallen lassen muss, dann erst haben wir gesunde Verhältnisse. Davon sind wir aber noch weit entfernt.
  4. #4

    Zitat von Arckenheidt Beitrag anzeigen
    So weit ich weiß, müssen die Künstler, die sich an die GEMA binden, dort eine Art Knebelvertrag unterschreiben.
    Lassen wir den GEMA-Hass mal beiseite. Mein Punkt war: Warum soll der BR für seine Musik nichts (!) bezahlen, wenn er doch genau für solche Dinge nicht geringe GEZ-Gebühren bekommt?
  5. #5

    Sinn?

    Zitat von teutoniar Beitrag anzeigen
    Warum soll der BR für seine Musik nichts (!) bezahlen, wenn er doch genau für solche Dinge nicht geringe GEZ-Gebühren bekommt?
    Warum soll der BR ausgerechnet die GEMA unterstützen? Wäre es nicht sinnvoller, beim Aufbau alternativer Strukturen mitzuwirken?

    Wie gesagt: Fällig ist das so oder so, und durch langes Hinauszögern wird es nicht billiger.
  6. #6

    Gema ist nicht GEZ

    Zitat von teutoniar Beitrag anzeigen
    Mich würden mal die konkreten Summen interessieren. Freie Musik schön und gut, aber dort ist es ja so, dass der BR durch das Senden dieser Musik keinen Cent an die Künstler zahlt, die diese Musik mühsam produziert haben. So fair finde ich das jetzt auch wieder nicht. Es ist ja nicht so, dass der BR keine GEZ-Gebühren bekommt.
    Die GEZ kassiert das Geld von den Endverbrauchern. Die Art und Weise ist umstritten, das System wurde gerade deswegen geändert.

    Die Gema tritt als Inkassounternehmen für alle Künstler auf. Künstler, die Geld erhalten wollen, kommen an der Gema nicht vorbei, Konkurrenz gibt es nicht. Insbesondere kleine Künstler können oder wollen die Eintrittspreise bei der Gema nicht zahlen, oder finden keinen Verleger. Sie nutzen preiswertere Wege, um bekannt zu werden.
    Das Internet oder Sender wie der BR sind da eine willkommene Plattform.
  7. #7

    GEMA-frei ist nicht (automatisch) kostenlos

    An jedem Musikstück hat irgendjemand die Rechte und wird sie im Normalfall (Ausnahmen sind meist gekoppelt mit Werbung oder zumindest einer Quellenangabe) nur kostenpflichtig anbieten. Das Problem ist, dass praktisch alle guten bzw. bekannten Tracks (z.B. Charts, aber eben auch der größte Teil der typischen Space Night Chill-Out Mucke) von der GEMA repräsentiert werden. Unter den GEMA-freien Sachen ist die Quote an akzeptablem Material deutlich geringer und es fehlt die Breite - meist handelt es sich um typische Fahrstuhlberieselung. Die GEMA-freien Sachen werden dann oft auch pauschal ("Subscription") und damit zu relativ geringen Nutzungspreisen (Lizenzgebühren) angeboten, aber eben nicht kostenfrei. Die GEMA bekommt in diesem Modell nichts.

    Den meisten Nutzern, beispielsweise im Rahmen von Werbespots, Promo Material etc. ist die Nutzung von GEMA-Stücken aber nicht nur aufgrund der Kosten abzuraten, sondern vor allem aufgrund des Lizenzierungsprozesses bzw. der Meldung der Verwendungen. Der BR macht ja sowieso regelmäßig die GEMA Reports, aber dem Otto-Normal-Musikverwender ist unbedingt davon abzuraten, "mal eben" GEMA Material für kommerzielle Projekte zu nutzen. Ich spreche aus Erfahrung und sage nur "die Büchse der Pandora". Aus diesem Grund haben die größeren Musikanbieter (Rechteverwerter) in den letzten Jahren vermehrt auch GEMA-freie Kollektionen im Angebot.
  8. #8

    Zitat von teutoniar Beitrag anzeigen
    Mich würden mal die konkreten Summen interessieren. Freie Musik schön und gut, aber dort ist es ja so, dass der BR durch das Senden dieser Musik keinen Cent an die Künstler zahlt, die diese Musik mühsam produziert haben. So fair finde ich das jetzt auch wieder nicht. Es ist ja nicht so, dass der BR keine GEZ-Gebühren bekommt.
    Fein wäre wenn im TV die Namen der Lieder und Künstler erscheinen würden wie am Anfang eines Musikvideos, noch feiner wäre wenn man im Internet auf der Seite des Bayrischen Rundfunks Namen als auch Links finden würde.
  9. #9

    Zitat von nick999 Beitrag anzeigen
    ....

    Die Gema tritt als Inkassounternehmen für alle Künstler auf. Künstler, die Geld erhalten wollen, kommen an der Gema nicht vorbei,.....
    Das ist nicht so ganz richtig. "Die Ärzte" waren zwar ganz am anfang mal in der GEMA, sind aber später wieder ausgetreten, weswegen man deren Titel allesamt auch bei youtube sehen kann.
    Aber die sind ja schon immer etwas anders und haben noch nie eine CD oder DVD mit Kopierschutz versehen.
    Und siehe da: Sie können trotzdem von ihrer musik gut leben. Es geht also.