Absolventen-Studie: Auslandsbonus nutzt der Karriere kaum

DPAEine andere Sprache lernen, neue Leute treffen, ein fremdes Land erkunden: Studenten, die für ein paar Monate ins Ausland gehen, lernen meist viel. Aber machen sie später auch schneller Karriere? Eine Studie zeigt: nicht unbedingt.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...-a-885002.html
  1. #10

    optional

    Warum sollte ein Auslandsaufenthalt Aufstiegsgarantie sein?
    Bei vielen erweitert sich der Horizont wirklich wahnsinnig, die meisten gehen nämlich nur noch auf Partys im Ausland. 3-4 Monate im Ausland machen einen noch lange nicht zu einem "besseren Menschen" so wie es auch hier manche darstellen.
  2. #11

    die Studenten die im Ausland waren, haben dort halt gesehen, dass Akademiker noch etwas wert sein können und gerecht bezahlt werden. Sie haben dort einen Job in dem sie etwas bewirken können und mit ihrer deutschen Effizienz den Unternehmen helfen können.
    Wenn man dann nach Deutschland zurückkehrt und das momentane Einstiegs-Gehalt (vor allem in Relation mit den Lebensunterhaltungskosten) eines Akademikers anschaut, wird einem schlecht. Wenn man sich nicht an die Unternehmensspitze arbeitet, wird man ausgebeutet.
  3. #12

    Partyland

    Zitat von Urbis Beitrag anzeigen
    Warum sollte ein Auslandsaufenthalt Aufstiegsgarantie sein?
    Bei vielen erweitert sich der Horizont wirklich wahnsinnig, die meisten gehen nämlich nur noch auf Partys im Ausland. 3-4 Monate im Ausland machen einen noch lange nicht zu einem "besseren Menschen" so wie es auch hier manche darstellen.
    Naja, Ausland ist ja nicht gleich Ausland.
    Sicher findet jemand, der in der Mongolei war mehr Anerkennung, als jemand, der in der Nähe vom Bondi Beach/Australien gelebt hat.
    Generell gilt Australien für viele Arbeitgeber als "Partyland" und wirklich beeindrucken kann man damit nicht.
    Auch bei uns gibt es so "abgewetzte" Länder. Jeder war schon mal in Ecuador oder Indien. So exotisch ist es daher gar nicht mehr.
  4. #13

    meinung

    Zitat von aquarelle Beitrag anzeigen
    Naja, Ausland ist ja nicht gleich Ausland.
    Sicher findet jemand, der in der Mongolei war mehr Anerkennung, als jemand, der in der Nähe vom Bondi Beach/Australien gelebt hat.
    Generell gilt Australien für viele Arbeitgeber als "Partyland" und wirklich beeindrucken kann man damit nicht.
    Auch bei uns gibt es so "abgewetzte" Länder. Jeder war schon mal in Ecuador oder Indien. So exotisch ist es daher gar nicht mehr.
    Ich bin vor 45 jahren von D nach Australien augewandert.

    Ich muss ihnen leider mitteilen das in AUS auch gearbeitet wird.

    Parties in Bondi Beach ist hauptsaechlich eine Sache von
    auslaendischen Touristen der juengeren Jahre.

    Obwohl ich seit 43 Jahren in Sydney lebe vermeide ich Bondi Beach wiedie Plage.

    Sich unter besoffenen Touristen aufzuhalten ist nicht meine Idee von
    einer Party.
  5. #14

    warum Studenten die im Ausland waren häufiger in der Wissenschaft 'hält' oder promovieren, ist ein typisches korrelations-kausations Problem. In der Wissenschaft ist es idR normal, dass die Karriere über mehrere kontinente spannt. Oder andere gesagt, wer sein Studium, den Doktor und Postdocs ausschließlich in Deutschland gemacht hat, dem fehlt etwas in seinem Lebenslauf. dass man dann evtl im Ausland bleibt, ist doch auch relativ normal. Zum einen ist Deutschland bei weitem nicht in jedem Forschungsbereich vorne dabei, zum anderen mag es einem im Ausland besser gefallen, oder die Arbeitsbedingungen dort (Stichwort befristete Verträge, tenure track), oder man gründet eine Familie.
  6. #15

    Zitat von narbonne Beitrag anzeigen
    Während man sich im Ausland um eine weitere Qualifikation bemüht, arbeiten die in der "Heimat" Gebliebenen zielstrebig an ihrer Karriere im Unternehmen, spinnen ihre Netzwerke, legen die Schleimspur, sind in den Gremien, z.B. im Betriebsrat, und blockieren alles, was nicht ihrem Provinzdenken entspricht. Zuerst wird der Neue mit dem ausländischen Titel abgewertet - arrogant, bringt nichts, nicht "bodenständig", passt nicht zu uns, hat zu hohe Erwartungen, usw. - dann wird gegen ihn systematisch intrigiert, bis er von selbst aufgibt.
    Da hat wohl die eigene Auslandserfahrung nicht den gewünschten Effekt erzielt. ;)

    Natürlich ist es eine tolle, wichtige Erfahrung, aber man sollte es nicht grundsätzlich überbewerten. Das hängt stets auch immer mit der Person und ihren Prioritäten ab. Daß Leute, die im Studium ins Ausland gehen, tendenziell häufiger auch im Ausland arbeiten, ist auch wenig verwunderlich, weil in diesen Kreisen halt eine größere Bereitschaft vorherrscht. Für die spielt es keine so große Rolle, ob sie später mal in Paris, Warschau, Amsterdam, außerhalb Europas oder eben in München arbeiten.

    Man sollte auch nicht vergessen, daß viele Auslandsaufenthalte nur drei, vier Monate dauern, in denen viele Studenten in einem internationalen Studentenwohnheim leben, ein paar geplante Ausflüge seitens der Hochschule mitmachen und dann auch schon wieder ihr Studium in Deutschland weitermachen. Wer zehn, elf, zwölf Semester studiert und davon eins im Ausland verbringt, der hat sicherlich nicht automatisch schlechtere Karten gegenüber den genannten "Provinzlern", wenn es mit dem gewünschten Job nicht klappte.

    Ich hab selbst nach der Schule viel Auslandserfahrungen sammeln können (in der Seefahrt tätig) und hatte im späteren Studium wenig Bedarf, noch ins Ausland zu gehen, sondern wollte zügig fertig werden. Wem (Lebens-)Erfahrungen mangeln, dem würde ich es natürlich nie vorwerfen, wenn er ein paar Semester zur Orientierung dranhängt und die tollen Erasmus-Programmen beansprucht. Daß ich meinen Master im Ausland machte, lag auch eher am interessanten, fachlichen Inhalt und der Nähe zur Grenze.

    Anschließend kam ich aber in meine Heimatstadt wieder zurück, weil Beziehung, Freunde und Familie für mich halt eine größere Rolle spielten als ein "Ich muß unbedingt wieder ins Ausland, um mich frei entfalten zu können". Bin ich deshalb ein schlechterer Mensch? Ein "Provinzler", der seinen Job ganz ohne Netzwerke während des Studiums erhielt? Laßt das doch einfach jeden selbst entscheiden. Irgendwelche Neiddebatten sind selber zielführend, egal ob man sich über die blöden Studenten aufregt, die sich finanziell einen Auslandsaufenthalt leisten können und angeblich große Job-Vorteile haben, oder ob's die "in der Heimat Gebliebenen" sind, die sich angeblich besser vernetzen konnten. Das ist immer alles von Fall zu Fall viel zu unterschiedlich, als daß man so -- aufgrund der eigenen (schlechten) Erfahrung -- so pauschal auf den Tisch hauen könnte. Die hier erwähnte Studie beweist es ja auch: Die Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit sind gar nicht festzustellen, weil der Unterschied so gering ist.
  7. #16

    Also wirklich...

    Zitat von tutmosis Beitrag anzeigen
    So mancher, der hierzulande Arbeits- oder Studienzeit im Ausland vorzuweisen hätte, tut dies gar nicht, sondern erkennt, daß Deutschland gar nicht das Akademikerparadies (Bildungsrepublik') ist und zieht die Konsequenzen.
    Also, cih verstehe Sie da nicht. In vielen Ländern - die hochgelobten (warum eigentlich?) USA eingesclossen! - ist man mit Hochschulabschluss in etwa so qualifiziert wie hierzulande ein Geselle/Meister. In Ländern, wo sogar Krankenschwestern und Bäcker einen Hochsculabschluss haben, weil man das woanders nicht lernen kann, sehe ich kein "Akademikerparadies". Im Gegenteil. Da hilft ein Hochschulabschluss bei uns mehr, es gibt tatsächlich fast immer mehr Geld und bessere Karrierechancen. Das hängt natürlich von den Menschen ab: Es gibt die Ideellen, denen die Philosophie wichtiger ist als Lohn und Brot, die Karrieregeilen und die dazwischen.
    Das "Akademikerparadies" habe ich nirgendwo gefunden.
    China: Ohen Hochschulabschluss keinen Job. Bezahlung: Trotz Uni so gering, dass man sich kaum eine Wohnung leisten kann.
    Zitat von tutmosis Beitrag anzeigen
    Daß demgegenüber ein zwar horizonterweiterndes, aber auch zeit- und ggf. notenschnittraubendes Auslandssemester nicht so karrierewichtig scheint, vermag nicht zu überraschen.
    Bitte? Wo reißt ein Auslandssemester die Noten herunter? Die meisten sind Urlaubssemester, die Noten zählen nicht in das Endzeugnis rein - AUSSER der Student lässt die Leistungen anerkennen. Wenn nicht, dann halt nicht. Die wenigsten Unis haben verpflichtende Kurse für Studenten, die ins Ausland gehen.
    Und zeitraubend - also bitte, ich kenne genügend Leute, die dafür verantwortlich sind, Menschen einzustellen. Jemand, der 1 Jahr länger wegen Praktikum/Studium im Ausland hat, der wird vorgezogen. So einfach ist das.
    Ist vielleicht anders, wenn man in Frankfurt an der Börse anfangen will, aber dann richtet man sich ja sowieso anders aus ;)
  8. #17

    Natürlich nicht!

    Die Daheimgebliebenen, die zwischenzeitlich Netzwerke aufgebaut haben, werden zu Hause immer einen Vorteil haben. Dafür dürfen sie aber dann bei stagnierenden oder rückläufigen Reallöhnen fleissig dem Burn-out entgegenschuften, während die Auslands-Studis mit Expat-Verträgen dem Finanzamt die Lange Nase zeigen. Das heisst nicht, dass im Ausland weniger gearbeitet wird, aber es lohnt sich häufig noch ranzuklotzen, wenn man sich das richtige Land ausgesucht hat. Diejenigen, die immer im eigenen Mief gschmort haben werden vielleicht durch Klüngel und Amigowirtschaft nach oben gespült werden, wo sie dann mit Unbeholfenheit auf internationalem Parkett und lustigen Fremdsprachenkenntnissen zum Schaden Deutschlands brillieren können. Siehe Oettinger.
  9. #18

    Zitat von amarildo Beitrag anzeigen
    Ich bin vor 45 jahren von D nach Australien augewandert.

    Ich muss ihnen leider mitteilen das in AUS auch gearbeitet wird.

    Parties in Bondi Beach ist hauptsaechlich eine Sache von
    auslaendischen Touristen der juengeren Jahre.

    Obwohl ich seit 43 Jahren in Sydney lebe vermeide ich Bondi Beach wiedie Plage.

    Sich unter besoffenen Touristen aufzuhalten ist nicht meine Idee von
    einer Party.

    Natürlich wird in Australien auch gearbeitet, das will ich damit nicht gesagt haben.
    Sie haben es aber auch ganz gut auf den Punkt gebracht. Ausländische Touristen jüngerer Jahre.
    Vor 45 Jahren war Australien sicher auch noch nahezu gleichzusetzen mit Afrika, wilde Tiere, unbekannter Kontinent. Es ist sicher auch ein schönes Land, ohne Frage, doch reizt es mich einfach nicht so wie andere ;)
    Ein Jahr Australien als Au pair oder 6 Monate Kenia als Entwicklungshelfer, was kommt wohl besser an beim Arbeitgeber?
  10. #19

    Shanghai Erfahrung

    Ich studiere nun seit 3 Jahren Business Management in Shanghai, China. Ich sehe hier viele Deutsche die fuer ein Semester nach Shanghai kommen. Ich bezweifel wirklich ob diese kurze Erfahrung wirklich weiter hilft. Die Sprache lernt man nicht in der Kurzen Zeit und ohne die Grundlagen der Sprache wird man die Kulture nicht wirklich verstehen. Was die meisten lernen ist wie Sie Chinesiche Maedchen einfach ist Bett kriegen. Um wirklich China kennen zu lernen, mann muss schon mehr als 2 Jahre hier sein und sich von der Westlichen Welt absetzten.